Angeregt durch Erkenntnisse aus der Nachbardisziplin Positive
Psychologie entstand in den Vereinigten Staaten vor zwei Jahren die
primär betriebswirtschaftlich orientierte Forschungsrichtung Positive
Organizational Scholarship (POS). Zentrales Anliegen der Verfechter von
POS ist es, die Bedingungen und Möglichkeiten zur Förderung
organisationaler Spitzenleistungen zu analysieren, wobei klassische
Fragestellungen der Organisationsforschung um Themenbereiche wie
Tugenden, Talente oder Sinnhaftigkeit ergänzt werden. Im vorliegenden
Beitrag kommt es zu einer Charakterisierung und kritischen Würdigung der
wesentlichen Merkmale. Die zentrale Erkenntnis dabei ist, dass POS durch
seinen innovativen Blickwinkel in vielerlei Hinsicht neuartige Ansatzpunkte
für die Organisationsforschung liefern könnte.
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Inhaltsverzeichnis
1.0 Prolog
2.0 Leadership für Manager : Reflect, Reveal, Inspire
2.1 Leadership als Führungskonzept und Führungsprozess
2.2 Der Bedingungsrahmen für Motivation, Identifikation und Loyalität
2.3 Die „Energieabsauger“ in den Organisationen
3.0 Unternehmensführung und Werte-orientiertes Management
3.1 Nachlese und Nachahmung
3.2 Werte jenseits des Profits
3.3 Economy of Scale
4.0 Die moralische Wende
4.1 Managementaudit
5.0 Fazit
6.0 Literaturquellen
7.0 Internetadressen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Positive Organizational Scholarship (POS) im modernen Management. Ziel ist es, die Herausforderungen für heutige Führungskräfte in einem dynamischen Umfeld zu analysieren und aufzuzeigen, wie durch eine werteorientierte Führung und den Fokus auf Stärken organisationale Spitzenleistungen erzielt werden können.
- Charakterisierung und kritische Würdigung von POS als Forschungsrichtung.
- Analyse des Führungsschwunds und der Bedeutung von Ethik im Management.
- Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen ökonomischem Druck und moralischer Verantwortung.
- Bewertung von modernen Managementmethoden und ihrer Wirksamkeit in sozialen Organisationen.
- Entwicklung von Ansätzen für ein werteorientiertes Management zur Förderung von Loyalität und Motivation.
Auszug aus dem Buch
3.3 Economy of Scale
Manager stecken grundsätzlich in Dilemmata. Zuallererst sind sie gefordert, rational-analytisch, mechanistisch, betriebswirtschaftlich vorzugehen. Unter dem Strich müssen Profit und Performance einfach stimmen. Für Altruismus ist, vor allem in anonymen Organisationen, wenig Raum. Das führt leicht dazu, dass ausschließlich nach den Gesetzen von Produktion und Industrialismus, nach den Dogmen der Economy of Scale, gedacht und gehandelt wird, die der Finanzmarktkapitalismus seit Mitte der 90er Jahre erzwingt.
Und dass viele ihre Kernaufgabe, das Managen im Sinne von Führen, vornehmlich als kennzahlenzentriertes Arbeiten in einem rein zweckorientierten Raum verstehen. Auch die Art der Kompensation, die meist nicht ausreichend an die entsprechenden Kennzahlen zur Bemessung des tatsächlich durch das Management erwirtschafteten Unternehmenserfolgs - und damit nicht an die nachhaltige unternehmerischen Leistung - gekoppelt ist, trägt dazu bei, dass Manager zwangsläufig zu Meistern des Operativen und Anhängern der Sport-Term Planung werden. Und so geraten unternehmerische Visionen, die die emotionalen und geistigen Ressourcen einer Organisation mobilisieren und insofern von zentraler Bedeutung für deren funktionalen Erfolg sind, ebenso leicht ins Abseits, wie mittel- bis langfristig angelegte Zielrahmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Prolog: Einführung in die Forschungsrichtung Positive Organizational Scholarship (POS) und deren Relevanz für organisationale Spitzenleistungen.
2.0 Leadership für Manager : Reflect, Reveal, Inspire: Analyse der Notwendigkeit für eine neue Führungskultur und ethische Reflexion im Management.
3.0 Unternehmensführung und Werte-orientiertes Management: Diskussion über die Grenzen rein methodenorientierter Führung und das Plädoyer für Werte jenseits des Profits.
4.0 Die moralische Wende: Untersuchung der Anforderungen an eine authentische Führung sowie die Einführung eines Managementaudits zur Selbstreflexion.
5.0 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Handlungsfelder eines Positiven Managements auf Mitarbeiter- und Organisationsebene.
6.0 Literaturquellen: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
7.0 Internetadressen: Verzeichnis weiterführender digitaler Quellen.
Schlüsselwörter
Positive Organizational Scholarship, POS, Führungskultur, Leadership, Werte-orientiertes Management, Ethik im Management, Managementaudit, Unternehmenskultur, Mitarbeiterführung, Organisationsforschung, Wirtschaftsethik, Leistungsfähigkeit, Selbstreflexion, Personalentwicklung, Wirtschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Forschungsrichtung Positive Organizational Scholarship (POS) und deren Anwendung auf die moderne Unternehmensführung, insbesondere in Bezug auf Führungskräfte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Wandel der Führungskultur, die Bedeutung von Ethik und Werten im Management sowie die Kritik an rein methodenzentrierten Ansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die kritische Würdigung der POS-Merkmale und die Aufzeigung von Wegen, wie Führungskräfte durch Authentizität und Werteorientierung langfristige Erfolge sichern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Charakterisierung, die durch Ansätze aus der Psychologie, Kybernetik und Betriebswirtschaftslehre gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Führungsmodelle, der Einfluss von Finanzmarktkapitalismus, die Problematik der "Energieabsauger" und die Notwendigkeit einer moralischen Wende diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Positive Organizational Scholarship, Werte-orientiertes Management, Führungskultur und Ethik charakterisiert.
Warum ist laut Autor die Kritik an aktuellen Führungsmethoden notwendig?
Der Autor argumentiert, dass viele moderne Managementmethoden lediglich "faddish elements" sind, die zur Selbstentfremdung führen, statt tatsächliche Leadership-Kompetenzen aufzubauen.
Was versteht der Autor unter dem Begriff "Managementaudit"?
Ein Managementaudit ist ein externes Instrument zur Selbstreflexion, das Führungskräften hilft, die Wirkung ihres eigenen Handelns auf die Organisation und das Mitarbeiterumfeld kritisch zu hinterfragen.
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- Henrik Welp (Author), 2006, Positive Organizational Scholarship im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124585