Gibt es ein Interesse an Entwicklungshilfe?


Seminararbeit, 2002

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen und Klassifizierungen
2.1. Entwicklungsland
2.2. Entwicklungshilfe

3. Vergabekriterien für Entwicklungshilfe

4. Interessen und Motive der Geberländer
4.1. Ehemalige Koloniestaaten
4.2. Ökonomische Interessen
4.2.1. Ressourcenschutz
4.2.2. Erschließung und Sicherung von Absatzmärkten
4.3. Politische Interessen
4.3.1. Vermeidung von Unruhen
4.3.2. Vermeidung von Flüchtlingsströmen
4.4. Globales ökologisches Interesse

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen der zunehmenden Globalisierung wird häufig auf die Gefahr hingewiesen, dass die Entwicklungsländer von den positiven Effekten dieses Prozesses abgekoppelt werden. Denn die Entwicklungshilfe ist zu einem Milliardengeschäft geworden. Nicht mehr die humanitären Gründe, also die Linderung von Hunger und Armut im allgemeinen stehen im Vordergrund der Entwicklungshilfepolitik. Die Höhe und die Verteilung vorhandener Mittel, werden nicht nur allein nach tatsächlicher Bedürftigkeit in den einzelnen Entwicklungsländern bemessen, sondern andere Motive sind in den Vordergrund getreten. Welche dies genau sind und wo die wirklichen Interessen der Entwicklungshilfegeber liegen sollen in dieser Arbeit übersichtsartig dargestellt werden.

2. Definitionen und Klassifizierungen

2.1. Entwicklungsland

Die Welt ist hauptsächlich, also quantitativ gesehen, von ärmeren Ländern geprägt, da sie mehr als drei Viertel der Staaten dieser Erde ausmachen und ihnen etwa vier Fünftel derWeltbevölkerungangehören[1]. Eine einheitliche Definition des Begriffs "Entwicklungsland" gibt es jedoch nicht. Dies liegt an der Vielzahl der Faktoren, die zur Unterentwicklung eines Landes beitragen. Ökonomische Merkmale sind: ein geringes Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner, eine sehr ungleiche Verteilung des BIP, eine sehr niedrige Spar- und Investitionstätigkeit, unzureichende Infrastruktur, geringfügige Schul- und Ausbildung, hohe Arbeitslosigkeit, unzureichende Ernährung und Gesundheitsmängel sowie dazugehörend notdürftige medizinische Versorgung. Extremes Bevölkerungswachstum bringt eine geringere Lebenserwartung, eine schnelle Verstädterung und grenzüberschreitende Migration mit sich. Allerdings verlieren diese gemeinsamen Kennzeichen immer mehr an Bedeutung, weil es eine stetig anwachsende Heterogenität zwischen den Entwicklungsländern gibt, so dass sie sich zunehmend in ihren Interessen, wirtschaftlicher oder politischer Art, differenzieren und gegenüber den Industrieländern, hinsichtlich ihrer Politik, nur über einen sehr geringen Konsens verfügen.

Die UNO, die Weltbank und die OECD verwenden zur Einstufung als Entwicklungsland als Hauptkriterium das Pro-Kopf-Einkommen.

Zu den Entwicklungsländern zählen gewöhnlich alle afrikanischen Staaten außer Südafrika, Amerika außer den USA und Kanada, alle asiatischen Staaten außer Japan sowie Ozeanien außer Neuseeland und Australien. Im europäischen Raum sind es hauptsächlich Albanien, die Türkei und die Länder des ehemaligen Jugoslawiens. Daneben existieren sog. Schwellenländer, Länder an der Schwelle zur Entwicklung, die sich auf kurz oder lang den Industrieländern angenähert haben werden.

2.2. Entwicklungshilfe

Bei der Entwicklungshilfe ist zwischen staatlicher und privater Entwicklungshilfe zu unterscheiden.

Bei der öffentlichen Entwicklungshilfe (official development assistance = ODA) handelt es sich nach der Definition des Ausschusses für Entwicklungshilfe (development assistance committee = DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (organization for economic cooperation and development = OECD) um unentgeltliche oder zinsgünstige mit einem Zuschuss- bzw. Schenkungselement von mindestens 25 % versehene Leistungen an Entwicklungsländer, die von öffentlichen bzw. staatlichen Stellen gewährt werden und in erster Linie der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und der Hebung des Lebensstandards dienen.[2]

Die ODA wird von den Regierungen bilateral (von einem Staat an ein Entwicklungsland oder eine Gruppe von Entwicklungsländern) und multilateral (z. B. über die Europäische Union, UN-Organisationen oder Entwicklungsbanken) vergeben.

Als Zielgröße für die Höhe der öffentlichen Entwicklungshilfe wurde von den Vereinten Nationen 0,7 Prozent des BIP jährlich festgelegt[3]. Einige Industrieländer, insbesondere die USA, haben das 0,7-Prozent-Ziel bis heute nicht akzeptiert, viele andere, wie auch die Bundesrepublik Deutschland, haben es zwar als Orientierungsgröße übernommen, aber kein Datum für seine Realisierung festgelegt.

Neben den staatlichen gibt es noch zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NRO) die sich der Entwicklungshilfe widmen (Welthungerhilfe, Terre des hommes, Misereor...). Im Rahmen dieser Arbeit sollen diese allerdings vernachlässigt werden und nur ein Blick auf die staatliche Entwicklungshilfe geworfen werden.

3. Vergabekriterien für Entwicklungshilfe

Da für die weltweite Entwicklungshilfe den Industrieländern kein unbegrenztes Budget zur Verfügung steht, muss die Verteilung der vorhandenen Mittel nach bestimmten Richtlinien und Kriterien stattfinden. Die Einigung auf einige wenige, dafür verbindliche, Kriterien scheint auf internationaler Ebene ein schwieriges Unterfangen. Deswegen werden die Richtlinien hauptsächlich zunächst auf nationaler Ebene konzipiert um dann im internationalen Vergleich angepasst zu werden.

[...]


[1] vgl., Trade and the developing world in the 21st century, S. 18

[2] vgl., International economics, http://intl.econ.cuhk.edu.hk/topic/index.php?did=6

[3] vgl., Trade and the developing world in the 21st century, S. 24

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Gibt es ein Interesse an Entwicklungshilfe?
Hochschule
Universität Bayreuth  (Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Seminar zur Globalisierung
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V124509
ISBN (eBook)
9783640297429
ISBN (Buch)
9783640316106
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gibt, Interesse, Entwicklungshilfe, Seminar, Globalisierung, Entwicklungsländer, Dritte Welt, Schwellenländer
Arbeit zitieren
B.A. Ina List (Autor), 2002, Gibt es ein Interesse an Entwicklungshilfe?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124509

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