„Die beziehungsbasierte Pflege – ein Modell zur Veränderung der Pflegepraxis“ (nach Mary Koloroutis et. al), gehört in der Praxisentwicklung zu den Kultur transformationalen Implementierungsmodellen. Beruhend auf das Primary Nursing Modell, beinhaltet die beziehungsbasierte Pflege einen praktischen Handlungsleitfaden zur Haltungsänderung auf verschieden Ebenen innerhalb einer Unternehmenskultur. Für die Pflege bedeutet dies, sich von bestehenden Pflegeorganisationssystemen zu lösen und mit Hilfe des Modells zur beziehungsbasierten Pflege, neue grundlegende Strukturen des Primary Nursings einzuführen.
Zur besseren Verständlichkeit gehe ich in diesem Referat zuerst auf zentrale Begriffe ein. Gefolgt von theoretischen Hintergrundwissen bis zur vollständigen Erklärung der einzelnen Schlüsselkomponenten des Modelles. Ziel ist es, eine verständliche Strategie aufzuzeigen, mit welcher es systematisch möglich sein kann, eine bestehende Kultur zu verändern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zentrale Begriffe
3. Über das Modell
4. Hintergrund
4.1. Mary Koloroutis
4.2. Wandel und Entwicklung der Pflegeorganisationssysteme
5. Die drei grundlegenden Beziehungen
6. Das Modell
7. Studienlage
8. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel der Arbeit ist es, das Modell der beziehungsbasierten Pflege nach Mary Koloroutis als Strategie zur transformationalen Veränderung der Unternehmenskultur in der Pflege vorzustellen und seine praktische Anwendung sowie wissenschaftliche Validität zu beleuchten.
- Grundlagen der beziehungsbasierten Pflege als Weiterentwicklung des Primary Nursing
- Analyse und Wandel historischer Pflegeorganisationssysteme
- Darstellung der drei essenziellen Beziehungsdimensionen
- Erläuterung der sechs Schlüsselkomponenten für eine heilende Arbeitsplatzkultur
- Kritische Reflexion der Studienlage zum Nutzen des Modells
Auszug aus dem Buch
6. Das Modell
Der gedachte Rahmen, welches das Modell einbettet, beschreibt die Umgebung und Umgebungsfaktoren die heilend und fürsorglich sein sollen.
Schon Florence Nightingale erkannte um 1859 die negativen Auswirkungen von schlechten räumlichen Gegebenheiten wie Lärm, hygienische Zustände und mangelhaftes Essen. Eine Studie von 1992 von Ulrich und Malkin, welche die Auswirkung über eine positive Ablenkung zur Stressreduzierung im Krankenhaus erforschten, kam zum Schluss, dass mit der Gestaltung von Bildern, zum Beispiel mit Wasserfällen, grünen Landschaften oder Aquarellen das Wohlbefinden gesteigert werde.
Bezugnehmend auf das beziehungsbasierte Modell bedeutet eine heilende und fürsorgliche Umgebung beispielsweise in einem Krankenhaus: zeitnah zur Patientenklingel zu gehen, Lärmpegel zu reduzieren (Monitore, Maschinen, Telefone, Besucher) oder innovativ die Station/ Einrichtung umzugestalten oder aufzuräumen. Auch Therapieangebote wie Ergo- oder Aromatherapien können zusätzliches Wohlbefinden fördern. Vor allem festgelegte Pausen und Nachtruhen der Klienten sollten bereichsübergreifend eingehalten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das transformationalen Implementierungsmodell der beziehungsbasierten Pflege und Zielsetzung des Referats.
2. Zentrale Begriffe: Definition und Erläuterung der Begriffe Kultur und Unternehmenskultur im Kontext der Pflege.
3. Über das Modell: Darstellung der 12 Grundprinzipien und der Zielsetzung zur Optimierung von Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit.
4. Hintergrund: Vorstellung von Mary Koloroutis sowie ein historischer Abriss der Entwicklung pflegerischer Organisationssysteme.
5. Die drei grundlegenden Beziehungen: Erläuterung der zwischenmenschlichen, intrapersonellen und professionellen Beziehungsdimensionen als Voraussetzung.
6. Das Modell: Detailbeschreibung der sechs Schlüsselkonzepte von der Umgebung bis hin zur Ergebnismessung.
7. Studienlage: Eine kritische Auseinandersetzung mit der verfügbaren Literatur und Wirksamkeitsnachweisen zum Modell.
8. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Umsetzbarkeit und des Nutzens des Modells für die Praxis.
Schlüsselwörter
Beziehungsbasierte Pflege, Primary Nursing, Unternehmenskultur, Praxisentwicklung, Patientenorientierung, Pflegeorganisation, Gesundheitswesen, Shared Governance, Professionalisierung, Mitarbeiterzufriedenheit, Versorgungsqualität, Transformation, Gesundheitsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Ausarbeitung behandelt das Modell der „beziehungsbasierten Pflege“ nach Mary Koloroutis als Instrument zur gezielten Veränderung der Pflegepraxis und Unternehmenskultur.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Kulturtransformation, das Primary Nursing, die Bedeutung der Patienten-Beziehung sowie die praktische Implementierung neuer Organisationsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel des Modells?
Ziel ist die Haltungsänderung im Pflegesystem, um die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern und langfristig ein heilendes, professionelles Umfeld zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf einer Literaturrecherche in Datenbanken wie CINAHL, Pubmed und Google Scholar basiert.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Voraussetzungen (Beziehungen), die sechs Schlüsselkomponenten des Modells und eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Studienlage.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind beziehungsbasierte Pflege, Transformation, Unternehmenskultur und Pflegeorganisationssysteme.
Warum ist laut der Autorin eine Haltungsänderung notwendig?
Die aktuelle Pflegepraxis ist oft noch durch veraltete, industrielle Organisationsmuster geprägt; das Modell soll den Fokus auf die kontinuierliche therapeutische Beziehung und den Patienten bringen.
Welchen Stellenwert nimmt die „Ergebnismessung“ im Modell ein?
Sie bildet die letzte Schlüsselkomponente und ist essenziell, um die Vision des Unternehmens datengestützt zu untermauern, Schwächen zu identifizieren und das Team zu motivieren.
- Arbeit zitieren
- Anne-Kathrin Tittel (Autor:in), 2022, Praxisentwicklung – Beziehungsbasierte Pflege. Ein Modell zur Veränderung der Pflegepraxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245160