Auerbach: Dante als Dichter der irdischen Welt


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

l. Biografisches zum Autor

2. Aufbau und Inhalt des Buches
2.l Historische Einleitung über Idee und Geschick des Menschen in der Dichtung
2.2 Dantes Jugenddichtung
2.3 Der Gegenstand der Komödie
2.4 Der Aufbau der Komödie
2.5 Die Darstellung
2.6 Erhalt und Wandlung von Dantes Wirklichkeitsvision

3. Hegel über Dantes Komödie

4. Schlussbemerkung

5. Quellenverzeichnis

1. Biografisches zum Autor

Erich Auerbach wurde im Jahre l892 in Berlin geboren, wo er später auch zunächst das Französische Gymnasium besuchte und anschließend ein Jurastudium begann. Dieses führte ihn außerdem nach Freiburg und München und brachte ihm l9l3 den Doktortitel ein. Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg, begann er sich intensivst mit seinem zweiten Studium, nämlich der romanischen Sprachen zu befassen, welches er wiederum mit dem Doktortitel l92l in Greifswald abschloss. Anschließend begann er als Bibliothekar in der preußischen Staatsbibliothek in Berlin. Diese Tätigkeit hatte er bis l929 inne. In diesem Jahr erschien auch das vorliegende Werk „Dante als Dichter der irdischen Welt“, welches zur Berufung auf die Professur der Romanistik in Marburg führte.

Im Zweiten Weltkrieg floh der jüdischstämmige Auerbach zunächst nach Istanbul. Auch hier bekam er eine Professur und verfasste sein bedeutendes Werk „Mimesis: Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Literatur“, eines der entscheidendsten Werke zur Literatur– und Kulturkritik die im 2O. Jahrhundert überhaupt erschienen. Nach Kriegsende wanderte er l947 in die USA aus, wo er zunächst an der Pennsylvania State University begann und ab l949 auch Mitglied an dem hoch angesehenen Institute of Advanced Studies in Princeton wurde. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er dann noch in Yale, wo er l95O begann. l957 starb Erich Auerbach im Alter von 65 Jahren.1

2. Aufbau und Inhalt des Buches

2.1 Historische Einleitung über Idee und Geschick des Menschen in der Dichtung

Auerbach führt den Leser seines Buches zunächst langsam an das Thema der „Göttlichen Komödie“ heran, indem er zunächst einen Überblick über die Entwicklung der Dichtkunst von Homer bis zu den Provenzalen darstellt und uns somit eine geschichtliche Einleitung in das Thema gibt.

Er beginnt sein Buch mit dem großen griechischen Dichter Homer und der Entstehung der Tragödie und schließlich der Komödie. Im Gegensatz zu Dante lassen diese beiden Gattungen das Ende des Helden zumeist offen. Erste Kontakte zwischen Dichtkunst und Philosophie entstehen anschließend in der Zeit Platons. Für diesen gilt die nachahmende Kunst zunächst als etwas Minderwertiges, dennoch schafft seine Lehre es nicht die Dichtung zu zerstören. Im Gegenteil: Sie gibt ihr neuen Aufwind, da sie nun eben um den philosophischen Ansatz erweitert wurde. Die Überwindung der Schicksalsfremdheit der spätgriechischen Philosophie und somit den Übergang zur Dichtung mit heiliger Mission erfolgt dann bei Vergil.2

Mit der Überlieferung der Geschichte Christi jedoch, wurde alles bisher Gewesene an Spannweite überboten. Die Vorstellung vom Geschick des Menschen bekam eine völlig neue Richtung, da nun das Diesseits erst im Bezug auf das Jenseits einen Sinn ergab. Im Laufe der darauf folgenden Jahrhunderte kam es mehr und mehr zu einer Mischung der Völker untereinander und somit auch zu einer Umdeutung der antiken, heidnischen und christlichen Tradition. Die barbarischen Völker aus dem Norden konnten sich der Tragweite der Mittelmeerkultur nicht bewusst sein, wohl aber ihre Dogmen übernehmen. Dabei ging allerdings oft die sinnliche Gestalt der Überlieferung verloren. So wurde schließlich die christliche Lehre zum bildenden Mythos der Völker, die alle anderen Überlieferungen in ihren Bann zog.

