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Der Einfluss der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Finanzierungsanteilen auf Investitionsentscheidungen nach dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008

Title: Der Einfluss der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Finanzierungsanteilen auf Investitionsentscheidungen nach dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008

Scientific Essay , 2008 , 18 Pages

Autor:in: Georg Kungl (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Am 14.3.2007 wurde vom Bundeskabinett der Entwurf zu einer Unternehmensteuerreform 2008 beschlossen. Der Bundestag hat das Gesetz am 25.5.2007 verabschiedet. Am 6.7.2007 erfolgt die Zustimmung durch den Bundesrat, womit das Gesetz Gültigkeit erlangt hat. Die Novellierungen betreffen neben dem Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz und anderen Gesetzen auch das Gewerbesteuergesetz. Der Gesetzgeber verfolgt mit der Reform mehrere Zielsetzungen, u.a.:
· Die Steigerung der Attraktivität des Standortes Deutschland für Direktinvestitionen bei gleichzeitiger Bekämpfung von Steuergestaltungen
· Belastungsneutralität für die unterschiedlichen Rechtsformen (Personen- und Kapitalgesellschaften)
· Stabilisierung der Gemeindesteuern
· Erhöhung der Transparenz der Besteuerung
Ein explizites Ziel der Reform besteht also darin, das Investitionsverhalten von Wirtschaftssubjekten (dies gilt sowohl für inländische wie auch ausländische) positiv zu beeinflussen, d.h. die Investitionstätigkeit zu fördern. Dies soll erreicht werden, indem die effektive Steuerbelastung für Unternehmen gesenkt wird. Tatsächlich führt das Gesetz insgesamt voraussichtlich zu einer spürbaren Entlastung für Unternehmen. Im Einzelnen sind die Auswirkungen der Reform jedoch sehr ungleich verteilt und in einigen Bereichen kommt es zu deutlichen Mehrbelastungen. Dies betrifft insbesondere auch die Novellierung der Gewerbesteuer. Statt wie bisher einer 50%igen Hinzurechnung von Dauerschuldentgelten (im Wesentlichen Dauerschuldzinsen) zur Bemessungsgrundlage müssen nunmehr 25% sämtlicher Fremdkapitalzinsen hinzugerechnet werden. Neu ist auch die 25%ige Hinzurechnung des fiktiven Finanzierungsanteils von Miet-, Pacht- und Leasingzahlungen zur Gewerbesteuerbemessungsgrundlage.
Die genannten Neuregelungen bringen vor allem für Unternehmen Mehrbelastungen mit sich, die Investitionen zu einem erheblichen Teil nicht mit Krediten finanzieren, sondern Miet-, Pacht- oder Leasingverträge nutzen. Im Folgenden soll daher untersucht werden, inwieweit die Neuregelungen das Investitionsverhalten von Unternehmen beeinflussen, wobei insbesondere auf die Alternativen (fremdfinanzierter) Kauf einerseits und Miete/Pacht/Leasing andererseits eingegangen werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einfluss der Neuregelungen auf das Investitionsverhalten von Unternehmen

2.1 Übersicht über die Neuregelungen

2.1.1 Entgelte für die Nutzung von Fremdkapital

2.1.2 Finanzierungsanteile an Nutzungsentgelten für Wirtschaftsgüter

2.2 Mögliche Auswirkungen auf die Entscheidungsalternativen Kauf oder Leasing/Miete/Pacht

2.2.1 Mögliche Auswirkungen auf die Entscheidungsalternative Kauf oder Leasing

2.2.2 Mögliche Auswirkungen auf die Entscheidungsalternative Kauf oder Miete/Pacht

2.3 Mögliche Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Investitionsquote

2.4 Mögliche Auswirkungen in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße, -struktur und Rechtsform

2.5 Mögliche Auswirkungen auf Standortentscheidungen

2.5.1 Inland

2.5.2 Verhältnis zum Ausland

3 Kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008, insbesondere der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Finanzierungsanteilen, auf die Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit die steuerliche Neuregelung das Investitionsverhalten beeinflusst und ob sie zu einer Substitution von Leasing oder Miete/Pacht hin zum fremdfinanzierten Kauf führt.

