In dieser Bachelorarbeit wird der Fokus auf Kinderarmut, die Definition von Armut, Ursachen und Auswirkungen auf Kinder die in Armutsgefährdeten Haushalten leben gelegt. Außerdem wird der Präventionsketten Ansatz als Kommunale Antwort auf Kinderarmut untersucht. Die sich aus diesem Kontext entwickelte Frage lautet: Wie können die Kommunen mit dem Ansatz der Präventionsketten Kinderarmut entgegenwirken?
Um dieser Frage nachgehen zu können, wird in den folgenden Kapiteln die aktuellen Ursachen und Folgen von Kinderarmut dargestellt. Im Anschluss wird das Konzept der Lebensweltorientierung erörtert, da die Präventionskette auf diesem aufbaut. Das dritte Kapitel stellt die Präventionskette mit ihren Zielen und Chancen dar. In diesem Kapitel wird die Präventionsketten ausführlich in ihrem möglichen Aufbau und ihrer Entstehung beschrieben. Zum Abschluss wird verstärkt auf die Frage zurückgegangen, um den Gebrauch der Präventionsketten im Raum Kiel darzustellen. Abschließend werden die wichtigsten Schlussfolgerungen dieser Arbeit dargestellt und zusammengefasst
Steigende Kinder- und Jugendarmut sind mit hohen Folgekosten für die Kommunen verbunden. Gleichzeitig wirkt sich Armut auf die Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern in allen Lebensbereichen aus. Kommunale Präventionsketten sollen helfen, die Folgekosten von Kinder- und Jugendarmut für die Kommunen zu senken und allen Kindern und Jugendlichen Chancen für gesellschaftliche Teilhabe zu sichern. Die Präventionskette vereinigt Ansätze aus der Gesundheitsförderung, der Kinder- und Jugendhilfe, der Frühförderung, den frühen Hilfen sowie der Bildung. Armut hat viele Facetten und diese bieten viel Definitionsspielraum.
Inhaltsverzeichnis
1. Kinderarmut
1.1 Absolute und relative Armut
1.1.1 Ressourcenansatz
1.1.2 Lebenslagenansatz
1.1.3 Definition des Begriffs Kinderarmut
1.2 Ursachen und Auswirkungen für in Armut lebenden Familien
1.2.1 Alleinerziehende und Mehrkinderhaushalte
1.2.2 Familien mit Migrationshintergrund
1.2.3 Bildungs- und Teilhabechancen
1.3 Folgen für in Armut lebende Familien
1.3.1 Materielle Situation
1.3.2 Gesundheit von Menschen die in Armut leben
1.3.3 Bildungschancen der Kinder
1.3.4 Familiäre Situation
1.4 Fazit
2. Fachliche Standards der Pädagogik
2.1 Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch
2.1.1 Lebensweltorientierung als Rahmenkonzept
2.1.2 Strukturmaximen
2.1.3 Handlungsmaxime der Sozialraumorientierung
2.2 Fazit
3. Die Präventionskette
3.1 Aufbau einer Präventionskette
3.1.1 Charakteristische Merkmale einer Präventionskette
3.1.2 Definition des Begriffs Präventionskette
3.2 Was braucht das Kind?
3.2.1 Umsetzung von Partizipation
3.2.2 Bestandsaufnahme von Angeboten
3.3 Herausforderungen und Chancen von Präventionsketten
3.3.1 Netzwerke
3.3.2 Koordination von Steuerungsgruppen
3.3.3 Bildung als Baustein der Präventionskette
3.4 Ziele der Präventionskette
3.4.1 Entwicklung eines Netzwerkes
3.4.2 Qualität sichern und weiterentwickeln
3.5 Fazit
4. Präventionsketten und Lebensweltorientierung
4.1. Präventionsketten und Grunddimensionen der Lebenswelt
4.2 Präventionskette in Kiel
4.2.1 Planen und Handeln
4.2.2 Maßnahmen der Armutsprävention
4.3 Fazit
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, das Konzept der Präventionsketten im Kontext von Kinderarmut zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Kommunen dem Phänomen der Kinderarmut durch diesen Ansatz wirksam entgegenwirken können, mit speziellem Fokus auf die Stadt Kiel.
