Tiergestützte Pädagogik mit Pferden und Hunden bei Kindern und Jugendlichen. Auswahlkriterien und Einsatzgebiete der Tiere in der Sozialen Arbeit


Studienarbeit, 2022

14 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Tiergestützte Pädagogik

3 Auswahlkriterien der Tiere
3.1 Die Bedeutung des Pferdes in der tiergestützten Pädagogik
3.1.1 Das Pferd als Kommunikationspartner
3.1.2 Das Pferd als Beziehungs- und Bindungspartner
3.1.3 Das Pferd als Eisbrecher
3.1.4 Identitätsentwicklung
3.1.5 Auswirkungen auf den Körper
3.2 Die Bedeutung des Hundes in der tiergestützten Pädagogik
3.2.1 Voraussetzungen für die tiergestützte Arbeit
3.2.2 Der Hund als Kommunikationspartner
3.2.3 Identitätsentwicklung

4 Einsatzgebiete in der Sozialen Arbeit mit dem Pferd
4.1 Betreute Wohnformen am Beispiel vom Maruschka-Hof
4.2 Das reitende Klassenzimmer
4.3 Bedeutung bei verhaltensauffälligen Schülern

5 Einsatzgebiete in Sozialen Arbeit mit dem Hund
5.1 Aufsuchende Jugendarbeit
5.2 Betreute Wohnformen der Jugendhilfe

6 Fazit

II Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

In der tiergestützten Pädagogik begleiten Tiere den pädagogischen Erziehungs- und Förderansatz. Durch das Tier sollen die Menschen positiv in ihrer Entwicklung gefördert werden. Die Tiere dienen als „Eisbrecher“ zwischen dem Klienten und dem Sozialarbeiter. Des Weiteren werden sie für die Klienten zum Kommunikationspartner, Beziehungspartner und Bindungspartner. Mit Hilfe der Tiere entwickeln die Klienten ihre Identität. Sie werden selbstständiger und handeln verantwortungsbewusster. Sie lernen sich selbst besser wahrzunehmen, da die Tiere als Spiegel des Menschen fungieren. Hunde und Pferde finden in der Sozialen Arbeit diverse Einsatzgebiete, wie beispielweise in der betreuten Wohnform der Jugendhilfe, in der aufsuchenden Jugendarbeit und in der Einzelfallarbeit. Des Weiteren gibt es verschiedene tiergestützte pädagogische Projekte, insbesondere für verhaltensauffällige Jugendliche.

In der folgenden Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sie bezieht sich auf Personen beiderlei Geschlechts.

1 Einleitung

Tiergestützte Pädagogik mit dem Hund und dem Pferd ist für viele noch ein fremdes Themengebiet. Die Tiere finden noch nicht oft ihren Einsatz in der Sozialen Arbeit. Dabei könnten sie so eine große Ressource sein. Die Zielgruppe, die man mit den Tieren erreichen kann, ist vielfältig und reicht von Kindesalter bis zum Seniorenalter. Tiergestützte Pädagogik ist für Menschen mit Handicap als auch für Menschen ohne Handicap geeignet. (Schmidt, 2012, S. 44)

Ich wurde auf tiergestützte Pädagogik aufmerksam, als ich nach einem Nebenjob suchte und auf den Verein Etangos stieß. Das ist ein tiergestützter und naturbasierter Verein, der Einzelfallhilfe mit dem Hund für Menschen mit Beeinträchtigung anbietet. Außerdem fahren sie jeden Donnerstag mit den Klienten auf einen Reiterhof, um mit ihnen weitere pädagogische Maßnahmen zu erarbeiten.

Das Themengebiet tiergestützte Pädagogik interessiert mich sehr, da ich selbst einen Hund und ein Pferd habe und ich mir durchaus vorstellen kann, mich in diese Richtung nach dem Studium weiterzubilden. Nun arbeite ich bereits seit 4 Monaten bei Etangos und nehme gelegentlich meinen Hund mit zur Arbeit.

2 Tiergestützte Pädagogik

Unter tiergestützter Pädagogik versteht man den Einsatz von Tieren, die einen pädagogischen Erziehungs- und Förderansatz begleiten. Die Menschen sollen durch das Tier positiv in ihrer Entwicklung gefördert werden. Es soll vor allem die emotionale und soziale Intelligenz gestärkt werden. Daher wird ein großes Augenmerk auf den Beziehungsaufbau zwischen Menschen und Tieren gelegt. Zum Großteil richtet sich die Tiergestützte Pädagogik an Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten oder leichten Handicaps. (Schöll, 2015, S.26f) Dennoch finden sich nun auch häufiger weitere Anwendungsbereiche für Erwachsene und Senioren. (Schmidt, 2012, S. 44) Tiergestützte Pädagogik wird nur von ausgebildeten pädagogischen Fachkräften durchgeführt. Außerdem sollte auch das Tier für seinen speziellen Einsatz ausgebildet sein. (Baur, 2013, S.47) Es können verschiedene Tiere eingesetzt werden, wie zum Beispiel Hunde, Katzen und Kaninchen, aber auch Nutztiere wie Ziegen, Schafe und Esel. Oftmals werden auch Pferde bei der tiergestützten Pädagogik eingesetzt sowie Lamas und Alpakas. Jedes dieser Tiere hat in der tiergestützten Pädagogik seine Vor- und Nachteile und ist nicht für alle Anwendungsbereiche beziehungsweise für jede Person geeignet. (Schöll, 2015, S.28) Bereits seit 200 Jahren werden Tiere in der Sozialen Arbeit genutzt. Die tiergestützte Pädagogik bewirkt Wunder insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die bereits seit langen Jahren in Therapie sind und als therapie-müde beziehungsweise therapie-resistent gelten. Die Tiere schaffen oftmals das, was Pädagogen nicht schaffen. Nämlich sie zum Lachen und Sprechen zu bringen und neuen Lebensmut bei ihnen anzuregen. (Zumbrunnen, 2015. S.42f.)

