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Mitteleuropa 1658-2008. Die Chronik einer Familie

Verlorenes und Vergessenes

Titel: Mitteleuropa 1658-2008. Die Chronik einer Familie

Studienarbeit , 2008 , 280 Seiten

Autor:in: Alexander Jordis-Lohausen (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Chronik ist die vielseitige und wechselvolle Geschichte einer ungewöhnlichen Familie von der Mitte des 17.Jh. bis in unsere Zeit. Von den umstrittenen, aus Italien stammenden Wein- und Gewürzhändlern in der strengen Reichstadt Frankfurt am Main zur Zeit des jungen Goethe und der Bettina Brentano; vom Gouverneur von Verona im österreichischen Königreich Lombardei-Venezien unter Feldmarschall Radetzky; von den illegitimen Geschwisterkindern im Hause Sachsen-Coburg und Gotha zur Zeit der Queen Viktoria und des Prinzen Albert; vom Künstlerdasein in Wien und vom Garnisonsleben in der k.u.k. Armee in Ungarn; vom schwierigen Überleben auf den Gütern einer Junkerfamilie in Hinterpommern; bis zum Grauen der Weltkriege und den wechselvollen Schicksalen der Nachkriegszeiten.
In jedem Abschnitt ist das eigentliche Familiengeschehen in den Ablauf der „großen“ Geschichte eingebettet, um die Zeit lebendig werden zu lassen, in der die jeweiligen Generationen gelebt haben. Dennoch ist es kein historisches Werk im eigentlichen Sinne und soll es auch nicht sein, sondern ein interessanter, reichhaltiger und aufschlussreicher, aber dennoch sehr persönlicher Ablauf der Jahrhunderte, durch den sich das ereignisreiche tägliche Leben der Generationen wie ein roter Faden hindurchzieht.
Es deutet diese Abfolge aber auch den Kreislauf an, den Mitteleuropa durchlaufen hat - vom offenen, übernationalen Heiligen Römischen Reich in den Jahrhunderten vor den Napoleonischen Kriegen, hin zu den engen Nationalstaaten im 19. und 20. Jahrhundert, und nach zwei Katastrophen wieder zurück zu den supranationalen Bestrebungen der Europäischen Union.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Das Buch der Abwesenden

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation – Die Jordis und Brentanos

Absolutismus

Die Reichs- und Handelsstadt Frankfurt am Main

Kriegswirren, Verfolgungen und Flüchtlinge

Die „Pomeranzenkrämer“

Die Brentanos

Clemens und Bettina Brentano

Aufklärung

Das „gotische“ Frankfurt

Die Goethes

Goethe und Bettina Brentano

Hochkultur „in tempore belli“

Kriegswirren

Das Kaiserreich Österreich – In Armee und Staatsdienst

Das Entstehen eines Vielvölkerreiches

Das Regiment von Jordis

Friede

Anton Edler von Jordis und sein Sohn Johann

Revolutionen und Gegenrevolutionen

Das Königreich Lombardei-Venetien – Der Delegat von Verona

Das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha – Die Geschwisterkinder

Coburg und die Geschwisterkinder

Niedergang und Aufstieg des Hauses Sachsen-Coburg

Der „Familien-Verein“ Coburg

Das trojanische Pferd und der Sankt Petersburger Schutz

Schwarzes Schaf oder Opferlamm

Der versteckte Sohn

Unabhängigkeit

Eduards Kindheit

Das Märchen vom Waisenmädchen, von der bösen Stiefmutter und vom schönen Prinzen

Seitensprünge

Die versteckte Tochter

Hochzeit der Geschwisterkinder

Weichenstellung

Der Kammerherr des Erbprinzen

Häuslicher Segen

Das spanische Wirtshaus im Spessart

Ausschweifendes Junggesellenleben

Trotzalter und viktorianische Erziehung

Biedermeierszenen

Feste im Hause Löwenfels und anderswo

Besuche in Coburg

Thronfolge

Der Besuch der Queen Victoria

La petite Grandmaman

Revolutionen und Gegenrevolutionen

Herzog Ernst II. und Deutschlands Einigungsversuche

Große Politik – Paris

Osborne House

Wien

Der Tod der Großfürstin

Die Meyern-Hohenbergs in Coburg

Tod und Beerdigung mit königlichen Ehren

Die Österreich-Ungarische Monarchie

Emma und Amélie von Meyern-Hohenberg und August Frhr. Jordis von Lohausen

Ein Land und eine Zeit für Genies

Ein Vielvölkerreich

Kaiser Franz Josef I.

