Folgende Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen möglichen Faktoren, welche verantwortlich für das Entstehen von Stottern sein können. Die Fallbeschreibung, welche mich überhaupt erst zu dem Ansatz, unter welchem diese Arbeit steht brachte, folgt im Anschluss an die theoretische Arbeit. Der Hauptteil dieser Arbeit besteht darin, Stottern aus psychophysiologischer (neuropsychologischer und neurophysiologischer) Sicht zu beschreiben und in Bezug zur umgeschulten Händigkeit zu setzen. Ich hoffe, dass mir in folgender Arbeit der Transfair von Literatur, eigenen Gedanken und beobachteten praktischen und realen Tatsachen gelingt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erscheinungsbilder des Stotterns
3 Einige Ansätze zur Erforschung des Stotterns
4 Stottern aus neuropsychophysiologischer Sicht
4.1 Das menschliche Gehirn
4.2 Funktionen der Gehirnhemisphären
4.3 Stottern und Hemisphärenambivalenz
4.4 Stottern und eine neuromotorische Koordinationsstörung
5 Zusammenfassende Beurteilung
6 Überleitung
7 Umgeschulte Linkshändigkeit
7.1 Allgemeine Händigkeit
7.2 Linkshändigkeit
7.3 Umschulung der Linkshändigkeit
7.3.1 Warum eine Umschulung der Linkshändigkeit?
7.3.2 Wie findet eine Umschulung statt?
7.3.3 Folgen einer umgeschulten Händigkeit
8 Allgemeine Zusammenfassung
9 Fallbeispiel
10 Abschluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die neurophysiologischen und neuropsychologischen Hintergründe des Stotterns unter besonderer Berücksichtigung der Folgen einer umgeschulten Linkshändigkeit. Das Ziel ist es, mögliche Zusammenhänge zwischen zerebralen Funktionsstörungen durch eine erzwungene Händigkeitsumstellung und der Entstehung oder Verstärkung von Sprechunflüssigkeiten aufzuzeigen.
- Neuropsychophysiologische Grundlagen des Stotterns
- Funktionsweise und Spezialisierung der Gehirnhemisphären
- Die Problematik der umgeschulten Linkshändigkeit
- Folgen von Händigkeitsumschulungen für das Gehirn und die Sprache
- Analyse eines Fallbeispiels zur Veranschaulichung der Symptomatik
Auszug aus dem Buch
7.3.3 Folgen einer umgeschulten Händigkeit
Wie eine Umschulung der Händigkeit auch zustande gekommen sein mag, ändert sich im Gehirn nicht die Dominanz. Sollte versucht werden (bewusst oder unbewusst), diese genetisch festgelegte Dominante nachträglich zu verändern, sind grade beim Schreiben mit der nicht dominanten Hand, schwere Irritationen im Gehirn die Folge. Diese führen zu Auswirkungen, welche den Menschen sein Leben lang begleiten und belasten.
Die nicht dominante Hemisphäre wird überbelastet, während die dominante Gehirnhälfte unterbelastet ist. Das führt wiederum zu Übertragungsschwierigkeiten im Corpus callosum und es entstehen als Folge Funktionsstörungen im Gehirn.
„Störungen der natürlichen zerebralen Abläufe durch die bevorzugte Benutzung der nicht dominanten Hand führen zu komplexen Funktionsstörungen, Hemmungen, Blockaden und Überbelastungen des gesamten Gehirns.“
Die Intelligenz wird nicht reduziert, aber ihre Manifestation wird beträchtlich gestört. Das zwingt den Menschen dazu, permanent mehr Kraft einzusetzen als ein nicht umgeschulter Mensch, um die Intelligenz zu mobilisieren. In ihrer Arbeit versucht J.B.Sattler einen ungefähren Durchschnittswert zu ermitteln, welcher Auskunft darüber geben soll, wieviel Mehrenergie der umgeschulte Linkshänder benötigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik ein und setzt sich zum Ziel, Stottern aus einer psychophysiologischen Perspektive sowie im Kontext der umgeschulten Händigkeit zu beleuchten.
2 Erscheinungsbilder des Stotterns: Dieses Kapitel definiert Stottern als Störung der fließenden Rede und differenziert zwischen verschiedenen Symptomen wie Laut- und Silbenwiederholungen sowie Blockierungen.
