Zusammenfassung:
Die allgemeine Problematik in der Institutionenökonomie, also bestehende Informationsasymmetrien vor oder nach einer potentiellen Finanzierung, ist bei Unternehmen in Gründung besonders hoch einzuschätzen. Dieser Grundsatz gilt für alle Finanzierungs- oder Investitionsmöglichkeiten. Lediglich der Gründer selbst hat als Agent einen Informationsvorsprung. Er selbst vermag Vieles, jedoch auch nicht Alles einzuschätzen. So ist es zwar möglich, im Zuge der Hidden Information eine größere Wissensbasis z.B. möglicher Produktqualitäten in ein zu gründendes Unternehmen einbringen, zugleich vermag auch er allerdings u.U. einer falschen kaufmännischen Einschätzung seiner eigenen Person gegenüber unterliegen.
Dem Risiko einer Finanzierung steht grundsätzlich die Chance einer adäquaten Rendite gegenüber. Bei bereits existierenden Unternehmen, die sowohl Bilanzzahlen, Erfahrung oder sogar eine aufgebaute Vertrauensbasis mit dem Geldgeber aufweisen können, ist das Verhältnis zwischen Chance und Risiko einer Finanzierung i.d.R. deutlich besser abzuschätzen. Genau an dieser Stelle machen sich die Finanzierungsprobleme einer Unternehmensgründung bemerkbar. Das Fehlen wichtiger Informationen und das damit einhergehende Risiko veranlaßt viele Geldgeber dazu, die Finanzierung nicht einzugehen oder sie zu rationieren. Dies gilt aufgrund größerer Risikobeschränkungen insbesondere für Kreditfinanzierungen der Banken inkl. der durch sie vergebenden staatlichen Förderprogramme.
Als nützlichere Basis der Unternehmensfinanzierung sind daher die Beteiligungsfinanzierungen zu nennen. Insbesondere die Modelle der BA, PE bzw. VC haben sich am Markt etabliert und unterstützen Unternehmensgründer durch ihr grundsätzlich risikoreicheres Geschäftsmodell finanziell und informell. Dieses setzt allerdings auch hier, in der Zusammenarbeit beider Parteien, den Ansatz der Institutionenökonomie mit existierenden Informationsasymmetrien und Transaktionskosten, nicht außer Kraft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung KMU
3. Unternehmensgründung
3.1. Gründungsformen
3.2. Gründungsmodelle
3.3. Zeitlicher Horizont
3.4. Die Gründerpersönlichkeit
3.5. Rechtsform
4. Gründungsfinanzierung
4.1. Finanzierungsquellen
4.2. Kapitalzufluss
4.2.1. Eigenfinanzierung
4.2.2. Business Angels
4.2.3. Private Equity/Venture Capital
4.3.1. Kreditfinanzierung
4.3.2. Öffentliche Förderprogramme
5. Finanzierungsprobleme
5.1. Abgrenzung der Institutionenökonomie
5.2. Transaktionskostenansatz
5.3. Property-Rights-Ansatz
5.4. Agency-Ansatz
5.4.1. Finanzierungsprobleme im Agency-Ansatz
5.4.2. Agency-Ansatz vor Finanzierung
5.4.3. Agency-Ansatz nach Finanzierung
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die spezifischen Finanzierungsprobleme von Unternehmensgründungen im Mittelstand unter Rückgriff auf institutionenökonomische Ansätze. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Informationsasymmetrien zwischen Kapitalgebern und Gründern überwunden werden können und welche Finanzierungsformen für junge Unternehmen geeignet sind.
