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Weg aus der Kindheit. Warum war die Kindheit der russischen Frauen kürzer als die Kindheit der russischen Männer?

Titel: Weg aus der Kindheit. Warum war die Kindheit der russischen Frauen kürzer als die Kindheit der russischen Männer?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 26 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Roman Smirnov (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema des Essays und seine methodische Komponente befinden sich an der Kreuzung der drei Geisteswissenschaftsbereichen. Erstens geht es um die Geschlechtergeschichte — eine Richtung, die in der westlichen Geschichtsschreibung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark entwickelt wurde. Es ist jedoch anzumerken, dass die Geschlechtergeschichte in Russland sich später als in westlichen Ländern zu entwickeln begann — erst in den späten 1980er Jahren, in der Zeit der Perestroika, als die russischen Geisteswissenschaften die Möglichkeit erhielten, ausländische Erfahrung vollständig zu nutzen.

Studien zur Geschichte der Frauen — jedoch ohne die spezielle Methodologie — sind schon in der sowjetischen Geschichtsschreibung erschienen. Beispielsweise wurden mehrere Studien zu Frauen in der revolutionären Bewegung sowie zu Fragen der Frauenbildung im zaristischen Russland veröffentlicht. Allerdings blieben einige von genannten Geschichtsarbeiten nie preisgegebene Dissertationen, was auf eine niedrige Popularität des Themas in der sowjetischen Geschichtswissenschaft hinweist.

Es ist zu bemerken, dass in vielen Gesetzgebungsakten des Russischen Reiches das Alter des Erwachsenenalters für Frauen und für Männer voneinander abweicht. Beispielsweise bestimmte Peter der Große in seiner Verordnung vom Jahr 1714 das Alter des Erwachsenenalters für Frauen auf 17 Jahre und für Männer auf 18 Jahre. Die russische Kaiserin Katharina II. bestimmte in einem Dekret vom Jahr 1762 über Gerichtsverfahren das Alter des Beginns der Rechtsfähigkeit für Männer mit 20 Jahren und für Frauen mit 18 Jahren. Die Hinweise auf eine derart frühe Beteiligung der Mädchen an der "Erwachsenenwelt" finden sich in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens. In diesem Essay werden mehrere hypothetischen Antworten auf die Frage gegeben, warum Frauen im Russischen Reich früher als Männern "reiften".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historiographie

III. Vorgeschichte

IV. Hypothese eins

V. Hypothese zwei

VI. Hypothese drei

VII. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschichtlichen Hintergründe, warum die Kindheit russischer Frauen im 19. Jahrhundert kürzer war als diejenige russischer Männer, und analysiert hierfür patriarchale Rollenbilder, rechtliche Rahmenbedingungen sowie soziokulturelle Erwartungen.

  • Untersuchung der Altersgrenzen des Erwachsenenalters im Russischen Reich.
  • Analyse der Rolle der Frau als biologisches Subjekt zur Fortpflanzung.
  • Vergleich der rechtlichen und politischen Rechte zwischen den Geschlechtern.
  • Einfluss militärischer Verpflichtungen auf die Dauer der Kindheit bei Männern.

Auszug aus dem Buch

Einleitung

Als ich die Geschlechtergeschichte Osteuropas erforschte, bemerkte ich, dass in vielen Gesetzgebungsakten des Russischen Reiches das Alter des Erwachsenenalters für Frauen und für Männer aus irgendeinem Grund voneinander abweicht. So bestimmte beispielsweise Peter der Große in seiner Verordnung vom Jahr 1714, in der die Regeln für das Erbe von Adelsgütern festgelegt wurden, das Alter des Erwachsenenalters für Frauen auf 17 Jahre und für Männer auf 18 Jahre. Die russische Kaiserin Katharina II. bestimmte in einem Dekret vom Jahr 1762 über Gerichtsverfahren das Alter des Beginns der Rechtsfähigkeit für Männer mit 20 Jahren und für Frauen mit 18 Jahren.

Ein weiteres Beispiel – die Artikel des Gesetzbuchs des Russischen Reiches (Polnoe sobranie zakonov Rossijskoj imperii), veröffentlichte im Jahr 1833, wo das Heiratsalter für Männer mit 18 Jahren und für Frauen mit 16 Jahren gestartet. Es ist bemerkenswert, dass in der Mitte des 19. Jahrhunderts das gleiche zulässige Mindestalter für Frauen, die sich legal der Prostitution widmen und einen Bordelljob antreten möchten, festgelegt wurde. Im Jahr 1903 wurde dieses Alter jedoch von 16 auf 21 Jahre angehoben.

