Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Sociología - Medicina y salud

Biomedizin in der (Corona-) Krise. Warum Menschen auf Komplementäre und Alternative Medizin vertrauen

Título: Biomedizin in der (Corona-) Krise. Warum Menschen auf Komplementäre und Alternative Medizin vertrauen

Trabajo Escrito , 2022 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Sociología - Medicina y salud
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Die Covid-19-Pandemie bestimmt nun seit fast zwei Jahren den Alltag der Menschen. Nach anfänglicher Erwartung einer raschen Rückkehr in die Normalität sind Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und weitere Hygieneregeln zur Gewohnheit geworden. Hoffnungsträgerin ist weiterhin die Impfung. Im neuen Jahr liegt die Impfquote in Deutschland allerdings noch bei knapp unter 75 %. Ein Zustand, an dem laut BR24-Journalist Dominic Possoch die Esoterik mit Schuld haben könnte. Bei beispielsweise Homöopathie und Anthroposophie handele es sich um alternative Heilverfahren, deren Wirkung über den Placebo-Effekt wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden könne. Ihre Anhängerschaft lehne oft konventionelle Medizin ab. Impfungen würden als Eingriff in die körperliche Souveränität verstanden.

Im Luhmannschen Sinne handelt es sich beim Gesundheitssystem um ein gesellschaftliches Teilsystem, dessen Funktion die Wiederherstellung gesellschaftlicher Teilhabe durch Heilung ist. Die Figur des professionellen Arztes gibt den westlichen Standards der Biomedizin ein Gesicht. Sie ist als funktionales Äquivalent zu den Luhmannschen Erfolgsmedien zu deuten. In einer Welt, in der theoretisch die unterschiedlichsten Behandlungsmöglichkeiten verfügbar sind, reduziert die Arztfigur nämlich Überkomplexität und generiert Eindeutigkeit, wird zum Bezugspunkt persönlicher Entscheidungen. Auch angesichts der vernichtenden wissenschaftlichen Lage bezüglich der Effektivität unkonventioneller Behandlungsmethoden ist es deshalb verwunderlich, warum sie so viele Deutsche der Schulmedizin vorziehen, scheinbar unbeeindruckt von der professionellen Figur des Arztes. Was macht Komplementäre und Alternative Medizin (KAM) so attraktiv? Warum verzichten Menschen auf Impfungen?

Folgende Arbeit liefert zuerst eine soziologische Definition, in der KAM in westlichen Gegenwartsgesellschaften als Kategorie relational zur konventionellen Schulmedizin verstanden wird. Es folgt ein Überblick über die Geschichte der Soziologie der Alternativen Medizin und die Vorstellung aktueller Erkenntnisse, die KAM-Nutzung mit dem Thema Impfskeptizismus verbinden. Im zweiten Teil der Arbeit werden drei soziologische Theorien zusammenfassend erläutert, die beide Phänomene erklären können. Dabei handelt es sich um Ansätze von Gross et al. (1985), Mary Douglas (1996) und Anthony Giddens (1997). Jede Theorie wird anhand der aktuellen Covid-19-Pandemie verbildlicht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Soziologie der Alternativen Medizin

2.1 Definition: Komplementäre und Alternative Medizin

2.2 Die Geschichte der Soziologie der Alternativen Medizin

2.3 Die Soziologie der Alternativen Medizin über Impfskepsis

3. Erklärungsansätze für KAM-Nutzung und Impfskepsis

3.1 Gross, Honer und Hitzlers Doktors Dilemma

3.2 Mary Douglas' Kulturtheorie

3.3 Anthony Giddens' reflexive Moderne

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe der Nutzung von komplementärer und alternativer Medizin (KAM) und deren Zusammenhang mit der Skepsis gegenüber der Covid-19-Impfung, um zu verstehen, warum Menschen in Krisenzeiten zunehmend alternative Heilformen der etablierten Biomedizin vorziehen.

  • Soziologische Definition und Einordnung von KAM
  • Geschichte der Soziologie der Alternativen Medizin
  • Zusammenhang zwischen KAM-Nutzung und Impfskepsis
  • Theoretische Erklärungsmodelle (Doktors Dilemma, Kulturtheorie, reflexive Moderne)
  • Anwendung soziologischer Theorien auf die Covid-19-Pandemie

Auszug aus dem Buch

Gross, Honer und Hitzlers Doktors Dilemma

Kompetenz im Wandel (1985) beschreiben die Autor*innen ein Dilemma des modernen Gesundheitssystems. „Des Doktors Dilemma“ besteht darin, dass die immer voranschreitenden diagnostischen Fähigkeiten der medizinisch relevanten Wissenschaften nicht therapeutisch ergänzt werden können. Als logische Konsequenz füllen alternative Methoden die funktionalen Unzulänglichkeiten der Schulmedizin. Die folgenden Absätze sollen das Dilemma genauer erläutern.