3 Auswahlkriterien der Tiere

Es ist wichtig, bei der Auswahl der Tiere darauf zu achten, dass es sich um eine sozial lebende Spezies handelt. Die Tiere sollten in einer ähnlich organisierten Gemeinschaft wie der Mensch leben. Dadurch haben sie das Bedürfnis nach sozialer und emotionaler Nähe und dies weckt bei ihnen Interesse Kontakt zum Menschen aufzunehmen.

Je nach pädagogischem Ziel richten sich die Auswahlkriterien an das Tier. Wenn beispielsweise der Körperkontakt zum Tier gewünscht wird, ist ein Tier mit langem flauschigem Fell vom Vorteil, da dies zum Streicheln einlädt. Bei schüchternen Menschen sind junge Tiere hilfreich, da diese durch das Kindchen-Schema Zuneigung und Schutzbedürfnis bei dem Menschen auslösen. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass das Tier ein ähnliches Bewegungstempo, wie der Mensch aufweist. Das bedeutet, bei älteren Menschen wäre ein ruhigeres Tier von Vorteil, da sie sich sonst überfordert fühlen könnten. (Schöll, 2015, S.29f.)

3.1 Die Bedeutung des Pferdes in der tiergestützten Pädagogik

3.1.1 Das Pferd als Kommunikationspartner

Pferde leben in einer Herde zusammen und jedes der Tiere hat dort seinen festen Platz. Sie haben ein Bedürfnis nach Gemeinschaft und emotionaler Nähe. Aus diesem Grund können sie nach erfolgreicher Sozialisation an den Menschen binden. (Schöll, 2015, S.32f.) Pferde sind hervorragende Interaktions- und Kommunikationspartner, denn sie verfügen über eine sensible Wahrnehmung. Sie können Angst, Anspannung, Wut und Ungeduld im Umgang mit dem Menschen spiegeln. Sie sind in der Lage innere Befindlichkeiten des Menschen wahrzunehmen und intuitiv darauf zu reagieren. Daraus bietet sich die Möglichkeit für den Menschen sein Verhalten anhand des Verhaltens des Pferdes abzulesen. Die Pferd-Mensch-Kommunikation erfolgt nonverbal und bezieht alle Sinne des Menschen mit ein. (Schmidt, 2012, S.51f.)

3.1.2 Das Pferd als Beziehungs- und Bindungspartner

Die Einbeziehung des Pferdes in der pädagogischen Arbeit ermöglicht neue Möglichkeiten der Kommunikation und Gestaltung der zwischenmenschlichen Beziehung. Dies erleichtert den Aufbau der pädagogischen Beziehung. Das Pferd dient als ein Modell zum Erlernen und Fördern von Verhaltensweisen, die notwendig sind, um in Sozialbeziehungen zu interagieren. Die zwangslose Art zu lernen, steht hierbei im Fokus. Die Klienten erfahren Bindung, Vertrauen sowie Zuneigung im Umgang mit dem Pferd, was wichtige Hilfen für zwischenmenschliche Beziehungen sein können. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen im stationären Kontext ist dies besonders relevant, da sie ein erhöhtes emotionales Bedürfnis nach dem Interesse eines sozialen Gegenübers empfinden. Das Pferd hat keine Vorurteile bietet sich somit als unbelasteter Sozialkontakt an und erfüllt die Bindungswünsche. Außerdem bietet das Pferd den Klienten Bestätigung und Beruhigung. Es vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und unterstützt durch die Nähe die Emotionsregulation. (Schmidt, 2012, S.65)

In der Arbeit mit dem Pferd können durch Partnerübungen oder Situationen, die gegenseitige Hilfe erfordern, prosoziale Verhaltensweisen erlernt werden. (Schmidt, 2012, S.67)

3.1.3 Das Pferd als Eisbrecher

Bei einer pädagogischen Maßnahme mit dem Pferd baut der Klient zuerst eine Beziehung zum Pferd auf. Anschließend wird im weiteren Verlauf über das Tier eine Beziehung zum Reitpädagogen aufgebaut. Das Pferd dient somit als „Eisbrecher“. (Bütow, 2012, S.32) Bei der pädagogischen Arbeit mit dem Pferd liegt ein „Beziehungsdreieck“ vor. Dies besteht aus dem Klienten, dem Reitpädagogen und dem Pferd. In diesem Dreieck werden Bindungen aufgebaut und Bedürfnisse von Mensch und Pferd erfahren. Der Reitpädagoge übernimmt die Verantwortung für das Kind und unterstützt es bei dem Beziehungsaufbau mit dem Pferd.

[...]

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Details

Titel
Tiergestützte Pädagogik mit Pferden und Hunden bei Kindern und Jugendlichen. Auswahlkriterien und Einsatzgebiete der Tiere in der Sozialen Arbeit
Hochschule
MSB Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin
Note
1,3
Jahr
2022
Seiten
14
Katalognummer
V1243929
ISBN (Buch)
9783346682277
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tiergestützte, pädagogik, pferden, hunden, kindern, jugendlichen, auswahlkriterien, einsatzgebiete, tiere, sozialen, arbeit
Arbeit zitieren
Anonym, 2022, Tiergestützte Pädagogik mit Pferden und Hunden bei Kindern und Jugendlichen. Auswahlkriterien und Einsatzgebiete der Tiere in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243929

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