Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Vorkommen von Burnout bei pädagogischen Fachkräften, die im Arbeitsfeld der Kindertagesstätte arbeiten.
Ziel ist es, das Burnout Syndrom im Berufsfeld der Kindertageseinrichtungen zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für die Leitungskräfte darzustellen. Pädagogen werden vermehrt in Leitungspositionen eingesetzt. Darunter fallen zum Beispiel Sozialpädagogen und Kindheitspädagogen. Es ist herauszustellen, welche Tätigkeiten in den Bereich der Leitung fallen und wie sie auf die Symptomatik Burnout reagieren können und müssen. Als Grundlage wird Burnout Syndrom näher betrachtet. Um den Burnout Begriff gezielter definieren zu können, werden diverse Theorien und die ICD-10 Klassifikation genannt.
Weiterhin werden die Symptome und Ursachen betrachtet, die verschiedene Bereiche des Lebensalltags inkludieren. Doch wie kann man Burnout messen? Dazu werden zwei Messinstrumente näher in den Blick genommen. Um das Burnout Syndrom mit dem Arbeitsumfeld im Kindergarten in Verbindung bringen zu können, wird der Tätigkeitsbereich der pädagogischen Fachkräfte betrachtet. Die spezielle Verantwortung der Leitungskräfte wird in den Fokus gerückt und eine Handlungsempfehlung ausgesprochen bzw. verschiedene Angebote dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Das Burnout Syndrom
2.1 Die ICD-10 Klassifikation
2.2 Die Ursachen eines Burnout Syndroms
2.2.1 Die persönlichen Ursachen
2.2.2 Die Ursachen im Unternehmen
3. Messsinstrumente
3.1 MBI – Maslach Burnout Inventory nach Maslach & Jackson
3.2 HBI- Hamburg Burnout Inventar nach Burisch
4. Burnout in der Kindertagesstätte
4.1 Eine Tätigkeitsbeschreibung von pädagogischen Fachkräften
4.2 Das Befinden der pädagogischen Fachkräfte
4.2.1 Spezielle Stressfaktoren
4.2.2 Besondere Ressourcen
5. Die Verantwortung der Kindertagesstättenleitung
6. Angebote des Trägers
7. Handlungsempfehlungen für Kindertagesstättenleitungen
8. Gesundheitsförderlicher Führungsstil
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Vorkommen und die Prävention des Burnout-Syndroms bei pädagogischen Fachkräften in Kindertagesstätten unter besonderer Berücksichtigung der Rolle und Verantwortung von Führungskräften.
- Theoretische Grundlagen des Burnout-Syndroms und diagnostische Einordnung
- Analyse der spezifischen Belastungsfaktoren im Arbeitsfeld Kindertagesstätte
- Darstellung von Messinstrumenten zur Burnout-Erfassung
- Die Rolle der Leitungskräfte im betrieblichen Gesundheitsmanagement
- Strategien zur Burnout-Prävention inklusive Teambildungs- und Führungsansätzen
Auszug aus dem Buch
2. Das Burnout Syndrom
Der Begriff des „Burnouts“ wurde 1974 von dem deutsch-amerikanischen Psychologen Herbert J. Freudenberger geprägt. Er zeigte, dass primär Menschen mit helfenden Berufen eine emotionale Erschöpfung in sich tragen, die mit einem ausgeprägten Mitgefühl einhergeht. Nachdem sie ihre Arbeit mit viel Spaß und großer Begeisterung vollzogen, erlebten sie künftig Grenzen, entweder von außen oder persönlich gesetzt, die zu großen Enttäuschungen begleitet von einem Absinken der Energiereserven führte. Ärzte, Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher, Krankenschwestern und ähnliche Berufsgruppen wurden überdurchschnittlich oft krankgeschrieben (vgl. Schröder, 2006, S. 10). Auch der deutsche Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer greift dieses Thema in seinem Bestseller „Hilflose Helfer - Über die seelische Problematik der helfenden Berufe“ von 1977, welches auch heute noch rezipiert wird, auf und prägt darin den Begriff des „Helfersyndroms“.
