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Das Böckenförde Diktum im Wandel der Zeit

Pluralismus oder Homogenität?

Titre: Das Böckenförde Diktum im Wandel der Zeit

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 26 Pages , Note: 1,3

Autor:in: BA Simon Oerding (Auteur)

Politique - Autres sujets
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Résumé Extrait Résumé des informations

Als einer der einflussreichsten heutigen Staatstheoretiker genießt Ernst-Wolfgang Böckenförde
unter Juristen, Philosophen und Staatskirchenrechtlern ein hohes Ansehen.
Begründen tut sich die Prominenz Böckenfördes nicht zuletzt durch das mittlerweile
zum geflügelten Wort erhobene Diktum, welches er im Jahre 1967 formulierte: „Der
freiheitliche säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren
kann.“ (Böckenförde 1967: 112) Seit 1967 hat sich nicht nur der Diskurs um die
vorpolitischen Grundlagen des Staates verändert, deutlich heben sich auch die Lebensumständen
und die Struktur innerhalb der heutigen Gesellschaft von der Zeit der späten
60er Jahre ab. Diese Feststellung allein hindert nicht daran, die These Böckenfördes
weiterhin als Element der staatsphilosophischen Allgemeinbildung zu verstehen.
Dabei erscheint es angezeigt, das Böckenförde-Diktum und die ihm innewohnenden
Komponenten einem Test an der sich verändernden Realität zu unterziehen. Inzwischen
stellt auch Böckenförde fest, dass ein Verlass einzig auf die Religion als Kitt der staatlichen
Ordnung heutzutage an Wunschdenken grenzen würde. Kommt es daher folgerichtig
im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse zu einer Neuausrichtung der
These? Sollte dies nicht so sein, warum bleibt Böckenförde auch im Angesicht des
strukturellen Wandels der Gesellschaft seiner These treu und welche Probleme birgt
dies für die Einschätzung der vorpolitischer Grundlagen des Staates?
Um diese Fragen zu erörtern, wird im Folgenden zunächst ein kurzer Überblick über die
argumentative Struktur des Böckenförde-Diktums gegeben, der unter anderem eine
Auseinandersetzung mit der Böckenförde leitenden staatsrechtlichen Konzeption Carl
Schmitts einschließt. Es kristallisieren sich dabei im Wesentlichen zwei Faktoren heraus,
welche für eine Analyse des Diktums in Bezug auf gesellschaftliche Wandlungsprozesse
relevant erscheinen: die relative Homogenität des Volkes als vorpolitische
Grundlage des Staates und die Religion als hauptsächliche Vermittlungsinstanz derselben.
Im Abgleich mit den, für Böckenfördes These relevanten, Veränderungen der heutigen
Gesellschaft im Vergleich zu 1967 werden diese beiden Aspekte auf eine argumentative
Evolution hin untersucht, die als Anpassungsprozess verstanden werden
könnte. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Böckenförde-Diktum im kurzen Aufriss

2.1 Die Homogenität als vorpolitische Grundlage - Böckenförde und Carl Schmitt

3. Die veränderte gesellschaftliche Ausgangslage für Böckenfördes Diktum

3.1 Relative Homogenität im Wandel der Gesellschaft

3.2 Wandel der Vermittlungsinstanzen vorpolitischer Voraussetzungen

4. Homogenität oder Pluralismus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz und argumentative Struktur des bekannten „Böckenförde-Diktums“ vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse seit seiner Formulierung im Jahr 1967. Dabei wird analysiert, ob das postulierte Paradoxon zwischen staatlicher Freiheitlichkeit und notwendigen vorpolitischen Voraussetzungen in der heutigen, pluralistischen Gesellschaft noch Bestand hat oder eine Anpassung der theoretischen Grundlagen erfordert.

  • Analyse des Böckenförde-Diktums im Kontext von Säkularisierung und Staatstheorie.
  • Untersuchung der Rolle von Homogenität als vorpolitische Grundlage des Staates.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Wandel von Vermittlungsinstanzen religiöser und kultureller Werte.
  • Diskussion des Spannungsverhältnisses zwischen gesellschaftlichem Pluralismus und staatlicher Stabilität.
  • Reflexion über die Konzepte von Demokratie, Volkssouveränität und Individualismus.

Auszug aus dem Buch

2. Das Böckenförde-Diktum im kurzen Aufriss

Ernst-Wolfgang Böckenförde brachte 1967 auf den Punkt, was spätestens seit Max Weber zum Allgemeinplatz unter (vielen) staatstheoretischen Denkern geworden ist: Der freiheitlich säkulare Staat lebt nicht vom Recht und der Freiheit allein. Er bedarf einer aktiven Zustimmung seiner Bürger, welche eine „homogenitätsverbürgende Kraft“ entfaltet (Böckenförde 1967: 111) gegen die der freiheitlichen Ordnung innewohnenden Fliehkräfte gesellschaftlichen Partikularismus’. Gerade dieses einigende Band scheint mit dem Prozess der Säkularisierung abhanden gekommen zu sein, kann die vormals bindende Religion doch nun nicht mehr durch den Staat für diese Aufgabe aktiv in Anspruch genommen werden. Da jedoch erst die Säkularisierung den Staat über die religiösen Bürgerkriege zu erheben erlaubte und so die Entfaltung der Freiheit des Einzelnen ermöglichte, führt „kein Weg über die Schwelle von 1789 zurück, ohne den Staat als die Ordnung der Freiheit zu zerstören.“ (ebd.: 113) So erscheint die Situation eines prekären Fundaments der staatlichen Ordnung unausweichlich, will man der Annahme Glauben schenken, dass sich der Staat selbst nicht genügt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Böckenförde-Diktums ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Anpassung dieser These an die moderne, pluralistische Gesellschaft.