August Jordis von Lohausen und Amélie von Meyern-Hohenberg

Der frühe Tod Leopolds von Meyern-Hohenberg

Lebenskünstler und Künstlerleben

Fifi

Einsamkeit und Geselligkeit

Katastrophen in Wien

Große Welt

Lili

Winter in Coburg

Improvisierte Ferien am Land

Brüheim, Gotha, Coburg, Wien

Die junge Generation wird erwachsen

Am Attersee

Die k. u. k. Armee

Das Regiment

Leutnant Gustl – Brautzeit

Ein letztes Mal Coburg

Zusammenhörigkeitsgefühl

Pola und Seebach

Garnisonskindheit

Die „wilhelminische“ Zeit

Hubert Frhr. von Wangenheim und Krysia von Pogrell

„Herrliche Zeiten“

Jahrhundertwende

Die Freiherrn von Wangenheim

Die Junker

Das Berlin der Jahrhundertwende

Europas dreißigjähriger Selbstvernichtungskrieg 1914-45

Spannung vor dem Ausbruch

Viribus Unitis

Der Kampf als inneres Erleben

Niederlage

Der letzte Kaiser

Ein Frieden als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln

Deutsch-Österreich

Heinrich und seine Schwestern

Schiffbrüchige

Die Salzburger Festspiele

Heinrich Jordis-Lohausen

Die Weimarer Republik

Krysia und ihre Brüder

Heinrich Jordis-Lohausen und Krysia von Wangenheim

Das Buch der Anwesenden

Rückblick

Die erste noch lebende Generation

Staatsbesuche, Weltausstellung, Filme

Anschluss

Die Ausrottung der europäischen Juden und ihrer tausendjährigen Kultur in Mittel- und Osteuropa

Bei Charkow eingekesselt

Ein Bruder mitten im ersten Bombenterror über Berlin

Kindertrost

Senka

Vergeltung

Kinderleiden, Kinderfreuden

Freunde, Ausflüge, Einladungen

Gelbsucht

Prekäre Existenzen in unruhigen Zeiten

Abschied vom Norden

Meine Großmutter

Wieder Graz

Zum ersten Mal Familienleben

Hunger

Schicksale

Ferien in Pörtschach

Das Akademische Gymnasium

Kulturträchtige Jahre

Theater

Opern und Konzerte

Ein russischer Märchenfilm

Sport und Sommerferien

Salzburg

Wien

Reisen

Jahrhundertmitte - Gärung, Sichtung und Kalter Krieg, erste Initiativen zur Einigung Europas

Epilog - Europa – Einigung oder Untergang

Zielsetzung & Themen

Diese Familienchronik zeichnet den Lebensweg der Familie Jordis-Lohausen sowie eng damit verflochtener Familienlinien über drei Jahrhunderte nach. Ziel ist es, persönliche Schicksale vor dem Hintergrund der europäischen Geschichte von 1658 bis 2008 zu dokumentieren und die "verlorenen und vergessenen" Geschichten der Ahnen als Zeugnis vergangener Epochen zu bewahren.

  • Familiengeschichte der Jordis und Brentanos in Frankfurt und Österreich
  • Die dynastischen Verbindungen des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha
  • Der Übergang vom Habsburger Vielvölkerreich zur Moderne
  • Einfluss der Weltkriege und Fluchtgeschichte auf die betroffenen Generationen
  • Kulturelle Identität und die Suche nach Heimat im 20. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

Die Reichs- und Handelsstadt Frankfurt am Main

Zu einer Zeit, in der es der Stadt Frankfurt nach jahrzehntelanger mühsamer Arbeit gelungen ist, sich aus den Trümmern des Kriegs wieder ein, wenn auch ganz anderes Profil zu schaffen und als „Mainhattan“ zum ersten Finanzplatz und Wolkenkratzer City Deutschlands zu werden, kann man sich kaum mehr vorstellen, wie diese Handelsmetropole am Main Ende des 17. Jahrhunderts ausgesehen haben mag. So will ich versuchen, ein notwendigerweise unvollkommenes Bild der alten Kaiserstadt in all seiner Pracht, seiner Handelstüchtigkeit, seinem malerischen Charme und, damals schon, in seiner oft turbulenten völkischen Vielfalt zu skizzieren.

Als freie Reichsstadt unterstand Frankfurt direkt den Kaisern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dieses vor- und übernationale Reich erstreckte sich im 17. Jahrhunderts im Westen von Nizza am Mittelmeer bis Dünkirchen am Ärmelkanal, im Osten vom Pommern an der Ostsee über Schlesien, Mähren, Österreich bis Kroatien am Mittelmeer und es umfaßte ganz Norditalien, mit Ausnahme von Venetien, aber einschließlich der Toskana und Savoyens. Frankfurt am Main war ein selbstständiges Staatswesen innerhalb dieses Reiches. Es wurde vom „Rath“, einer bürgerlichen Oligarchie von Patrizierfamilien regiert. Besonderes Ansehen genoss Frankfurt unter den deutschen Städten überdies seit 1356 als Stadt der Königswahl und seit 1562 auch als Stätte der Kaiserkrönung.

Handwerk und Handel schafften den Reichtum der Stadt und vermehrten ihre Bedeutung. „Mit der Gründung des Doms hängt der Beginn einer Einrichtung zusammen, die eine irdisch nährende Quelle der Größe Frankfurts bedeutet, nämlich die Messe. Die neue Weihe der Kirche zu Ehren des heiligen Bartholomäus gab Anlass zu der Kirchweih, aus der die Messe sich entwickelte, anfangs eine Herbstmesse, zu der etwa hundert Jahre später eine Ostermesse hinzukam. Von den Kaisern begünstigt, erlangte sie bald großen Ruf und legte den Grund zu Frankfurts Blüte als Handelsstadt.“ Wie auch heute noch waren diese „Messen“ die wichtigsten und größten Handelsveranstaltungen. Sie boten den Kaufleuten eines durch Zoll und Gewerbeschranken zersplitterten Deutschlands, die Möglichkeit uneingeschränkt Waren zu kaufen und zu verkaufen. Von überall her kamen sie angereist.

