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Das Gebet eines Gerechten - Zur Aussage von Gebetstheorien über die zu Grunde liegenden Gottesbilder

Título: Das Gebet eines Gerechten - Zur Aussage von Gebetstheorien über die zu Grunde liegenden Gottesbilder

Tesis de Máster , 2009 , 49 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Janina Pfaffner (Autor)

Teología - Teología sistemática
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Theologie ist unverständlich, Dogmatik im Besonderen.
„Diese Gefahr [der Unverständlichkeit] besteht vor allem dann, wenn man über etwas schreibt, was jedermann aus seinem eigenen Erleben kennt.“

Was der Psychologe und Kommunikationsanalytiker Schulz von Thun sich hier über seine Zunft eingesteht, gilt in entsprechender Weise für die Arbeit des Theologen zum Thema Gebet. Was er schreibt, wird beim Gläubigen als verkomplizierte Binsenweisheit, beim empirischen Wissenschaftler als leeres Geschwätz ankommen. Es erscheint als hoffnungsloses Unterfangen, dieser Unverständlichkeit und Unvereinbarkeit entgegenwirken zu wollen, da bereits an der Vokabel „Gott“ dogmatische Definitionsversuche scheitern.
„Im Falle einer echt empfundenen Unverständlichkeit des Wortes ‚Gott‘ muß (sic!) an ein vertrautes Sprachgeschehen verwiesen werden, an dem bestimmtes überliefertes Reden von Gott den Resonanzboden findet, der es zum Klingen bringt und verstehbar werden lässt.“

Das Sprachgeschehen, von dem aus Ebeling seine Dogmatik denkt, ist das Gebet. Hier artikuliert sich Glaube auf einer kommunikativen Ebene. Für das Gelingen der Kommunikation ist ein Faktor elementar: Verständlichkeit. Das bedeutet, dass es sich lohnt, Gebete auf ihr Gottesbild hin zu untersuchen, die in ihrem vielgestaltigen Überlieferungsgeschehen Jahrtausende ebendeshalb überdauert haben, weil in ihnen die Kommunikation als geglückt betrachtet wird.
Diese Arbeit fragt jedoch nicht nach dem Warum des Glückens jenes Sprachgeschehens zwischen Mensch und Gott, sondern will der Frage nachgehen, inwiefern Gebete all-gemein (Kap. 2) und der biblischen Überlieferung im Speziellen (Kap. 3 und 4) tatsächlich helfen können, Erkenntnisse über das Sein Gottes aus der Perspektive des (vermittelten) Beters zu gewinnen und so verständlich über Gott zu sprechen. Insofern will die vorliegende Arbeit keinem Anspruch auf synchrone wie diachrone Vollständigkeit genügen. Sie legt sich auf den Bereich jüdisch-christlicher Überlieferung fest und verzichtet bewusst auf die Arbeitsschritte der Literar-, Überlieferungs- sowie der Redaktionskritik. Der Text der fünf zu untersuchenden Gebete wird so hingenommen, wie er heute überliefert ist. Ältere Überlieferungsformen sind an dieser Stelle nicht von Relevanz. Die Auswahl der Texte erscheint nicht nur willkürlich.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie ist Gott? – Von der Schwierigkeit, eine Frage zu beantworten

