Üben die Aktivitäten von arbeitsteiligen Promotorenstrukturen einen positiven Einfluss auf den Erfolg radikaler Innovationsvorhaben in ökonomischen Organisationen aus? Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Forschungsfrage macht die folgenden Arbeitsschritte erforderlich: Im ersten Kapitel gilt es zunächst die zentralen Konzepte einzuführen sowie arbeitsdefinitorisch zu fixieren. Im zweiten Kapitel wird dann daran anschließend das Promotorenmodell in seinen wesentlichen Grundzügen entfaltet und erläutert. Das dritte Kapitel betrachtet die empirischen Befunde der Promotorenforschung unter dem Gesichtspunkt ihrer Aussagekraft für die Beantwortung der Forschungsfrage. Schließlich wird die Untersuchung durch eine Fazitbetrachtung im vierten Kapitel abgeschlossen.
Die Adaption welcher Innovationen führt zu Wettbewerbsvorteilen? Welche FundE-Investitionen stellen nachhaltige Gewinne und betriebliche Optimierungspotentiale in Aussicht? Wie lassen sich Innovationen möglichst effizient adaptieren und in die betrieblichen Prozesse integrieren? Die Beantwortung der letzten Frage ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit. Doch wie lässt sich eine derartige Frage möglichst reliable sowie empirisch fundiert beantworten? Eine mögliche Antwort stellt das sogenannte „Promotorenmodell“ dar, welches im Kontext der Innovationsforschung entwickelt, vielfach erprobt und stetig weiterentwickelt wurde.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Die Beobachtung von Innovationsprozessen
2.2 Widerstände in Innovationsprozessen
2.2.1 Willensbarrieren
2.2.2 Fähigkeitsbarrieren
2.2.3 Administrative Barrieren
2.2.4 Austauschbarrieren
3 Das Promotorenmodell
3.1 Theoretische Konzeption des Modells
3.2 Arten von Promotoren
3.2.1 Der Machtpromotor
3.2.2 Der Fachpromotor
3.2.3 Der Prozesspromotor
3.2.4 Der Beziehungspromotor
3.3 Promotoren Strukturen
3.4 Theoreme des Modells
4 Erkenntnisse aus der Empirie des Promotorenmodells
4.1 Befunde zur Existenz, Frequenz und Konfiguration von arbeitsteiligen Promotorenstrukturen
4.2 Befunde zur Wirkung von Promotorenstrukturen auf den Erfolg von Innovationsprozessen
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob die Aktivitäten von arbeitsteiligen Promotorenstrukturen einen positiven Einfluss auf den Erfolg radikaler Innovationsvorhaben in ökonomischen Organisationen ausüben.
- Analyse von Widerständen in Innovationsprozessen (Willens-, Fähigkeits-, administrative und Austauschbarrieren)
- Detaillierte Vorstellung des Promotorenmodells und seiner Akteure (Macht-, Fach-, Prozess- und Beziehungspromotor)
- Untersuchung von Promotorenstrukturen und deren Wirksamkeit bei komplexen Innovationsvorhaben
- Empirische Evaluation der Theoreme des Modells anhand existierender Studien
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Der Machtpromotor
Die primäre Funktion des Machtpromotors besteht in der Überwindung von Willensbarrieren. Die spezifische Machtquelle, welche ihn hierzu befähigt, ist seine Position innerhalb der Organisationshierarchie. Denn seine Stellung in der Organisationshierarchie ermöglicht es ihm, sowohl positive als auch potentiell negative Sanktionsmaßnahmen zu realisieren, welche die Barrieren des Nicht-Wollens seitens der ihm hierarchisch untergeordneten Mitarbeiter beeinflussen (vgl. Witte 1999, S.14). Folglich können lediglich jene Organisationsmitglieder die Rolle eines Machtpromotors übernehmen, die sich in einer hochrangigen Führungsposition – bspw. Mitglieder des Vorstandes oder der Geschäftsführung etc. – befinden (vgl. Witte 1973, S. 17).