Als sich nun in der mittelalterlichen Dichtung Naturalismus und Spiritualismus zu mischen begannen, fiel dies besonders in der Provence auf fruchtbaren Boden. Die dortigen Dichter entdeckten im Speziellen die Liebesdichtung für sich. Die sinnliche Begierde spielte in ihrer Dichtung aber weniger eine Rolle. Ihnen ging es vielmehr um die Verschmelzung eben dieser mit den metaphysischen Grundlagen der Bildung. Dieser als trobar clus bezeichnete Stil ist das Gegenstück zum in Italien entstandenen dolce stil nuovo, der Dante in seiner Jugend entscheidend prägen sollte.3

2.2 Dantes Jugenddichtung

In diesem zweiten Kapitel seines Buches, will Auerbach dem Leser verdeutlichen, wie sich Dantes Stil von dem seiner Zeitgenossen abhob und ihm mit einer Einführung über dessen Herkunft und Werdegang noch verständlicher machen, wie es zu seinem großen Werk, der Komödie, kam.

Der neue Stil in Italien war zunächst geprägt von einer schweren Verständlichkeit, was ihn nur für eine bestimmte Schicht interessant machte, für Dante aber eine große Inspirationsquelle bedeutete. Begründet wurde der Stil von Guido Guinizelli (l23O-l276). Neben diesem waren eben Dante und Guido Cavalcanti (l255-l3OO) dessen bekannteste Vertreter.4

Dante brachte zwar zunächst keine wesentlich neuen Inhalte ein, dennoch war seine Stimme von Anfang an durch eine ungemeine Kraft und Fülle gekennzeichnet. Er verstand es Geschehenes besonders lebendig wiederzugeben und benutzte als liebstes Stilmittel den Aufruf oder die Beschwörung, durch die er den Kreis seiner Leser sofort von denen abzugrenzen vermochte, für die seine Schriften nicht gedacht waren. Außerdem ist sein Stil sehr klar und vollständig, da er nicht versucht Gefühle oder Gedanken zu beschreiben, sondern Ereignisse, wenn auch keine realen, sondern nur seine Visionen, die für ihn aber Realität waren.5

Zu seinem Werdegang und seiner Herkunft soll hier nur soviel erwähnt sein, dass das prägendste Erlebnis seiner Jugendzeit wohl die Begegnung mit Beatrice gewesen sein muss. Über diese streiten sich die Experten bis heute, ob sie einen realen Hintergrund hat oder nicht. Klar scheint jedoch zu sein, dass sie in seinem Werk der „Vita Nuova“ eine Allegorie für die mystische Weisheit darstellt. Auerbach beschreibt Beatrice als „orientalisch-christliches Motiv der inkarnierten göttlichen Vollkommenheit“ und somit als eine Erlösergestalt ähnlich wie Jesus. Erst durch dieses Werk wurde Dante schließlich zu dem christlichen Dichter der erhaltenden irdischen Wirklichkeit im Jenseits.6

2.3 Der Gegenstand der Komödie

Nachdem Auerbach die ersten beiden Kapitel seines Buches dazu genutzt hat den Leser Dante und dessen Stil näher zu bringen und uns somit langsam an die komplexe Idee der „Göttlichen Komödie heranzuführen, gibt er nun zunächst einen Überblick wie es zum Verfassen der Komödie kam und welche Lehren sich darin vereinigen.

[...]


1 Vgl. http://www.bbkl.de/a/auerbach_er.shtml (Abruf O2.O7.O8)

2 Vgl. Auerbach, Erich: Dante als Dichter der irdischen Welt, Berlin (l929), S. 7-l7

3 Auerbach (l929), S. 2l-3l

4 Auerbach (l929), S. 33-36

5 Auerbach (l929), S. 73 f.

6 Auerbach (l929), S. 75-79

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Auerbach: Dante als Dichter der irdischen Welt
Hochschule
Universität Passau  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Lektürekurs Dante
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V124544
ISBN (eBook)
9783640297627
ISBN (Buch)
9783640302987
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auerbach, Dante, Dichter, Welt, Lektürekurs, Dante
Arbeit zitieren
Sebastian Lautsch (Autor), 2008, Auerbach: Dante als Dichter der irdischen Welt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124544

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