2.1 Gotteserkenntnis und Erkenntnistheorie

2.1.1 Der hermeneutische Zirkel menschlicher Erkenntnis

2.1.2 Der Begriff der Gotteserkenntnis

2.1.2.1 Gotteserkenntnis als contradictio in adiecto

2.1.2.2 Gotteserkenntnis in theologischer Perspektive

2.2 Gebet als erkannter Ort erkennender Gotteserkenntnis

2.2.1 Allgemeines

2.2.2 Subjektives

2.2.2.1 Vorverständnis: Gott beim Gebet

2.2.2.2 Vorverständnis: Mensch beim Gebet

2.2.2.3 Fazit zum Vorverständnis

2.3 Gebet als hermeneutischer Schlüssel zur Gotteserkenntnis

2.4 Gebetsexegese als Mittel zum Zweck

Ein Exkurs: Kommunikationsanalyse

3. Das Gebet im Alten Testament

3.1 Exodus – Das Mirjamlied (Ex 15,20f.)

3.1.1 Exegetische Grundbetrachtungen

3.1.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur

3.1.3 Gott, der Parteiische

3.2 Vorexilisch – Das Gebet Hiskias (2Kön 19,14-19 par.)

3.2.1 Exegetische Grundbetrachtungen

3.2.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur

3.2.3 Gott, der Einzige

3.3 Nachexilisch – Das Gebet Nehemias (Neh 1,4-11)

3.3.1 Exegetische Grundbetrachtungen

3.3.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur

3.3.3 Gott der gebundene Unverfügbare

4. Das Gebet im Neuen Testament

4.1 Menschgott – Das Gebet Jesu in Gethsemane (Mt 26,39-44 par.)

4.1.1 Exegetische Grundbetrachtungen

4.1.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur

4.1.3 Gott der Vater

4.2 Urgemeinde – Loswurf der Apostel (Apg 1,23-26)

4.2.1 Exegetische Grundbetrachtungen

4.2.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur

4.2.3 Gott der Weltenlenker

5. Alles ist eitel! – Vom Nutzen einer gebetsorientierten Rede von Gott – Ein Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwiefern biblische Gebete als hermeneutischer Schlüssel dienen können, um Erkenntnisse über das Sein Gottes aus der Perspektive des Beters zu gewinnen und eine verständliche Rede von Gott zu ermöglichen.

  • Analyse des Gebets als Ort der Kommunikation zwischen Mensch und Gott.
  • Untersuchung von Gottesbildern in ausgewählten Gebeten des Alten und Neuen Testaments.
  • Synthese aus biblischer Exegese und psychologischer Kommunikationsanalyse.
  • Reflexion des Zusammenhangs von Gotteserkenntnis und Selbsterkenntnis des Beters.
  • Erörterung der Praktischen Theologie als Ausgangspunkt für ein Gottesverständnis.

Auszug aus dem Buch

3.1 Exodus – Das Mirjamlied (Ex 15,20f.)

Mirjam singt einem Gott, den sie verantwortlich sieht für die erfahrene Rettung am Schilfmeer. Das Verb „loben“ wäre insofern hier nicht zutreffend, als die Protagonistin ein konkretes Handeln Gottes in den Fokus rückt. Sofern „Loben“ im Sinne Schultz/ Schimanowskis als „volle Anerkennung und rühmliche Erwähnung der ganzen Persönlichkeit, nicht nur ihrer Taten“ verstanden wird, liegt in diesen Worten Mirjams eben keine solche umfassende Darstellung Gottes vor. Ihr Anlass, diese Worte zu sprechen ist konkret und unmittelbar.

zur Situation: Die Israeliten sind eigentlich schon frei. Der Pharao hat sie ziehen lassen, damit sie ihrem Gott JHWH dienen können (vgl. Ex 12,31). Dennoch geraten sie trotz des sichtbaren Schutzes durch ihren Gott aufs Neue durch den Pharao und sein Heer in Bedrängnis. Im Angesicht des ägyptischen Heeres verlieren die Israeliten alles Zutrauen in die Führung JHWHs und ihr Murren gilt über Mose als Sprachrohr Gottes diesem Gott selbst. Mose hingegen macht ihnen Mut, dass gerade in ihrer Not und Ohnmacht, ihr Gott wirksam werden wird (vgl. Ex 14,14).

Israels Gott siegt über den Pharao und alles, wofür er steht. Nicht auf einem Schlachtfeld Mann gegen Mann wird dieser Sieg errungen, sondern im Stellvertreterkampf Gott gegen Gottkönig. Die Israeliten schauen nur zu, sind lediglich Zeugen dieses Handelns ihres Gottes. Dies erklärt auch die zu erkennende Rollenverteilung in Mirjams wenigen Jubelworten. Ihr Herr ist Subjekt, Täter, einzige Triebkraft des Erlebten. Wer dergleichen ausspricht, erwähnt nicht nur einfach, sondern bekennt. Wer beim sonntäglichen Glaubensbekenntnis die Hände faltet, weiß, dass der, der bekennt, auch betet. Mirjams Worte gelten zwar den Männern und Frauen ihres Volkes und doch wird ihr jubelndes Bekenntnis in der Hinwendung zu Gott vermittels der Anerkennung Gottes als Subjekt des errungenen Sieges zu einem Gebet – auch ohne explizit angesprochenes göttliches Du.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten theologischer Sprachfindung und definiert das Gebet als zentralen Ort der Kommunikation, der als Grundlage für die Untersuchung von Gottesbildern dient.

