In folgender Ausarbeitung versuche ich das Erscheinungsbild einer Multiplen Persönlichkeit, die Voraussetzungen, durch welche es zu einer Multiplen Persönlichkeit kommt und die dafür zu Verantwortenden, die Täter, darzustellen.
Dass es sich um die Folgeerscheinung einer kaum vorstellbaren erlebten Gewalt handelt, welche die Betroffenen seit ihrer frühesten Kindheit, teilweise sogar bereits im Mutterbauch, erleben und erdulden mussten.
Dass die jeweils Betroffenen nicht „verrückt“ sondern schwer traumatisiert sind. Keiner Einweisung in eine geschlossene Anstalt bedürftig sind (nur wenn akute Verletzungsgefahr für die Person selber oder außenstehender Personen besteht), da ein Zwangsaufenthalt die persönliche Freiheit der PatientIn sowie deren ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis erheblich beschneiden würde und somit eine erneute Traumatisierung zur Folge haben könnte.
Multiple haben, zusätzlich zu den Auswirkungen ihrer verschiedenen gebildeten Persönlichkeiten und den damit verbundenen Verwirrungen der „Gesamtperson“, auch noch damit zu kämpfen, dass sie vielfach als „Verrückte“ oder Simultanten bezeichnet werden.
Da die Multiple Persönlichkeit bis heute (!) immer noch vielfach als Diagnose abgelehnt und in den Bereich der Schizophrenie abgeschoben wird, können Multiple Persönlichkeiten vielfach nicht geheilt werden, da keine entsprechende Kenntnisse von seiten der behandelnden Therapeuten / Psychologen bestehen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Multiple Persönlichkeiten
2.1 Zur Geschichte der Multiplen Persönlichkeit
2.2 Zur heutigen Definition der Multiplen Persönlichkeitsstörung
2.3 Erörterung der Definition
2.4 Diagnose: Multipel oder nicht?
3. Entstehung einer Multiplen Persönlichkeit
3.1 Wer kann Multipel werden?
3.2 Vorraussetzung: Schwerste Kindheitstraumata
3.3 Vorraussetzung: Weiblich (?)
3.4 Vorraussetzung: Dissoziieren können
3.5 Vorraussetzung: Keiner hilft
4. Wer sind die Täter?
4.1 Täter in der Familie
4.2 Täter von „Außerhalb“
5. Abschließend
6. Literaturliste
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Krankheitsbild der multiplen Persönlichkeit, ihre Ursachen sowie die psychologischen Hintergründe der Gewalt, die zur Entwicklung dieser Störung führt, um ein tieferes Verständnis für Betroffene zu fördern.
- Historische Entwicklung des Krankheitsbegriffs
- Kriterien für Diagnose und Abgrenzung zur Schizophrenie
- Traumatische Entstehungsbedingungen in der frühen Kindheit
- Rolle von Tätern im familiären und außerfamiliären Umfeld
Auszug aus dem Buch
3.4 Vorraussetzung: Dissoziieren können
Ich möchte an dieser Stelle eine etwas längere Sequenz wiedergeben, welche den Vorgang des Dissoziierens sehr deutlich schildert:
„Jan kommt zu sich, wie er das heimlich für sich nennt. Er ist im Garten, die Sonne scheint, ein Ball rollt auf ihn zu; sein Freund Peter, der seit kurzem zwei Straßen weiter wohnt, scheint ihn ihm zugeworfen zu haben. >Los, komm, wir gehen auf den Bolzplatz!< ruft Peter. Angewiedert schaut Jan an sich herunter. Schon wieder trägt er so ein doofes Kleid. >Warte, ich zieh mich bloß schnell um!< ruft er zurück und rennt ins Haus. >Jeanette, beeil dich, wir essen gleich!< Die Stimme aus der Küche kommt von der komischen Frau, die auch hier wohnt und die er immer mit >Mama< anreden soll. Doch sie scheint ihn nicht gemeint zu haben. Er läuft die Treppe hinauf in sein Zimmer, reißt die Schranktür auf und wühlt nach seiner Lederhose. Alles umgeräumt. Ganz hinten, zusammengeknüllt, findet er seine Hose, zieht sie an, sucht nach einem Hemd, findet schließlich ein T-shirt und flitzt wieder die Treppe hinunter. Die Frau steht am unteren Absatz und kräuselt die Lippen, als sie ihn sieht. >Jeanette, was soll das! Du gehst sofort wieder hoch und ziehst dich um!< Jan will sie ignorieren, da packt sie ihn an den Haaren, weiß vor Wut, und schreit: >Wenn du jetzt nicht sofort...< Mehr hört Jan nicht, weil ihm schwarz vor Augen wird.
