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Die Nahostfrage in der medialen Berichterstattung

Eine kommunikationswissenschaftliche Betrachtung des israelisch-palästinensischen Konfliktes anhand von Fallbeispielen

Title: Die Nahostfrage in der medialen Berichterstattung

Seminar Paper , 2003 , 38 Pages , Grade: Sehr Gut

Autor:in: Mag. Bettina Rausch (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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In einer Rede beim 9. Forum für Redakteure aus aller Welt am 27. Mai 2002 in Bruges sagt der Chefredakteur der israelischen Tageszeitung H’aaretz Hanoch Marmari:

“Die letzten zwanzig Monate [seit Anfang 2000] des israelisch – palästinensischen Konflikts haben eine wirkliche Werte-Krise für Journalisten geschaffen. Ich denke, ich kann mich aufgrund des gewaltigen Volumens der Berichterstattung und der Kommentare auf vier fundamentale Vergehen konzentrieren: Besessenheit, Vorurteil, herablassende Haltung und Unwissenheit. […] Übertreibung, Desinformation und Provokation sind das Handwerkszeug der Region.“ (Marmari 2002)

Seit vielen Jahrzehnten lodert das Feuer in der Konfliktregion Palästina. Die Gründung des Staates Israel, zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den arabischen Staaten im Nahen Osten und viele Versuche, die Streitigkeiten auf dem Verhandlungswege beizulegen prägen die heutige politische Situation.

Spätestens seit Beginn der „Zweiten Intifada“ im Jahr 2000 ist die Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt aus unseren Nachrichtensendungen und Zeitungen nicht mehr wegzudenken. Sie hat „Daueraktualität“ wie unter anderem eine Untersuchung deutscher Fernsehnachrichten bestätigt.

Worauf diese Aktualität zurückzuführen ist, welche besonderen Phänomene im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Nahostkonflikt zu beobachten sind und ob in unterschiedlichen Teilen der Welt, besonders in der Region selber, auf unterschiedliche Weise von diesem Konflikt berichtet wird ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Sie wurde gemeinsam von Bettina Rausch und Boris Fahrnberger verfasst, wobei die Arbeit beiden zu gleichen Teilen zufiel. Wenn nicht anders angegeben – wie etwa bei den journalistischen Beiträgen im Anhang – wurden sowohl die Recherche als auch Formulierung der Ergebnisse im Teamwork erledigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung ins Thema

a) Der Nahostostkonflikt – politisch-inhaltliche Definition

b) Geographische Definition

c) Historischer Überblick

d) Darstellung wichtiger Akteure

e) Begriffsklärungen

f) Die Rolle der USA

3. Berichterstattung lokaler Medien

a) Überblick über die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

b) Überblick über die Medienlandschaft Israels

c) Fallbeispiel Israel: Die Tageszeitung H’aaretz

d) Berichterstattung in palästinensischen Medien

4. Berichterstattung in ausländischen Medien

a) Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen

b) Berichterstattung in US-amerikanischen Medien

c) Berichterstattung in europäischen Medien – am Beispiel der Fernsehberichterstattung in Deutschland

5. Berichterstattung im Internet

a) Online-Ausgaben regionaler Zeitungen bzw. Web-Portale von Medienorganisationen in der Konfliktregion

b) Online-Portale von Non-Governmental Organisations und Interessensvertretungen

6. Vergleich der medialen Berichterstattung in Deutschland, den USA und Israel anhand eines konkreten Ereignisses (Stichprobe)

7. Vergleich der Ergebnisse: Zusammenfassung und Bewertung

8. Literaturverzeichnis

9. Journalistische Beiträge

a) Porträt eines Politikers in der Konfliktregion

b) Pressemitteilung des deutschen auswärtigen Amtes zu den Friedensverhandlungen im Rahmen der „Genfer Initiative“

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die mediale Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt zu untersuchen und zu analysieren, wie sich die Darstellung des Konflikts im Zeitablauf sowie in unterschiedlichen regionalen und medialen Kontexten gestaltet. Die Forschungsfrage widmet sich insbesondere den Phänomenen der Nachrichtenselektion, der Rollenbilder der Konfliktparteien und der Symbolik innerhalb der Berichterstattung.

  • Analyse der medialen Berichterstattung lokaler Medien in Israel und Palästina
  • Untersuchung der ausländischen Medienberichterstattung am Beispiel der USA und Deutschlands
  • Betrachtung der Rolle des Internets als Informationsplattform im Nahostkonflikt
  • Vergleichende Stichprobenanalyse anhand des „Genfer Abkommens“
  • Diskussion über journalistische Objektivität und die Instrumentalisierung von Nachrichten

Auszug aus dem Buch

Die Tageszeitung H’aaretz

H’aaretz ist eine relativ „kleine“ Zeitung. Sie erscheint in Hebräisch und Englisch, dies in Kooperation mit dem International Herald Tribune. Ihre Auflage umfasst insgesamt 100.000 Ausgaben. Besonders erwähnenswert ist hingegen der Internetauftritt von H’aaretz.