2. Das Böckenförde-Diktum im kurzen Aufriss: Dieses Kapitel erläutert den Kern des Diktums als notwendiges Paradoxon und legt die theoretischen Grundlagen dar, insbesondere die Bedeutung der Homogenität für die staatliche Stabilität.

2.1 Die Homogenität als vorpolitische Grundlage - Böckenförde und Carl Schmitt: Hier wird der theoretische Rückbezug auf Carl Schmitt analysiert, um zu verdeutlichen, warum Böckenförde ein homogenes Volk als unverzichtbare Basis des Staates betrachtet.

3. Die veränderte gesellschaftliche Ausgangslage für Böckenfördes Diktum: Das Kapitel kontrastiert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von 1967 mit der heutigen Realität, geprägt von Pluralisierung und nachlassender religiöser Bindungskraft.

3.1 Relative Homogenität im Wandel der Gesellschaft: Es wird untersucht, wie sich die Anforderungen an die Homogenität angesichts steigender gesellschaftlicher Heterogenität verändert haben und wie der Staat hierauf reagiert.

3.2 Wandel der Vermittlungsinstanzen vorpolitischer Voraussetzungen: Dieses Kapitel analysiert, wie moderne Institutionen und kulturelle Ersatzinstanzen versuchen, die ehemals religiös fundierte Homogenität zu substituieren.

4. Homogenität oder Pluralismus: Das Fazit stellt das Festhalten an der Homogenitätstheorie infrage und diskutiert, ob Pluralismus und republikanische Gesinnung adäquatere Grundlagen für den modernen Staat bilden könnten.

Schlüsselwörter

Böckenförde-Diktum, Säkularisierung, Staatstheorie, Homogenität, Pluralismus, vorpolitische Grundlagen, Freiheit, Recht, Religion, Individualismus, Carl Schmitt, gesellschaftlicher Wandel, Rechtsstaat, Gemeinwohl, politische Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Ernst-Wolfgang Böckenfördes berühmte These, dass der freiheitliche säkularisierte Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann, und prüft deren Gültigkeit in der modernen, pluralistischen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Fragen nach den vorpolitischen Grundlagen staatlicher Ordnung, die Rolle von Religion und kultureller Homogenität sowie der Umgang des Staates mit gesellschaftlichem Pluralismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob das Böckenförde-Diktum in der heutigen Zeit an Bedeutung verloren hat oder ob der Autor seine These durch eine Anpassung der Argumente an den gesellschaftlichen Wandel zu erhalten versucht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Theorieanalyse, die Böckenfördes eigene Schriften und deren Rezeption sowie soziologische Studien und zeitgenössische Debatten zueinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die argumentative Struktur des Diktums, die Bedeutung der Homogenität (unter Bezugnahme auf Carl Schmitt), den Wandel der gesellschaftlichen Ausgangslage seit 1967 und die Verschiebung der Vermittlungsinstanzen vorpolitischer Voraussetzungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Böckenförde-Diktum vor allem Säkularisierung, Homogenität, Pluralismus, vorpolitische Grundlagen und die Freiheit des Individuums im modernen Rechtsstaat.

Warum spielt Carl Schmitt eine Rolle in dieser Untersuchung?

Schmitt dient als theoretische Referenzgröße, von der Böckenförde sein Verständnis des Staates als „antipluralistische“ Einheit bezieht, was für die Herleitung der Notwendigkeit von Homogenität entscheidend ist.

Wie reagiert Böckenförde laut der Arbeit auf religiöse Pluralität?

Böckenförde versucht, ehemals religiöse Werte in säkulare, kulturelle Güter zu übersetzen, um die Homogenität zu erhalten, ohne dabei den liberalen Anspruch des Staates auf Religionsfreiheit aufzugeben.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Arbeit hinsichtlich der Homogenität?

Die Arbeit schlussfolgert, dass Böckenförde zwar an der Idee der Homogenität festhält, dies jedoch den Blick auf die real existierende pluralistische Wirklichkeit verstellt, die möglicherweise eine stabilere Grundlage für den modernen Staat böte.

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Résumé des informations

Titre
Das Böckenförde Diktum im Wandel der Zeit
Sous-titre
Pluralismus oder Homogenität?
Université
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Cours
Hauptseminar: Religion und Demokratie
Note
1,3
Auteur
BA Simon Oerding (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
26
N° de catalogue
V124903
ISBN (ebook)
9783640307739
ISBN (Livre)
9783656722618
Langue
allemand
mots-clé
Böckenförde Diktum Wandel Zeit Hauptseminar Religion Demokratie
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Citation du texte
BA Simon Oerding (Auteur), 2008, Das Böckenförde Diktum im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124903
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Extrait de  26  pages
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