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Wozu noch Philosophie. Adorno und die Notwendigkeit der Kritischen Theorie

Philosophie als Negation des Bestehenden

Titel: Wozu noch Philosophie. Adorno und die Notwendigkeit der Kritischen Theorie

Hausarbeit , 2021 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Leon Maack (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Gegenwart
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der konkrete Gegenstand, den Adornos Philosophie und die Kritische Theorie, als deren prominentester Vertreter Adorno im Nachkriegsdeutschland galt, negativ behandeln, ist die Gesellschaft. Eine radikale Gesellschaftskritik, quasi die Negation des Leibnizschen Postulats, nach dem wir in der besten aller möglichen Welten leben, ist das Programm Adornos und der Kritischen Theorie überhaupt. Ihre Prämisse ist, dass die gegenwärtige Welt weit hinter der objektiven Möglichkeit, vernünftig und menschlich eingerichtet zu sein, zurückbleibt. Es ist kennzeichnend für die Kritische Theorie, dass ihre Kritik als negatives Verfahren nicht transzendent, sondern aus dem Inneren ihres Objekts heraus erfolgt.

Naiven Optimismus wie den Leibniz’ lehnt die Kritische Theorie zwar ab, räumt jedoch gleichzeitig die virtuelle Möglichkeit einer anderen, besseren Welt ein. Das philosophische Programm der Kritischen Theorie ist die Aufklärung, die nicht etwa abgelehnt, sondern immanent kritisiert wird: Das Sein wird am Schein gemessen; es soll gezeigt werden, dass die vermeintlich aufgeklärte, vernünftige Gesellschaft ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird, dass die Versprechen der Aufklärung bislang nicht eingelöst wurden: Die Aufklärung wird zur Selbstreflexion ermahnt. Vertreter*innen der marxistisch geprägten Kritischen Theorie, die Anfang des 20. Jahrhunderts größtenteils, wie Adorno selbst, aus gut situierten, großbürgerlichen Bildungshaushalten stammten, vertraten dabei einen reflektierten Klassenstandpunkt, der sich seiner bürgerlichen Privilegien bewusst war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Adorno und die Kritische Theorie

2. Philosophie als (Gesellschafts-)Kritik

3. Marx, die Praxis und die Enttäuschung über die ausgebliebene Revolution

4. Adornos Negativismus und die Möglichkeit einer Utopie

5. Fazit: Wozu noch Philosophie heute

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Philosophie nach Adorno und analysiert die Funktion der Kritischen Theorie als ein Instrument der immanenten Gesellschaftskritik. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Philosophie angesichts des Ausbleibens einer sozialen Revolution und der Verdrängung kritischen Denkens an ihrer utopischen Hoffnung festhalten kann, ohne in bloßen Aktionismus oder Apologetik zu verfallen.

  • Die Rolle der Philosophie als Instrument der Ideologiekritik
  • Die Dialektik zwischen Theorie und politischer Praxis
  • Das Konzept der bestimmten Negation als Mittel der Gesellschaftskritik
  • Die Auseinandersetzung mit dem Marxismus und das Ausbleiben der Revolution
  • Möglichkeiten einer Utopie in der negativen Dialektik

Auszug aus dem Buch

2. Philosophie als (Gesellschafts-)Kritik

Das Motiv der Kritik zieht sich als eine Art programmatischer roter Faden über die Jahrzehnte hinweg durch das Adorno’sche Denken; schon in seiner Habilitationsschrift über Søren Kierkegaard stellte er „den gesellschaftlichen und den potentiell kritischen Gehalt von Philosophie heraus.“ Adorno meint in Wozu noch Philosophie, „die überlieferten Philosophen“ seien seit den Vorsokratikern Kritiker gewesen. In der Folge konzipiert er Philosophiegeschichte als die ständige Kritik an denen, die zuvor gedacht haben: Leibniz übte Kritik am Empirismus, Kant wiederum an Leibniz und Hume, Hegel an Kant, Marx an Hegel, Adorno selbst am Positivismus und der Fundamentalontologie seiner Zeit. „Jene Denker hatten in Kritik die eigene Wahrheit. Sie allein, als Einheit des Problems und der Argumente, nicht die Übernahme von Thesen, hat gestiftet, was als produktive Einheit der Geschichte der Philosophie gelten mag.“