Gegründet wurde H’aaretz im Jahr 1919 und ist somit Israels älteste Tageszeitung. Man verbindet mit H’aaretz niveauvolle Berichterstattung. Die Zeitung erfreut sich daher schon lange eines hohen Ansehens und eines soliden Rufes. (www.jafi.org 2003)

Die nähere Betrachtung von H’aaretz kann auch Aufschluss über die Rahmenbedingungen für andere lokale (Print-)Medien geben. In welchem Spannungsfeld die israelischen Medien berichten, bringt der H’aaretz-Chefredakteur Hanoch Marmari in einem 2002 in Bruges gehaltenen Vortrag auf den Punkt. „Wir von H’aaretz laben im Gegensatz zu denjenigen, die über diesen Konflikt wie über ein großes Abenteuer berichten, täglich mit den Konsequenzen unserer Berichterstattung und zwar in jeder Sekunde unseres Daseins.“ (Marmari 2002)

Für eine lokale Zeitung stellen ganz besonders die Erwartungen der heimischen Leserschaft eine Herausforderung dar. H’aaretz befand und befindet sich gegenüber mancher Leser in einer Art Vertrauenskrise. Der Wahrheit verpflichtet, die herauszufinden vor allem in den Wirren von Kriegen und Konflikten äußerst schwierig ist, und oft vom Willen beflügelt, die Welt zu verbessern., sahen sich die H’aaretz-Redakteure immer wieder verpflichtet, die israelische Politik kritisch zu hinterfragen und mitunter sogar Mitgefühl für palästinensische Opfer zu kommunizieren. Das verunsicherte und brüskierte aber zumindest einen Teil der israelischen Leser die „diese Zeitung als Quelle der Solidarität und des Trostes betrachten wollen und nicht nur als Spiegel, der aufgedeckte Wahrheiten reflektiert.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Werte-Krise der Journalisten im Nahostkonflikt und skizziert das Forschungsinteresse an der medialen Aufbereitung der „Zweiten Intifada“.

2. Einführung ins Thema: Dieses Kapitel definiert den Nahostkonflikt politisch sowie geographisch, bietet einen historischen Überblick und stellt die zentralen Akteure sowie die Rolle der USA vor.

3. Berichterstattung lokaler Medien: Hier werden die Rahmenbedingungen und die Medienlandschaft Israels sowie Palästinas untersucht und anhand der Zeitung H’aaretz beispielhaft analysiert.

4. Berichterstattung in ausländischen Medien: Das Kapitel betrachtet exemplarisch die Medien in den USA und Deutschland, wobei Schwerpunkte auf Antisemitismus-Vorwürfen und der Fernsehberichterstattung liegen.

5. Berichterstattung im Internet: Es wird erörtert, wie Online-Portale von NGOs und Medienorganisationen die Informationsvielfalt abseits klassischer Medien ergänzen.

6. Vergleich der medialen Berichterstattung in Deutschland, den USA und Israel anhand eines konkreten Ereignisses (Stichprobe): Anhand der „Genfer Initiative“ wird ein direkter Vergleich der Berichterstattung zwischen den verschiedenen Ländern und Medientypen vorgenommen.

7. Vergleich der Ergebnisse: Zusammenfassung und Bewertung: Dieses Kapitel resümiert die Institutionalisierung der Berichterstattung und diskutiert die Herausforderungen der Objektivität in einem emotional hoch aufgeladenen Konflikt.

Schlüsselwörter

Nahostkonflikt, Berichterstattung, Medien, Israel, Palästina, Intifada, H’aaretz, Journalismus, USA, Deutschland, Friedensprozess, Genfer Initiative, Internet, Nachrichtenselektion, Rollenbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die mediale Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt, insbesondere seit Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2000.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Darstellung der Konfliktparteien (Täter-Opfer-Rollen), die Rolle der USA, die Medienlandschaft vor Ort sowie die Bedeutung des Internets als ergänzende Nachrichtenquelle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Unterschiede in der Berichterstattung zwischen lokalen Medien im Konfliktgebiet und Medien in Drittländern wie Deutschland und den USA aufzuzeigen und die zugrunde liegende Nachrichtenselektion zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine vergleichende Analyse vorgenommen, die auf bestehenden Studien, Auswertungen von Nachrichtendatenbanken und einer eigenen Stichprobenanalyse zum „Genfer Abkommen“ basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung lokaler Medien, ausländischer Medien, digitaler Portale und endet mit einem konkreten Vergleich der Berichterstattung zum Genfer Abkommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nahostkonflikt, Mediale Berichterstattung, Intifada, Nachrichtenselektion und Rollenbilder.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung in der H’aaretz von ausländischen Medien?

Lokale Redakteure wie die der H’aaretz sind unmittelbar von den Konfliktfolgen betroffen, was zu einer anderen Perspektive und intensiveren Auseinandersetzung führt als bei ausländischen Korrespondenten, die eher auf Agenturmeldungen angewiesen sind.

Welche Rolle spielt die Symbolik in den Fernsehnachrichten?

Die Symbolik trägt zur Stereotypisierung bei, indem Konfliktparteien mit typischen archaischen Bildern wie Panzern oder Steinwerfern belegt werden, um komplexe politische Sachverhalte im kurzen Zeitrahmen der Nachrichten greifbar zu machen.

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Details

Title
Die Nahostfrage in der medialen Berichterstattung
Subtitle
Eine kommunikationswissenschaftliche Betrachtung des israelisch-palästinensischen Konfliktes anhand von Fallbeispielen
College
University of Vienna  (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften)
Course
Übung "Einführung in die Kommunikationswissenschaft"
Grade
Sehr Gut
Author
Mag. Bettina Rausch (Author)
Publication Year
2003
Pages
38
Catalog Number
V124934
ISBN (eBook)
9783668799387
ISBN (Book)
9783668799394
Language
German
Tags
nahostfrage berichterstattung eine betrachtung konflitkes fallbeispielen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Bettina Rausch (Author), 2003, Die Nahostfrage in der medialen Berichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124934
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