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Die Aufarbeitungsprozesse der Militärdiktaturen in Argentinien und Chile

Ein Vergleich

Título: Die Aufarbeitungsprozesse der Militärdiktaturen in Argentinien und Chile

Trabajo Escrito , 2022 , 26 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Sophie-Marie Rebehn (Autor)

Política - Región: Centro y Sur América
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Diese Arbeit fokussiert sich auf die während der Militärdiktatur begangenen Menschenrechtsverletzungen und die daraus resultierenden Aufarbeitungsprozesse im Vergleich. Im Laufe dieser Arbeit wird physische Gewalt beschrieben. Gerade dieser elementare Teil der Militärdiktaturen macht es so wichtig, sich vergleichend mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

Wahrheit und Gerechtigkeit. Dies sind die Hauptforderungen von Opfern autoritärer Regime und deren Angehörigen. Sie wurden zum Slogan von Vergangenheitsaufarbeitungen der letzten Militärdiktaturen in Argentinien und Chile. Trotz der weiten Demokratisierungswellen vieler lateinamerikanischer Länder gilt die Vergangenheitsaufarbeitung Argentiniens nach dem Übergang zur Demokratie als exemplarisch für den Subkontinent. Aber auch ein Vorzeigeland wie Argentinien hatte einen mühsamen Aufarbeitungsweg zu durchkämpfen. Die Menschenrechte erhielten im Rahmen dessen auf nationaler und internationaler Bühne neue Relevanz. Dies macht Argentinien zu einem idealen Untersuchungsland für diese Arbeit. Um zu verstehen, weshalb die Aufarbeitung in Argentinien im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern mit ähnlicher Geschichte ein derart gutes Image pflegt, wird diese der des Nachbarlandes Chile gegenübergestellt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Länderbeispiel Argentinien

3.1. Die argentinische Militärdiktatur 1976-1983

3.2. Der argentinische Aufarbeitungsprozess

4. Länderbeispiel Chile

4.1. Die chilenische Militärdiktatur 1973-1990

4.2. Der chilenische Aufarbeitungsprozess

5. Die Aufarbeitungsprozesse im Vergleich

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht vergleichend die Aufarbeitungsprozesse der während der Militärdiktaturen (Argentinien 1976-2015, Chile 1973-2015) begangenen Menschenrechtsverletzungen, um zu beleuchten, weshalb sich die Erinnerungskulturen trotz historischer und kultureller Ähnlichkeiten unterschiedlich entwickelt haben.

  • Analyse der Militärdiktaturen in Argentinien und Chile
  • Vergleich der juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung von Menschenrechtsverbrechen
  • Untersuchung der Rolle staatlicher Institutionen und Menschenrechtsorganisationen
  • Evaluation von Übergangsprozessen, Wahrheitskommissionen und politischem Willen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die argentinische Militärdiktatur 1976-1983

Das Ziel der Militärs war es, durch Auslöschung, Repression und „Disziplinierung der Gesellschaft durch Terror“, subversive Handlungen zu vernichten. Kernelement dieser Strategien war das systematische „Verschwindenlassen“ von Personen. Die lief folgendermaßen ab: Die Einsatztruppen des Regimes, bestehend aus fünf bis sechs Personen, überfielen ihre Opfer an verschiedenen Orten, üblicherweise in der Nacht oder im Morgengrauen, und brachten sie mit Autos ohne Nummernschilder in geheime Haft- und Folterzentren.

In den Haft- und Folterzentren wurden die Entführten so lange der Folter ausgesetzt, bis diese Informationen zu weiteren Subversiven mitteilten. Wenn es für das Regime keine brauchbaren Informationen mehr gab, wurden die Opfer auf verschiedene Weisen umgebracht. Menschen wurden nach ihrer Ermordung entweder verbrannt oder in Massengräbern verscharrt. Es gab zudem auch das „Verschwindenlassen“ durch die „Todesflüge“. Dabei wurden Gefangenen Schlaftabletten verabreicht, bevor sie von einem Flugzeug aus ins Meer geworfen wurden, wo sie dann, aufgrund ihrer vorübergehenden Bewusstlosigkeit, ertranken. Auf diese Weise konnte sichergestellt werden, dass keine Leichen auffindbar waren.

Auch schwangere Gefangene fanden vor den Repressoren keinen Schutz. Die Frauen kamen auf geheime Entbindungsstationen, wo sie bis zum Entbindungszeitpunkt gefangen gehalten wurden und mit Handschellen ans Bett gefesselt und Binde vor den Augen, ihr Kind gebären mussten. Nach der Geburt wurde ihnen das Neugeborene weggenommen damit sie im Anschluss erschossen werden konnten. Die Babys wurden an Familien aus dem Repressionskreis, die sich auf Wartelisten eintragen ließen, weitergegeben und unter falscher Identität aufgezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Relevanz der Vergangenheitsaufarbeitung in Lateinamerika und definiert den Vergleichsrahmen zwischen Argentinien und Chile.

