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Die Konzeption der Risikogesellschaft in ihren Kernthesen

Eine Einführung

Title: Die Konzeption der Risikogesellschaft in ihren Kernthesen

Term Paper , 2008 , 23 Pages

Autor:in: Thomas Koch (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Die Konzeption der Risikogesellschaft von Ulrich Beck erscheint 1986 erstmals mit dem
Untertitel „Auf dem Weg in eine andere Moderne“. In diesem Werk nähert sich der Autor
der modernen Gesellschaft analytisch auf neue Weise an, indem er sie als zunehmend
reflexiv in ihren Denk- und Handlungsmustern begreift. Es ist der Weg in eine andere
Moderne, der ihn beschäftigt, der Abschied von der ersten Moderne, die in Gestalt der
Industrie- und Klassengesellschaft das Bewusstsein bestimmt. Die zweite, die andere
Moderne kennt Risiken in bislang unbekannter Dimension, neue Unsicherheiten durch „die
Erfahrung eines beschleunigten Strukturwandels“ (Bonß, 2000, 25).
Die Analyse der Gesellschaft zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts baut Beck auf breiter
Grundlage auf. Es entsteht dabei das Bild einer „noch weitgehend unbegriffene[n] Epoche
des Industrialismus“ (Beck, 1991, 98), das vor allem die Dimension der ökologischen Risiken
und Gefahren durch technisch-wissenschaftliche Entwicklungen der Moderne in die Analyse
der Gesellschaft einbezieht.
Der technologisch-ökologischen Seite des Fortschritts und der damit verbundenen Risiken
widmet er weite Teile seines Werkes, das durch den zeitnahen Reaktorunfall von
Tschernobyl ungeahnte Aktualität erfährt. Ökologie und Technologie beschäftigen Beck und
in der Auseinandersetzung mit diesen Themen nimmt sein Werk bisweilen fortschritts- und
wissenschaftskritische Züge an.
Am stärksten greifen die neuen Unsicherheiten der zweiten Moderne auf das Individuum
über und bestimmen alle Bereiche seiner Lebenswelt. Die „Erosion, Verflüssigung und
Auflösung tradierter Bindungen“ (Bonß, 2000, 27), die neue Suche nach Identität und die
damit verbundene Umdeutung sozialer Strukturen „[j]enseits von Klasse und Schicht“ (Beck,
1986, 121) kennzeichnen die Biografien der reflexiven Moderne.
Risikogesellschaft wird so zu einem allumfassenden Phänomen, das Individuen wie
Institutionen erfasst und etablierte Denk- und Funktionsweisen der Gesellschaft in Frage
stellt. Damit wandeln sich auch Bedeutung und Inhalt von Politik, entsteht eine eigenartige
Verschiebung politischer Einflusssphären und Kompetenzen – weg vom Zentrum und von
den Rändern, hin zu etwas Neuem, einem Raum der „Subpolitik“ (Ebd., 304).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Risikogesellschaft als Konzeption

I. Risiko und Moderne

1. Nebenfolgen der Moderne

2. Soziale Rationalität

3. Klassengesellschaft und Risikogesellschaft

II. Individualisierung

1. Halbierte Moderne

2. Mobilität

3. Dimensionen der Individualisierung

4. Geschlechterrollen und Familie

III. Krise der Wissenschaft

1. Reflexive Verwissenschaftlichung

2. Politisierung der Wissenschaft

IV. Neue Politik

1. Gespaltene Gesellschaft

2. Politische Kultur

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die zentrale soziologische Konzeption der Risikogesellschaft nach Ulrich Beck grundlegend einzuführen und deren Kernmechanismen zu erläutern. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich die moderne Gesellschaft durch den Übergang von einer Mangelgesellschaft zur Risikogesellschaft verändert und welche soziokulturellen Auswirkungen diese Transformation für das Individuum und politische Strukturen hat.

  • Die Entstehung und Definition der Risikogesellschaft
  • Die Auswirkungen der Individualisierung auf Lebensentwürfe
  • Die reflexive Krise der Wissenschaft und ihre Folgen
  • Die Verschiebung politischer Einflussphären (Subpolitik)

Auszug aus dem Buch

Risikogesellschaft als Konzeption

Die Konzeption der Risikogesellschaft von Ulrich Beck erscheint 1986 erstmals mit dem Untertitel „Auf dem Weg in eine andere Moderne“. In diesem Werk nähert sich der Autor der modernen Gesellschaft analytisch auf neue Weise an, indem er sie als zunehmend reflexiv in ihren Denk- und Handlungsmustern begreift. Es ist der Weg in eine andere Moderne, der ihn beschäftigt, der Abschied von der ersten Moderne, die in Gestalt der Industrie- und Klassengesellschaft das Bewusstsein bestimmt. Die zweite, die andere Moderne kennt Risiken in bislang unbekannter Dimension, neue Unsicherheiten durch „die Erfahrung eines beschleunigten Strukturwandels“ (Bonß, 2000, 25).

