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Anthroposophisches Menschenbild als Grundlage der Waldorfpädagogik Teilaspekte

Title: Anthroposophisches Menschenbild als Grundlage der Waldorfpädagogik Teilaspekte

Intermediate Examination Paper , 2000 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anke Grams (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Das Interesse an der von Rudolf Steiner Anfang des 19. Jahrhunderts veröffentlichten Geisteswissenschaft namens Anthroposophie und den 1919 gegründeten Waldorfschulen ist groß. Waldorfschulen, Waldorfkindergärten, anthroposophische Weiterbildungen etc. gründen und vergrößern sich stetig. Die Plätze in Waldorfschulen und –kindergärten werden bereits Jahre im voraus belegt und die Klassen sind in der Regel bis zum äußersten Maximum gefüllt (bis zu 40 SchülerInnen pro Klasse unter Umständen).

Es stellt sich die Frage, warum Schulen, die sich jeder wissenschaftlichen Untersuchung widersetzen und über dessen Konzeption daher keine wissenschaftlichen Untersuchungen und Forschungen existieren, einen derartigen Zulauf verzeichnen können.

Einer der Gründe wird sicherlich in der Darstellung der Waldorfschulen von anthroposophischer Seite begründet sein. Anthroposophie selber als Weltanschauung und Lebenseinstellung weist viele Ähnlichkeiten zu anderen esoterischen Lehren auf, welche primär im Kontrast zu der ständig zunehmenden Technisierung, Rationalität und vor allem einer als „festgefahren“ und staatlich kontrollierten sowie bestimmten Erziehung stehen.

Übersinnliche Welten, kosmische Vorbestimmung, neue Erkenntnisformen, Reinkarnations- und Karmalehre, das allgemeine Menschenbild der Anthroposophie sollen neue Zugänge zur Wirklichkeit und dem Sinn des Lebens eröffnen. Praktisch umgesetzt soll dies in den anthroposophischen Einrichtungen sein, ohne die Anthroposophie selber zum Thema zu machen. Es soll eine Alternative zu den öffentlichen und stattlichen Einrichtungen geschaffen werden.

Dass Waldorfschulen sich selber nicht als Weltanschauungsschulen sehen, sondern die Anthroposophie lediglich als „..das pädagogische Werkzeug, mit dem in der Waldorfschule gearbeitet wird“1 ist mehr als umstritten. Die klare Verneinung von seiten Rudolf Steiners und der anthroposophischen Bewegung zur Frage der Waldorfschule als Weltanschauungsschule, bezeichnet Johannes Kiersch als „weitverbreitete Torheit, einen Unterricht für möglich zu halten, der nicht weltanschauungsbildend wirkt.“2

Zwar wird wie erwähnt die Anthroposophie selber nicht thematisiert, doch die anthroposophische Weltanschauung dient als Grundlage auch für den Lehrplan der Waldorfschulen und gestaltet somit den gesamten Unterricht.

Literatur über Anthroposophie und deren Leitthemen besteht größtenteils aus Arbeiten, welche sich vorwiegend paraphrasierend an den Texten Steiners orientieren. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Beschreibung und Abgrenzung vorliegender Arbeit

4 Der Mensch und seine Entwicklung in der Anthroposophie

4.1 Aufbau der menschlichen Person

4.2 Die Entwicklung des Menschen

4.3 Die Entwicklung des Menschen in Bezug auf die Erziehung in der Waldorfpädagogik

4.4 Die menschlichen Temperamente – Aspekte aus Steiners Temperamenten- und Charakterlehre

5 Die Rolle des Lehrers in der Waldorfschule

6 Aspekte des Lehrplanes in der Waldorfschule

6.1 Deutsch in der Waldorfschule

6.2 Kunst in der Waldorfschule

7 Abschließend

8 Literaturverzeichnis

8.1 Schriften Rudolf Steiners

8.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das anthroposophische Menschenbild als theoretisches Fundament der Waldorfpädagogik und analysiert dessen Umsetzung in die schulische Praxis, insbesondere in Bezug auf Lehrplanvorgaben und die Rolle des Lehrers.

