In den Anfängen der 70er Jahre brach das System von Bretton Woods zusammen. Es galt als gescheitert und sollte in den nachfolgenden internationalen Finanzarchitekturen keine Berücksichtigung mehr finden. Das Kapitel „Bretton Woods“ schien geschrieben und abgeschlossen zu sein. Erst die eklatanten Mängel des aktuellen Weltwährungssystems, die eine neue globale Finanzkrise verursachten, haben auch das Kapitel „Bretton Woods“ wieder in die Erinnerung zurückgerufen und zu einem aktuellen Thema gemacht. Schlagzeilen wie „Staatschefs für zweites Bretton Woods“ , „Eine neue Weltfinanzordnung – Bretton Woods II“ und auch die Forderung des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler nach einem Bretton Woods II bei seiner Eröffnungsrede des „European Banking Congress 2008“ verdeutlichen, wie aktuell die Problemstellungen und Wirkungsweisen des System auch heute noch sind.
Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen umfassenden Überblick über das System von Bretton Woods zu geben. Hierzu wird im zweiten Kapitel zunächst auf einen Vorgänger dieses Systems eingegangen: Dem Goldstandard. Es wird erläutert in welchen Formen dieser auftreten konnte, welches die Stabilitätsfaktoren waren und wie sich der Goldstandard innerhalb der Jahrzehnte entwickelte. Kapitel 3 beschäftigt sich schließlich mit dem System von Bretton Woods. Hier wird deutlich, warum der Goldstandard - als wichtiger Vorläufer des Bretton-Wood-Systems - im vorherigen Kapitel so detailliert abgehandelt wurde. Er stellt – in modifizierter Form - eine der Kernkomponenten dieses Systems dar. Neben Erklärungen zum Ablauf der Konferenz und den beiden Plänen von Keynes und White, befasst sich das Kapitel außerdem mit der Struktur und den Elementen des Systems, die noch bis heute Bestand haben und erheblichen Einfluss auf die globale Wirtschaftsentwicklung genommen haben. Abschließend fasst Kapitel 4 die festgestellten Sachverhalte kurz zusammen und versucht einen Ausblick auf die Zukunft zu geben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Vorläufer des Bretton-Wood-Systems
- Der Goldstandard
- Formen des Goldstandards
- Wirkungsweise des Systems
- Stabilitätsfaktoren
- Problematiken im Goldstandard
- Der Goldstandard
- Das Bretton-Woods-System
- Konferenz von Bretton-Woods
- Bedeutung der Konferenz
- Der Keynes Plan
- Der White Plan
- Struktur und Elemente des Systems
- Struktur des Systems
- Elemente des Systems
- Entwicklung des Systems
- 40er und 50er Jahre
- 60er Jahre
- 70er Jahre
- Konferenz von Bretton-Woods
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über das Bretton-Woods-System. Sie untersucht dessen Vorläufer, den Goldstandard, detailliert und beleuchtet die Entstehung, Struktur und Entwicklung des Bretton-Woods-Systems bis in die 70er Jahre. Der Fokus liegt auf dem Verständnis der Funktionsweise, der Stabilitätsfaktoren und der Herausforderungen beider Systeme.
- Der Goldstandard als Vorläufer des Bretton-Woods-Systems
- Die Konferenz von Bretton-Woods und die gegensätzlichen Pläne von Keynes und White
- Die Struktur und Elemente des Bretton-Woods-Systems
- Die Entwicklung des Systems über die Jahrzehnte
- Die Bedeutung des Bretton-Woods-Systems für die globale Wirtschaftsentwicklung
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 (Einleitung): Die Einleitung stellt die Aktualität des Themas Bretton Woods aufgrund der Mängel des aktuellen Weltwährungssystems heraus und benennt das Ziel der Arbeit: einen umfassenden Überblick über das System zu liefern.
Kapitel 2 (Vorläufer des Bretton-Wood-Systems): Dieses Kapitel behandelt den Goldstandard als Vorgänger des Bretton-Woods-Systems. Es erläutert verschiedene Formen des Goldstandards, seine Wirkungsweise, seine Stabilitätsfaktoren und die Probleme, die letztendlich zu seinem Zusammenbruch führten.
Kapitel 3 (Das Bretton-Woods-System): Dieses Kapitel beschreibt die Konferenz von Bretton Woods, die gegensätzlichen Pläne von Keynes und White, sowie die Struktur und die Elemente des resultierenden Systems. Es beleuchtet die Entwicklung des Systems in den 40er, 50er, 60er und 70er Jahren.
Schlüsselwörter
Bretton-Woods-System, Goldstandard, Weltwährungssystem, Keynes, White, Internationale Finanzarchitektur, Globale Wirtschaftsentwicklung, Währungsstabilität, Finanzkrisen.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Ziel des Bretton-Woods-Systems?
Ziel war die Schaffung einer stabilen internationalen Finanzarchitektur nach dem Zweiten Weltkrieg, um Wechselkursschwankungen zu minimieren und den Welthandel zu fördern.
Was ist der Goldstandard und welche Rolle spielte er?
Der Goldstandard war das Vorgängersystem, bei dem Währungen direkt an Gold gebunden waren. Bretton Woods übernahm dies in modifizierter Form (Bindung des Dollar an Gold, andere Währungen an den Dollar).
Worin unterschieden sich die Pläne von Keynes und White?
Keynes (Großbritannien) schlug eine internationale Verrechnungsunion mit einer neuen Weltwährung ("Bancor") vor, während White (USA) ein System basierend auf dem US-Dollar durchsetzte.
Warum brach das System in den 1970er Jahren zusammen?
Gründe waren unter anderem das steigende US-Handelsbilanzdefizit, die Inflation durch den Vietnamkrieg und der Vertrauensverlust in die Goldeinlösepflicht des Dollars.
Welche Institutionen gingen aus der Bretton-Woods-Konferenz hervor?
Die Konferenz führte zur Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank, die bis heute zentrale Akteure der Weltwirtschaft sind.
Warum wird heute wieder über ein „Bretton Woods II“ diskutiert?
Aufgrund globaler Finanzkrisen und Mängeln in der aktuellen Finanzordnung fordern Politiker eine neue, stabilere Weltwährungsordnung nach dem Vorbild des historischen Systems.
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- Simon Schäfer (Author), 2008, Das Bretton-Woods-System als Option eines Weltwährungssystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124613