Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - European Postwar Period

Die Beziehungen der DDR unter Honecker zu Gorbatschow im Zuge der sowjetischen Reformen

Title: Die Beziehungen der DDR unter Honecker zu Gorbatschow im Zuge der sowjetischen Reformen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Katrin Baldus (Author)

History of Europe - European Postwar Period
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Mit der Einführung demokratischer und marktwirtschaftlicher Reformen, vielmehr jedoch durch die Aufgabe des sowjetischen Führungsanspruchs und der Breschnew-Doktrin, sah sich die DDR zunehmend Reformdruck seitens der Sowjetunion ausgesetzt und dadurch bedingt, in der östlichen Hemisphäre isoliert. Es soll dargestellt werden, inwiefern sich die DDR durch die Ablehnung der Reformen und die Weigerung diese auf die DDR zu übertragen, zunehmend von der Sowjetunion distanzierte und welche Bedeutung bzw. Auswirkung die Reformierung des sowjetischen Systems für die DDR hatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Erwartungen der SED an den neuen Generalsekretär der KPdSU

II Reaktion der DDR unter Honecker auf die Reformen Gorbatschows

III Entfremdung zwischen Gorbatschow und Honecker

1) Innenpolitische Differenzen

2) Interessengegensätze in der Außen- und Sicherheitspolitik

IV Gründe für die Abgrenzungspolitik der DDR

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und zunehmend spannungsreiche Verhältnis zwischen der DDR unter Erich Honecker und der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow. Ziel ist es darzulegen, wie die SED-Führung auf die sowjetische Reformpolitik (Glasnost und Perestroika) reagierte, welche Beweggründe für ihre ablehnende Haltung ausschlaggebend waren und welche Auswirkungen diese Distanzierung auf die Stabilität des SED-Regimes sowie die deutsch-sowjetischen Beziehungen hatte.

  • Erwartungshaltung der SED gegenüber Gorbatschow nach dessen Amtsantritt
  • Die Ablehnung von Glasnost und Perestroika durch die DDR-Führung
  • Persönliche und politische Entfremdung zwischen Honecker und Gorbatschow
  • Interessengegensätze in der Außen- und Sicherheitspolitik
  • Die Rolle der sozialistischen Ideologie und Legitimation für die DDR-Abgrenzung

Auszug aus dem Buch

III. Entfremdung zwischen Gorbatschow und Honecker

Einführend ist zu erwähnen, dass die Freundschaft mit der Sowjetunion nicht erst wegen Gorbatschows Reformpolitik einen Riss bekam, sondern dieser bereits 1979 auf Grund der Afghanistan-Intervention entstand. Bei einem der ersten Treffen zwischen Gorbatschow und Honecker am 5. Mai 1985 fanden diese in allen besprochenen Feldern Übereinstimmung. Hier seien die Wirtschaftsbeziehungen, die regionalen Konflikte oder auch die Verpflichtung zur Bewahrung des prosozialistischen Nicaragua erwähnt. Bestanden Befürchtungen Honeckers vor einem neuen sowjetischen Kurs, so dürften diese von Gorbatschow mit folgender Aussage zerstreut worden sein: „Es gibt nur ein Modell, den marxistisch-leninistischen Sozialismus“.

Beispielhaft für die Treffen Gorbatschows und Honeckers war ihre Unterredung anlässlich der Grundsteinlegung des Thälmann-Denkmals und der Einweihung des Museums der deutschen Antifaschisten in Krasnogorsk. Bestanden auch zu diesem Zeitpunkt schon Differenzen, so wurden sie hier dennoch nicht öffentlich zur Schau gestellt. Gorbatschow selbst berichtet in seinen Memoiren, dass Honecker in Gesprächen mit ihm stets Zurückhaltung übte, obwohl dessen Ablehnung der von Gorbatschow angestrebten Veränderungen unverkennbar gewesen sei. Honecker kritisierte lediglich den geringen Warenaustausch der Sowjetunion mit der DDR. Gorbatschow wies darauf hin, dass es notwendig sei, die Vorzüge des Sozialismus in Zukunft zum Tragen zu bringen und folglich auch notwendig, die sozial-ökonomische Entwicklung zu beschleunigen. Einigkeit bestand jedoch darüber, dass der Sozialismus dem Kapitalismus überlegen sei, und der marxistisch-leninistische Sozialismus das einzige Modell sei.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung zur Beziehung zwischen der DDR und Gorbatschow ein und umreißt die historisch-politischen Rahmenbedingungen der Entfremdung.