  • Wesen der Anthroposophie und deren Einfluss auf die Erziehung
  • Struktur der menschlichen Person nach Rudolf Steiner
  • Die Lehre der Temperamente und deren Anwendung im Unterricht
  • Methodik des Lehrplanes in Deutsch und Kunst
  • Kritische Reflexion der anthroposophischen Pädagogik

Auszug aus dem Buch

4.1 Aufbau der menschlichen Person

Der Mensch wird von Steiner als eine Dreiheit verschiedener Leiber dargestellt, welche in einem zeitlichen Abstand von jeweils sieben Jahren geboren werden. Als erstes wird der „physische Leib“ geboren. Diese Geburt ist diejenige, welche gemeinhin auch als Geburt bezeichnet wird.

Da der Mensch mit diesem Leib den Gesetzen des pysischen Lebens unterworfen ist, setzt Steiner den physischen Leib (er meint das, welches greifbar und sichtbar ist), der mineralischen Welt gleich. Als nächstes folgt der „Lebensleib oder Ätherleib“. In anderen Schriften auch „Bildekräfteleib“ genannt. Dieser setzt sich zusammen aus Kräften, welche Steiner als „Lebenskraft“ bezeichnet. Dieser Leib wird gleichgesetzt mit dem der Pflanzen und Tiere. „Er bewirkt, dass die Stoffe und Kräfte des physischen Leibes sich zu den Erscheinungen des Wachstums, der Fortpflanzung, der inneren Bewegung der Säfte usw. gestalten. Er ist also Erbauer und Bildner des physischen Leibes, dessen Bewohner und Architekt.“

Der dritte Leib nennt sich „Empfindungs- oder Astralleib“. Dies ist der „Träger von all dem, was wir Leidenschaften (...) nennen, alles was der Mensch an Lust und Leid, Freude und Schmerz, Begierde und Trieb in sich trägt“. Oder auch „dasjenige, was das Leben immer wieder aus dem Zustand der Bewußtlosigkeit erweckt“ Diesen Leib hat der Mensch mit den Teiren gemeinsam. Dieser Astralleib, auch „Seelenleib“ genannt, ermöglicht ein Bewußtsein. „Ein Ätherleib, der bloß sich selbst überlassen wäre, müsste sich fortdauernd in dem Zustande des Schlafens befinden. Man kann auch sagen: er könnte in den physischen Leibe nur ein Pflanzendasein unterhalten.“

Das vierte Element welches nun hinzukommt, ist das maßgebliche Element des Menschen und was diesen ausmacht, das „Ich“, durch welches der Mensch sich abhebt und vom pflanzlichen und tierischen Reich unterscheidet.

Zusammenfassung der Kapitel

2 Einleitung: Beleuchtet das wachsende Interesse an Waldorfschulen trotz ihrer Abgrenzung von wissenschaftlichen Standards und hinterfragt die anthroposophische Weltanschauung als Grundlage des Unterrichts.

3 Beschreibung und Abgrenzung vorliegender Arbeit: Definiert den Fokus auf Teilaspekte des anthroposophischen Menschenbildes und die Struktur des Steiner-Lehrplans.

4 Der Mensch und seine Entwicklung in der Anthroposophie: Erläutert die Gliederung des Menschen in Leiber (physisch, Äther, Astral) sowie das Ich und deren Entwicklung in Siebenjahres-Rhythmen.

4.1 Aufbau der menschlichen Person: Detaillierte Darstellung der vier Wesensglieder und deren Funktionen für Wachstum und Bewusstsein.

4.2 Die Entwicklung des Menschen: Beschreibt die schrittweise Geburt der verschiedenen Leiber im Rhythmus von sieben Jahren.

4.3 Die Entwicklung des Menschen in Bezug auf die Erziehung in der Waldorfpädagogik: Verknüpft die Entwicklungsphasen mit der Rolle des Erziehers und der Notwendigkeit altersgemäßer Reize.