In den Nachkriegsjahren hat sich eine Art medizinischer Pluralismus herausgebildet. Die technischen und somit diagnostischen Fähigkeiten der Ärzt*innen vermehren sich rasant. Parallel kommt es zu einer Ausweitung des Krankheits- bei gleichzeitiger Schmälerung des Gesundheitsbegriff: Die gesundheitliche Verfasstheit des Menschen ist ständig optimierungsbedürftig. Dies stellt das Gesundheitssystem vor eine große Herausforderung. Zwar können eine Vielzahl an Krankheitsbildern nachgewiesen werden, jedoch fehlt das Wissen, mit dem effektive Medikamente und Therapien entwickelt werden können. Folglich entsteht eine Lücke zwischen Diagnostik und Therapie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik einer geringen Impfbereitschaft in der Covid-19-Pandemie ein und verknüpft diese mit der Attraktivität komplementärer und alternativer Medizin, die als Gegenstand der weiteren soziologischen Untersuchung dient.

2. Die Soziologie der Alternativen Medizin: Dieses Kapitel definiert den Begriff KAM als historisch kontingente Kategorie und skizziert die historische Entwicklung des Forschungsfeldes sowie aktuelle Erkenntnisse, die KAM-Nutzung statistisch mit Impfskeptizismus korrelieren.

3. Erklärungsansätze für KAM-Nutzung und Impfskepsis: Hier werden mittels der Theorien von Gross et al., Mary Douglas sowie Anthony Giddens soziologische Erklärungen dafür geliefert, warum Menschen sich in der Pandemie für alternative Heilsysteme und gegen eine Impfung entscheiden.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die untersuchten Theorien den Zusammenhang zwischen KAM und Impfskepsis plausibel erklären, wobei die Rolle von KAM als moderner Schamanismus und Ausdruck von Kultur und Identität betont wird.

Schlüsselwörter

Alternative Medizin, Komplementärmedizin, Impfskepsis, Soziologie, Covid-19, Pandemie, Biomedizin, Doktors Dilemma, Mary Douglas, Anthony Giddens, Kulturtheorie, reflexive Moderne, Vertrauen, Gesundheitssystem, Patientenverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet aus soziologischer Perspektive, warum Menschen zu komplementären und alternativen medizinischen Verfahren neigen und warum eine Verknüpfung dieser Präferenz mit einer kritischen Haltung gegenüber der Covid-19-Impfkampagne besteht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von KAM, die Soziologie der Gesundheit und Krankheit, die Analyse von Impfskepsis sowie die Anwendung soziologischer Theorien auf die aktuelle Corona-Pandemie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Analyse dreier soziologischer Ansätze zu erklären, welche gesellschaftlichen Mechanismen dazu führen, dass Individuen in der Krise das Vertrauen von der konventionellen Medizin hin zu alternativen Experten verlagern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse. Sie führt in die Soziologie der Alternativen Medizin ein und wendet anschließend etablierte klassische wie moderne soziologische Theorien (von Gross, Douglas und Giddens) auf das aktuelle Phänomen der Pandemiebewältigung an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Definition und Geschichte der KAM sowie deren Zusammenhang mit Impfskepsis erörtert. Danach folgt der theoretische Teil mit dem Doktors Dilemma, der Kulturtheorie und der reflexiven Moderne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere KAM, Impfskepsis, soziologische Systemtheorie, reflexive Moderne, Kulturtypen und das Spannungsfeld zwischen Biomedizin und alternativem Heilverlangen.

Was genau versteht Gross et al. unter dem „Doktors Dilemma“?

Das Dilemma beschreibt ein funktionales Defizit des medizinischen Systems: Trotz rasanter Fortschritte in der Diagnostik mangelt es oft an therapeutischen Lösungen, wodurch alternative Heilmethoden diese Lücke füllen, indem sie den Patienten emotional und spirituell besser auffangen.

Wie erklärt Mary Douglas die Wahl für alternative Heilmethoden?

Douglas nutzt eine Kulturtypologie. Sie argumentiert, dass die Entscheidung für oder gegen ein medizinisches System Ausdruck kultureller Proteste gegen vorherrschende gesellschaftliche Normen ist; KAM ist demnach eine Form kultureller Identitätssuche.

Inwiefern spielt das Konzept der „reflexiven Moderne“ nach Giddens eine Rolle?

Giddens erklärt, dass die Moderne eine Vielzahl an Unsicherheiten erzeugt. In diesem Umfeld suchen Menschen Orientierung, und die Wahl für KAM ist ein Ausdruck von „aktivem Vertrauen“ in alternative Experten, wenn die traditionelle Medizin keine befriedigenden Antworten auf die moderne, unsichere Lebenswelt liefert.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Biomedizin in der (Corona-) Krise. Warum Menschen auf Komplementäre und Alternative Medizin vertrauen
Universidad
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Curso
Krankheit und Gesellschaft
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
17
No. de catálogo
V1244962
ISBN (PDF)
9783346672117
ISBN (Libro)
9783346672124
Idioma
Alemán
Etiqueta
Krankheit Gesundheit Corona Medizin Biomedizin Esoterik Homöopathie Krise Alternative Medizin Placebo Medikamente
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2022, Biomedizin in der (Corona-) Krise. Warum Menschen auf Komplementäre und Alternative Medizin vertrauen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244962
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  17  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint