Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich mit der Problematik der Humanvermögensrechnung als Instrument des Personal-Controllings zur zielgerichteten Unterstützung des Personalmanagements. Es werden einerseits die Anwendungsmöglichkeiten dieses Instruments im Personal-Controlling dargestellt, andererseits der Frage theoretisch nachgegangen, inwieweit der Wert des betrieblichen Humanvermögens im Rahmen der verschiedenen Ansätze der Humanvermögensrechnung ermittelt werden kann. Darauf aufbauend werden die messtheoretischen Probleme der Bewertungsansätze aufgezeigt, sowie die Grenzen der Bewertung des menschlichen Faktors eingehend diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Humanvermögensrechnung
2.1. Begriff und Bedeutung
2.2. Anwendungsmöglichkeiten im Personal-Controlling
3. Bewertungsansätze der Humanvermögensrechnung
3.1. Klassifizierung der Ansätze
3.2. Human Cost Accounting – kostenorientierte Ansätze
3.2.1. Wiederbeschaffungskostenmethode
3.2.2. Methode der zukünftigen Entgeltzahlungen
3.3. Human Value Accounting – leistungsorientierte Ansätze
3.3.1. Firmenwertmethode
3.3.2. Methode der zukünftigen Leistungsbeiträge
3.4. Human Resource Portfolio – leistungs- und potenzialorientierter Ansatz
4. Probleme und Grenzen der Ansätze der Humanvermögensrechnung
4.1. Human Cost Accounting
4.2. Human Value Accounting
4.3. Human Resource Portfolio
4.4. Der Mensch als Bewertungsobjekt
5. Abschließende Bemerkungen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Humanvermögensrechnung als Instrument des Personal-Controllings, um die Möglichkeiten und Grenzen der monetären sowie nichtmonetären Bewertung von Mitarbeitern als betriebliche Ressource zu analysieren.
- Klassifizierung monetärer und nichtmonetärer Bewertungsverfahren
- Analyse kostenorientierter Ansätze (Human Cost Accounting)
- Untersuchung leistungsorientierter Bewertungsmodelle (Human Value Accounting)
- Bewertung des Human Resource Portfolio-Ansatzes
- Diskussion der methodischen Probleme und ethischen Grenzen der Humankapitalbewertung
Auszug aus dem Buch
3.4. Human Resource Portfolio – leistungs- und potenzialorientierter Ansatz
Das Human Resource Portfolio wurde von G. S. Odiorne als Unterstützungsfunktion des Personal-Controllings bzw. des Personalmanagements zur Erfassung und Steuerung des menschlichen Humanvermögens entwickelt. Im Gegensatz zu den bisher dargestellten Verfahren der Humanvermögensrechnung, basiert das Human Resource Portfolio nicht auf monetären, sondern auf nichtmonetären Größen, die maßgeblich durch die Beurteilung von Mitarbeitern gewonnen werden. Die Mitarbeiterbeurteilung bildet im Rahmen des Portfolio-Ansatzes eine innerbetriebliche und systematische Urteilsbildung über die Mitglieder des Unternehmens hinsichtlich ihrer Potenziale und Leistungen. Dabei stellen die Potenzial- und Leistungsanalyse zwei unterschiedliche Beurteilungsdimensionen dar, dadurch dass bei der Leistungsanalyse eine vergangenheitsorientierte Bewertung der Leistungen anhand vorher bekannter Kriterien und bei der Potenzialanalyse die zukunftsorientierte Bewertung des Humanpotentials vorgenommen werden.