Zusammenfassung der Kapitel

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation – Die Jordis und Brentanos: Dieses Kapitel beleuchtet die Wurzeln der Familie Jordis in Savoyen und deren Ansiedlung als Weinhändler in Frankfurt im 18. Jahrhundert sowie die einflussreiche Rolle der Familie Brentano.

Das Kaiserreich Österreich – In Armee und Staatsdienst: Es wird der Aufstieg des Habsburger Vielvölkerreichs beschrieben und die militärische Laufbahn der Jordis-Brüder in kaiserlichen Diensten dokumentiert.

Das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha – Die Geschwisterkinder: Die abenteuerliche Herkunft der Familie Löwenfels und ihre enge Verbindung zum Coburger Fürstenhaus werden hier detailliert dargelegt.

Die Österreich-Ungarische Monarchie: Dieser Abschnitt widmet sich der Blüte und dem schrittweisen Zerfall der Monarchie, eingebettet in die Lebensgeschichten von August von Jordis-Lohausen und Amélie von Meyern-Hohenberg.

Die „wilhelminische“ Zeit: Die politisch wie kulturell prägende Ära des deutschen Kaiserreichs wird anhand des Lebensweges von Hubert von Wangenheim verdeutlicht.

Europas dreißigjähriger Selbstvernichtungskrieg 1914-45: Hier wird die Zäsur der beiden Weltkriege, die Fluchtgeschichte aus Pommern und das Ringen um das Überleben in den Nachkriegsjahren geschildert.

Schlüsselwörter

Jordis-Lohausen, Familiengeschichte, Frankfurt am Main, Österreich-Ungarische Monarchie, Sachsen-Coburg und Gotha, Brentano, Exil, Flucht, Zweiter Weltkrieg, Habsburger, Adel, Biedermeier, Diplomatie, Erinnerungskultur, Ahnenforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist eine umfassende Familienchronik, die über 350 Jahre hinweg die Geschichte der Familie Jordis-Lohausen und verwandter Zweige mit der europäischen Historie verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Handelsgeschichte, militärische Laufbahnen im kaiserlichen Dienst, dynastische Beziehungen europäischer Adelshäuser und die schmerzhaften Umbrüche durch Kriege und Vertreibung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Bewahrung familiärer Erinnerungen, die durch politische Umwälzungen verloren zu gehen drohten, und die Einordnung dieser persönlichen Schicksale in den Kontext der europäischen Geschichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus archivalischen Dokumenten, privaten Aufzeichnungen (wie Tagebüchern und Briefen) sowie historischer Sekundärliteratur, um ein chronologisches und biographisches Mosaik zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der Ansiedlung der Familie in Frankfurt, über den Dienst im österreichischen Kaiserreich und die engen Verflechtungen mit dem Hause Sachsen-Coburg, bis hin zu den traumatischen Erlebnissen während der beiden Weltkriege.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ahnenforschung, dynastische Geschichte, Flucht und Vertreibung, das Habsburgerreich sowie die Transformation der europäischen Identität.

Wie war das Verhältnis der Familie zum Hause Sachsen-Coburg?

Das Verhältnis war von tiefer Loyalität geprägt. Die Familie Löwenfels stand in Diensten des Coburger Hofes, wobei die familiären Verflechtungen durch Patenschaften und enge freundschaftliche Kontakte über Generationen hinweg bestanden.

Wie wird das Leben als Flüchtling in der Nachkriegszeit geschildert?

Die Schilderungen sind ungeschönt und persönlich. Sie beschreiben den Verlust der Heimat, das nackte Überleben in den Trümmern und die schwierige Suche nach einer neuen Existenzgrundlage in einem zerstörten Europa.

Ende der Leseprobe aus 280 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mitteleuropa 1658-2008. Die Chronik einer Familie
Untertitel
Verlorenes und Vergessenes
Autor
Alexander Jordis-Lohausen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
280
Katalognummer
V124873
ISBN (eBook)
9783640345496
ISBN (Buch)
9783640345489
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jordis-Lohausen Brentano von Wagenheim von Meyern-Hohenberg Frankfurt am Main Coburg Wien Berlin Graz Mitteleuropa Heiliges Römisches Reich Sachsen-Coburg Gotha Österreich-Ungarische Monarchie Lombardei-Venetien Hinterpommern Kaiser Franz Josef I. Kaiser Wilhelm II. k.u.k. Armee Europas Selbstzerstörungskrieg Nationalismus Übernationalismus Europas Einigung The American Dream Rommel und das Afrikakorps Vertreibung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Jordis-Lohausen (Autor:in), 2008, Mitteleuropa 1658-2008. Die Chronik einer Familie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124873
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