- Grundlagen der Unternehmensgründung und Gründungsmodelle
- Systematik verschiedener Finanzierungsarten für KMU
- Theoretische Fundierung durch die Institutionenökonomie
- Analyse von Informationsasymmetrien (Agency-Ansatz)
- Problematiken bei der ex-ante und ex-post Finanzierungsphase
Auszug aus dem Buch
5.4. Agency-Ansatz
Zentrale Annahme dieses Ansatzes ist „die Art der Teilung von Verfügungsrechten und die Probleme aus vertraglichen Schuldverhältnissen“. Der Agency-Ansatz basiert auf der Existenz eines Interessenkonfliktes und einer herrschenden asymmetrischen Informationsverteilung verschiedener Qualitätsmerkmale. Die Informationsbeschaffung zweier Parteien in Form eines Prinzipals (Geldgeber) und eines Agenten (Gründer) basiert auf Kosten. Die Verbindung dieses Prinzipals und dieses Agenten nennt sich Principal-Agent-Theorie. Gekennzeichnet sind diese Verbindungen i.d.R. durch einen Zielkonflikt: asymmetrische Informationsverteilung zugunsten des Agenten und eine Herbeiführung einer Nutzenmaximierung durch opportunistisches Verhalten vor dem Hintergrund der Pareto-Effizienz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Finanzierung von Unternehmensgründungen ein und legt das methodische Vorgehen basierend auf der Institutionenökonomie fest.
2. Vorstellung KMU: Dieses Kapitel definiert kleine und mittelständische Unternehmen und verdeutlicht deren zentrale Rolle für die deutsche Wirtschaft anhand aktueller Daten.
3. Unternehmensgründung: Hier werden die verschiedenen Formen, Modelle und Phasen einer Unternehmensgründung sowie die Bedeutung der Gründerpersönlichkeit erörtert.
4. Gründungsfinanzierung: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über die verschiedenen Finanzierungsquellen, von Eigenkapital bis hin zu öffentlichen Förderprogrammen.
5. Finanzierungsprobleme: Im Hauptteil werden die theoretischen Ansätze der Institutionenökonomie, insbesondere der Agency-Ansatz, genutzt, um typische Probleme der Informationsasymmetrie zu analysieren.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über das Spannungsfeld zwischen Finanzierungsbedarf und den durch Informationsasymmetrien bedingten Risiken zusammen.
Schlüsselwörter
Unternehmensgründung, KMU, Gründungsfinanzierung, Institutionenökonomie, Agency-Ansatz, Informationsasymmetrie, Principal-Agent-Theorie, Eigenfinanzierung, Fremdfinanzierung, Business Angels, Venture Capital, Venture Equity, Opportunismus, Risiko, Kapitalzufluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen und Probleme, die bei der Finanzierung von Unternehmensgründungen im Mittelstand auftreten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Gründungsphasen, die verschiedenen Finanzierungsinstrumente und die theoretische Betrachtung von Finanzierungsproblemen durch die Institutionenökonomie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Finanzierungsprobleme zwischen Gründern und Kapitalgebern entstehen und welche Rolle Informationsasymmetrien dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die institutionenökonomische Analyse, insbesondere den Agency-Ansatz, als theoretisches Fundament zur Erklärung von Interessenkonflikten bei Finanzierungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung von Finanzierungsformen und eine vertiefte Analyse von Informationsproblemen in der Gründungsphase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Unternehmensgründung, KMU, Gründungsfinanzierung, Institutionenökonomie, Informationsasymmetrie und Agency-Ansatz.
Welche Rolle spielen Business Angels bei der Gründung?
Business Angels fungieren als vermögende Privatpersonen, die neben Kapital auch Know-how und Kontakte einbringen und ein positives Signal für institutionelle Investoren setzen können.
Was unterscheidet ex-ante von ex-post Problemen beim Agency-Ansatz?
Ex-ante Probleme (vor Vertragsschluss) beziehen sich primär auf die Gefahr der Adverse Selection aufgrund von Hidden Information, während ex-post Probleme (nach Abschluss) das Moral Hazard Verhalten aufgrund von Hidden Action umfassen.
Warum sind öffentliche Förderprogramme für junge Unternehmen wichtig?
Sie unterstützen den Aufbau junger Unternehmen, um regionale Wirtschaftsstandorte zu sichern, insbesondere wenn eine rein private Finanzierung aufgrund von Risikoerwägungen schwierig ist.
Welche Bedeutung hat die Rechtsform für die Finanzierung?
Die Wahl der Rechtsform beeinflusst die Haftung und damit das Risiko für Investoren, was wiederum die Bereitschaft zur Beteiligung und die Finanzierungsmöglichkeiten maßgeblich prägt.
- Citation du texte
- Danny Kruse (Auteur), 2009, Finanzierungsprobleme bei der Unternehmensgründung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124571