  • Gewerbesteuerliche Neuregelungen und Hinzurechnungsmechanismen
  • Vergleich von Finanzierungsalternativen (Kauf vs. Leasing/Miete/Pacht)
  • Einfluss auf das Investitionsverhalten und die Investitionsquote
  • Differenzierung nach Unternehmensgröße, Struktur und Rechtsform
  • Standortentscheidungen unter Berücksichtigung der Steuerbelastung

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Mögliche Auswirkungen auf die Entscheidungsalternative Kauf oder Leasing

Die klassische Methode der Fremdfinanzierung von Investitionen ist die Finanzierung durch eine Kreditaufnahme bei Banken. Nach § 8 Nr.1 GewStG a.F. handelte es sich bei den hierfür zu zahlenden Entgelten um Dauerschuldzinsen, d.h. es waren 50% der Entgelte zur Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer wieder hinzurechnen. Nach der Novellierung sind die Entgelte für Bankdarlehen nur noch mit 25% hinzurechnen. Damit wird für Unternehmen die Finanzierung von Investitionen über Bankdarlehen im Vergleich zu den alten Regelungen ceteris paribus vorteilhafter. Insoweit ist eher damit zu rechnen, dass die Investitionstätigkeit von Unternehmen zunimmt. Dies gilt für den Standort Deutschland umso mehr, als hiesige Unternehmen sich etwa im Vergleich zu angelsächsischen Unternehmen in einem höheren Maße über Fremdkapital finanzieren. Die Tatsache, dass nach der Novellierung auch ein Teil der Zinsen für kurzfristige Verbindlichkeiten hinzuzurechnen ist, dürfte auf die Finanzierung von Investitionsgütern keinen wesentlichen Einfluss haben, da Investitionen gemäß dem Prinzip der Fristenkongruenz in aller Regel mit längerfristigen Krediten finanziert werden.

Eine wichtige Alternative zum fremdfinanzierten Kauf ist das Leasing von Wirtschaftsgütern. Das Leasing besitzt in Deutschland – wie auch allen anderen entwickelten Industrieländern – einen großen gesamtwirtschaftlichen Stellenwert. Im Jahr 2007 betrug die Leasing-Quote, d.h. der Anteil der gesamten Leasing-Investitionen an den Gesamtinvestitionen in Anlagengüter in Deutschland etwa 18% (ohne Wohnungsbau). Dies entspricht einem Volumen von 57,4 Mrd. Euro.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzungen der Unternehmensteuerreform 2008 und skizziert die Problematik der neuen Hinzurechnungsvorschriften bei der Gewerbesteuer.

2 Einfluss der Neuregelungen auf das Investitionsverhalten von Unternehmen: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie die steuerlichen Neuregelungen die verschiedenen Finanzierungsformen wie Bankdarlehen, Leasing sowie Miete und Pacht beeinflussen.

2.1 Übersicht über die Neuregelungen: Hier werden die gesetzlichen Anpassungen bezüglich der Fremdkapitalzinsen und der fiktiven Finanzierungsanteile bei Nutzungsentgelten erläutert.

2.1.1 Entgelte für die Nutzung von Fremdkapital: Das Kapitel beschreibt den Übergang von der 50%igen Hinzurechnung von Dauerschuldentgelten zu einer 25%igen Hinzurechnung aller Fremdkapitalzinsen.

2.1.2 Finanzierungsanteile an Nutzungsentgelten für Wirtschaftsgüter: Dieses Unterkapitel definiert die pauschalierten Finanzierungsanteile für Miete, Pacht und Leasing je nach Art der Wirtschaftsgüter.

2.2 Mögliche Auswirkungen auf die Entscheidungsalternativen Kauf oder Leasing/Miete/Pacht: Es wird untersucht, wie die Steuerreform die Wahl zwischen einem klassischen Kauf und anderen Nutzungsformen beeinflusst.

2.2.1 Mögliche Auswirkungen auf die Entscheidungsalternative Kauf oder Leasing: Hier wird diskutiert, warum Kreditfinanzierungen durch die Reform begünstigt werden, während Leasing steuerlich an Attraktivität verliert.