I Erwartungen der SED an den neuen Generalsekretär der KPdSU: Das Kapitel behandelt die anfänglichen Hoffnungen der DDR-Führung auf Stabilität und Kontinuität in der Sowjetunion sowie die persönlichen Ambitionen Honeckers bei Gorbatschows Amtsantritt.

II Reaktion der DDR unter Honecker auf die Reformen Gorbatschows: Hier wird die explizite Ablehnung der sowjetischen Reformkurse durch die SED und die Sorge um die eigene Existenzberechtigung des DDR-Systems dargelegt.

III Entfremdung zwischen Gorbatschow und Honecker: Dieses Kapitel analysiert die wachsenden innen- sowie außenpolitischen Differenzen, die schließlich von einer reservierten Haltung in eine offene Feindschaft übergingen.

IV Gründe für die Abgrenzungspolitik der DDR: Das Kapitel erörtert die strukturkonservativen Motive der SED und erläutert, warum die Abkehr von stalinistischen Mustern für das Überleben des SED-Regimes als existenzgefährdend wahrgenommen wurde.

Schlussbetrachtung: Die Zusammenfassung zieht ein Fazit über das Scheitern der DDR-Führung, sich den veränderten historischen Bedingungen anzupassen, und ordnet das Dilemma der Daseinsberechtigung in einem sich wandelnden sozialistischen Block ein.

Schlüsselwörter

DDR, SED, Erich Honecker, Michail Gorbatschow, Perestroika, Glasnost, Sowjetunion, Sozialismus, Reformpolitik, Abgrenzungspolitik, deutsch-sowjetische Beziehungen, Blockkonfrontation, Systemkrise, Außenpolitik, Mauerfall

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und zunehmende Verschlechterung der politischen Beziehungen zwischen der DDR-Führung unter Erich Honecker und der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow im Kontext der sowjetischen Reformen in den 1980er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die unterschiedliche Bewertung des Sozialismusmodells, die Auswirkungen der Perestroika auf die DDR, die Entfremdung zwischen den beiden Staatsmännern und die außenpolitische Gratwanderung der DDR-Führung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Gründen für die konsequente Ablehnung der sowjetischen Reformpolitik durch die SED und wie diese Ablehnung das Verhältnis zum "Großen Bruder" sowie die Stabilität des DDR-Regimes beeinflusst hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Analysen, Reden der Staatsmänner und Dokumenten aus der Ära Honecker basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Erwartungen der SED an Gorbatschow, danach die konkreten innen- und außenpolitischen Differenzen (inklusive der Abgrenzungspolitik) und schließlich die historischen sowie ideologischen Gründe für das Scheitern der Kommunikation zwischen den beiden Parteien analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Typische Begriffe sind SED, Honecker, Gorbatschow, Perestroika, Sozialismus-Modell, Blockkonfrontation und DDR-Außenpolitik.

Wie reagierte Honecker konkret auf das Konzept des „europäischen Hauses“ von Gorbatschow?

Honecker lehnte dieses Konzept ab, da er in der Beseitigung der Blockkonfrontation eine unmittelbare Bedrohung für die staatliche Souveränität und Existenzberechtigung der DDR sah.

Warum konnte die SED aus ihrer Sicht keine Reformen zulassen?

Nach Ansicht der SED-Führung hätte eine Liberalisierung oder Reform des Sozialismus die ideologische Legitimation der DDR aufgehoben und das System unweigerlich mit dem Modell der Bundesrepublik vergleichbar gemacht, was eine Daseinsberechtigung für einen zweiten deutschen Staat hinfällig gemacht hätte.

Excerpt out of 30 pages  - scroll top

Details

Title
Die Beziehungen der DDR unter Honecker zu Gorbatschow im Zuge der sowjetischen Reformen
College
University of Bonn
Course
Hauptseminar „Das Epochenjahr 1989- Zufall oder Notwendigkeit?“
Grade
1,0
Author
M.A. Katrin Baldus (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V124598
ISBN (eBook)
9783640297917
ISBN (Book)
9783640303212
Language
German
Tags
Beziehungen Honecker Gorbatschow Zuge Reformen Hauptseminar Epochenjahr Zufall Notwendigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Katrin Baldus (Author), 2005, Die Beziehungen der DDR unter Honecker zu Gorbatschow im Zuge der sowjetischen Reformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124598
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  30  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint