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Eine Region als optimaler Währungsraum

Title: Eine Region als optimaler Währungsraum

Seminar Paper , 2007 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Oleksii Korniichuk (Author), Alina Sorokina (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Summary Excerpt Details

Eines der Grundprinzipien der Regionalökonomie besagt, „... die Wahl des (Region-)Abgrenzungskriteriums sollte … anhand der zu untersuchenden Problemstellung erfolgen“. So hat 1961 der junge Robert Mundell in seinem Beitrag „A Theory of Optimum Currency Areas“ die Frage nach der optimalen Größe der Region, die eine einheitliche Währung nutzt, aufgeworfen und Regionen selbst als „areas within which there is factor mobility, but between which there is factor immobility“ definiert. Diese Abhandlung hat den Auftakt zu einem neuen Forschungsgebiet gegeben und seinen Autor 1999 zum Nobelpreisträger gemacht.
In demselben Jahr führten 11 Mitgliedsländer der Europäischen Union die Gemeinschaftswährung Euro ein, zwei Jahre später kam Griechenland hinzu. Somit entstand ein neuer Währungsraum bzw. die supranationale Region „Eurozone“. 2004 und 2007 führte die EU eine Erweiterung ihrer Mitgliedschaft um mehrere Mittel- und Osteuropäische Länder durch, von denen alle in den nächsten 7-8 Jahren zu den EWU-Mitgliedern werden sollen. Welche dieser Länder sind tatsächlich die Wunsch-Kandidaten für die EWU in der kurzfristigen Perspektive? Wer sollte möglicherweise noch mit dem Beitritt abwarten? Und für wen wäre es sinnvoller die nationale Währung beizubehalten?
Antworten auf diese und andere Fragen versuchen die Forscher im Rahmen der Theorien monetärer Integration zu bekommen, unter denen die oben erwähnte Theorie optimaler Währungsräume eine dominierende Rolle spielt. Den Kern dieser Theorie bilden zahlreiche Kriterien, Ansätze, und Modelle, mithilfe derer es sich beurteilen lässt, ob es für eine Ländergruppe vorteilhaft ist, sich zu einem Währungsraum zusammenzuschließen. Außerdem erlaubt dieses Instrumentarium die optimale Mitgliederzahl einer Währungsunion sowie das Nettonutzen der Einführung einer gemeinsamen Währung zu ermitteln usw.
Vor diesem Hintergrund besteht die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit darin, die in der Theorie optimaler Währungsräume vorgeschlagenen Abgrenzungskriterien systematisch zusammenzustellen, theoretisch zu durchleuchten sowie deren Schwachstellen aufzuzeigen. Darüber hinaus soll eine empirische Untersuchung für die Region „Eurozone“ durchgeführt werden, die die Frage der optimalen Beitrittsreihenfolge der Kandidaten zu diesem Währungsraum beantworten soll. Die Untersuchung begrenzt sich hiermit primär auf die geografische Integrationsregion der heutigen Europäischen Union.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretische Analyse

1.1 Optimale Währungsräume als theoretische Grundlage der regionalen monetären Integration

1.1.1 Traditionelle Kriterien

1.1.1.1 Arbeitsmobilität: Der Ansatz von Mundell

1.1.1.2 Offenheitsgrad: Der Ansatz von McKinnon

1.1.1.3 Diversifikationsgrad: Der Ansatz von Kenen

1.1.1.4 Weitere nicht-klassische Abgrenzungskriterien

1.1.1.5 Traditionelle Abgrenzungskriterien aus regionalökonomischer Sicht

1.1.2 Alternatives Konzept des Kosten-Nutzen-Vergleichs

1.1.2.1 Die Kosten einer Währungsunion

1.1.2.2 Die Nutzen einer Währungsunion

1.1.3 Neuere Kritik der Theorie optimaler Währungsräume

1.2 Die Buchanan’sche Clubtheorie und optimale Währungsräume

1.2.1 Die Bereitstellung des Clubgutes

1.2.2 Die optimale Anzahl von Clubmitgliedern

1.2.3 Bestimmung des simultanen Optimums

2. Empirische Analyse: Die Region „Eurozone“ im Lichte der Theorie optimaler Währungsräume

2.1 Die Operationalisierung der Optimalitätskriterien

2.2 Die optimale Reihenfolge der EWU-Erweiterung: eine Regressionsanalyse

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen optimaler Währungsräume und analysiert empirisch die Eignung verschiedener EU-Länder für einen Beitritt zur Eurozone mittels eines Regressionsmodells.

  • Systematische Aufarbeitung und kritische Würdigung klassischer Abgrenzungskriterien für Währungsräume.
  • Analyse des clubtheoretischen Ansatzes zur Bestimmung optimaler Währungsunionen.
  • Empirische Operationalisierung von Optimalitätskriterien für die Eurozone.
  • Untersuchung der optimalen Beitrittsreihenfolge neuer Mitgliedsländer basierend auf OCA-Indizes.
  • Gegenüberstellung ökonomischer Empfehlungen und politischer Realität bei der Währungsintegration.

Auszug aus dem Buch

1.1.2.1 Die Kosten einer Währungsunion

Auf der Mikroebene entstehen bei einem Währungszusammenschluss bei den Wirtschaftseinheiten einmalige Kosten der Währungsumstellung. Diese betreffen sowohl den öffentlichen als auch privaten Sektor, so dass sämtliche Funktions- und Geschäftsbereiche eines Unternehmens an die neue Einheitswährung anzupassen sind.

Aus makroökonomischer Sicht lassen sich folgende Kostenaspekte identifizieren:

1) Verlust des Wechselkurses als Anpassungsinstrument zur Kompensation realer Entwicklungen bzw. internationaler Wettbewerbsnachteile;

2) Wegfall der geldpolitischen Autonomie, weil im Falle der Einheitswährung die Etablierung der gemeinsamen supranationalen Zentralbank nötig ist, auf welche die nationalen geldpolitischen Kompetenzen übergeben werden;

3) Verringerung der fiskalpolitischen Autonomie ist die einerseits dazu notwendig ist, um unionsweite Zielsetzungen zu verfolgen, wie bspw. eine ausgeglichene Leistungsbilanz gegenüber dem Rest der Welt; andererseits gehen von fiskalischen Maßnahmen kurzfristige Preis- und Beschäftigungseffekte aus, die gemeinschaftlich geregelt werden sollen;

4) Verlust der Seigniorage und Inflationssteuereinnahmen, da diese Instrumente der Haushaltsfinanzierung im Falle der Währungsunion der supranationalen Zentralbank unterliegen und somit den nationalen Regierungen entzogen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der optimalen Währungsräume und Darlegung der Zielsetzung, die Kriterien für eine Währungsunion zu systematisieren und die Eurozone empirisch zu untersuchen.

1. Theoretische Analyse: Umfassende theoretische Durchleuchtung klassischer und alternativer Ansätze zur Abgrenzung optimaler Währungsgebiete sowie deren kritische Würdigung.

1.1 Optimale Währungsräume als theoretische Grundlage der regionalen monetären Integration: Detaillierte Betrachtung traditioneller Kriterien wie Arbeitsmobilität, Offenheitsgrad und Diversifikationsgrad sowie deren Grenzen.

1.1.1 Traditionelle Kriterien: Fokus auf klassische Ansätze, die bei Erfüllung einen Verzicht auf Wechselkursvariationen ermöglichen sollen.

1.1.1.1 Arbeitsmobilität: Der Ansatz von Mundell: Untersuchung des Kriteriums der Faktormobilität als Voraussetzung für ein stabiles Währungsgebiet.

1.1.1.2 Offenheitsgrad: Der Ansatz von McKinnon: Analyse des Einflusses der Handelsverflechtung auf die Wahl des Wechselkursregimes.

1.1.1.3 Diversifikationsgrad: Der Ansatz von Kenen: Diskussion der Unempfindlichkeit gegenüber mikroökonomischen Schocks durch eine breite Wirtschaftsstruktur.

1.1.1.4 Weitere nicht-klassische Abgrenzungskriterien: Einbezug makroökonomischer Faktoren wie Konjunkturzyklen und Kapitalmobilität in die theoretische Betrachtung.

1.1.1.5 Traditionelle Abgrenzungskriterien aus regionalökonomischer Sicht: Klassifizierung der Kriterien in Homogenitäts- und Funktionalitätskriterien.

1.1.2 Alternatives Konzept des Kosten-Nutzen-Vergleichs: Vorstellung der Kosten-Nutzen-Analyse nach Ishiyama als Entscheidungsgrundlage für eine Währungsunion.

1.1.2.1 Die Kosten einer Währungsunion: Identifikation mikro- und makroökonomischer Kostenpunkte, wie den Verlust der geldpolitischen Autonomie.

1.1.2.2 Die Nutzen einer Währungsunion: Aufzählung der Vorteile, insbesondere die Senkung von Transaktionskosten und Steigerung der geldpolitischen Glaubwürdigkeit.

1.1.3 Neuere Kritik der Theorie optimaler Währungsräume: Diskussion moderner kritischer Ansätze, wie der Endogenität der Kriterien.

1.2 Die Buchanan’sche Clubtheorie und optimale Währungsräume: Übertragung der ökonomischen Clubtheorie auf den Kontext monetärer Integration.

1.2.1 Die Bereitstellung des Clubgutes: Untersuchung der Inflationsrate als Clubgut in einer Währungsunion.

1.2.2 Die optimale Anzahl von Clubmitgliedern: Bestimmung der idealen Größe des Währungsclubs basierend auf Inflationspräferenzen.

1.2.3 Bestimmung des simultanen Optimums: Herleitung des Gleichgewichts zwischen Mitgliederzahl und Inflationsrate.

2. Empirische Analyse: Die Region „Eurozone“ im Lichte der Theorie optimaler Währungsräume: Praktische Untersuchung des Erweiterungsprozesses der Eurozone.

2.1 Die Operationalisierung der Optimalitätskriterien: Vorstellung des Bayoumi-Eichengreen-Ansatzes zur Messung der Wechselkursvolatilität.

2.2 Die optimale Reihenfolge der EWU-Erweiterung: eine Regressionsanalyse: Anwendung des Modells auf verschiedene europäische Länder zur Bestimmung der Beitrittseignung.

Fazit: Zusammenfassende Darstellung der theoretischen Ergebnisse und der empirischen Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Eignung und politischer Entscheidung.

Schlüsselwörter

Optimale Währungsräume, Eurozone, Monetäre Integration, Wechselkursvolatilität, Faktormobilität, Clubtheorie, Konvergenzkriterien, OCA-Index, Regressionsanalyse, Geldpolitische Autonomie, Inflationsrate, Wirtschaftspolitik, EU-Erweiterung, Fiskalpolitik, Asymmetrische Schocks.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Theorie optimaler Währungsräume und deren Anwendung auf den Erweiterungsprozess der Eurozone.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Voraussetzungen für eine Währungsunion, die Kosten-Nutzen-Analyse aus clubtheoretischer Sicht und die empirische Bewertung von Beitrittskandidaten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die theoretischen Abgrenzungskriterien zu systematisieren und mittels einer empirischen Regressionsanalyse die optimale Beitrittsreihenfolge für neue Mitglieder zur Eurozone zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einem quantitativen Ansatz, konkret einer Regressionsanalyse zur Bestimmung von OCA-Indizes (Optimum Currency Area Indices).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl klassische und alternative theoretische Ansätze detailliert diskutiert als auch die empirische Untersuchung anhand von Daten der untersuchten Länder durchgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Optimale Währungsräume, Eurozone, monetäre Integration, Wechselkursvolatilität, Clubtheorie und Konvergenzkriterien sind die zentralen Begriffe.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle politischer Entscheidungen?

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass politische Faktoren bei der Euro-Einführung ein deutlich höheres Gewicht haben als die rein akademischen, ökonomischen Empfehlungen.

Was besagt die Buchanan’sche Clubtheorie im Kontext dieser Arbeit?

Die Theorie definiert eine Währungsunion als einen monetären Club, in dem die Mitglieder gemeinsam eine Inflationsrate als Clubgut nutzen, wobei die optimale Mitgliederzahl von den Inflationspräferenzen abhängt.

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Details

Title
Eine Region als optimaler Währungsraum
College
University of Trier  (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Kommunal- und Umweltökonomie)
Course
Regionalökonomie
Grade
1,3
Authors
Oleksii Korniichuk (Author), Alina Sorokina (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V124908
ISBN (eBook)
9783640307760
ISBN (Book)
9783640306008
Language
German
Tags
Optimaler Währungsraum optimum currency area
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oleksii Korniichuk (Author), Alina Sorokina (Author), 2007, Eine Region als optimaler Währungsraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124908
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