2. Begriffsbestimmung: Definiert zentrale Begriffe wie Systemwechsel, Transition und Transitional Justice im Kontext der Arbeit.

3. Länderbeispiel Argentinien: Analysiert den Ablauf der argentinischen Militärdiktatur und die anschließende, sehr dynamische gesellschaftliche und juristische Aufarbeitung.

3.1. Die argentinische Militärdiktatur 1976-1983: Beschreibt die repressiven Strategien, das systematische „Verschwindenlassen“ und die Strukturen des argentinischen Regimes.

3.2. Der argentinische Aufarbeitungsprozess: Dokumentiert die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen, Wahrheitskommissionen und die juristische Aufarbeitung seit 1983.

4. Länderbeispiel Chile: Untersucht die chilenische Militärdiktatur und die vergleichsweise stärker kontrollierte, zögerliche Aufarbeitung unter Pinochets Erbe.

4.1. Die chilenische Militärdiktatur 1973-1990: Analysiert den Ursprung der DINA, die Folterzentren und die strategische Absicherung des Militärs zum Ende der Ära.

4.2. Der chilenische Aufarbeitungsprozess: Beschreibt die Rolle der Rettig- und Valech-Kommissionen sowie die langwierigen politischen Bemühungen zur juristischen Ahndung.

5. Die Aufarbeitungsprozesse im Vergleich: Stellt die unterschiedlichen Entwicklungswege gegenüber, insbesondere hinsichtlich des politischen Willens und der Einbindung der Gesellschaft.

6. Fazit: Reflektiert über die Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass trotz unterschiedlicher Intensität beide Länder grundlegende Prozesse der Erinnerung vollzogen haben.

Schlüsselwörter

Argentinien, Chile, Militärdiktatur, Aufarbeitungsprozess, Menschenrechte, Transitional Justice, Verschwindenlassen, DINA, CONADEP, Rettig-Kommission, Erinnerungskultur, Straflosigkeit, Demokratisierung, Repression, Wahrheitsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die Prozesse der Vergangenheitsaufarbeitung bezüglich massiver Menschenrechtsverletzungen in Argentinien und Chile nach dem Ende der jeweiligen Militärdiktaturen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Methoden der staatlichen Unterdrückung während der Diktatur, die Rolle internationaler Netzwerke wie der Operation Condor sowie die anschließenden juristischen und symbolischen Aufarbeitungsschritte in den jungen Demokratien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Unterschiede in den Aufarbeitungsprozessen zu erklären, obwohl beide Länder politisch, geografisch und kulturell viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird eine vergleichende Analyse (komparative Methode) durchgeführt, die historische Abläufe der Diktaturen und deren post-autoritären Umgang mit der Vergangenheit systematisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und Analyse der Diktaturen und Aufarbeitungsschritte in Argentinien und Chile, gefolgt von einem direkten Vergleich dieser Prozesse.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Transitional Justice (Übergangsjustiz), Wahrheitskommissionen, "Verschwindenlassen", institutionelle Aufarbeitung sowie die Rolle der Zivilgesellschaft.

Wie unterschied sich die Aufarbeitung in Chile von derjenigen in Argentinien?

In Argentinien gab es einen stärkeren Aufarbeitungswillen durch die Politik und eine engere Kooperation mit Menschenrechtsorganisationen, während in Chile das Militär durch strategisch verankerte „Fesselgesetze“ und eine stabilere Machtbasis die juristische Aufarbeitung über Jahrzehnte massiv erschwerte.

Welche Rolle spielten die Wahrheitskommissionen in beiden Ländern?

Die argentinische CONADEP lieferte eine fundierte Grundlage für Strafverfahren, während die chilenischen Kommissionen zwar zur symbolischen Anerkennung beitrugen, für die juristische Verfolgung anfangs jedoch deutlich weniger wirksam waren.

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Detalles

Título
Die Aufarbeitungsprozesse der Militärdiktaturen in Argentinien und Chile
Subtítulo
Ein Vergleich
Universidad
University of Rostock
Curso
Politische Systeme in Lateinamerika
Calificación
1,7
Autor
Sophie-Marie Rebehn (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
26
No. de catálogo
V1244514
ISBN (PDF)
9783346669704
ISBN (Libro)
9783346669711
Idioma
Alemán
Etiqueta
aufarbeitungsprozesse militärdiktaturen argentinien chile vergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sophie-Marie Rebehn (Autor), 2022, Die Aufarbeitungsprozesse der Militärdiktaturen in Argentinien und Chile, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244514
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