„Strategie“ ist ein Begriff aus dem Griechischen und setzt sich als „strategos“
zusammen aus den Worten „stratos“ (zu Deutsch: Heer) und „agein“ (zu Deutsch:
führen) (vgl. Farwick 2004, S. 71). Er bezeichnete ursprünglich die Feldherrenkunst,
die Kunst der Führung von Streitkräften im Krieg (vgl. www.wissen.de 2005). Ein
Stratege ist somit ein Feldherr, also jemand, der die Kriegskunst beherrscht.
Obwohl der Begriff Strategie heute in vielen Bereichen der Gesellschaft für
planvolles, zielgerichtetes Vorgehen mit seinen unterschiedlichsten Facetten
verwendet wird, trägt das Buch „Strategie“ von Basil Liddell Hart, das dieser Arbeit
zugrunde liegt, seinen Titel in einem ganz ursprünglichen Sinn. Und der Autor,
selber im Kriegsdienst erprobt und als militärischer Planer und Berater tätig, ist ein
Stratege im engsten Sinne des Wortes.
Im antiken Griechenland bildeten Militär und Politik eine feste Einheit. Feldherren
trugen somit zumeist auch staats- bzw. stadtpolitische Verantwortung. In einer Zeit,
als Politik bereits weit mehr als Kriegsführung beinhaltete, definierte Basil Hart
Strategie als „die Kunst, militärische Mittel so zuzuteilen und anzuwenden, dass sie
die politischen Ziele erfüllen.“
Die vorliegende Arbeit soll die Theorie von Basil Henry Liddell Hart anhand seines
viel zitierten Werkes „Strategie“ in ihren Grundzügen darstellen, die Hintergründe
ihrer Entwicklung aufzeigen und all das einer kritischen Würdigung auch in Hinblick
auf die Relevanz der Theorie für die (politische) Praxis unterziehen.
Ein geschichtlicher Abriss, biographische Daten des Autors und ein kompakter
Anhang mit Definitionen militärischer Begriffe ergänzen die Arbeit, um ihre
Verständlichkeit zu erhöhen und die Einordnung in die Ideengeschichte zu
erleichtern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographisches zum Autor:
3. Geschichtliche und ideengeschichtliche Einordnung
3.1. Vor dem Ersten Weltkrieg
3.2. Der Erste Weltkrieg
3.3. Zwischenkriegszeit
3.4. Der Zweite Welzkrieg
3.5. Nach dem Krieg
4. Die Theorien von Basil Hart und ihre Entwicklung
4.1. Die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg
4.2. Die Vorbereitungen auf den Zweiten Weltkrieg
5. Aufbau des Buches
6. Inhalt des Buches
6.1. Anknüpfungspunkte
6.2. Die zentralen Inhalte
6.3. Leitsätze
6.4. Begriffsklärungen
6.5. Zusammenschau
7. Relevanz der Theorien von Hart
8. Kritik zu Buch und strategischem Ansatz
9. Resümee / Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die grundlegenden Theorien von Basil Henry Liddell Hart in seinem Werk „Strategie“ darzustellen, ihre historische Entwicklung zu erläutern und ihre Relevanz für die militärische sowie politische Praxis kritisch zu würdigen.
- Die historische und biographische Einordnung des Strategen Basil Henry Liddell Hart.
- Die Analyse der Entstehung und zentralen Bedeutung der Doktrin des „indirect approach“.
- Die Untersuchung von Harts Leitsätzen für Strategie und Taktik.
- Die kritische Auseinandersetzung mit Harts Theorien und deren Abgrenzung zu Clausewitz.
- Die Bewertung der praktischen Relevanz des „indirect approach“ in verschiedenen Epochen.
Auszug aus dem Buch
4.2. Die Vorbereitungen auf den Zweiten Weltkrieg
Seit Ende der 20er Jahre war er also Vertreter der Doktrin des indirekten Ansatzes (englisch: "indirect approach"), die die Wichtigkeit einer Dislozierung von Feindkräften durch geschicktes Manövrieren vor einem direkten Zusammenstoß mit dem Gegner betont. Er erkannte dabei frühzeitig die Bedeutung einer mobilen Panzertruppe. Von Seiten britischer Militärs fanden seine Ansichten vor dem Zweiten Weltkrieg jedoch weniger Beachtung als von den Protagonisten der späteren deutschen Blitzkrieg-Taktik Guderian und Rommel.
Hart entwickelt damals dafür folgende Formel für die Berechnung der Verminderung des gegnerischen Widerstandes (x): x = f (Lähmung der gegnerischen Führung)= g (Überraschung) = = h (für den Feind unerwartete Richtung des Angriffs; Voraussetzung; Täuschung). Kurz zusammengefasst heißt das: x = f (Lähmung, g (Überraschung, h (Täuschung)))
Der Sinn und Vorteil eines indirekten Vorgehens liegt laut Hart darin, dass dabei die Kosten niedrig und die Wirkung hoch sein. Bei einer direkten Vorgehensweise sei dies genau umgekehrt. Zwischen Zielen („ends“), der indirekten Strategie („ways“) und den eingesetzten Mitteln („means“) macht Hart Wechselbeziehungen aus, die zur besseren Übersicht in folgender Tabelle dargestellt sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert den Begriff der Strategie im antiken Sinne und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, Harts Werk einer kritischen Würdigung zu unterziehen.
2. Biographisches zum Autor:: Bietet einen Überblick über das Leben von Basil Henry Liddell Hart, von seiner militärischen Laufbahn bis hin zu seiner intensiven Tätigkeit als Militärhistoriker und Stratege.
3. Geschichtliche und ideengeschichtliche Einordnung: Betet den historischen Rahmen von der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg über die Zwischenkriegszeit bis hin zur Situation nach dem Zweiten Weltkrieg.
4. Die Theorien von Basil Hart und ihre Entwicklung: Beschreibt, wie Harts Erfahrungen aus den Weltkriegen und seine Zusammenarbeit mit anderen Militärs seine strategischen Ansichten prägten.
5. Aufbau des Buches: Erläutert die Gliederung von Harts Werk „Strategie“ und dessen Einteilung in historische und theoretische Abschnitte.
6. Inhalt des Buches: Detailliert die Kerninhalte, Anknüpfungspunkte, Leitsätze und Begriffsklärungen aus Harts Werk, inklusive der Abgrenzung zu Clausewitz.
7. Relevanz der Theorien von Hart: Untersucht die praktische Anwendbarkeit von Harts Theorien, insbesondere des „indirect approach“, in historischen und zeitgenössischen Konflikten.
8. Kritik zu Buch und strategischem Ansatz: Setzt sich kritisch mit der historischen Wahrnehmung von Harts Rolle bei der Entstehung des „Blitzkrieges“ und seinem politischen Wirken auseinander.
9. Resümee / Schlussfolgerungen: Fasst Harts Bedeutung als Militärhistoriker zusammen und bewertet seine Flexibilität sowie seine Rolle als Vordenker einer neuen Art der Kriegsführung.
Schlüsselwörter
Basil Henry Liddell Hart, Strategie, indirekter Ansatz, indirect approach, Blitzkrieg, Militärgeschichte, Taktik, höhere Strategie, Clausewitz, politische Ziele, Kriegsführung, Militärtheorie, Grand Strategy, Verteidigung, Friedenssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Werk „Strategie“ von Basil Henry Liddell Hart, analysiert dessen Entstehungsgeschichte und prüft den Wert seiner strategischen Theorien für die militärische und politische Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Doktrin des „indirect approach“, der historischen Einordnung des Autors und der kritischen Auseinandersetzung mit Harts Ansichten zur Strategiebildung und Kriegführung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine fundierte Darstellung der Grundzüge von Harts Werk, um durch eine kritische Würdigung die historische Bedeutung und aktuelle Relevanz seiner Theorien aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie die schriftstellerischen Beiträge Harts in den Kontext weltpolitischer Entwicklungen und persönlicher Erfahrungen des Autors setzt und mit Sekundärliteratur vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biographische und historische Kontextualisierung, die Untersuchung der Entwicklung von Harts Theorien sowie die detaillierte Darstellung seiner zentralen strategischen Leitsätze und Begriffsklärungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „indirect approach“, Strategie, Militärgeschichte, „Blitzkrieg“ und die Auseinandersetzung mit dem Denken von Clausewitz charakterisiert.
Wie bewertet die Autorin Harts Flexibilität im Denken?
Die Autorin sieht in Harts häufigen Meinungswandel einerseits eine mögliche Schwachstelle seiner Fundierung, andererseits aber auch ein Zeichen für ausgeprägte Selbstreflexion und die notwendige Flexibilität, die er von Strategen forderte.
Warum spielt Clausewitz eine so zentrale Rolle in der Kritik?
Clausewitz dient als Referenzpunkt, an dem Hart seine eigenen Theorien schärft, wobei Hart Clausewitz vor allem für dessen Fokus auf den unbegrenzten Einsatz von Gewalt und das Gefecht als einziges Mittel kritisiert.
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- Mag. Bettina Rausch (Author), 2005, Basil Henry Liddell Hart: STRATEGIE, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124926