In meinem Referat habe ich angefangen mich mit dem spannenden Thema der jüdischen Magie zu befassen.
Der Platz, den Mystik und Magie im Judentum hat, scheint viel wichtiger zu sein, als man sich vorstellen könnte.
Selbst in der Folklore findet man viele Geschichten über Dämonen und Dybbuk- Besessenheit.
In der Vorbereitungsphase für meine Hausarbeit habe ich in meinem jüdischen Bekanntenkreis eine kleine Umfrage durchgeführt. Alle befragten waren erstaunt zu hören, dass es im Judentum „auch“ Exorzismus und Seelenwanderung existiert. Niemand hörte jemals davon, obwohl alle jüdische Erziehung bekommen haben. Liegt es an mangelnder Werbung oder vielleicht daran, dass das esoterische Wissen nicht in die Hände der Unbefugten gelingen durfte? Oder zum eigenen Schutz der unschuldigen Seelen? Was auch immer der Grund, gehört Geistesbeschwörung im traditionellen Judentum nicht zum „Tagesprogramm.“
In meiner Arbeit habe ich versucht den Überblick über die Situation zu verschaffen. Der Akzent liegt auf Safed im 16. Jahrhundert, weil die meisten Quellen aus dieser Zeit stammen. Das sindc aber nicht die frühesten Erwähnungen davon, sondern man spricht über das Thema Geister und Besessenheit schon sehr früh in den jüdischen Quellen. Es ist schwer zu sagen von wann genau die ersten Berichte sind.
Die Vorstellung, über so was wie Besessenheit von einem fremden Geist schon in dem Tanach im Buch von Genesis vorkommt, wie J. H. Chajes (2001) behauptet.
Zum Beispiel in 41:38 spricht der Pharao über Joseph, dass niemand wie er den Geist Gottes in sich hat.
In Exodus 31:3 verspricht Gott Bezalel mit dem Geist Gottes zu erfüllen, sodass er Inspiration für seine Arbeit bekommt. Der erste Exorzist in der jüdischen Geschichte war König David. Der König Saul war der erste Besessene.
Natürlich reicht das Wort „Geist“ an sich noch lange nicht um behaupten zu können, dass es sich in diesem Fall von Besessenheit handelt.
Auch dem Christentum ist dieses Thema nicht unbekannt und zwar schon sehr früh.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und historische Perspektive.
2 Magie, Geister und Dämonenlehre
3 Typen und Techniken der Geistervertreibung. Quellen -die berühmten Fälle in Safed
3.1 Typen und Techniken der Geistervertreibung.
3.2 Quellen - die berühmten Fälle in Safed.
4 Frauen und Geister
5 Literaturbeispiele aus der Folklore.
6 Magische und Besessenheit in unserer Zeit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Geisterbesessenheit und Seelenwanderung im Judentum, mit einem besonderen Fokus auf die mystischen Praktiken und historischen Berichte aus Safed im 16. Jahrhundert. Ziel ist es, die Konzepte von Exorzismus, Besessenheit (Dybbuk und Maggid) sowie deren soziale und religiöse Einordnung innerhalb der jüdischen Tradition darzustellen.
- Historische Einordnung der jüdischen Dämonenlehre und Magie
- Analytische Betrachtung der Exorzismus-Rituale im 16. Jahrhundert
- Die Rolle der Geschlechter bei Besessenheitsphänomenen
- Literarische und folkloristische Zeugnisse von Geistererscheinungen
- Relevanz esoterischer Praktiken in der modernen Zeit
Auszug aus dem Buch
Typen und Techniken der Geistervertreibung.
In Safed gab es unterschiedliche mystische Techniken mit verschieden Formen von Geistesbesessenheit.
Patai beschreibt das Ritual der Geistervertreibung, das streng befolgt werden musste. Die Hauptmerkmale waren:
1. Zuerst nach dem Namen fragen, Geburt- und Sterbedatum erfahren. Wichtig war auch die Weise, wie er den Körper betrat. Oft mussten dabei die mystische Namen Gottes und Psalmen rezitiert werden, um den Geist dazu zu zwingen, seinen Namen zu enthüllen.
