Die Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Möglichkeiten Sozialarbeitende haben, sich in der musikalischen Behandlung von Menschen mit Schizophrenie und deren strukturellen Rahmenbedingungen (Angebot, Qualifikation etc.) einzubringen. Die Motivation dieser Arbeit stellt der Wunsch nach einer adäquaten, qualitativ hochwertigen Behandlung von Menschen mit psychischen Störungen dar.
Somit ist das Ziel dieser Arbeit, ein besseres Verständnis für die Aufgaben und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit zu schaffen, um eine professionelle musikalische Behandlung von psychisch gestörten Menschen zu gewährleisten. Dies beinhaltet insbesondere die Herausarbeitung der Verbindung von Sozialer Arbeit und Musik.
Die Arbeit befasst sich ausschließlich mit der Behandlung von Schizophrenie, da für die musikalische Behandlung von schizophren Erkrankten in der Literatur kaum Handlungsanweisungen für Sozialarbeitende vorliegen. Mittels umfassender Literaturrecherche wurden daher Handlungsmöglichkeiten im Fazit dieser Arbeit formuliert. Um dieses Fazit argumentativ zu untermauern, werden zunächst die wichtigsten Aspekte dieser Literaturauswertung aufgezeigt. Vorweg sorgen Begriffserklärungen für ein einheitliches Verständnis der Argumentation. Um ein Bewusstsein für die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit im Bereich Musik zu schaffen, wird aufgezeigt, welche Verbindung zwischen Sozialer Arbeit und Musik existiert. Für die Argumentationsstruktur dieser Arbeit ist zudem ein Grundwissen über Musiktherapie von Bedeutung, welches in Kapitel 4 gegeben wird. Die darauf folgende Differenzierung von Musiktherapie und Musik in der Sozialen Arbeit stellt den Kernpunkt der Argumentation dar. Kapitel 5 dient dem Verständnis der Leser*innen über das Krankheitsbild von Schizophrenie und zeigt letztlich auf, welche Wirkung Musiktherapie bei Schizophrenie hat. Kapitel 6 befasst sich mit der abschließenden Beantwortung der Fragestellung. Hier werden politische bzw. strukturelle Handlungsvorschläge für die Soziale Arbeit anhand einfacher Beispiele skizziert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärungen
2.1 Soziale Arbeit
2.2 Musik
2.3 Methode, Medium
2.4 Psychotherapie
3 Ziele und Funktionen von Musik in der Sozialen Arbeit
4 Einführung in die Musiktherapie
4.1 Grundlagen und Ziele der Musiktherapie
4.2 Methoden der Musiktherapie
4.3 Differenzierung: Musiktherapie vs. Musik in der Sozialen Arbeit
5 Musiktherapie und Schizophrenie
5.1 Schizophrenie
5.2 Musiktherapeutische Behandlung von Schizophrenie
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit im Kontext der musikalischen Behandlung von Menschen mit Schizophrenie, um eine professionelle Unterstützung bei der Lebensbewältigung zu gewährleisten und die Rolle der Sozialarbeit gegenüber der Musiktherapie zu klären.
- Verbindung von Sozialer Arbeit und Musik als Methode
- Grundlagen und Einsatz von Musiktherapie bei Schizophrenie
- Differenzierung zwischen musiktherapeutischen und sozialarbeiterischen Rollen
- Politischer Auftrag der Sozialen Arbeit in der Gesundheitsversorgung
- Netzwerkarbeit und Interdisziplinarität im Hilfeprozess
Auszug aus dem Buch
4.2 Methoden der Musiktherapie
Plahl stellt außerdem fest, dass es eine große Bandbreite musiktherapeutischer Ansätze gibt. Ein guter Überblick hierzu sei bei Edwards (2015) und Decker-Voigt & Weymann (2009) zu finden (vgl. Plahl, 2019, S. 80–81). Die verwendeten Methoden in der Musiktherapie sind abhängig von den strukturellen und institutionellen Rahmenbedingungen der Musiktherapeut*innen (vgl. Plahl, 2019, S. 85). In einer Schule wird beispielsweise ein anderes methodisches Vorgehen gewählt, als in einer Klinik (vgl. ebd.). So unterscheiden sich verschiedene musiktherapeutische Settings z.B. in ihrer Art der Beziehungsgestaltung, der verwendeten Musik bzw. der zur Auswahl stehenden Musikinstrumente, aber auch in der Art wie Musik eingesetzt wird: rezeptiv oder aktiv (vgl. ebd.). In den meisten Musiktherapierichtungen wird die Musik aktiv verwendet (vgl. DMtG, n.d.). Bei der aktiven Gestaltung von Musik können die Patient*innen ihre Emotionen auf non-verbale Weise für sich selbst und den / die Therapeut*in (sowie ggf. weitere Teilnehmer*innen im