Jeanette faßt sich an den schmerzenden Kopf. Sie sieht ihre Mutter vor sich; die scheint böse mit ihr zu sein; irgendetwas scheint sie falsch gemacht zu haben. >Bitte Mama, laß los, sei wieder gut, ja?< bettelt sie.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung des Erscheinungsbildes der multiplen Persönlichkeit als Folge schwerster Gewalterfahrungen und die damit verbundene Stigmatisierung der Betroffenen.
2. Multiple Persönlichkeiten: Betrachtung der historischen Sichtweise auf das Phänomen sowie der aktuellen Definitionen und diagnostischen Herausforderungen.
3. Entstehung einer Multiplen Persönlichkeit: Analyse der Voraussetzungen, unter denen eine Abspaltung der Psyche stattfindet, wie etwa durch frühkindliche Traumata und das Fehlen unterstützender Bezugspersonen.
4. Wer sind die Täter?: Untersuchung der Täterschaft innerhalb des familiären Kontextes sowie durch kriminelle Gruppen außerhalb der Familie.
5. Abschließend: Zusammenfassende Reflexion über die Tragweite der Diagnose und die Notwendigkeit einer fachgerechten therapeutischen Behandlung.
6. Literaturliste: Aufzählung der verwendeten Quellen und Fachliteratur zum Thema.
Schlüsselwörter
Multiple Persönlichkeitsstörung, Dissoziation, Kindheitstrauma, Identitätsspaltung, Schizophrenie, Missbrauch, Traumatherapie, Amnesie, Persönlichkeitswechsel, Schutzmechanismus, Psychopathologie, Täterprofil, psychische Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert das Krankheitsbild der multiplen Persönlichkeit, beleuchtet ihre Entstehungsgeschichte und analysiert die Hintergründe der traumatischen Erlebnisse, die zu einer solchen Störung führen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernpunkten gehören die historische Einordnung, die diagnostische Abgrenzung zu anderen Störungen sowie die traumatischen Ursachen, insbesondere im Kontext von familiärer oder ritueller Gewalt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Phänomen zu schaffen, Vorurteile abzubauen und auf die Notwendigkeit spezialisierter therapeutischer Hilfe hinzuweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze und Fallbeispiele aus der Fachliteratur zusammenführt, um die Komplexität der Störung zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die diagnostische Bestimmung der Störung, die Analyse der entwicklungsspezifischen Voraussetzungen für Dissoziationen sowie die Untersuchung der Täterstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem multiple Persönlichkeitsstörung, Dissoziation, Traumatisierung, Identitätsspaltung und therapeutische Notwendigkeit.
Warum ist die Abgrenzung zur Schizophrenie so wichtig?
Eine Fehldiagnose als Schizophrenie führt häufig zu einer schädlichen Medikation, die den multiplen Persönlichkeiten nicht hilft und ihren Zustand durch fehlendes Verständnis für die Dissoziation verschlechtern kann.
Welche Rolle spielt die "Gastgeberpersönlichkeit" in der Diagnose?
Die Gastgeberpersönlichkeit ist oft diejenige, die sich beim Therapeuten vorstellt, jedoch häufig keine Erinnerungen an die traumatischen Ereignisse besitzt, was die Identifikation der Störung erschwert.
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- Anke Grams (Author), 2000, Multiple Persönlichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12484