2.2.2 Mögliche Auswirkungen auf die Entscheidungsalternative Kauf oder Miete/Pacht: Dieses Kapitel beleuchtet die steuerlichen Nachteile bei Miete und Pacht, insbesondere bei Immobilien, und deren Auswirkungen auf die Immobilienpolitik der Unternehmen.

2.3 Mögliche Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Investitionsquote: Hier wird die Frage erörtert, ob die Besserstellung des Kaufs die Schlechterstellung von Leasing/Miete kompensieren kann, unter Einbeziehung der Kreditvergabepolitik.

2.4 Mögliche Auswirkungen in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße, -struktur und Rechtsform: Das Kapitel analysiert, wie sich Freibeträge und Konzernstrukturen sowie die Rechtsform auf die steuerliche Belastung auswirken.

2.5 Mögliche Auswirkungen auf Standortentscheidungen: Hier wird analysiert, wie die Gewerbesteuer als Standortfaktor wirkt und ob dies zu Verlagerungen oder Steuerdumping führen könnte.

2.5.1 Inland: Untersuchung der Auswirkungen auf die interkommunale Wettbewerbsfähigkeit und Standortentscheidungen innerhalb Deutschlands.

2.5.2 Verhältnis zum Ausland: Analyse der Wettbewerbsnachteile des Standortes Deutschland durch das spezifische deutsche Gewerbesteuerphänomen.

3 Kritische Würdigung: Abschließend wird die Gesamtsituation bewertet, wobei die Diskrepanz zwischen politischem Ziel und der Belastung für den Mittelstand sowie die Kritik der Wirtschaft hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Gewerbesteuer, Unternehmensteuerreform 2008, Hinzurechnung, Fremdkapital, Finanzierungsanteil, Leasing, Miete, Pacht, Investitionsentscheidung, Standortattraktivität, KMU, Bilanzoptimierung, Steuerbelastung, Investitionsquote, Gewerbesteuergesetz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich das Unternehmensteuerreformgesetz 2008, speziell durch neue Hinzurechnungsvorschriften bei der Gewerbesteuer, auf die Investitionsentscheidungen von Unternehmen auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Fremdkapitalzinsen und fiktiven Finanzierungsanteilen bei Miete, Pacht und Leasing sowie deren Einfluss auf die Unternehmensfinanzierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob die Reform Anreize schafft, Investitionen bevorzugt durch Kredite zu finanzieren, statt Leasing oder Mietverträge zu nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten juristischen und betriebswirtschaftlichen Analyse der gesetzlichen Neuregelungen sowie der Auswertung bestehender Studien zu den Auswirkungen auf deutsche Unternehmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Neuregelungen im Detail erläutert, die Auswirkungen auf verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten verglichen und die Folgen für Standortentscheidungen sowie Investitionsquoten diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gewerbesteuer, Hinzurechnung, Unternehmensteuerreform, Leasing, Fremdfinanzierung, Investitionsentscheidungen und Mittelstand.

Warum stellt die Reform besonders für Leasing eine Verschlechterung dar?

Durch die Einführung einer pauschalen Hinzurechnung von Finanzierungsanteilen bei Leasingraten wird die steuerliche Bemessungsgrundlage erhöht, was Leasing gegenüber einem rein kreditfinanzierten Kauf steuerlich benachteiligt.

Welche Rolle spielt der Mittelstand (KMU) bei den Auswirkungen?

Der Mittelstand ist besonders betroffen, da er häufig stärker auf alternative Finanzierungsformen angewiesen ist und den Zugang zum klassischen Kreditmarkt oft restriktiver erlebt als Großunternehmen.

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Details

Title
Der Einfluss der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Finanzierungsanteilen auf Investitionsentscheidungen nach dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008
Author
Georg Kungl (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V124467
ISBN (eBook)
9783640297160
ISBN (Book)
9783640302611
Language
German
Tags
Einfluss Hinzurechnung Finanzierungsanteilen Investitionsentscheidungen Unternehmensteuerreformgesetz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Georg Kungl (Author), 2008, Der Einfluss der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Finanzierungsanteilen auf Investitionsentscheidungen nach dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124467
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