Das war der erste Schritt, ohne den ging es nicht weiter.
2. Räuchern des Besessenen mit Rauch, Feuer und Schwefel. Das war gemacht, damit der Geist es nicht aushält, im Körper zu bleiben.
3. Man versprach ihn, dass die Rabbis und andere gelernte Personen beten, dass die Seele die Gehenna betritt und so die letzte Phase der Reinigung anfangen kann.
4. Das blasen des Schofars, Voraussetzung ist ein minyan.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und historische Perspektive.: Das Kapitel führt in das Thema der jüdischen Magie ein und erläutert frühe historische Bezüge zur Geisterbesessenheit in biblischen und rabbinischen Quellen.
2 Magie, Geister und Dämonenlehre: Hier werden die theologischen Hintergründe und die Herkunft von Dämonen und Geistern innerhalb der jüdischen Tradition und der Kabbala analysiert.
3 Typen und Techniken der Geistervertreibung. Quellen -die berühmten Fälle in Safed: Dieses Kapitel beschreibt konkrete mystische Rituale zur Austreibung sowie bekannte historische Fallbeispiele aus dem 16. Jahrhundert.
3.1 Typen und Techniken der Geistervertreibung.: Der Fokus liegt auf der methodischen Durchführung des Exorzismus, inklusive der benötigten Vorbereitungen und rituellen Schritte.
3.2 Quellen - die berühmten Fälle in Safed.: Hier werden spezifische historische Dokumente und Erzählungen über Besessenheitsfälle im damaligen Safed kritisch beleuchtet.
4 Frauen und Geister: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der Frau in der jüdischen Mystik und untersucht, warum Frauen besonders häufig in tranceartigen Zuständen beschrieben wurden.
5 Literaturbeispiele aus der Folklore.: Anhand literarischer Werke werden populäre Erzählungen über Dämonen und Besessenheit analysiert.
6 Magische und Besessenheit in unserer Zeit: Abschließend wird aufgezeigt, dass okkulte Praktiken und der Glaube an Besessenheit bis in die heutige Zeit hinein eine Rolle spielen.
Schlüsselwörter
Jüdische Magie, Kabbala, Exorzismus, Dybbuk, Maggid, Geisterbesessenheit, Safed, Seelenwanderung, Gilgul, Tikkun, Dämonenlehre, Mystik, Folklore, Ritual, Trance.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Konzepte von Geisterbesessenheit und Seelenwanderung im jüdischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf mystische Praktiken im 16. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt die jüdische Dämonenlehre, die Rituale des Exorzismus, die Rolle der Frauen in der Mystik sowie folkloristische und moderne Bezüge zu magischen Riten ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die historischen und mystischen Aspekte der Geisterbesessenheit zu geben und zu zeigen, wie sich diese Vorstellungen innerhalb der jüdischen Tradition entwickelt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Primär- und Sekundärliteratur, darunter historische kabbalistische Quellen sowie moderne wissenschaftliche Aufsätze zum Thema.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zur jüdischen Magie, detaillierte Beschreibungen von Exorzismus-Ritualen in Safed und die Untersuchung soziologischer Aspekte bei Besessenheitsphänomenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Kabbala, Dybbuk, Exorzismus, Safed, Magie und Geisterbesessenheit fassen den Kern der Arbeit am besten zusammen.
Was unterscheidet positive Besessenheit (Maggid) von negativer Besessenheit (Dybbuk)?
Ein Maggid wird als positive, oft göttlich inspirierte Form der Besessenheit betrachtet, während ein Dybbuk als eine fremde, oft sündige Seele wahrgenommen wird, die aus dem Körper vertrieben werden muss.
Welche Rolle spielt die Stadt Safed in diesem Kontext?
Safed im 16. Jahrhundert gilt als das Zentrum der jüdischen Mystik (Kabbala), aus dem die meisten überlieferten Berichte und detaillierten Beschreibungen von Exorzismus-Praktiken stammen.
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- Alina Polyak (Author), 2007, Besessenheit, Geistervertreibung und Seelenwanderung im Judentum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124892