Wie gelingt die Inklusion der Flüchtlingskinder im Kindergarten?
Im Jahr 2020 wurden in Deutschland bis September 86.158 Asylanträge gestellt, davon waren 74.173 Erstanträge. Minderjährige machten etwa 55 Prozent der Asylbewerber*innen aus. An diesem Punkt stellt sich dem aufnehmenden Staat eine besondere Herausforderung: Er muss gewährleisten, dass Flüchtlingskinder nicht im System untergehen. Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit und Schutz – dies gilt umso mehr, wenn sie eine körperlich und geistig zerreibende Flucht aus ihrem Herkunftsland hinter sich haben. Nach dem Prinzip der Egalität gilt in der Bundesrepublik, dass Flüchtlingskinder vom vollendeten ersten Lebensjahr an denselben Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz haben wie alle anderen Kinder.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Diversität als Herausforderung im Elementarbereich
3 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Fragestellung, wie die Inklusion von Flüchtlingskindern im Kindergarten erfolgreich gelingen kann, wobei ein besonderer Fokus auf den Ressourcen der pädagogischen Fachkräfte liegt.
- Aktuelle Situation von Migranten- und Flüchtlingskindern im Elementarbereich
- Definition zentraler Begriffe wie Inklusion, Diversität und Fluchterfahrung
- Soziale und rechtliche Rahmenbedingungen für Flüchtlingskinder
- Methoden und Ressourcen für pädagogische Fachkräfte im Kita-Alltag
- Die Bedeutung der Erziehungsebene und der Zusammenarbeit mit den Eltern
Auszug aus dem Buch
2.3.4 Die Ressourcen von pädagogischen Fachkräften
Kita- Teams, die bisher nur wenige Erfahrungen mit Flüchtlingsfamilien gemacht haben, sind zunächst verunsichert und überfordert, wie sie sich gegenüber ihnen verhalten sollen. Es ist unklar wie sie mit deren „Fremdheit“ umgehen sollen und wie sie mit Familien und Kindern kommunizieren, die die Sprache nicht beherrschen. Damit die Aufnahme eines Kindes unkompliziert abläuft sollten die Erzieher sich darauf vorbereiten.
„Es ist wichtig ein Klima des Willkommenseins und Sicherheit für die ganze Familie zu schaffen. Des Weiteren sollte man ihnen wertschätzend entgegenkommen und Verständnis für die aktuelle Situation zeigen.“ Oft ist es schwierig mit den Eltern der Flüchtlingskinder in Kontakt zu kommen. Deshalb ist es wichtig, Vertrauen zu den Eltern aufzubauen und mögliche Barrieren abzubauen.
Wenn wir auf die Kinder zurückgreifen unterscheidet sich aus der Sicht der Kita-Leitungen, die Eingewöhnung der Flüchtlingskinder kaum von anderen Kindern. Es findet eine reguläre Eingewöhnung wie bei jedem anderen Kind statt. Wichtig ist hierbei dass sich das Kind wohl fühlt, um so günstige Voraussetzungen für das Lernen zu schaffen.
Was sich wiederrum von anderen Kindern unterscheidet ist, Flüchtlingskinder häufiger bei anderen Kindern Trost suchen oder sich von diesen z.B. auf die Toilette begleiten lassen. Hier zeigt sich, dass sie weniger erwachsenenorientiert sind, da sie in ihrem Herkunftsland überwiegend von älteren Geschwistern oder Nachbarskindern beaufsichtigt und betreut wurden. Pädagogische Fachkräfte sollten hier eine Methode finden um sich mit den Kindern verständigen zu können. Am besten gelingt dies über Mimik, Gestik und Pantomime.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die steigenden Asylanträge von Minderjährigen und leitet aus der gesetzlichen Verpflichtung zur Betreuung die Forschungsfrage nach der gelungenen Inklusion im Kindergarten ab.
2 Diversität als Herausforderung im Elementarbereich: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen zu Diversität und Inklusion, analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen für Flüchtlingskinder und erörtert konkrete pädagogische Strategien sowie die Zusammenarbeit mit Eltern.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ressourcen der pädagogischen Fachkräfte, insbesondere der feinfühlige Umgang und die Vertrauensbildung zu den Eltern, für die Inklusion und die Entwicklung traumatisierter Kinder von zentraler Bedeutung sind.
Schlüsselwörter
Inklusion, Flüchtlingskinder, Elementarbereich, Diversität, Kindergarten, Migrationshintergrund, pädagogische Fachkräfte, Frühpädagogik, Integration, Fluchterfahrung, Kindertagesstätte, Sprachförderung, Bildungsrecht, Trauma, Zusammenarbeit mit Eltern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Inklusion von Kindern mit Fluchterfahrung im deutschen Kindergarten-System.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Arbeit, den rechtlichen Rahmenbedingungen, der Bedeutung von Sprachvermittlung und der Zusammenarbeit mit den Eltern der geflüchteten Kinder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Fragestellung lautet: „Wie gelingt die Inklusion der Flüchtlingskinder im Kindergarten?“.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit aktueller Fachliteratur, Forschungen und gesetzlichen Vorgaben zur Inklusion und frühkindlichen Bildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Begriffe wie Diversität und Flüchtlingskinder, beleuchtet soziale und rechtliche Rahmenbedingungen und erläutert praxisnahe Ressourcen für Fachkräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Inklusion, Flüchtlingskinder, Elementarbereich, pädagogische Fachkräfte, Migration und Kindertageseinrichtung.
Warum ist das Vertrauen zu den Eltern so wichtig?
Da viele Eltern die Sprache noch nicht beherrschen, ist ein niederschwelliger Vertrauensaufbau entscheidend, um Barrieren abzubauen und eine erfolgreiche Eingewöhnung sowie Unterstützung des Kindes zu ermöglichen.
Welche Rolle spielen Dolmetscher bei der Aufnahme?
Dolmetscher sind laut der Analyse unverzichtbar, um bei Aufnahmegesprächen sensible Themen wie Fluchtgründe, Traumata oder Probleme der Eltern vertraulich und korrekt zu besprechen.
- Arbeit zitieren
- Selen Yalcin (Autor:in), 2021, Diversität als Herausforderung. Wie gelingt die Inklusion der Flüchtlingskinder im Kindergarten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245135