Durch die Mitarbeiterbeurteilungen werden die Leistungen und Potenziale jener festgestellt, woraufhin diese in einer zweidimensionalen Grundkonzeption im Sinne der Marktanteils-Marktwachstums-Matrix der Boston Consulting Group (BCG) eingetragen werden. Durch die Übertragung des BCG-Portfolios aus dem produktorientierten in den personalorientierten Bereich, müssen dementsprechend die Achsenbeschriftungen umgewandelt werden. Auf der horizontalen Achse wird das Potenzial und auf der vertikalen Achse die tatsächliche Leistung eines Mitarbeiters abgebildet, wobei durch die Mitarbeiterbeurteilung die menschlichen Ressourcen nun an der jeweiligen Achse hoch bzw. niedrig eingestuft werden können. Durch die Einstufung entstehen in dem Portfolio somit vier Dimensionen, die vereinfacht als Arbeitstiere, Stars, Problemfälle und Leistungsschwache bezeichnet werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel zu immateriellen Vermögenswerten und die Notwendigkeit sowie Problematik, Humanvermögen als wertbestimmende Ressource zu bewerten.
2. Grundlagen der Humanvermögensrechnung: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Humanvermögens und erläutert dessen Bedeutung sowie Anwendungsmöglichkeiten im Personal-Controlling.
3. Bewertungsansätze der Humanvermögensrechnung: Hier erfolgt eine Klassifizierung und detaillierte Darstellung monetärer (kosten- und leistungsorientierter) sowie nichtmonetärer Bewertungsverfahren.
4. Probleme und Grenzen der Ansätze der Humanvermögensrechnung: Eine kritische Analyse der vorgestellten Verfahren hinsichtlich methodischer Schwächen, Informationsbeschaffung und ethischer Aspekte bei der Bewertung des Menschen.
5. Abschließende Bemerkungen und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass bisher kein Verfahren einen zufriedenstellenden Beitrag zur Unternehmenspraxis liefert und fordert eine Abkehr von rein monetären Betrachtungen.
Schlüsselwörter
Humanvermögensrechnung, Personal-Controlling, Human Cost Accounting, Human Value Accounting, Humankapital, Firmenwertmethode, Leistungsbeiträge, Potenzialanalyse, Mitarbeiterbeurteilung, Betriebliches Personalmanagement, Wiederbeschaffungskosten, Humankapitalerhaltung, Personalentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die wissenschaftlichen Ansätze zur monetären und qualitativen Bewertung von Humankapital in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind das Personal-Controlling, die betriebliche Erfolgsrechnung im Kontext von Mitarbeitern sowie die verschiedenen theoretischen Bewertungsmodelle für Humanvermögen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie (und ob) der Wert von Mitarbeitern durch verschiedene Modelle ermittelt werden kann und welche Probleme sich dabei ergeben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor verwendet eine Literaturanalyse zur Untersuchung bestehender Bewertungskonzepte (wie Human Cost Accounting und Human Value Accounting) und unterzieht diese einer kritischen methodischen Bewertung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der methodischen Ansätze, deren Klassifizierung und die detaillierte Diskussion ihrer praktischen Anwendungsgrenzen und logischen Fehler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Humanvermögensrechnung, Personal-Controlling, Humankapital, Human Resource Portfolio und Bewertungsproblematik.
Warum lehnt der Autor die monetären Verfahren ab?
Der Autor argumentiert, dass diese Verfahren an Informationsbeschaffungsproblemen scheitern, keine logische Stringenz aufweisen und den Menschen unzulässig auf Sachwerte reduzieren.
Welchen Stellenwert räumt der Autor dem Human Resource Portfolio ein?
Er sieht es als einen ersten Schritt in Richtung qualitativer Bewertung, kritisiert aber dennoch die Stigmatisierungspotenziale und die Anfälligkeit für Beurteilungsfehler.
Warum wird die Bewertung des Menschen als „menschenverachtend“ diskutiert?
Da die Konzepte dazu tendieren, den Menschen wie eine Maschine abzuschreiben (planmäßige Abschreibung des Humankapitals), was die Menschenwürde und soziale Dimensionen ignoriert.
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- Dipl. Betriebswirt (Univ.) Thomas Martin Fojcik (Author), 2006, Humanvermögensrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124491