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Flavius Josephus und die philosophischen Schulen der Juden – Pharisäer, Sadduzäer, Essener und die „vierte“ Schule des Judas und Sadduk

Titre: Flavius Josephus und die philosophischen Schulen der Juden – Pharisäer, Sadduzäer, Essener und die „vierte“ Schule des Judas und Sadduk

Mémoire de Maîtrise , 2008 , 178 Pages , Note: Sehr gut

Autor:in: René Gehring (Auteur)

Philosophie - Philosophie antique
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Flavius Josephus als "jüdischer Römer" und zugleich Historiker, gibt in seinen Werken mehrfach Berichte über die drei "philosophischen Schulen" der Juden: Essener, Pharisäer und Sadduzäer. Am Rande nennt er auch Abspaltungen der Hauptrichtungen, u.a. jene, die zum Jüdischen Krieg (66-70/73 n. Chr.) führte. In dieser Arbeit wird (nach einer Einführung zu den politisch-gesellschaftlichen Hintergründen des Imperium Romanum und des damaligen Judentums) das Selbstverständnis des Josephus bzgl. seiner Person, seinem Leben und seinen Werken untersucht, was den Hintergrund zu seinen Darstellungen der drei Schulen bildet. Es werden schließlich alle Texte in seinen Werken untersucht, die sich mit den Schulen und deren Vertretern befassen und eine Charakterisierung sowohl der darstellerischen Absichten, als auch der Sekten an sich ermöglichen. Abschließend wird eine Interpretation des typisch josephischen Verständnisses der jüdischen "Philosophie" der verschiedenen Schulen gegeben und in diesem Zusammenhang ist auch eine Interpretation seiner historiographischen Absichten dem jüdischen Volk gegenüber möglich.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I EINFÜHRUNG UND METHODIK

I.1 ALLGEMEINE EINLEITUNG

I.2 METHODIK UND AUFBAU DER ARBEIT

I.3 ZUR „CHRONOLOGISCH-KOMPILATORISCHEN“ VORGEHENSWEISE

I.4 UMFANG UND VOLLSTÄNDIGKEIT

I.5 ZUM BEGRIFF „SCHULE“

I.5.1 αἵρεσις

I.5.2 γένος

I.5.3 εἶδος

I.5.4 τάγμα

I.5.5 φιλοσοφία

I.6 FORSCHUNGSÜBERBLICK

II POLITISCH-RELIGIÖSE HINTERGRÜNDE

II.1 AUGUSTEISCHES PRINZIPAT

II.1.1 Vorgeschichte

II.1.2 Oktavian als Alleinherrscher

II.1.3 Augustus als Heilsbringer

II.1.4 Politische Grundstrukturen

II.1.5 Die Provinz Judäa

II.2 RELIGIONSPOLITIK

II.2.1 Umgang mit fremden Einflüssen

II.2.2 Religiöse Restitution und Toleranz

II.2.3 Synkretismus

II.2.4 Jüdische Religion

II.3 RELIGIÖS-POLITISCHER ÜBERBLICK

II.4 THEMATISCHE ANWENDUNG

III FLAVIUS JOSEPHUS – LEBEN UND WERK

III.1 KURZER LEBENSABRISS

III.1.1 Jugend und Ausbildungszeit

III.1.2 Bis zu seiner Gefangennahme

III.1.3 Befreiung und Leben in Rom

III.2 SEIN LITERARISCHES WIRKEN

III.2.1 De bello Iudaico

III.2.2 Antiquitates Iudaicae

III.2.3 Vita

III.2.4 Contra Apionem

III.3 THEMATISCHE ANWENDUNG

IV DIE PHILOSOPHISCHEN SCHULEN DER JUDEN

IV.1 ENTSTEHUNG UND AUSRICHTUNG

IV.1.1 Sadduzäer

IV.1.2 Pharisäer und Essener

IV.2 DIE BERICHTE BEI JOSEPHUS

IV.2.1 Essener

IV.2.2 Pharisäer

IV.2.3 Sadduzäer

IV.2.4 Die „vierte“ Philosophenschule des Judas und Sadduk

V ZUSAMMENFASSUNG

V.1 BEOBACHTUNGEN

V.1.1 Josephus und die jüdische „Philosophie“

V.1.2 Die philosophischen Schulen

V.1.3 Tabellarische Gegenüberstellung

V.2 CONCLUSIO

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken und die Schriften des jüdisch-römischen Historikers Flavius Josephus im Kontext der jüdischen „philosophischen Schulen“ (Pharisäer, Sadduzäer, Essener und die „vierte Schule“ des Judas und Sadduk). Ziel ist es, die Absichten hinter seinen Berichten zu analysieren, seine eigene Haltung gegenüber diesen Gruppierungen zu ergründen und die politischen sowie religiösen Hintergründe seiner Zeit, insbesondere die römische Herrschaft in Judäa, aufzuarbeiten.