4.4 Die menschlichen Temperamente – Aspekte aus Steiners Temperamenten- und Charakterlehre: Analysiert die Einteilung in Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker und Phlegmatiker als Vermittlerrolle im Menschen.

5 Die Rolle des Lehrers in der Waldorfschule: Beschreibt die Anforderungen an den Lehrer, der das Temperament des Kindes erkennen und als Erziehungskünstler agieren soll.

6 Aspekte des Lehrplanes in der Waldorfschule: Untersucht die Richtlinien für den Unterricht, der auf den drei Lehrplanvorträgen Steiners basiert.

6.1 Deutsch in der Waldorfschule: Zeigt den Aufbau von der Bilderschrift zur Literaturgeschichte über verschiedene Klassenstufen auf.

6.2 Kunst in der Waldorfschule: Beschreibt die Entwicklung des künstlerischen Ausdrucks von der Farberfahrung bis hin zur ästhetischen Urteilsbildung.

7 Abschließend: Reflektiert die wissenschaftliche Einordnung der Anthroposophie und kritisiert die Anwendung starrer Schemata in der individuellen Erziehung.

8 Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Primärschriften Rudolf Steiners und die relevante Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Anthroposophie, Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner, Menschenbild, Wesensglieder, Ätherleib, Astralleib, Temperamentenlehre, Lehrplan, Erziehungskunst, Menschenentwicklung, Seelenlehre, Pädagogik, Unterrichtsmethodik, Individualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem anthroposophischen Menschenbild von Rudolf Steiner als Basis für die Waldorfpädagogik und wie dieses die Erziehung sowie den Lehrplan bestimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Wesensglieder des Menschen (Leiberlehre), die Temperamentenlehre, die Rolle des Lehrers als "Erziehungskünstler" und die konkrete Ausgestaltung des Lehrplans in den Fächern Deutsch und Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Einblicke in die theoretischen Grundlagen der Waldorfpädagogik zu geben und kritisch zu hinterfragen, inwieweit die daraus abgeleiteten pädagogischen Maßnahmen einer individuellen Förderung gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der Schriften Rudolf Steiners sowie einer Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Sekundärliteratur, um die pädagogischen Konzepte einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Gliederung der menschlichen Person, die Entwicklungsschritte in Siebenjahres-Rhythmen, die Anwendung der Temperamentenlehre im Schulalltag und die spezifischen Anforderungen an die Fächer Deutsch und Kunst.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Anthroposophie, Wesensglieder, Temperamentenlehre, physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich-Entwicklung und Waldorfpädagogik.

Wie steht die Waldorfpädagogik zur Linkshändigkeit laut dem Text?

Der Text zitiert Rudolf Steiner, der die Umschulung von Linkshändern teilweise rechtfertigte, was in der Arbeit als nach heutigen Erkenntnissen höchst schädigendes Vorhaben kritisiert wird.

Welche Rolle spielt die Temperamentenlehre bei der Gestaltung des Sitzplans?

Die Waldorflehrer teilen die Klasse nach Temperamenten auf und entwerfen Sitzpläne, bei denen Schüler mit gleichem Temperament zusammensitzen, um sich gegenseitig zu korrigieren bzw. ihre Einseitigkeiten abzubauen.

Warum lehnt Steiner wissenschaftliche Bücher in der Unterstufe ab?

Steiner argumentierte, dass logische und intellektuelle Inhalte in diesem Alter (vor der Pubertät) der kindlichen Entwicklung schaden könnten, da das Kind in dieser Phase primär künstlerisch und seelisch angesprochen werden sollte.

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Details

Title
Anthroposophisches Menschenbild als Grundlage der Waldorfpädagogik Teilaspekte
College
University of Duisburg-Essen  (FB Pädagogik)
Grade
1,3
Author
Anke Grams (Author)
Publication Year
2000
Pages
27
Catalog Number
V12483
ISBN (eBook)
9783638183550
Language
German
Tags
Waldorfpädagogik Rudolf Steiner Anthroposophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Grams (Author), 2000, Anthroposophisches Menschenbild als Grundlage der Waldorfpädagogik Teilaspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12483
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