Die vorliegende Arbeit konzentriert sich besonders auf den antimuslimischen Rassismus in Deutschland. Neben theoretischen Annahmen der Rassismus-Theorie sollen im Rahmen der Abschlussarbeit auf das Aufkommen islamfeindlicher und antimuslimischer politischer Strömungen eingegangen werden. In diesen Zusammenhang werden unter anderem Wahlprogramme rechtsorientierter Parteien und Forderungen von antimuslimischen sozialen Bewegungen hinsichtlich der Thematik betrachtet. Damit gilt es anhand einer Begutachtung der unterschiedlichen Felder festzustellen, ob von einer systematischen Unterdrückung und Diskriminierung einer Minderheit gesprochen werden kann.
Ferner werden Erfahrungsberichte von Musliminnen und Muslimen in dieser Arbeit generiert. Die Datenerhebung soll mit der Hilfe von narrativen Interviews stattfinden, welche im Anschluss transkribiert und ausgewertet werden. Die vorliegende Arbeit ist wie folgt strukturiert: Zu Beginn erfolgt die Klärung von Begriffen, welche für die Abschlussarbeit essenziell sind, wie Islamphobie und antimuslimischer Rassismus. Darauf folgt die Erklärung der Rassismus-Theorie, wobei die theoretischen Ansätze von Claus Melter und Paul Mecheril berücksichtigt werden.
In dem darauffolgenden Kapitel wird die rechtspopulistische politische Strömung in Deutschland näher beleuchtet. Hinsichtlich dessen werden rechtsorientierte Parteien begutachtet, wie die AFD und die Parteien der Pro-Bewegung. In diesem Zusammenhang werden ferner rechtspopulistische und islamfeindliche Bewegungen wie die Pegida-Bewegung und die Identitäre Bewegung thematisiert. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit erfolgt dann eine eigene Datenerhebung zu der bestehenden Forschungsfrage, bei welcher unter anderem narrative Interviews mit Musliminnen und Muslimen durchgeführt werden. Die narrativen Interviews werden im Anschluss transkribiert, segmentiert und ausgewertet, bevor ein abschließendes Fazit verfasst wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 Antimuslimischer Rassismus
2.2 Islamphobie
3. Rassismus Theorie
3.1 Aktueller Forschungsstand
3.2 Historische Entstehung von Rassismus
3.3 Funktion und Ursachen rassistischer Denkweisen
3.4 Theoretische Erklärungsansätze
4. Antimuslimische Strömungen auf politischer Ebene
4.1 Rechtsorientierte Parteien
4.1.1 Die AfD
4.1.2 Pro-NRW
4.2 Islamfeindliche Bewegungen
4.2.1 Pegida
4.2.2 Die Identitäre Bewegung
5. Eigene Datenerhebung in Form des narrativen Interviews
5.1 Das narrative Interview nach Fritz Schütze
5.2 Die Narrationsanalyse als Auswertungsverfahren
5.3 Vorstellung des Leitfadens
5.4 Vorstellung der Interviewpartner
5.5 Durchführung
5.6 Transkription der Interviews
5.7.1 Auswertung Interview Transkript 1
5.7.2 Auswertung Interview Transkript 2
5.7.3 Auswertung Interview Transkript 3
5.8 Darstellung des Untersuchungsergebnisses
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich antimuslimischer Rassismus auf politischer Ebene in Deutschland äußert und welche Erfahrungen Musliminnen und Muslime im Alltag durch diese Art des Rassismus machen. Ziel ist es, neben theoretischen Grundlagen zu Rassismus und Islamphobie, durch narrative Interviews die Lebenswelt Betroffener zu erfassen und das politische Aufkommen rechtspopulistischer Strömungen einzuordnen.
- Theoretische Grundlagen und historische Entwicklung des Rassismus
- Analyse rechtspopulistischer und islamfeindlicher politischer Akteure (AfD, Pro-NRW, Pegida, Identitäre Bewegung)
- Durchführung und Auswertung narrativer Interviews
- Erfassung individueller Erfahrungen von Musliminnen und Muslimen bei Diskriminierung
Auszug aus dem Buch
Die Identitäre Bewegung
Mit ihrem Namen möchte die Identitäre Bewegung auf den vermeintlichen Identitätsverlust des deutschen Volkes und vor allem der jungen deutschen Generation ohne Migrationshintergrund aufmerksam machen (Bruns, 2014, S. 56). Das Erkennungsmerkmal der Identitären Bewegung in Deutschland ist ein schwarz, gelbes Farbschema und das immer wieder aufkehrende Lambda-Symbol (vgl. Bruns, 2014, S.59).