  • Historische und politische Hintergründe des römischen Prinzipats und der Provinz Judäa
  • Analyse von Leben und literarischem Werk des Flavius Josephus
  • Differenzierte Untersuchung der drei Hauptströmungen sowie der „vierten Schule“
  • Methodologische Reflexion des Begriffs „Philosophie“ und „Schule“ bei Josephus
  • Vergleich der philosophischen Positionen zu Schicksal, Seele und Jenseitsvorstellungen

Auszug aus dem Buch

IV.2.1.3 Bell. Iud. 2,8,2-13 / 119-161

Die in diesen Abschnitten dargestellte Beschreibung ist eine der Hauptstellen, an denen Josephus sich mit Geduld einem Bericht über die drei philosophischen Schulen widmet und sie in manchen Aspekten auch miteinander vergleicht. Es ist an dieser Stelle nun auffällig, dass das Schwergewicht ganz deutlich zugunsten der Essener spricht, denen er gleich zwölf Absätze (2-13) einräumt – die Pharisäer und Sadduzäer erhalten zusammen nur einen Absatz (14)! Diese Gewichtung findet sich in seinen Darstellungen, wenn auch in verschieden starker Ausprägung, immer wieder.

Hintergrund und Datierung. Der direkte Kontext spricht von einem „gewissen Galiläer Judas“, der seine Landsleute zur Zeit des ritterlichen Landpflegers Coponius, der nun über das ehemalige Gebiet des Archelaus herrschte, zum Abfall verleitete. Archelaus verlor nach neunjähriger Herrschaft als Ethnarch von Judäa (zusammen mit den Gebieten Samaria und Idumäa inkl. der Städte Cäsarea, Sebaste (Samaria), Joppe und Jerusalem) im Jahre 6 n. Chr. auf Anweisung des Kaisers Augustus sein Amt wegen ungerechtfertigter Grausamkeit und Gewalttätigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

I EINFÜHRUNG UND METHODIK: Diese Einleitung definiert das Forschungsziel, die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der josephischen Texte und klärt die Terminologie rund um den Begriff „Schule“.

II POLITISCH-RELIGIÖSE HINTERGRÜNDE: Das Kapitel beleuchtet die politische Situation unter dem Prinzipat des Augustus und die spezifischen Herausforderungen innerhalb der Provinz Judäa sowie das römische Verständnis von Religion und Toleranz.

III FLAVIUS JOSEPHUS – LEBEN UND WERK: Hier wird der Lebenslauf des Flavius Josephus nachgezeichnet und die Zuverlässigkeit sowie die Intentionen seiner Werke (Bellum, Antiquitates, Vita, Contra Apionem) kritisch hinterfragt.

IV DIE PHILOSOPHISCHEN SCHULEN DER JUDEN: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehung, Ausrichtung und die spezifischen Lehrmeinungen der Sadduzäer, Pharisäer und Essener auf Basis der Berichte des Josephus.

V ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, vergleicht die Schulen tabellarisch und zieht ein Resümee über die Bedeutung des Josephus als Historiker der jüdischen Philosophie.

Schlüsselwörter

Flavius Josephus, Pharisäer, Sadduzäer, Essener, Judentum, Römische Geschichte, Tempel von Jerusalem, Antike Historiographie, Apologetik, Schicksalslehre, Jüdischer Krieg, Religionspolitik, Augustus, Schule, Sekte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die historischen Aussagen des Flavius Josephus zu den verschiedenen religiös-philosophischen Schulen des Judentums im 1. Jahrhundert n. Chr.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Darstellung der Pharisäer, Sadduzäer und Essener, das Leben und Wirken des Historikers Josephus selbst sowie die politischen Spannungsfelder zwischen der jüdischen Bevölkerung und der römischen Besatzungsmacht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die apologetischen Absichten des Josephus aufzudecken, zu klären, warum er die Schulen unterschiedlich gewichtet, und zu untersuchen, wie er das Judentum gegenüber einer römischen Leserschaft zu legitimieren versuchte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine chronologisch-kompilatorische Vorgehensweise, bei der die Schriften des Josephus systematisch im Kontext ihrer Entstehungsgeschichte untersucht werden, unterstützt durch aktuelle quellenkritische Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detailliert der Entstehung der Parteien, ihrer politischen Rolle, ihren Lehrmeinungen zu Schicksal und Vorsehung sowie den Berichten über spezifische Vertreter wie Judas den Essener oder Manaëm.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Flavius Josephus, die drei jüdischen Hauptparteien, das politische Umfeld des römischen Reiches sowie die theologische Auseinandersetzung mit Schicksal und Unsterblichkeit.

Warum widmet der Autor den Essenern so viel Platz in seinen Beschreibungen?

Dies deutet auf eine hohe Sympathie des Josephus für die asketischen Prinzipien der Essener hin, die er in seinen Werken als ein moralisches Ideal darstellt.

Welche Rolle spielt die „vierte Schule“ des Judas und Sadduk?

Josephus grenzt diese Gruppierung als „rebellisch“ und „illegitim“ von den traditionellen Schulen ab, um das offizielle Judentum von den für den Jüdischen Krieg mitverantwortlichen Extremisten zu entlasten.

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Résumé des informations

Titre
Flavius Josephus und die philosophischen Schulen der Juden – Pharisäer, Sadduzäer, Essener und die „vierte“ Schule des Judas und Sadduk
Université
University of Salzburg  (Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät)
Note
Sehr gut
Auteur
René Gehring (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
178
N° de catalogue
V124860
ISBN (ebook)
9783640299300
ISBN (Livre)
9783640304240
Langue
allemand
mots-clé
Flavius Josephus Schulen Juden Pharisäer Sadduzäer Essener Schule Judas Sadduk Jüdische Sekten Philosophische Schulen Antikes Judentum Zeloten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
René Gehring (Auteur), 2008, Flavius Josephus und die philosophischen Schulen der Juden – Pharisäer, Sadduzäer, Essener und die „vierte“ Schule des Judas und Sadduk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124860
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Extrait de  178  pages
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