Ein vom Helfersyndrom betroffene Person ist jemand, der das Ideal internalisiert hat, dass man nur dann gut sei, wenn man anderen, schwächeren, kranken, benachteiligten oder bedürftigen Menschen hilft. Für die zu betreuende Person soll der Helfer das Ideal verkörpern, welches er bei seinen eigenen Eltern in der Kindheit vermisst hat. Bei einer starken Ausprägung des Helfersyndroms, das heißt, wenn das Wohlergehen des oder der Klienten grundsätzlich als wichtiger eingestuft wird als die eigene Befindlichkeit des Helfers oder die Bedürfnisse der Familienangehörigen, kann es zu schweren Depressionen oder zum Burnout kommen. Der Drang, immer und überall helfen zu müssen, wird zur Sucht (vgl. Schmidbauer, 1977). 1981 wurde das Maslach Burnout Inventory (MBI) von Christina Maslach und Susan E. Jackson entwickelt, welches bis heute das gängigste Messinstrument zur Erfassung des Burnout-Syndroms ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Einführung in die Thematik des Burnouts, seine geschichtliche Entwicklung sowie die Relevanz des Themas im heutigen Kontext sozialer Einrichtungen.
2. Das Burnout Syndrom: Detaillierte Betrachtung theoretischer Definitionen, psychologischer Ursachenmodelle und der Problematik der medizinischen Klassifikation.
3. Messsinstrumente: Vorstellung der wissenschaftlichen Messverfahren MBI und HBI zur Identifizierung von Burnout-Gefährdungen.
4. Burnout in der Kindertagesstätte: Analyse der spezifischen beruflichen Belastungssituation pädagogischer Fachkräfte sowie der internen Ressourcen.
5. Die Verantwortung der Kindertagesstättenleitung: Erörterung der vielfältigen Managementaufgaben und der Führungsverantwortung hinsichtlich der Arbeitsorganisation und Teamentwicklung.
6. Angebote des Trägers: Zusammenfassung präventiver Angebote wie Gefährdungsanalysen, Supervision und EAP-Programme zur Burnout-Prävention.
7. Handlungsempfehlungen für Kindertagesstättenleitungen: Konkrete Ansätze zur Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements und Nutzung salutogenetischer Konzepte.
8. Gesundheitsförderlicher Führungsstil: Beschreibung der Auswirkungen des Führungsstils auf das Arbeitsklima und die Gesundheit der Mitarbeitenden.
9. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und Forderungen an Politik, Träger und Leitungen.
Schlüsselwörter
Burnout, Kindertagesstätte, Gesundheitsmanagement, Prävention, Überlastung, pädagogische Fachkräfte, Leitungsverantwortung, Supervision, Arbeitsbelastung, emotionale Erschöpfung, salutogenetischer Ansatz, Salutogenese, psychische Belastung, Gefährdungsanalyse, Führungskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Prävention des Burnout-Syndroms bei pädagogischen Fachkräften im Arbeitsfeld der Kindertagesstätte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Burnout-Forschung, die beruflichen Stressoren in Kitas, Messverfahren sowie Handlungsmöglichkeiten für verantwortliche Leitungskräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Strategien und Handlungsempfehlungen für Leitungskräfte aufzuzeigen, um Burnout bei Fachkräften präventiv entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung verschiedener psychologischer Konzepte sowie gesetzlicher Anforderungen zur Gefährdungsbeurteilung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der speziellen Kita-Stressfaktoren, die Rolle der Leitung im Management und konkrete Präventionsmaßnahmen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Burnout-Prävention, Salutogenese, Teamführung, psychische Belastung, Leitungsverantwortung und betriebliches Gesundheitsmanagement.
Welche Bedeutung hat das „Helfersyndrom“ im Kontext der Kindertagesstätte?
Das Helfersyndrom beschreibt den Drang, für andere immer verfügbar zu sein, was bei pädagogischen Fachkräften ohne ausreichende Selbstfürsorge das Risiko für emotionale Erschöpfung drastisch erhöhen kann.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Leitung von der der pädagogischen Fachkraft?
Während Fachkräfte in der direkten Arbeit mit den Kindern gefordert sind, trägt die Leitung zusätzlich die Managementverantwortung für Organisation, Personalpflege und die Etablierung des Gesundheitsmanagements.
Welche Rolle spielt die Salutogenese in der Burnout-Prävention?
Sie dient als Modell zur Förderung der Gesundheit, indem sie das Kohärenzgefühl der Mitarbeitenden stärkt, um Anforderungen besser bewältigen zu können, statt nur Krankheit zu vermeiden.
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- Anonym (Author), 2020, Burnout im Arbeitsfeld der Kindertagesstätte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1248114