Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde ein Konzept zur Einführung von Risikomanagementsystemen (RMS) in mittelständischen Unternehmen der Investitionsgüterindustrie entwickelt.
In Kapitel 1 wird die Risikosituation der mittelständischen Unternehmen in einer einführenden Betrachtung kurz dargestellt und auf das Risikomanagement als integrativen Ansatz verwiesen.
Kapitel 2 erläutert dann die Ziele und den Nutzen eines RMS für die mittelständischen Unternehmen.
Die Grundlagen (Begriffe, Aufgaben und Ziele) zur Einführung eines RMS werden in Kapitel 3 erläutert. Das Einführungskonzept wird in Kapitel 4 ausführlich beschrieben. In der abschließenden Empfehlung wird die Relevanz von RMS für eine gute, verantwortungsvolle Unternehmensführung noch einmal herausgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG IN DEN THEMENBEREICH „RISIKOMANAGEMENT IN MITTELSTÄNDISCHEN UNTERNEHMEN“
1.1. DAS MITTELSTÄNDISCHE UNTERNEHMEN ALS STÜRMISCHE SEE
1.2. VIELFÄLTIGE RISIKEN IN UNTERSCHIEDLICHSTEN UNTERNEHMENSBEREICHEN
1.3. „RISIKEN“ IN DER PRAXIS
1.4. RISIKOMANAGEMENT (RM) ALS INTEGRATIVER ANSATZ
2. ZIELE DES RISIKOMANAGEMENTS IN MITTELSTÄNDISCHEN UNTERNEHMEN
2.1. ALLGEMEINE BETRIEBSRISIKEN REDUZIEREN
2.2. GESETZLICHE ANFORDERUNGEN ERFÜLLEN / HAFTUNGSRISIKEN VERMEIDEN
2.2.1. Risikomanagement
2.2.2. Sonstige Aufgabenbereiche
2.3. KREDIT- UND VERSICHERUNGSKOSTEN MINIMIEREN
2.3.1. Positives Rating – günstigere Kredite
2.3.2. Weniger Risiken – niedrigere Versicherungsprämien
3. GRUNDLAGEN ZUR EINFÜHRUNG EINES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS
3.1. DER RISIKOBEGRIFF
3.2. AUFGABEN UND ZIELE DES RISIKOMANAGEMENTS
3.3. DIE WESENTLICHEN SCHRITTE EINES RISIKOMANAGEMENTS
4. KONZEPT ZUR IMPLEMENTIERUNG VON RISIKOMANAGEMENTSYSTEMEN (RMS) IN DIE BETRIEBLICHE PRAXIS MITTELSTÄNDISCHER UNTERNEHMEN FÜR BERATENDE DIENSTLEISTER
4.1. PROJEKTORGANISATION
4.1.1. Projektplanung und Projektphasen
4.1.2. Projektteam
4.1.3. Projektbeteiligte und Einbindung aller sonstigen Mitarbeiter
4.1.4. Entscheidungsträger
4.1.5. Projektdokumentation
4.2. UNTERNEHMENSBEZOGENE AUSGANGSLAGE DES RISIKOMANAGEMENTS
4.2.1. Unternehmensvision
4.2.2. Unternehmenskultur und –philosophie
4.2.3. Risikostrategie - Risikopolitik - Risikokultur
4.2.4. Unternehmensziele und Risikoberücksichtigung
4.2.5. Einbindung des Risikomanagements in das betriebliche Management
4.3. RISIKOANALYSE IN DEN UNTERNEHMENSBEREICHEN
4.3.1. Risikoidentifikation
4.3.1.1. Anforderungen an die Risikoidentifikation
4.3.1.2. Vorhandene Risikofelder
4.3.1.3. Mögliche Vorgehensweise zur Risikoidentifikation
4.3.1.4. Praxisrelevante Instrumente zur Risikoidentifikation
4.3.1.5. Aufbau eines strategischen Radars: Frühwarnsysteme, Früherkennungssysteme und Frühaufklärungssysteme
4.3.2. Bewertung der relevanten Risiken
4.3.3. Die Bestimmung des Gesamtrisikos – die Risikoaggregation
4.4. RISIKOSTEUERUNGSMAßNAHMEN (BETRIEBLICHES SCHUTZKONZEPT)
4.4.1. Risikovermeidung
4.4.2. Risikoverminderung
4.4.3. Risikodiversifikation
4.4.4. Risikoverlagerung (-abwälzung)
4.4.5. Risikoselbstbehalt
4.4.6. Krisen-, Notfall- und Kontinuitätsmanagement
4.5. RISIKOHANDHABUNG/ERMITTLUNG DES RESTRISIKOS
4.6. ORGANISATORISCHE ZUORDNUNG / STRUKTUR DES RISIKOMANAGEMENTS
