In dieser wissenschaftlichen Hausarbeit soll nach der oben zusammengefassten Wahrnehmung von Lernenden der Frage nachgegangen werden, inwieweit diese Beschreibungen tatsächlich auf die Politiklehrer(innen) zutreffen und vor allem, ob die oben skizzierte Darstellung auf die jüngeren Fachlehrer(innen), der neuen Generation von Politiklehrer(innen) angewendet werden kann. Um dies herauszufinden, werden im Weiteren zunächst die Fachlehrer(innen) der politischen Bildung und ihr berufliches Selbstverständnis in den Fokus genommen, von denen aus Rückschlüsse auf die Fachkultur der Politiklehrer(innen) gezogen werden soll. Dabei wird angenommen, dass die Politiklehrer(innen) anhand ihrer Alterskohorten in verschiedene Generationen eingeteilt werden können. Um die Veränderung der Fachkultur zwischen den verschiedenen Generationen von Fachlehrer(innen) in der schulischen politischen Bildung untersuchen zu können, müssen die folgenden Fragen beantwortet werden. Zuerst muss geklärt werden, ob es verschiedene Vorstellungen von beruflichen Selbstverständnissen der Politiklehrkräfte gibt. Falls dem so ist, muss im Weiteren der Einfluss auf die verschiedenen Selbstverständnisse und das Verhältnis der verschiedenen Politiklehrer(innen)-Generationen zueinander untersucht werden. Außerdem ist der Frage nachzugehen, welches berufliche Selbstverständnis die jungen Politiklehrer(innen), die zwischen 1980 und 1995 geboren worden sind und seit den letzten Jahren in der Schule tätig sind, wie auch aktuell ihr Referendariat beginnen oder durchführen, besitzen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretischer Hintergrund
1.1. Der Begriff berufliches Selbstverständnis
1.2. Definitionsraster zum Begriff Generation
1.3. Forschungsstand
1.4. Generationen von Fachlehrer(innen) der politischen Bildung in der Schule
1.4.1. Generation A
1.4.2. Generation B
1.4.3. Generation C
1.4.4. Generation D
1.5. Zusammenfassung
2. Empirische Untersuchung
2.1. Methodisches Vorgehen
2.1.1. Gruppendiskussionen
2.1.2. Problemzentrierte Interviews
2.1.3. Qualitative Inhaltsanalyse
2.2. Inhaltsanalyse Generation D
2.2.1. Hauptkategorie Biografie
2.2.2. Hauptkategorie Haltung gegenüber
2.2.3. Hauptkategorie Vorgänger(innen)
2.2.4. Hauptkategorie Sonstiges
2.3. Inhaltsanalyse Generation C
2.3.1. Hauptkategorie Biografie
2.3.2. Hauptkategorie Haltung gegenüber
2.3.3. Hauptkategorie Nachfolger(innen)
2.3.4. Hauptkategorie Sonstiges
2.4. Deutung und Vergleich der Ergebnisse unter Reflexion des methodischen Vorgehens
2.4.1. Deutung und Vergleich Hauptkategorie Biografie
2.4.2. Deutung und Vergleich Hauptkategorie Haltung gegenüber
2.4.3. Deutung und Vergleich Hauptkategorie Vorgänger(innen) und Nachfolger(innen)
2.4.4. Deutung und Vergleich Hauptkategorie Sonstiges
3. Theoretisierung der Ergebnisse
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, inwieweit Beschreibungen von Politiklehrkräften als "Gestrige" oder unprofessionelle Akteure tatsächlich auf junge Politiklehrkräfte zutreffen. Das primäre Ziel ist die Rekonstruktion des beruflichen Selbstverständnisses verschiedener Lehrergenerationen in der politischen Bildung und die Analyse, wie sich die Fachkultur durch generationelle Unterschiede verändert hat.
- Berufliches Selbstverständnis von Politiklehrkräften
- Empirische Generationenanalyse und Generationsvergleich
- Geschichte und Entwicklung der Politikdidaktik
- Einfluss von Sozialisation und Biografie auf die Lehrtätigkeit
- Umgang mit aktuellen Anforderungen und Fachdidaktik-Prinzipien
Auszug aus dem Buch
1.2. Definitionsraster zum Begriff Generation
Der Begriff Generation ist allgegenwärtig im Alltag und erlebt in diesem, wie in der Wissenschaft immer wieder Konjunkturen. Im Sprachgebrauch wird er in Begriffen, wie Generationenvertrag in der Sozialpolitik, Historikergenerationen in der Wissenschaft, die Generation Golf eins und zwei, als Stilisierung in der Konsumwelt oder die politischen Generationen, bei denen zum Beispiel die 89er- mit der 68er-Generation verglichen werden (vgl. Weisbrot 2005). Am Begriff Generation kann die Kritik angebracht werden, dass mit dem Generationenkonzept der historische Verlauf willkürlich anhand von Geburtsjahren in Zeitsegmente eingeteilt wird. Hier ist vorwegzunehmen, dass es sich bei diesem Konzept tatsächlich nicht um sogenannte objektive Segmente oder Menschencluster handelt (vgl. Reulecke 2003: 8). Wie sich das Konzept der Generation und Generationalität zusammensetzt und definiert, wird im Weiteren abgehandelt.
