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Soziale Funktionen von First-Person-Shootern nach der Theorie des Spiels von Roger Caillois

Title: Soziale Funktionen von First-Person-Shootern nach der Theorie des Spiels von Roger Caillois

Term Paper , 2017 , 22 Pages

Autor:in: Jonas Pabst (Author)

Sociology - Miscellaneous
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First-Person-Shooter, auch Ego-Shooter oder Killerspiele genannt, sind Computerspiele, denen wegen der für dieses Genre typischen Gewaltdarstellungen ein schlechter Ruf anhaftet. Diese Arbeit bietet die Möglichkeit, mit einem neutralen Blick auf dieses Genre zu analysieren, welche sozialen Funktionen – in einem wertfreien, soziologischen Verständnis – sie erfüllen.
Roger Caillois (1913-1978) schrieb 1958 mit „Die Spiele und die Menschen, Maske und Rausch“ eines der, nach Piasecki auch heute noch, „international anerkannten Grundlagenwerke für die Erforschung von Mustern des Spiels“. Caillois‘s soziologische Theorie des Spiels stellt Kriterien zur Klassifikation der Spiele bereit, die es erlauben, die Komplexität der Welt der Spiele so zu reduzieren, dass es möglich wird, allgemeingültige Aussagen über deren gesellschaftliche Bedeutung abzuleiten.

Die Chance, das Genre der First Person Shooter mithilfe der Theorie der Spiele von Caillois so zu klassifizieren, dass die gewonnenen Erkenntnisse für die Analyse der sozialen Funktionen dieser Spiele mindestens implizit nutzbar gemacht werden können und so den Blick auf diese negativ vorbelasteten Spiele zu neutralisieren, war eine wesentliche Motivation für die Wahl der Fragestellung. Während das „gaming“ – spielen auf elektronischen Plattform, wie Video-Konsolen, Smartphones, Tablets und Computern - noch vor wenigen Jahren eine randständige Erscheinung war, die das Bild des einsamen Nerds vor seinem Computer aufblitzen ließ, hat sich das Bild mittlerweile gewandelt: Die JIM-Studie 2019 gibt Auskunft darüber das 87 % aller Jugendlichen zwischen 12 – 19 Jahren zumindest selten oder gelegentlich Digitale Spiele spielen, davon 25 % am Computer.

In der vorliegenden Arbeit werden im zweiten Kapitel einige allgemeine Begriffe definiert, im dritten Kapitel werden daraufhin die Grundzüge der Klassifikation der gewählten Theorie zusammengefasst und im vierten Kapitel das Genre der First Person Shooter vorgestellt. Im fünften Kapitel wird dann geprüft, ob die Theorie des Spiels von Caillois auf First Person Shooter anwendbar ist, um daraufhin im sechsten Kapitel die Klassifikation der First Person Shooter nach Caillois vorzunehmen. Das Ergebnis grenzt die zu identifizierenden sozialen Funktionen ein, die im siebten Kapitel näher ausgeführt werden. Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit zu den Ergebnissen der Arbeit und einige Anmerkungen zu Vertiefungsmöglichkeiten.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegende Definitionen

2.1 Soziale Funktion, Dysfunktion

2.2 Computerspiele

2.3 First Person Shooter

3. Die Theorie des Spiels von Roger Caillois

3.1 Definition des Spiels

3.2 Klassifikation der Spiele

3.2.1 Grundkategorien

3.2.2 Spielweisen

3.2.3 Zusammenfassende Übersicht zur Verteilung der Spiele

4. Das Genre der First Person Shooter

5. Sind First Person Shooter Spiele im Sinne von Caillois?

6. Klassifizierung der First Person Shooter

6.1 Agon in First Person Shooter

6.2 Alea in First Person Shooter

6.3 Mimicry in First Person Shooter

6.4 Ilinx in First Person Shooter

6.5 Ludus und Paidia in First Person Shooter

6.6 Zusammenfassug

7. Soziale Funktionen des Spielens von First Person Shooter

7.1 Methodische Vorüberlegung

7.2 Soziale Funktionen

8. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Genre der First Person Shooter aus einer soziologischen Perspektive, um die sozialen Funktionen dieser Spiele unter Anwendung der Spieltheorie von Roger Caillois zu identifizieren und einen wertfreien, wissenschaftlichen Blick auf das häufig stigmatisierte Genre zu ermöglichen.