Die Analyse der Gesellschaft zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts baut Beck auf breiter Grundlage auf. Es entsteht dabei das Bild einer „noch weitgehend unbegriffene[n] Epoche des Industrialismus“ (Beck, 1991, 98), das vor allem die Dimension der ökologischen Risiken und Gefahren durch technisch-wissenschaftliche Entwicklungen der Moderne in die Analyse einbezieht.

Der technologisch-ökologische Seite des Fortschritts und der damit verbundenen Risiken widmet er weite Teile seines Werkes, das durch den zeitnahen Reaktorunfall von Tschernobyl ungeahnte Aktualität erfährt. Ökologie und Technologie beschäftigen Beck und in der Auseinandersetzung mit diesen Themen nimmt sein Werk bisweilen fortschritts- und wissenschaftskritische Züge an.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Risikogesellschaft als Konzeption: Die Einleitung führt in das zentrale Werk von Ulrich Beck ein und definiert den grundlegenden Wandel von der Industrie- zur Risikogesellschaft.

I. Risiko und Moderne: Dieses Kapitel thematisiert die Entstehung neuer, systemischer Risiken und die damit verbundene Kritik an der ersten Moderne.

II. Individualisierung: Hier wird der Prozess der gesellschaftlichen Freisetzung des Individuums aus traditionellen Bindungen und die daraus resultierende Notwendigkeit der Selbstgestaltung analysiert.

III. Krise der Wissenschaft: Das Kapitel behandelt die reflexive Verwissenschaftlichung, in der die Wissenschaft selbst zum Gegenstand kritischer Reflexion und Politisierung wird.

IV. Neue Politik: Es wird erörtert, wie sich politische Einflussphären verschieben und durch das Phänomen der Subpolitik ergänzen oder ersetzen.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Durchdringung aller Lebensbereiche mit neuen Unsicherheiten zusammen und stellt die künftige Verortung des Individuums in der reflexiven Moderne zur Diskussion.

Schlüsselwörter

Risikogesellschaft, Ulrich Beck, reflexive Moderne, Individualisierung, ökologische Risiken, Nebenfolgen, Subpolitik, industrielle Moderne, Strukturwandel, Wissensgesellschaft, soziale Rationalität, Globalität, Identitätssuche, Modernisierungskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die soziologische Theorie der Risikogesellschaft nach Ulrich Beck und untersucht, wie moderne Gesellschaften mit technisch-wissenschaftlich erzeugten Gefahren umgehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Transformation der Industriegesellschaft, den Prozessen der Individualisierung, der Krise wissenschaftlicher Rationalität und dem Wandel politischer Handlungsspielräume.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, durch welche Merkmale sich die Risikogesellschaft im Vergleich zur klassischen Industriegesellschaft auszeichnet und wie sich der Fokus von Verteilungskonflikten hin zu Risikomanagement verschiebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Aufarbeitung der soziologischen Kernthesen von Ulrich Beck auf Basis seines Hauptwerkes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die vier Kernthesen: den Anstieg globaler Risiken, den Wandel durch Individualisierung, die reflexive Krise der Wissenschaft und die Entstehung von Subpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Risikogesellschaft, reflexive Moderne, Individualisierung, Subpolitik und ökologische Gefährdung.

Was versteht Beck unter dem "Bumerang-Effekt"?

Dieser Effekt beschreibt, wie die von der Industriegesellschaft produzierten Risiken auf deren Verursacher zurückschlagen und soziale Gefüge in einer globalisierten Welt destabilisieren.

Warum wird die Wissenschaft im Werk als reflexiv bezeichnet?

Weil die Wissenschaft beginnt, nicht nur ihre Forschungsobjekte, sondern auch ihre eigenen Methoden, Rationalitäten und den eigenen Anspruch auf Wahrheit kritisch zu hinterfragen.

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Details

Title
Die Konzeption der Risikogesellschaft in ihren Kernthesen
Subtitle
Eine Einführung
Author
Thomas Koch (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V124517
ISBN (eBook)
9783640297474
ISBN (Book)
9783640302864
Language
German
Tags
Konzeption Risikogesellschaft Kernthesen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Koch (Author), 2008, Die Konzeption der Risikogesellschaft in ihren Kernthesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124517
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