Als Machtpromotor fungieren jedoch nur jene Führungskräfte, welche bzgl. des Innovationsprozesses die folgenden Leistungsbeiträge erbringen: Sie legen zu erreichende Ziele fest und stellen notwendige Ressourcen für deren Erreichung bereit. Zudem identifizieren sie die Proponenten des Innovationsprozesses und teilen diesen die entsprechenden Ressourcen zu und drohen – bzw. falls nötig belegen – Innovationsopponenten mit negativen Sanktionen (vgl. Witte 1999, S.16f.). Sie bekennen sich glaubhaft dazu, den „[…] Innovationsprozess bis zum erfolgreichen Abschluss fortzusetzen und dabei technische Fehlentwicklungen im Bewusstsein mangelnder Planbarkeit von Innovationsprozessen zu tolerieren“ (Folkerts 2001, S. 36).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Herausforderungen tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationen ein und leitet daraus die zentrale Forschungsfrage nach der Wirksamkeit arbeitsteiliger Promotorenstrukturen für den Erfolg von Innovationsvorhaben ab.
2 Konzeptionelle Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Innovation, Innovationsprozess und Innovationsmanagement und klassifiziert verschiedene Modi von Innovationsprozessen, während es gleichzeitig die Rolle von Widerständen beleuchtet.
3 Das Promotorenmodell: Es werden die theoretischen Grundlagen des Promotorenmodells, die spezifischen Rollen der vier Promotorentypen und deren Zusammenspiel in verschiedenen Strukturen sowie die zugrunde liegenden Theoreme ausführlich erläutert.
4 Erkenntnisse aus der Empirie des Promotorenmodells: Dieser Abschnitt wertet empirische Studien zur Existenz, Häufigkeit und Konfiguration von Promotoren aus und prüft den Zusammenhang zwischen deren Einsatz und dem Erfolg von Innovationsprozessen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, unterstreicht die Bedeutung der Troika-Struktur bei komplexen Innovationen und weist auf die Notwendigkeit hin, das Modell durch soziostrukturelle Ansätze zu ergänzen.
6 Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen und Studien aufgelistet.
Schlüsselwörter
Promotorenmodell, Innovationsmanagement, Machtpromotor, Fachpromotor, Prozesspromotor, Beziehungspromotor, Innovationswiderstände, arbeitsteilige Promotorenstrukturen, radikale Innovation, Troika-Struktur, Organisationshierarchie, Innovation Communities, Projekt Columbus, empirische Innovationsforschung, Innovationsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Promotorenstrukturen – also die Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Akteuren – dazu beitragen können, typische Widerstände und Barrieren in Innovationsprozessen zu überwinden und deren Erfolg zu sichern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das Promotorenmodell, Innovationsbarrieren, die Rollenverteilung in Innovationsvorhaben sowie die empirische Validierung dieser Konzepte anhand existierender wirtschaftswissenschaftlicher Forschung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die wissenschaftliche Beantwortung der Frage, ob arbeitsteilige Promotorenstrukturen einen messbar positiven Einfluss auf den Erfolg radikaler Innovationsvorhaben in Unternehmen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor führt eine Literatur- und Theorieanalyse durch und stützt sich dabei auf eine komparative Beobachtung und Auswertung bestehender empirischer Studien zur Innovationsforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die konzeptionellen Grundlagen einschließlich der Identifikation diverser Innovationsbarrieren (Willens-, Fähigkeits-, administrative und Austauschbarrieren) sowie die detaillierte Darstellung des Promotorenmodells und seiner Theoreme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Promotorenmodell, Innovationsmanagement, Innovationsbarrieren, Arbeitsteilung, Macht-, Fach-, Prozess- und Beziehungspromotor.
Was unterscheidet den Machtpromotor vom Fachpromotor?
Der Machtpromotor setzt seine formale hierarchische Stellung ein, um Sanktionen auszuüben und Ressourcen bereitzustellen (Überwindung von Willensbarrieren), während der Fachpromotor sein spezifisches Expertenwissen nutzt, um fachliche Hürden abzubauen (Überwindung von Fähigkeitsbarrieren).
Warum wird die „Troika-Struktur“ als besonders erfolgreich hervorgehoben?
Die Troika-Struktur, in der Macht-, Fach- und Prozesspromotor zusammenwirken, bietet eine umfassende Überwindung von Widerständen auf verschiedenen Ebenen und wird laut den zitierten empirischen Befunden bei komplexen Projekten als besonders leistungsfähig eingestuft.
- Citation du texte
- Gino Krüger (Auteur), 2019, Promotoren im System. Auf den Spuren erfolgreicher Innovationsprozesse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245778