Die vorliegende Hausarbeit soll sich konkret mit der Fragestellung auseinander setzen, aus welchen Gründen sich Betriebe an der Berufsausbildung beteiligen beziehungsweise nicht beteiligen. Um diese Frage beantworten zu können, soll sich im ersten Teil der Arbeit zunächst mit der theoretischen Einordnung der unterschiedlichen Motivlagen aus denen Betriebe ausbilden, beschäftigt werden. Hier sollen insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen aufgezeigt werden, die Betriebe erfüllen müssen, wenn sie sich an der Berufsausbildung beteiligen wollen. Zusätzlich sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgeführt werden, mit denen konkret bestimmt werden kann, inwieweit sich die Wirtschaft an der Berufsausbildung beteiligt. Da Betriebe mit ihren unternehmerischen Aktivitäten in erster Linie ökonomische Ziele verfolgen und eher „rational im Sinne des „homo oeconomicus“ handeln, sollen zudem drei ökonomische Erklärungsansätze näher betrachtet werden, die Betriebe dazu veranlassen sich an der betrieblichen Ausbildung zu beteiligen. Dieser theoretische Teil soll mit einem kurzen Zwischenfazit enden.
Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit empirischen Ergebnissen. Es wird veranschaulicht, wie sich die Ausbildungsbetriebsquote und die Ausbildungsquote in den letzten Jahren verändert hat. Außerdem werden die Kosten die für einen Auszubildenden entstehen näher erläutert. Nachfolgend werden die Gründe der jeweils befragten Betriebe die sich für oder gegen eine Ausbildung entscheiden dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Rechtliche Rahmenbedingungen zur betrieblichen Ausbildungsbeteiligung
2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Ausbildungsbetriebsquote, Ausbildungsaktivitätsquote und Ausbildungsquote)
3. Ökonomische Erklärungsansätze betrieblichen Ausbildungsverhaltens.
3.1 Produktionstheoretischer Ansatz
3.2 Investitionstheoretischer Ansatz
3.3 Reputationsansatz
4. Zwischenfazit
5. Ausbildungsbetriebsquote und Ausbildungsquote.
5.1 Entwicklung der Ausbildungsbetriebsquote und der Ausbildungsquote
5.2 Ursachen des Quotenrückgangs
6. Bruttokosten und Erträge.
7. Gründe einer betrieblichen Ausbildung.
8. Nutzendimensionen einer Ausbildung.
9. Gründe für einen Ausbildungsverzicht.
10. Maßnahmen die die Ausbildungsbereitschaft erhöhen könnte.
11. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Beweggründe für die Beteiligung oder Nichtbeteiligung von Betrieben an der dualen Berufsausbildung unter Berücksichtigung ökonomischer Erklärungsansätze, rechtlicher Rahmenbedingungen sowie empirischer Daten zu analysieren.
- Rechtliche Voraussetzungen für die betriebliche Ausbildung nach BBiG und HwO
- Indikatoren zur Messung der Ausbildungsbeteiligung (Quoten)
- Ökonomische Motive: Produktionstheoretischer, investitionstheoretischer und Reputationsansatz
- Kosten-Nutzen-Analyse der betrieblichen Berufsausbildung
- Ursachen für Ausbildungsvorhaben und Ausbildungsverzicht
- Fördermaßnahmen zur Steigerung der betrieblichen Ausbildungsbereitschaft
Auszug aus dem Buch
3.1 Produktionstheoretischer Ansatz
Im Produktionstheoretischen Ansatz wird die betriebliche Ausbildungsbereitschaft allein mit den Beiträgen, die die Auszubildenden dem Produktionsergebnis beisteuern, begründet. Der betriebliche Planungshorizont bezieht sich ausschließlich auf die Dauer der Ausbildung. Das beinhaltet, dass eine spätere Übernahme der Ausbildungsabsolventen nicht das vorrangige Ziel des Betriebs darstellt (Niederalt 2005). Nach diesem Ansatz zeigt sich ein Unternehmen oder ein Betrieb genau dann ausbildungsinteressiert, wenn die Kosten für die Ausbildung die Erträge der Ausbildung nicht übersteigen (Baden und Schmid 2007). Die Ausbildung erfolgt unabhängig vom bestehenden Fachkräftebedarf. Die Auszubildenden werden selbst als vollwertige Arbeitskräfte angesehen und damit als eine alternative Variante zu Geringqualifizierten (Niederalt 2005).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel skizziert den allgemeinen Rückgang der Ausbildungsbetriebe und erläutert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Motive für oder gegen eine Ausbildung.
1. Rechtliche Rahmenbedingungen zur betrieblichen Ausbildungsbeteiligung: Hier werden die gesetzlichen Anforderungen gemäß BBiG und HwO erläutert, die Betriebe erfüllen müssen, um überhaupt ausbilden zu dürfen.