- Grundlagen der Kinderarmut und ihre Folgen für Familien
- Fachliche Standards der Pädagogik, insbesondere die Lebensweltorientierung
- Theoretischer Aufbau und Merkmale einer kommunalen Präventionskette
- Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Implementierung von Präventionsnetzwerken
- Analyse der präventiven Strategien in Kiel im Bereich der Armutsbekämpfung
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Ressourcenansatz
Der Ressourcenansatz geht bei der relativen Einkommensarmut wie auch beim Bezug von Transferleistungen davon aus, dass ein Mangel an ökonomischem und soziokulturellem Kapital vorliegt. Das Zusammenspiel dieser Kapitale definiert das Existenzminimum einer Person oder eines Haushalts in Bezug zur jeweiligen Referenzgesellschaft. Dies bedeutet, dass man es als Armut bezeichnen kann, wenn ein Mangel an ökonomischem Kapital sowie eine Einschränkung der soziokulturellen Teilhabe gegeben ist. Da das ökonomische Kapital den Vorteil der empirischen Überprüfbarkeit mitbringt, rückt beim Ressourcenansatz der Aspekt der soziokulturellen Teilhabe in den Hintergrund (vgl. Meier Et al. 2003, S.22f.; Zimmermann 2000, S.65).
Das heißt, dass bei der relativen Einkommensarmut das ökonomische Kapital einer Person oder eines Haushaltes überprüft werden. Dabei wird die Person oder der Haushalt als arm bezeichnet, deren oder dessen Äquivalenzeinkommen 60% oder weniger des Median-Äquivalenzeinkommens beträgt. Bezogen auf deutsche Haushalte bedeutet dies, dass jene Haushalte oder Personen in Armut leben, die Sozialhilfe beziehen, weil ihr Netto-Äquivalenzeinkommen überwiegend Einkommen aus Sozialhilfe nahe der 50%-Grenze liegt.
In Kiel „steigt die Zahl der sozialgeldberechtigten Kinder um 5,7 Prozent auf 8.773 Kinder unter 15 Jahre“ (Rassmus und Richter 2017, S.23).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kinderarmut: Definition von Armut durch Abgrenzung von absoluter und relativer Armut sowie Analyse von Ursachen und Folgen für betroffene Familien.
2. Fachliche Standards der Pädagogik: Erörterung der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch als zentralem Rahmenkonzept für die soziale Arbeit und Kinder- und Jugendhilfe.
3. Die Präventionskette: Detaillierte Darstellung des Aufbaus, der Ziele und Herausforderungen von Präventionsketten als kommunale Strategie zur Armutsprävention.
4. Präventionsketten und Lebensweltorientierung: Gegenüberstellung von Präventionsketten und den Grunddimensionen der Lebenswelt sowie die praktische Anwendung anhand des Beispiels der Stadt Kiel.
5. Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Reflexion der Möglichkeiten für Kommunen, Kindern durch Präventionsketten bessere Entwicklungschancen zu bieten.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Präventionsketten, Lebensweltorientierung, Sozialraumorientierung, Armutsprävention, Kommunale Jugendhilfe, Teilhabechancen, Partizipation, Netzwerkarbeit, Soziale Ungleichheit, Familienarmut, Kindheitspädagogik, Armutsforschung, Kiel, Prävention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Präventionsketten und deren Anwendungsmöglichkeiten zur Prävention von Kinderarmut im kommunalen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Kinderarmut, das pädagogische Konzept der Lebensweltorientierung und die praktischen Anforderungen an den Aufbau kommunaler Präventionsketten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie können die Kommunen mit dem Ansatz der Präventionsketten Kinderarmut entgegenwirken?“
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Fachliteratur und Berichte, kombiniert mit einer Analyse kommunaler Strategien, insbesondere am Beispiel der Stadt Kiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Armut, die pädagogischen Grundlagen der Lebensweltorientierung, den strukturellen Aufbau von Präventionsketten sowie die praktische Umsetzung präventiver Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kinderarmut, Präventionskette, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit und kommunale Strategien charakterisiert.
Welche Rolle spielt die „Lebensweltorientierung“ für Präventionsketten?
Die Lebensweltorientierung dient als theoretische Basis, die Fachkräfte dazu anleiten soll, Leistungen stärker an der individuellen Lebenssituation und dem Alltag von Kindern und Familien auszurichten.
Warum ist die Stadt Kiel als Beispiel gewählt worden?
Kiel dient als praktisches Fallbeispiel, da die Kommune mit ihren „Kieler Ansätzen zur Armutsprävention“ bereits konkrete Maßnahmen im Sinne des Präventionsketten-Ansatzes (z. B. Sprachförderung, Schulsozialarbeit) umsetzt.
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- Debby Detlefsen (Author), 2018, Die Präventionsketten im Kontext von Kinderarmut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247050