Falle einer Gruppentherapie) hörbar kommunizieren. Vorrangig wird hierbei Musik in Form einer Improvisation gespielt (vgl. ebd.). Folglich lernen die Patient*innen keine fertigen Stücke auswendig oder komponieren eigene Stücke über einen längeren Zeitraum. Vielmehr nutzen sie die Musik spontan zum Ausdruck ihrer derzeitigen Gefühle. „Auf musikalischer Ebene findet ein Probehandeln statt, bei dem neue Verhaltensweisen und Gefühle im geschützten Rahmen erfahrbar werden“ (ebd.). In dieser Form der Musiktherapie spielt der / die Therapeut*in ebenfalls aktiv mit und bietet dem / der Patient*in „[…] ein reales Gegenüber mit einer z.B. unterstützenden, stärkenden oder einer konfrontierend provokativen Funktion“ (ebd.). Im Gegensatz dazu bilden bei der rezeptiven Musiktherapie das aktive Hören von Musik sowie das Aufnehmen von Schwingungen die zentralen Merkmale der Methodik (vgl. ebd.). Die Grundannahme ist, dass Musik subjektiv bedeutsame Erinnerungen und Assoziationen wachrufen kann (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach den Handlungsmöglichkeiten für Sozialarbeitende in der musikalischen Behandlung von Menschen mit Schizophrenie und die Motivation der Autorin dar.
2 Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Soziale Arbeit, Musik, Methode, Medium und Psychotherapie, um ein einheitliches Verständnisgrundlage für die Argumentation zu schaffen.
3 Ziele und Funktionen von Musik in der Sozialen Arbeit: Hier wird die Verbindung zwischen Sozialer Arbeit und Musik sowie die Funktion von Musik als Methode zur Förderung von Kommunikations- und Bewältigungskompetenzen erläutert.
4 Einführung in die Musiktherapie: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Grundlagen und Methoden der Musiktherapie und grenzt diese von der pädagogisch orientierten Musik in der Sozialen Arbeit ab.
5 Musiktherapie und Schizophrenie: Es wird das Krankheitsbild der Schizophrenie skizziert und der wissenschaftliche Beleg für die Wirksamkeit musiktherapeutischer Ansätze in der Behandlung diskutiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und formuliert konkrete politische sowie praxisbezogene Handlungsempfehlungen für Sozialarbeitende.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Musiktherapie, Schizophrenie, psychische Störungen, Lebensbewältigung, Musik als Methode, Kulturarbeit, Interdisziplinarität, Öffentlichkeitsarbeit, therapeutische Beziehung, Patientenwohl, Gesundheitswesen, psychosoziale Therapie, künstlerische Medien, Handlungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten von Sozialarbeitenden, sich professionell in die musikalische Behandlung von Menschen mit Schizophrenie einzubringen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Schnittstellenverhältnis von Sozialer Arbeit und Musik, die professionelle Anwendung von Musiktherapie sowie deren politische und strukturelle Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesem speziellen Feld zu schaffen und Handlungsempfehlungen für die Praxis zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, in der bestehende Definitionen und Studien, wie etwa die Cochrane-Reviews, ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsklärungen, die theoretische Verortung von Musik in der Sozialen Arbeit, die Einführung in die Musiktherapie und die spezifische Betrachtung des Krankheitsbildes Schizophrenie.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Kernbegriffe sind Soziale Arbeit, Musiktherapie, Schizophrenie, psychosoziale Intervention und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Warum sollte Soziale Arbeit Musiktherapie nicht einfach ersetzen?
Die Autorin betont, dass Musiktherapie eine spezifische therapeutische Ausbildung erfordert, um qualifizierte Behandlung zu gewährleisten, weshalb Sozialarbeitende sich primär auf ergänzende Angebote konzentrieren sollten.
Welche politische Rolle wird der Sozialen Arbeit in der Arbeit zugeschrieben?
Sozialarbeitende haben den Auftrag, durch Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit für bessere Rahmenbedingungen und eine flächendeckende Verfügbarkeit von Musiktherapie einzutreten.
- Arbeit zitieren
- Eva Hagen (Autor:in), 2022, Musiktherapie und Schizophrenie. Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247685