4.6.1. Ausgestaltung des Risikomanagements (Aufbau / Ablauf)
4.6.2. Aufgaben der Risikoträger
4.6.3. Risikocontrolling
4.6.4. Risikoberichtswesen
4.6.5. Risikohandbuch
4.6.6. Unterstützende EDV-Systeme
4.7. EINFÜHRUNG DES RISIKOMANAGEMENTS IM GESAMTEN UNTERNEHMEN
4.8. REGELMÄßIGE ÜBERPRÜFUNG UND ANPASSUNG
4.8.1. Regelmäßige Prüfung des betrieblichen Schutzkonzeptes auf Aktualität
4.8.2. Regelmäßige Prüfung des Risikomanagementprozesses hinsichtlich seiner Effizienz und Funktionsfähigkeit
5. ZUSAMMENFASSENDE EMPFEHLUNG
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines praxisorientierten Konzepts zur Einführung von Risikomanagementsystemen in mittelständischen Unternehmen der Investitionsgüterindustrie, um durch eine systematische Risikoidentifikation und -steuerung die Existenzsicherung und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Forschungsarbeit bietet beratenden Dienstleistern eine unternehmensunabhängige Handlungsanleitung, um betriebliche Risiken effizient zu identifizieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen.
- Methodische Handlungsanleitung für die Implementierung von Risikomanagementsystemen (RMS)
- Strukturierung der Projektorganisation und Prozessphasen im Risikomanagement
- Techniken zur Risikoidentifikation und -analyse in verschiedenen Unternehmensbereichen
- Bedeutung der Risikokultur und Einbindung in das strategische Management
- Verknüpfung von Risikomanagement mit Compliance und betrieblichen Kennzahlensystemen
Auszug aus dem Buch
1.1. Das mittelständische Unternehmen als stürmische See
„Sicher, auch in stürmischer See“. Unter diesem Motto werden in der vorliegenden Arbeit die Risiken in mittelständischen Unternehmen betrachtet und ein Konzept für die Einführung eines Risikomanagementsystems erarbeitet. Wie die Menschen auf Segelschiffen den Naturgewalten und der Unberechenbarkeit des Wassers ausgesetzt sind, als Spielball des Windes und der Wellen, so sind auch die Unternehmungen vielfältigen, unvorhersehbaren Einflüssen durch interne und externe Risiken ausgesetzt. So wie beim Segeln die meteorologischen Elemente zahlreiche Risiken (Kentern, Mastbruch etc.) beinhalten, so dienen sie andererseits aber auch als wichtigster Antrieb. Auch im Unternehmen werden im Rahmen der Geschäftstätigkeit vielfältige Risiken (Produkthaftung, Investitionen etc.) eingegangen, ohne die jedoch gewinnbringende Unternehmungen kaum möglich sind.
Gewinne über einen längeren Zeitraum zu erwirtschaften ist ohne Risiko unmöglich. Somit bedeuten Risiken nicht nur Gefahr, sondern sind vielmehr eine notwendige Voraussetzung für den unternehmerischen Erfolg. Durch einen bewussten, kontrollierten Umgang mit Risiken (Risikomanagement) eröffnet sich jedem Unternehmen die Chance, die eigene Existenz zu erhalten, langfristig zu sichern und Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu erarbeiten.
Neben dem wettbewerblichen Eigeninteresse wird auch vom Gesetzgeber ein Risikoüberwachungssystem gefordert.
Nach § 91 Abs. 2 Aktiengesetz (AktG) hat der Vorstand geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende oder die Vermögens-, Ertrags- oder Finanzlage wesentlich beeinträchtigende Entwicklungen früh erkannt werden (Risikofrüherkennung).