3 Einige Ansätze zur Erforschung des Stotterns: Es werden zwei theoretische Hauptrichtungen beleuchtet, die Stottern entweder als Sprechstörung oder als Ausdruck einer allgemeinen Persönlichkeitsstörung interpretieren.
4 Stottern aus neuropsychophysiologischer Sicht: Dieser Abschnitt analysiert die anatomischen und funktionellen Grundlagen des Gehirns sowie die Rolle von Hemisphärenambivalenz und neuromotorischen Koordinationsstörungen beim Stottern.
5 Zusammenfassende Beurteilung: Hier werden die zuvor genannten Faktoren in einen engen Zusammenhang gebracht und kritisch auf ihren Erklärungsgehalt geprüft.
6 Überleitung: Es erfolgt die inhaltliche Brücke von den allgemeinen Forschungsergebnissen zur speziellen Problematik der umgeschulten Linkshändigkeit.
7 Umgeschulte Linkshändigkeit: Dieses Kapitel erörtert die Definition von Händigkeit, die Ursachen und Methoden der Umschulung sowie deren weitreichende Konsequenzen für die kognitive und motorische Entwicklung.
8 Allgemeine Zusammenfassung: Die Autorin synthetisiert die Erkenntnisse aus der neuropsychophysiologischen Forschung mit den beobachteten Folgen der Umschulung und verknüpft sie mit dem Fallbeispiel.
9 Fallbeispiel: Anhand des Probanden Robert wird die Entwicklung von Sprachstörungen und Kompensationsstrategien nach einer erfolgten Händigkeitsumschulung in der ersten Klasse praxisnah dargestellt.
10 Abschluss: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Ergebnisse und Hinweisen auf ergänzende Schriftproben.
Schlüsselwörter
Stottern, Sprachheilpädagogik, neuropsychophysiologische Sicht, umgeschulte Linkshändigkeit, Hemisphärenambivalenz, neuromotorische Koordinationsstörung, motorische Dominanz, Zerebrale Funktionsstörungen, Sprechunflüssigkeit, Sprachblockierung, Kompensationsstrategien, Lateralisation, Gehirnhemisphären.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen des Stotterns und untersucht insbesondere die Hypothese, dass eine erzwungene Umschulung der Händigkeit zerebrale Störungen verursacht, die das Auftreten von Stottern begünstigen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Neuropsychologie des Sprechens, die anatomische und funktionelle Spezialisierung der Gehirnhälften, die Genetik der Händigkeit sowie die psychischen und motorischen Folgen von Umschulungsmaßnahmen bei Linkshändern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den wissenschaftlichen Transfair zwischen neuropsychologischen Erkenntnissen über Stottern und den spezifischen Problematiken umgeschulter Linkshänder herzustellen und diese Zusammenhänge anhand eines Fallbeispiels zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Einzelfallanalyse, in der die Entwicklung eines Stotternden (Robert) unter Berücksichtigung seiner Händigkeitsumschulung untersucht wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die neuropsychophysiologische Analyse des Stotterns (Hemisphärenambivalenz, neuromotorische Störungen) und eine detaillierte Untersuchung der umgeschulten Linkshändigkeit sowie deren Auswirkungen auf die Hirnorganisation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stottern, umgeschulte Linkshändigkeit, Hemisphärenambivalenz, zerebrale Funktionsstörungen, Sprechunflüssigkeit und Kompensationsstrategien.
Welche Rolle spielt die Hemisphärenambivalenz bei der Entstehung des Stotterns?
Laut der in der Arbeit zitierten Forschung kann eine fehlende oder gestörte Lateralisation (Hemisphärenambivalenz) dazu führen, dass die Sprachsteuerung nicht eindeutig einer Hemisphäre zugeordnet ist, was die Sprechkoordination erschwert und Stottern provozieren kann.
Warum führt die Umschulung der Händigkeit zu Sprechproblemen?
Die Umschulung zwingt das Gehirn, motorische Prozesse über die nicht-dominante Hemisphäre zu steuern, was zu Überlastungen, Irritationen im Corpus callosum und letztlich zu einer neuromotorischen Überforderung führt, die sich unter anderem in Sprechblockaden manifestieren kann.
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- Anke Grams (Author), 2000, Stottern aus neuropsychopysiologischer Sicht und in Bezug auf die umgeschulte Händigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12485