Der traditionellen Philosophie macht Adorno ihren Totalitätsanspruch zum Vorwurf, „kulminierend in der These von der Vernünftigkeit des Wirklichen“; eine Apologetik, wie sie dem für Adornos Denken essenziell wichtigen Idealisten Hegel notorisch häufig unterstellt wird. In ihrem Anspruch der Totalität, stellt Adorno ausgehend von seinem Verständnis von Philosophie als Kritik fest, gerät Philosophie „in Konflikt mit ihrer gesamten Überlieferung.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Adorno und die Kritische Theorie: Einführung in Theodor W. Adornos Frage nach der Notwendigkeit der Philosophie inmitten einer Gesellschaft, die hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

2. Philosophie als (Gesellschafts-)Kritik: Analyse der Philosophie als Prozess der ständigen Kritik und Abgrenzung gegenüber dem Positivismus sowie der Fundamentalontologie.

3. Marx, die Praxis und die Enttäuschung über die ausgebliebene Revolution: Betrachtung des Marxismus als Grundlage der Kritischen Theorie und Reflexion über das Scheitern der erhofften sozialen Umwälzung.

4. Adornos Negativismus und die Möglichkeit einer Utopie: Untersuchung der negativen Dialektik als Zentrum einer Philosophie, die sich einer befreiten Gesellschaft nur über die Kritik des Schlechten annähern kann.

5. Fazit: Wozu noch Philosophie heute: Abschließende Betrachtung, warum Philosophie als kritisches, nicht-konformistisches Denken trotz veränderter Bedingungen weiterhin essenziell bleibt.

Schlüsselwörter

Kritische Theorie, Theodor W. Adorno, Philosophie, Negativismus, Gesellschaftskritik, Dialektik, Aufklärung, Praxis, Marxismus, Utopie, Ideologiekritik, Totalität, Autonomie, Entfremdung, Mündigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophische Position Theodor W. Adornos zur Frage „Wozu noch Philosophie“ und untersucht die Bedeutung und Notwendigkeit der Kritischen Theorie in der modernen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von Philosophie zu Wissenschaft und Politik, die Kritik am Positivismus, die Auseinandersetzung mit Marx und die Frage nach utopischen Möglichkeiten durch negative Dialektik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Adornos Verständnis von Philosophie als notwendige, kritische Auseinandersetzung mit der Realität zu erörtern und aufzuzeigen, wie sie dem Konformismus entgegensteht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen Analyse der Schriften Adornos und setzt sich immanent mit seinem Denken und den Einflüssen von Hegel, Marx und Kant auseinander.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Philosophie als fortwährende Kritik, die Reflexion des gescheiterten revolutionären Potenzials nach Marx und die Theoriebildung zur negativen Dialektik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Kritische Theorie, Negativismus, Immanente Kritik, Autonomie, Totalität und Utopie.

Inwiefern beeinflusste die politische Praxis der 1968er Adornos Denken?

Adorno blieb skeptisch gegenüber einem unreflektierten „Praxiskult“ und betonte stets den Primat der Theorie, da nur durch rücksichtsloses Denken gesellschaftliche Missstände präzise analysiert werden können.

Wie definiert Adorno das utopische Potenzial?

Adorno entwirft keine konkrete Utopie, sondern versteht sie als „bestimmte Negation“ des Bestehenden; indem wir das Falsche und Schlechte als solches entlarven, deuten wir auf das hin, was anders sein könnte.

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Details

Titel
Wozu noch Philosophie. Adorno und die Notwendigkeit der Kritischen Theorie
Untertitel
Philosophie als Negation des Bestehenden
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Leon Maack (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
25
Katalognummer
V1247539
ISBN (PDF)
9783346678614
ISBN (Buch)
9783346678621
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wozu philosophie adorno notwendigkeit kritischen theorie negation bestehenden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leon Maack (Autor:in), 2021, Wozu noch Philosophie. Adorno und die Notwendigkeit der Kritischen Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247539
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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