Wie in der Begründung zum Regierungsentwurf zu § 91 AktG weiter ausgeführt wird, ist davon auszugehen, dass diese aktienrechtliche Regelung auch für den Pflichtenrahmen der Geschäftsführer von Gesellschaften mit einer anderen Rechtsform (insbesondere GmbH), je nach Größe und Komplexität der Unternehmensstruktur, eine Ausstrahlungswirkung hat (2). Somit ist auch bei mittelständischen Unternehmen mit einer persönlichen Haftung durch die Geschäftsführer zu rechnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG IN DEN THEMENBEREICH „RISIKOMANAGEMENT IN MITTELSTÄNDISCHEN UNTERNEHMEN“: Einleitung in die Relevanz von Risikomanagement für den Mittelstand und Erläuterung der gesetzlichen Anforderungen wie des KonTraG.
2. ZIELE DES RISIKOMANAGEMENTS IN MITTELSTÄNDISCHEN UNTERNEHMEN: Detaillierte Darstellung der betriebswirtschaftlichen Vorteile durch Risikoreduzierung, Kostenminimierung und die Erfüllung rechtlicher Pflichten.
3. GRUNDLAGEN ZUR EINFÜHRUNG EINES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS: Definition des Risikobegriffs sowie Erläuterung der Kernaufgaben und des kontinuierlichen Prozesses zur Risikosteuerung.
4. KONZEPT ZUR IMPLEMENTIERUNG VON RISIKOMANAGEMENTSYSTEMEN (RMS) IN DIE BETRIEBLICHE PRAXIS MITTELSTÄNDISCHER UNTERNEHMEN FÜR BERATENDE DIENSTLEISTER: Praktischer Leitfaden zur Projektorganisation, Risikoanalyse, Bewertung und organisatorischen Verankerung des Risikomanagements.
5. ZUSAMMENFASSENDE EMPFEHLUNG: Abschließende Betrachtung der Funktionsweise des Risikomanagements als integraler Bestandteil einer verantwortungsvollen Unternehmensführung.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Mittelstand, Investitionsgüterindustrie, KonTraG, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikoaggregation, Risikokultur, Prozessorganisation, Frühwarnsystem, Risikohandbuch, Projektmanagement, Compliance, Haftungsvermeidung, Geschäftsprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Implementierung von Risikomanagementsystemen, die speziell auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen der Investitionsgüterindustrie zugeschnitten sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Identifikation und Bewertung betrieblicher Risiken, die organisatorische Einbettung eines Risikomanagement-Prozesses, die Nutzung von Frühwarnsystemen sowie die Dokumentation durch Risikohandbücher.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erstellung einer praktischen Handlungsanleitung für beratende Dienstleister, um in mittelständischen Betrieben eine systematische Risikotransparenz zu schaffen, die sowohl gesetzliche Anforderungen erfüllt als auch den Unternehmenserfolg nachhaltig sichert.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse betriebswirtschaftlicher Standards, die Anwendung von Risikomanagement-Methoden wie FMEA, FTA und Szenario-Technik sowie die prozessorientierte Strukturierung der Risikohandhabung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Projektplanung, die Analyse unternehmensbezogener Ausgangslagen, die Identifikation von Risikofeldern entlang der Wertschöpfungskette und die Ausgestaltung organisatorischer Strukturen zur Risikosteuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Risikomanagement, KonTraG, Risikoidentifikation, Risikokultur, Frühwarnsystem und Risikohandbuch.
Warum ist das Risikomanagement gerade für den Mittelstand besonders kritisch?
Mittelständische Unternehmen verfügen oft über begrenzte Ressourcen zur Risikobegrenzung und sind häufig stärker von einzelnen Großkunden oder spezifischen Lieferanten abhängig, was existenzielle Gefahren durch unvorhergesehene Ereignisse erhöht.
Wie unterscheidet sich diese Arbeit von einer rein finanziellen Risikoanalyse?
Während sich rein finanzielle Analysen auf Kennzahlen konzentrieren, legt diese Arbeit den Schwerpunkt auf ein technisch, betriebsbezogenes Risikomanagement, das Prozesse, IT-Sicherheit, Arbeitsschutz und Umweltschutz mit einbezieht.
Welche Rolle spielt die Geschäftsleitung bei der Implementierung?
Die Geschäftsleitung trägt die Gesamtverantwortung; ihr Bekenntnis zum Risikomanagement ist essenziell, um eine unternehmensweite Risikokultur zu etablieren und die notwendigen Ressourcen bereitzustellen.
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- M.Sc., Dipl.-Ing. (FH) Vitus Gail (Author), 2009, Die Entwicklung eines Konzeptes zur Einführung von Risikomanagementsystemen in mittelständischen Unternehmen der Investitionsgüterindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124482