Wenn man charakteristische Phänomene der Alpen diskutieren will, ist es notwenig den Alpenraum zu definieren bzw. einzugrenzen. Früher verstand man nämlich unter dem Begriff „Alpen“ nur die Hochweiden, später wurde er auf das ganze Gebirge ausgedehnt. Schon aus diesem Grund bedarf es einer Abgrenzung. Die Alpen stellen heute das größte innereuropäische Gebirge dar. Sie erstrecken sich über rund 181.500 km2 und sieben Staaten haben Anteil an ihnen: Österreich, Schweiz, Frankreich, Fürstentum Lichtenstein, Italien, Slowenien und Deutschland (VEIT 2002:14).
Diese Ausarbeitung soll sich auf den deutschen Alpenraum beschränken und somit auf den bayerischen Teil der Alpen und des Alpenvorlandes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Alpen im europäischen Klimaraum
2.1. Wettergeschehen
2.2. Wetterlagen
2.3. Typische Wetterlagen im Alpenraum
3. Föhnwetterlagen und Föhnentstehung
3.1. Definitionen von Föhn
3.2. Typische Föhnwetterlagen als Vorraussetzung für Föhn
3.2.1. Das westeuropäisches Tiefdruckgebiet
3.3. Die Entstehung des Alpensüdföhn
4. Die Alpen als thermische Barriere
4.1. Die thermodynamische Föhntheorie
4.2. Die antizyklonale Föhntheorie
5. Die Alpen als mechanische Barriere
6. Die Auswirkungen der Föhnwetterlagen
6.1. Physischgeographische Auswirkungen
6.1.1. Auswirkungen auf das Klima
6.1.2. Auswirkungen auf das Relief
6.2. Antropogeographische Auswirkungen
6.2.1. Auswirkungen auf die Vegetation
6.2.2. Auswirkungen auf die Tiere
6.2.3. Auswirkungen auf den Menschen
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Föhnwetterlagen im deutschen Alpenraum. Das primäre Ziel ist es, die klimatologischen Ursachen der Föhnentstehung zu erläutern und die vielfältigen physisch- und anthropogeographischen Auswirkungen dieses Windes auf die Region systematisch darzustellen.
- Klimatologische Grundlagen des Alpenraums und der Großwetterlagen
- Theoretische Erklärungsansätze zur Föhnentstehung
- Die Rolle der Alpen als thermische und mechanische Barriere
- Physischgeographische Folgen für Klima, Relief und Lawinenbildung
- Auswirkungen auf Vegetation, Tierwelt und das menschliche Befinden
Auszug aus dem Buch
4.2. Die antizyklonale Föhntheorie
Vorraussetzung bildet wieder ein von Westen herannahendes Tief mit Südwestströmung. Eine vorangehende antizyklonale Lage hat jedoch stabil geschichtete, alte, stagnierende Kaltluftmassen in der Poebene , den Alpentälern und im Alpenvorland hinterlassen. Die Annäherung des Tiefs bringt zunächst mit der West- bis Südwestströmung eine Warmluftadvektion. Während sich auf der nördlichen Alpenseite die wärmere Luft auch in den unteren Atmosphärenschichten durchsetzen kann, bleibt in der Poebene , die von drei Seiten mit Gebirge umgeben ist, die alte, kühle Luft liegen. Bei den sich in der Höhe einstellenden Südwinde kommt es nun nur zu einem geringen Aufsteigen von Luftmassen. Unterhalb von 1.500 bis 2.000m blockieren die Luftmassen und nehmen an der Föhnströmung gar nicht Teil (VEIT 2002:64). Da wärmere Luft leichter ist als kältere entsteht quer über dem Alpenhauptkamm ein Luftdruckgefälle. Der Luftdruck fällt auf der Alpennordseite stärker ab als im Süden. Je stabiler die Luft im Süden (Luvseite) geschichtet war, umso größer ist auch der Unterschied zur Leeseite. Dieses Druckgefälle kann einen „seichten“ oder auch „hochreichenden“ Föhn auslösen, d.h. ein „Durchströmen oder Überströmen der Alpen“ bewirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition des Alpenraums und Eingrenzung der Arbeit auf den deutschen Teil des Gebirges.
2. Die Alpen im europäischen Klimaraum: Analyse der großräumigen Druckgebilde und Wetterlagen, die das Klima in den Alpen bestimmen.
3. Föhnwetterlagen und Föhnentstehung: Definition des Begriffs Föhn und Erläuterung der notwendigen Wettervoraussetzungen für seine Entstehung.
4. Die Alpen als thermische Barriere: Darstellung der klassischen thermodynamischen und der antizyklonalen Föhntheorie.
5. Die Alpen als mechanische Barriere: Untersuchung des Einflusses der Alpen auf die Luftströmungen und die Entstehung von Leezyklogenesen.
6. Die Auswirkungen der Föhnwetterlagen: Detaillierte Betrachtung der physischgeographischen sowie anthropogeographischen Folgen des Föhns.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der verschiedenen Erklärungsansätze und der vielfältigen Auswirkungen des Föhns.
Schlüsselwörter
Föhn, Alpenraum, Südföhn, Wetterlagen, Meteorologie, Thermodynamik, Antizyklone, Klimatologie, Föhnmauer, Leezyklogenese, Lawinen, Gebirgswind, Alpenvorland, Luftdruckgefälle, Föhnkrankheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung des Phänomens Föhn im Alpenraum und analysiert dessen komplexe Auswirkungen auf die physische und belebte Natur.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die synoptische Meteorologie, verschiedene physikalische Föhntheorien sowie die Auswirkungen auf Klima, Vegetation, Fauna und den menschlichen Organismus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs über die Entstehung des Alpenföhns strukturiert darzulegen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche physikalische Modelle die beobachteten Phänomene erklären.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden zur Entstehung des Föhns verwendet?
Die Arbeit behandelt insbesondere die klassische thermodynamische Föhntheorie sowie die antizyklonale Föhntheorie und geht auf die mechanische Barrierewirkung der Alpen ein.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Wetterlagen, die physikalische Ursachenforschung des Föhnwindes und die detaillierte Analyse seiner Auswirkungen auf Flora, Fauna und Mensch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Alpenföhn, thermodynamische Föhntheorie, Leezyklogenese, Wetterlagen und Föhnwirkungen definiert.
Wie unterscheidet sich die antizyklonale Föhntheorie von der thermodynamischen Theorie?
Während die thermodynamische Theorie primär auf Kondensationseffekten während des Überströmens beruht, erklärt die antizyklonale Theorie den Föhn durch horizontale Luftdruckunterschiede bei stabil geschichteten Luftmassen.
Welche Rolle spielen die "Föhnfische" (altcumulus lenticularis) im Kontext dieser Arbeit?
Sie dienen als sichtbares optisches Kennzeichen für wellenförmige Luftbewegungen im Lee der Alpen und deuten auf das Auftreten starker Druckgradienten und hoher Windgeschwindigkeiten hin.
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- Desiree Pschorn (Author), 2007, Föhnwetterlagen und deren Auswirkungen im deutschen Alpenraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124661