Die Hinweise auf eine derart frühe Beteiligung der Mädchen "an der Erwachsenenwelt" finden sich in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens - nicht nur in Gesetzen. Anna Belova weist in ihrer Studie über russische Adlige darauf hin, dass in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Grenze für den Abschluss der Kindheit für edle Mädchen zwischen 12 und 14 Jahren lag: 15- und 16-jährige Adlige galten als erwachsene Frauen in der Familie und in der Gesellschaft. Es ist auch schaubar, dass 13-14-jährige edle Mädchen in ihren geheimen Tagebüchern ihre Gedanken für die erwachsenste Sprache stilisierten und sich so in die verbale Welt der Erwachsenen einfügten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beleuchtet die Diskrepanzen in historischen Gesetzestexten bezüglich des Erwachsenenalters für Frauen und Männer im Russischen Reich.

II. Historiographie: Gibt einen Überblick über die Entwicklung der Frauen- und Geschlechtergeschichte in Russland und der Sowjetunion unter Einbezug internationaler Forschung.

III. Vorgeschichte: Erläutert die historischen Ursprünge der Kindheitsdefinition in der Rus und den Einfluss der Christianisierung auf Zeitverständnis und Altersperiodisierung.

IV. Hypothese eins: Setzt das frühe Erwachsenwerden von Frauen mit ihrer biologischen und gesellschaftlichen Rolle als zukünftige Mütter in Beziehung.

V. Hypothese zwei: Argumentiert, dass der Status einer Frau nach der Kindheit kaum neue Rechte brachte, während Männern durch das Erwachsenwerden politische und bürgerliche Möglichkeiten offenstanden.

VI. Hypothese drei: Analysiert den Ausschluss von Frauen von der Wehrpflicht als Faktor, der ihr Erwachsenwerden weniger "gefährlich" und damit früher realisierbar machte.

VII. Fazit: Fasst zusammen, dass die kürzere Kindheit von Frauen ein komplexes Zusammenspiel aus biologischer Instrumentalisierung, rechtlicher Diskrepanz und militärisch geprägten Anforderungen war.

Schlüsselwörter

Geschlechtergeschichte, Russisches Reich, Kindheit, Erwachsenenalter, Patriarchat, Rechtsfähigkeit, Heiratsalter, Frauenbewegung, Soziologie, Russische Geschichte, Rollenbilder, Wehrpflicht, Historische Forschung, Geschlechterspezifische Diskrepanz, Biografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum russische Mädchen im 19. Jahrhundert früher als "erwachsen" galten als ihre männlichen Altersgenossen und welche sozialen sowie rechtlichen Faktoren dies begünstigten.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die Frauen- und Geschlechtergeschichte, die Geschichte der Kindheit, rechtliche Disparitäten im Russischen Reich sowie patriarchale Gesellschaftsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Hypothesen aufzustellen und zu prüfen, die erklären, warum die "Phase der Kindheit" bei Frauen im historischen russischen Kontext signifikant kürzer ausfiel.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer breit angelegten Literatur- und Quellenanalyse, die historische Gesetzestexte, soziologische Theorien zum Lebenszyklus und aktuelle historiographische Studien kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung, die Analyse biologischer Funktionen, rechtlicher Beschränkungen sowie die Rolle der Wehrpflicht für Männer.

Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Geschlechtergeschichte, Russisches Reich, Kindheit, Erwachsenenalter, Patriarchat sowie Rechtsfähigkeit.

Wie unterschied sich die Lebensrealität von Mädchen und Jungen bei Erreichen des Erwachsenenalters?

Während der Übergang für Mädchen meist mit der Erfüllung biologischer Funktionen (Geburt) einherging, bedeutete das Erwachsenwerden für Männer den Erhalt von Rechten, politischen Möglichkeiten und Karrierechancen.

Welche Rolle spielte das Militär für die Entstehung der Unterschiede?

Die Wehrpflicht für Männer erforderte eine längere Phase der körperlichen und emotionalen Reifung, während Frauen von diesem "gefährlichen" Dienst ausgeschlossen blieben, was ihren Status als Erwachsene weniger verantwortungsvoll definierte.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Weg aus der Kindheit. Warum war die Kindheit der russischen Frauen kürzer als die Kindheit der russischen Männer?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar: Geschlechterverhältnisse im 19. Jahrhundert
Note
1.7
Autor
Roman Smirnov (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V1246911
ISBN (PDF)
9783346679222
ISBN (Buch)
9783346679239
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender history Geschlechtergeschichte Frauengeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Roman Smirnov (Autor:in), 2019, Weg aus der Kindheit. Warum war die Kindheit der russischen Frauen kürzer als die Kindheit der russischen Männer?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1246911
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Leseprobe aus  26  Seiten
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