2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Ausbildungsbetriebsquote, Ausbildungsaktivitätsquote und Ausbildungsquote): Das Kapitel definiert die zentralen statistischen Indikatoren, um das Ausbildungsengagement ökonomisch quantifizieren zu können.
3. Ökonomische Erklärungsansätze betrieblichen Ausbildungsverhaltens.: Es werden drei theoretische Modelle (Produktionstheoretisch, Investitionstheoretisch, Reputation) vorgestellt, die das ökonomische Kalkül hinter der Ausbildungsentscheidung erklären.
4. Zwischenfazit: Eine kurze Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen zu den Anforderungen und Erklärungsansätzen betrieblicher Ausbildung.
5. Ausbildungsbetriebsquote und Ausbildungsquote.: Dieses Kapitel analysiert die rückläufige empirische Entwicklung der Ausbildungsquoten seit 2008 und diskutiert die ursächlichen Faktoren wie demografischen Wandel oder Krisenauswirkungen.
6. Bruttokosten und Erträge.: Eine detaillierte Aufschlüsselung der betrieblichen Ausbildungskosten sowie der anzurechnenden Erträge durch die Produktivität der Auszubildenden.
7. Gründe einer betrieblichen Ausbildung.: Darstellung der wesentlichen Gründe für Betriebe zu bilden, wobei die Sicherung des Fachkräftenachwuchses im Zentrum steht.
8. Nutzendimensionen einer Ausbildung.: Analyse der strategischen Vorteile für den Betrieb, wie die Passgenauigkeit der Ausbildung oder die Vermeidung von Fehlbesetzungskosten.
9. Gründe für einen Ausbildungsverzicht.: Darstellung der Gründe, warum Betriebe auf Ausbildung verzichten, wobei das Fehlen formaler Voraussetzungen und hoher Aufwand dominieren.
10. Maßnahmen die die Ausbildungsbereitschaft erhöhen könnte.: Untersuchung von Lösungsansätzen, um Betriebe durch finanzielle Anreize oder administrative Erleichterungen stärker für die Ausbildung zu gewinnen.
11. Fazit: Abschließende Synthese der Ergebnisse, welche die Notwendigkeit von Ausbildung trotz Kosten-Nutzen-Herausforderungen betont.
Schlüsselwörter
Betriebliche Berufsausbildung, Ausbildungsbetriebsquote, Ausbildungsquote, Duales System, Kosten-Nutzen-Analyse, Fachkräftesicherung, Investitionstheoretischer Ansatz, Produktionstheoretischer Ansatz, Reputationsansatz, Ausbildungsvorhaben, Ausbildungsverzicht, Personalfluktuation, BIBB, BBiG, Betriebliche Weiterbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Gründen, warum Unternehmen sich entscheiden, Berufsausbildung im dualen System anzubieten oder hiervon abzusehen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen rechtliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Indikatoren zur Ausbildungsleistung, ökonomische Erklärungsmodelle für das Ausbildungsverhalten sowie Empfehlungen zur Steigerung der Ausbildungsneigung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, nach welchen Motiven Betriebe entscheiden, Fachkräftenachwuchs selbst auszubilden oder aufgrund wirtschaftlicher und struktureller Hürden darauf zu verzichten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die durch die Auswertung empirischer Datenberichte und Statistiken (z.B. BIBB, IAB) untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Ansätze zur Erklärung des Ausbildungsverhaltens, statistische Trends zur Ausbildungsquote sowie eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse der betrieblichen Ausbildung erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Hauptbegriffe sind betriebliche Ausbildung, Ausbildungsquote, Fachkräftesicherung, Kosten-Nutzen-Analyse sowie die ökonomischen Ansätze zur Ausbildungsmotivation.
Welche Rolle spielt der sogenannte Investitionstheoretische Ansatz?
Diesem Ansatz zufolge sehen Betriebe die Ausbildung als langfristige Investition zur Fachkräftesicherung, bei der zukünftige Erträge durch die Übernahme der Auszubildenden realisiert werden sollen.
Warum verzichten laut Arbeit viele Betriebe auf eine eigene Ausbildung?
Häufige Gründe sind das Fehlen der geforderten personellen oder sachlichen Ausbildungsvoraussetzungen, zu hohe Kosten sowie der zeitliche Aufwand, der mit den Ausbildungstätigkeiten verbunden ist.
Wie bewerten die Betriebe die Wirksamkeit von Fördermaßnahmen?
Die Betriebe sehen in der Verbesserung der schulischen Voraussetzungen der Bewerber die effektivste Maßnahme; auch eine höhere Flexibilität bei der Umsetzung der Ausbildungsordnungen wird als hilfreich erachtet.
- Arbeit zitieren
- Anne Lier (Autor:in), 2014, Betriebliche Ausbildungsbeteiligung. Aus welchen Gründen bilden Betriebe aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1248845