Die Bewegung ist seit Mai 2014 ein eingetragener Verein in Deutschland und versucht überwiegend auf sozialen Netzwerken wie Twitter und YouTube Anhänger zu rekrutieren (vgl. Ministerium des Inneren des Landes NRW).
Entstanden ist die Bewegung im Herbst 2012 als Reaktion auf die zuvor schon bestandene französische Version der Identitären Bewegung. Die französische Version dieser Bewegung nennt sich Génération Identitaire und hat bereits einige Zeit vor der Entstehung des deutschen Ablegers, mit Videos auf YouTube pluralisiert, indem sie sich beispielsweise bei einer Moscheebesetzung filmten (vgl. Bruns, 2014, S. 68).
Bei der Identitären Bewegung Deutschlands kann von einer eher jungen Bewegung gesprochen werden, welche sich der Szene der Neuen Rechten zuordnen lässt. Charakteristisch für die Bewegung ist die Jugendlichkeit, der Aktionismus, die Verwendung von Merkmalen der Popkultur und die Kooperation zwischen den unterschiedlichen Ablegern der Identitären Bewegung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des antimuslimischen Rassismus, Darlegung der Forschungsfrage und des Aufbaus der Arbeit.
2. Begriffserklärung: Definition und differenzierte Abgrenzung der zentralen Konzepte antimuslimischer Rassismus und Islamphobie.
3. Rassismus Theorie: Überblick über theoretische Ansätze, historische Herleitung des modernen Rassismus sowie Funktionsweisen rassistischer Ideologien.
4. Antimuslimische Strömungen auf politischer Ebene: Analyse der Wahlprogramme und Ideologien rechtsorientierter Parteien (AfD, Pro-NRW) und Bewegungen (Pegida, Identitäre Bewegung).
5. Eigene Datenerhebung in Form des narrativen Interviews: Erläuterung der Methode der Datenerhebung, Vorstellung der Interviewpartner sowie Auswertung der Transkripte von drei Fallbeispielen.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse.
Schlüsselwörter
Antimuslimischer Rassismus, Islamphobie, Diskriminierung, Narrative Interviews, Rechtspopulismus, AfD, Pegida, Identitäre Bewegung, Rassismus Theorie, Migrationshintergrund, Soziale Ausgrenzung, Alltagsrassismus, Vorurteilsforschung, Politische Bildung, Identitätspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht das Phänomen des antimuslimischen Rassismus im aktuellen politischen Diskurs Deutschlands sowie die konkreten, subjektiven Diskriminierungserfahrungen von Musliminnen und Muslimen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der theoretischen Einbettung in die Rassismusforschung fokussiert die Arbeit auf die politische Radikalisierung durch rechtspopulistische Parteien und soziale Bewegungen sowie deren diskursive Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie antimuslimischer Rassismus politisch in Erscheinung tritt und welche Erfahrungen Betroffene damit in ihrem Alltag machen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Für die Datenerhebung werden narrative Interviews nach Fritz Schütze geführt und anschließend mittels Narrationsanalyse ausgewertet, um die subjektive Perspektive der Befragten detailliert zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Rassismusforschung, eine Analyse der Strategien rechtspopulistischer Gruppen und die empirische Darstellung von Interviewergebnissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung maßgeblich?
Die Kernbegriffe umfassen antimuslimischen Rassismus, Islamphobie, Rechtspopulismus, Diskriminierung und narrative Interviewverfahren.
Wie gehen rechtspopulistische Parteien wie die AfD laut der Arbeit mit der Thematik um?
Die Analyse verdeutlicht, dass die AfD den Islam gezielt in ihren Wahlprogrammen als Bedrohung für deutsche Werte und Rechtsordnungen darstellt, um Islamfeindlichkeit auf politischer Ebene zu legitimieren.
Zu welchen zentralen Ergebnissen gelangt die Datenerhebung?
Die Interviews zeigen übereinstimmend, dass die befragten Personen – unabhängig von Alter oder beruflicher Stellung – regelmäßig diskriminierenden Situationen ausgesetzt sind, sei es bei Behördengängen, auf dem Wohnungsmarkt oder im Alltag.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Antimuslimischer Rassismus auf politischer Ebene in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1246824