Während der Anfangszeit der Soziologie wird die Generationenabfolge bei Auguste Comte als Instrument zur Strukturierung der Zeit aufgefasst. Hier verstand Comte unter dem Generationenbegriff eine Zeitstruktur des menschlichen Organismus im biologischen Verständnis, mit der Begrenzung durch die Geburt und den Tod. Innerhalb dieser Lebensdauer sind des Weiteren unterschiedliche Phasen vorhanden, die Altersstufen (vgl. Lüscher/ Liegle 2003: 40) die er einteilte in eine durchschnittliche Dauer von 30 Jahren. Denn Comte war überzeugt, dass durch die Verlängerung oder Verkürzung der Lebensdauer auch das Tempo des Fortschritts beeinflusst wird und die Gefahr bestünde, bei einer zu hohen Beschleunigung die Inhalte des Lebens abnehmen. Das Ziel dieser Definition war es den geistigen und sozialen Strömungswechsel zu erfassen, der wie oben schon beschrieben innerhalb der sich entwickelnden Gesellschaft immanent ist (vgl. Mannheim 1964: 510ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erörtert fachdidaktische Konzepte zur Erfassung des beruflichen Selbstverständnisses und entwickelt ein theoretisches Raster zum Generationenbegriff, um die Politiklehrkräfte verschiedenen Alterskohorten zuzuordnen.
2. Empirische Untersuchung: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Untersuchung (Gruppendiskussionen und problemzentrierte Interviews) und stellt die Ergebnisse zur Selbstwahrnehmung der Generationen C und D sowie ihr Bild von Vorgänger- und Nachfolgegenerationen vor.
3. Theoretisierung der Ergebnisse: Hier werden die empirischen Befunde mit den theoretischen Modellen verknüpft, um die generationellen Unterschiede im professionellen Leitbild zu diskutieren.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Generation A bis D jeweils spezifische berufliche Leitbilder verfolgen, wobei die Biografie des Einzelnen als zentraler Einflussfaktor auf das Selbstverständnis fungiert.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Politiklehrkräfte, Berufliches Selbstverständnis, Generationenkonzept, Politikdidaktik, Generation C, Generation D, Lehrerprofessionalität, Lehrerbiografie, qualitative Inhaltsanalyse, Shell-Jugendstudien, Beutelsbacher Konsens, Politiklehrer, pädagogische Fachkultur, Generationenbeziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Veränderung der Fachkultur und des beruflichen Selbstverständnisses von Politiklehrkräften in Deutschland, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vergleich verschiedener Generationen von Lehrkräften liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die berufsbezogenen "teacher beliefs" von Politiklehrkräften, die historische Entwicklung der Politikdidaktik sowie die Identität von Lehrergenerationen unter Berücksichtigung biografischer Faktoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie sich das berufliche Selbstverständnis über Alterskohorten hinweg verändert hat und ob die junge "Generation D" sich tatsächlich von der Darstellung älterer Generationen als "unprofessionelle Pädagogen" unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein qualitatives methodisches Vorgehen gewählt, das Gruppendiskussionen und problemzentrierte Einzelinterviews umfasst, welche anschließend mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz/Mayring ausgewertet wurden.
Welche Inhalte stehen im Hautteil?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Background über Identitätskonstrukte sowie eine umfangreiche empirische Analyse, in der Lehrer der Generationen C und D zu ihrer Motivation, Fachidentität und Wahrnehmung von Vorgängern befragt wurden.
Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit prägend?
Prägend sind Fachkultur, Generationsidentität, berufliches Selbstverständnis, Politische Bildung und Lehrerprofessionalität.
Wie genau definiert der Autor "Generationen" im Kontext seiner Untersuchung?
Der Autor stützt sich vor allem auf die Theorie von Karl Mannheim und nutzt Geburtsjahrgänge als Indikatoren für Alterskohorten, um durch gemeinsame geschichtliche Erfahrungen und Bildungsbiografien Generationseinheiten zu konstruieren.
Warum ist der Beutelsbacher Konsens für diese Untersuchung relevant?
Der Beutelsbacher Konsens dient als zentraler Orientierungspunkt in der professionellen Identität aller befragten Lehrkräfte und prägt deren Umgang mit politischen Kontroversen und Neutralitätsfragen im Unterricht.
- Arbeit zitieren
- Armin Frobel (Autor:in), 2022, Die Veränderung der Fachkultur in der schulischen politischen Bildung. Eine empirische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1248275