Zu Beginn setzt sich die Hausarbeit mit dem Begriff Sucht und dessen Definition auseinander. Anschließend geht es um die allgemeine Geschichte der Sozialen Arbeit. Hier werden sechs historisch relevante Ereignisse der sozialen Arbeit beschrieben.
Weiterführend geht es dann in den geschichtlichen Teil der Suchthilfe über. Es wird ein kleiner Einblick in die Geschichte der Sucht und Suchthilfe gegeben sowie darüber, welche historischen Ereignisse und Standards die Bevölkerung und die soziale Arbeit beeinflussten.
Im Anschluss an die Geschichte wird sich mit der Berufsethik befasst. Hier wird sich vorab mit dem Begriff Ethik auseinandergesetzt. Im Anschluss daran wird das Fallbeispiel genau dargestellt und anhand des 6-Schritte-Modells nach Tödt bearbeitet, um zu einem ethisch vertretbaren Urteil zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Definition des Suchtbegriffs
3. Geschichte der Sozialen Arbeit
3.1 Relevante Entwicklung der Sozialen Arbeit
3.2 Historische Entwicklung der Suchthilfe
4. Berufsethik
4.1 Allgemeine Definition des Ethikbegriffs
4.2 Bearbeitung des Fallbeispiels
4.2.1 Leitbild
4.2.2 Fallbeispiel
4.2.3 Ethische Urteilsfindung nach Tödt
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit setzt sich mit den ethischen Herausforderungen in der Suchthilfe auseinander, wobei das primäre Ziel darin besteht, ein konkretes ethisches Dilemma aus einem Wohnheim für Suchtkranke anhand wissenschaftlicher Modelle zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Sozialarbeiter/innen zu einer ethisch vertretbaren Urteilsbildung gelangen können, um Betroffene in ihrem Prozess der Wiedereingliederung angemessen zu unterstützen.
- Historische Entwicklung der Sozialen Arbeit und der Suchthilfe
- Bedeutung von Sucht und ihrer Definition im klinischen und sozialen Kontext
- Grundlagen der Berufsethik sowie die Differenzierung zwischen Werten und Normen
- Anwendung des 6-Schritte-Modells nach Tödt zur ethischen Fallanalyse
- Rolle der Kommunikation und Fallbesprechung in der professionellen Suchthilfe
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Fallbeispiel
Herr L. wohnt seit vier Monaten stationär in dem Suchtheim und möchte sich um sich und seine Alkoholsucht kümmern. Er ist Anfang 50 und seit ca. 30 Jahren Alkoholabhängig und hat mehrere Jahre auf der Straße gelebt. In den laufenden Einzelgesprächen wird deutlich, dass seine körperliche Gesundheit stark unter dem Alkoholkonsum gelitten hat und er psychisch nicht stabil ist. Es besteht die Gefahr, dass er rückfällig wird, wenn eine zu große Belastung auf ihn einwirkt. Jedoch wird er mit jedem längeren Aufenthalt im Suchtheim selbstsicherer und fühlt sich wohl. Er entwickelt sich zu einer aufgeschlossenen und humorvollen Person. Dies fällt dem gesamten Personal in der Einrichtung und den anderen Mitbewohner*innen positiv auf.
Herr L. hat einen 13-jährigen Sohn, möchte zu diesem jetzt gerne Kontakt aufnehmen und an seinem Leben Teil haben. Die Mutter des Kindes hat diesen Kontakt zehn Jahre lang unterbunden, aufgrund des Alkoholkonsums von Herrn L. Zusammen mit dem Bewohner und der Sozialarbeiterin haben wir die Adresse des Sohnes herausgefunden und einen Brief an ihn verfasst. Daraufhin hat sich die Mutter bei der Sozialarbeiterin gemeldet und eingewilligt, dass der Briefkontakt stattfinden darf, solange Herr L. abstinent ist. Seit acht Wochen führt der Klient mit seinem Sohn Briefkontakt, jedoch bereitet ihm die letzte Briefantwort des 13-jährigen Sohns sorgen. Auch der Sozialarbeiterin und mir scheint dieser Brief nicht das zu sein was er scheint. Zuvor beschrieb Herr L. in seinem Brief seinen Musikgeschmack und erfragte nun den seines Sohnes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation von Sozialarbeiter*innen im Wohnheim für Suchtkranke und stellt das ethische Dilemma sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Allgemeine Definition des Suchtbegriffs: Erläutert Sucht als einen machtlosen Prozess und analysiert die verschiedenen Facetten von Abhängigkeit, Kontrollverlust und Konsummustern.
3. Geschichte der Sozialen Arbeit: Behandelt die historische Entwicklung der Sozialen Arbeit sowie spezifisch der Suchthilfe, von den Anfängen der Armenfürsorge bis hin zu modernen Strukturveränderungen.
4. Berufsethik: Befasst sich mit der theoretischen Definition von Ethik und führt eine detaillierte ethische Fallanalyse anhand des 6-Schritte-Modells nach Tödt durch.
5. Schlussfolgerung: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer stetigen ethischen Reflexion und Aufgeschlossenheit in der sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Suchthilfe, Wiedereingliederung, Berufsethik, Sucht, Fallbeispiel, Urteilsfindung, 6-Schritte-Modell, Tödt, Alkoholabhängigkeit, Ethik, Moral, Normen, Kommunikation, Suchtselbsthilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anforderungen und ethischen Spannungsfelder, denen Sozialarbeiter*innen in Wohnheimen für Suchtkranke bei der Unterstützung zur sozialen Wiedereingliederung täglich begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Sozialen Arbeit und Suchthilfe, die Definition von Sucht, Grundlagen der Berufsethik sowie die praktische ethische Fallarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, anhand eines konkreten Fallbeispiels aufzuzeigen, wie mittels ethischer Urteilsmodelle Entscheidungen reflektiert und fachlich begründet getroffen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das 6-Schritte-Modell nach H.-E. Tödt angewandt, um das ethische Dilemma im Fallbeispiel strukturiert zu analysieren und Handlungsalternativen zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sucht und Ethik sowie die detaillierte Darstellung und ethische Bearbeitung eines Fallbeispiels aus der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Suchthilfe, Berufsethik, 6-Schritte-Modell nach Tödt, Fallbeispiel sowie Wiedereingliederung.
Wie reagiert die Führungsperson in dem skizzierten Fallbeispiel?
Die Führungskraft zeigt sich desinteressiert bzw. abweisend gegenüber der professionellen Reflexion des Falls und unterbricht das Teamgespräch mit unprofessionellen Bemerkungen.
Warum ist das 6-Schritte-Modell nach Tödt für diese Arbeit so wertvoll?
Es bietet eine methodische Struktur, um emotionale und komplexe ethische Situationen aus verschiedenen Facetten zu betrachten und dabei Handlungsoptionen objektiv auf ihre Ethische Vertretbarkeit zu prüfen.
- Arbeit zitieren
- Svenja Lattermann (Autor:in), 2022, Der/die gute Sozialarbeiter/-in in der jüngeren Geschichte der Sozialen Arbeit im Bereich der Suchthilfe mit Bezug zur Wiedereingliederung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243991