2 Wie ist Gott? – Von der Schwierigkeit, eine Frage zu beantworten: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Gotteserkenntnis, die Rolle des Gebets als hermeneutischer Schlüssel und führt die psychologische Kommunikationsanalyse als methodisches Instrument ein.

3 Das Gebet im Alten Testament: Anhand ausgewählter biblischer Texte wie dem Mirjamlied, dem Gebet Hiskias und Nehemias werden spezifische alttestamentliche Gottesbilder analysiert, die von Parteinahme bis hin zur Einzigartigkeit Gottes reichen.

4 Das Gebet im Neuen Testament: Das Kapitel untersucht das Gebet Jesu in Gethsemane und den Loswurf der Apostel, wobei Aspekte wie die Vaterbeziehung Jesu und das göttliche Handeln in der Urgemeinde im Zentrum stehen.

5 Alles ist eitel! – Vom Nutzen einer gebetsorientierten Rede von Gott – Ein Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Gebet stets Selbsterkenntnis im Angesicht Gottes ist und individuelle Gottesbilder ermöglicht, statt eine dogmatische „So ist Gott“-Antwort zu erzwingen.

Schlüsselwörter

Gebetstheologie, Gotteserkenntnis, Gottesbilder, biblische Exegese, Kommunikationsanalyse, Schulz von Thun, Hermeneutik, Religion, Altes Testament, Neues Testament, Beter, Gottesbeziehung, Selbstverständnis, Offenbarung, Gebetsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Gebets und der Frage, wie Gebetstexte der Bibel Rückschlüsse auf die Gottesvorstellungen der jeweiligen Beter zulassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Gotteserkenntnis, die Bedeutung des Gebets als Ort menschlicher Identitätsbildung und die Analyse von Gottesbildern in narrativen Gebetstexten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen einer gebetsorientierten Rede von Gott aufzuzeigen und zu verstehen, wie unterschiedliche Gottesbilder entstehen, statt nach einem allgemein gültigen dogmatischen Gottesbild zu suchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Synthese aus biblischer Exegese und psychologischer Kommunikationsanalyse (unter Verwendung des Kommunikationsquadrats von Schulz von Thun).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert fünf spezifische biblische Gebete aus dem Alten und Neuen Testament, darunter das Mirjamlied, das Gebet Hiskias, das Gebet Nehemias, das Gebet Jesu in Gethsemane und den Loswurf der Apostel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gottesbilder, Kommunikationsanalyse, Gebetstheologie, Hermeneutik, Gottesbeziehung und individuelle Relationalität.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Gebet im Alten und Neuen Testament laut der Arbeit?

Während das alttestamentliche Gebet primär als situative Lebensäußerung bei gegebenem Anlass verstanden wird, betont das Neue Testament den Aspekt des Gebets als unaufhörlichen, ganzheitlichen Ausdruck der menschlichen Existenz im Angesicht Gottes.

Warum wird das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun angewendet?

Das Modell dient dazu, die psychologische Dimension des Betens zu erfassen und zu verdeutlichen, dass jeder Beter durch sein Gebet nicht nur eine Nachricht an Gott sendet, sondern implizit Aussagen über sich selbst und seine Beziehung zum Adressaten trifft.

Final del extracto de 49 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Gebet eines Gerechten - Zur Aussage von Gebetstheorien über die zu Grunde liegenden Gottesbilder
Universidad
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie Abteilung Theologie)
Curso
-
Calificación
1,0
Autor
Janina Pfaffner (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
49
No. de catálogo
V124848
ISBN (Ebook)
9783640299232
ISBN (Libro)
9783640304219
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gottesbilder Gebet Beter Gotteslehre Dogmatik Systematische Theologie biblische Gebete Exegese Gottesbeweise Erkenntnistheorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Janina Pfaffner (Autor), 2009, Das Gebet eines Gerechten - Zur Aussage von Gebetstheorien über die zu Grunde liegenden Gottesbilder, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124848
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