  • Soziologische Analyse von First Person Shootern
  • Anwendung der Spieltheorie von Roger Caillois
  • Klassifizierung des Genres nach Agon, Alea, Mimicry und Ilinx
  • Untersuchung sozialer Funktionen wie Selbstbehauptung und Teamgeist
  • Bewertung des Einflusses von Ludus und Paidia

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition des Spiels

Für Caillois (2017, S. 30–31) ist eine Tätigkeit dann ein Spiel, wenn sie fünf der sechs folgenden formalen, inhaltsunabhängigen Kriterien erfüllt:

1. Freiwilligkeit: Die Spieler*innen können nicht zum Spiel gezwungen werden

2. Zeitliche und räumliche Begrenztheit: Das Spiel vollzieht sich im Zuge vorher festgelegter genauer Grenzen von Raum und Zeit

3. Offener Ausgang: Der Ausgang und das Ergebnis stehen nicht von vorneherein fest, sondern sind ungewiss

4. Unproduktivität: Die Situation hinsichtlich Gütern und Reichtum ist nach dem Spiel identisch zu der zu Beginn des Spiels, ein Austausch von Spielelementen findet nur innerhalb des Spiels statt

5. Regelhaftigkeit: Im Spiel gelten Gesetze, die die Gesetze außerhalb dieser Betätigung aufheben und durch neue Regeln ersetzen.

6. Fiktiver Raum: Die Tätigkeit findet in einem fiktiven Rahmen statt und stellt eine zweite Wirklichkeit oder eine offenkundige Unwirklichkeit dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des negativen Rufs von First Person Shootern ein und begründet die Wahl der Theorie von Roger Caillois als neutralen Analyserahmen.

2. Grundlegende Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe „soziale Funktion“, „Computerspiel“ und „First Person Shooter“ für den weiteren Kontext der Arbeit definiert.

3. Die Theorie des Spiels von Roger Caillois: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien des Spielbegriffs nach Caillois sowie seine Klassifikationen der Spiele in Grundkategorien und Spielweisen.

4. Das Genre der First Person Shooter: Das Kapitel bietet einen Überblick über das Genre und zeigt Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede hinsichtlich Setting, Komplexität und Gewaltintensität auf.

5. Sind First Person Shooter Spiele im Sinne von Caillois?: Hier wird geprüft, ob First Person Shooter die formalen Kriterien für „Spiele“ nach Caillois erfüllen, was bejaht wird.

6. Klassifizierung der First Person Shooter: Es erfolgt die genaue Zuordnung des Genres zu den Kategorien Agon, Alea, Mimicry und Ilinx sowie zu den Spielweisen Ludus und Paidia.

7. Soziale Funktionen des Spielens von First Person Shooter: Das Kapitel leitet auf Basis der theoretischen Einbettung konkrete soziale Funktionen wie Selbstbehauptung und Teamgeist ab.

8. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Eignung der Theorie für die Analyse und schlägt eine weiterführende Untersuchung anderer Spielgenres vor.

Schlüsselwörter

Roger Caillois, First Person Shooter, Soziologie, Spieltheorie, soziale Funktion, Agon, Ludus, Paidia, Computerspiele, Medienpädagogik, Selbstbehauptung, Teamgeist, Disziplin, Regelkonformität, Verhaltensanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert soziale Funktionen von sogenannten Ego-Shootern (First Person Shootern), um ein neutrales Verständnis für deren Rolle im Leben von Jugendlichen zu entwickeln.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Felder sind die kultursoziologische Spieltheorie nach Roger Caillois sowie die medienpädagogische Betrachtung von Computerspielen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den oft negativ besetzten Begriff der „Killerspiele“ durch eine theoretisch fundierte soziologische Klassifikation zu ersetzen und positive Funktionen des Spielens aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deduktive Analyse verwendet, bei der die Kriterien und Klassifizierungen der Spieltheorie von Roger Caillois auf das Genre der First Person Shooter angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Begriffen, die Vorstellung der Theorie von Caillois, die Genrebeschreibung und die anschließende Klassifizierung sowie Erarbeitung der sozialen Funktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Soziologie, Spieltheorie, First Person Shooter, soziale Funktion und Medienpädagogik beschreiben.

Wie klassifiziert der Autor das Genre nach Caillois?

Der Autor ordnet First Person Shooter eindeutig der Grundkategorie „Agon“ (Wettkampf) und der Spielweise „Ludus“ (geregeltes Spiel) zu.

Welche Rolle spielen „Microtransaktionen“ in der Untersuchung?

Microtransaktionen werden im Abschnitt „Alea“ diskutiert, da sie ein zufallsbasiertes Element darstellen, gegen das sich die Gaming-Community jedoch aufgrund des agonalen Wesens des Genres wehrt.

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Details

Title
Soziale Funktionen von First-Person-Shootern nach der Theorie des Spiels von Roger Caillois
Author
Jonas Pabst (Author)
Publication Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V1243955
ISBN (PDF)
9783346680662
ISBN (Book)
9783346680679
Language
German
Tags
soziale funktionen first-person-shootern theorie spiels roger caillois
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonas Pabst (Author), 2017, Soziale Funktionen von First-Person-Shootern nach der Theorie des Spiels von Roger Caillois, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243955
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