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Ist die Partnerschaft der Afrikanischen Union und der Europäischen Union im Darfur-Konflikt ein Erfolg?

Title: Ist die Partnerschaft der Afrikanischen Union und der Europäischen Union im Darfur-Konflikt ein Erfolg?

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 27 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dipl.-Pol. Björn Richter (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Darfur ist eine Region im Westen des Sudans, die seit hunderten Jahren immer wieder ethnische Konflikte hervorbrachte, siedelten sich dort im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche arabische und einheimische afrikanische Stämmen verschiedener Ethnien und religiöser Prägung an. Nach dem Auseinanderbrechen der regierenden Partei im Jahre 1999 und dem Aufkommen neuer politischer und militärischer Gruppierungen im Jahre 2003, die gegen eine weitere Marginalisierung der Region eintraten, entstand in der Region innerhalb kürzester Zeit ein Konflikt entlang der ethischen Konfliktlinien.

Nachdem unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft und unter Federführung der Afrikanischen Union zuerst in 2004 ein brüchiger Waffenstillstand und in 2005 und 2006 Friedensabkommen zwischen der nationalen Regierung in Khartum und den Rebellentruppen JEM und SLA unterzeichnet wurden, entstand auf Grundlage der UN Resolutionen 1591 und 1593 die so genannte AMIS (Friedensmission der Afrikanischen Union in Darfur) unter Federführung der Afrikanischen Union. Die Europäische Union sicherte der Mission insgesamt 250 Millionen Euro und weitere Unterstützung bis 2007 zu, um die AU bei ihrer bisher größten „peace-keeping“ Mission zu unterstützen.

Die vorliegende Hausarbeit nimmt die aktuellen Entwicklungen zum Darfur-Konflikt um die neue UN Resolution 1769 vom 31. Juli 2007 und die Entsendung einer gemischten AMIS/UN Truppe zum Anlass die bisherige Zusammenarbeit zwischen der Afrikanischen Union und der Europäischen Union als Regionalorganisationen auf ihre Erfolge zu untersuchen und dabei natürlich auch die bilateralen Aktivitäten der Mitgliedsstaaten und ihren Einfluss auf die Partnerschaft einzubeziehen. Dabei steht im Mittelpunkt die Frage, ob die Zusammenarbeit bisher erfolgreich war und
die Arbeit wird das anhand der Zusammenarbeit im militärischen und zivilen Bereich sowie im politischen Bereich untersuchen. Als Indikatoren dienen dabei die Verfolgung der selbstgesteckten Ziele beider Organisationen durch die jeweiligen Vertreter und ihre bisherige Umsetzung, die durch Forschungsprojekte untersucht worden sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Entstehung des Darfur - Konfliktes

3. Meinungsbildung und Mandatisierung in der UNO

3.1 Prozess der Meinungsbildung innerhalb der UNO

3.2 Meinungsbildung und Rolle der Afrikanischen Union

3.3 Meinungsbildung und Rolle der Europäischen Union

4. Analyse der bisherigen Zusammenarbeit EU/AU

4.1 Umsetzung der Zusammenarbeit im militärischen und zivilen Bereich

4.2 Umsetzung der Zusammenarbeit im politischen Bereich

5. Einfluss der USA und Chinas auf den Prozess

6. Kommentar und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität der Partnerschaft zwischen der Afrikanischen Union (AU) und der Europäischen Union (EU) im Rahmen des Darfur-Konflikts, wobei insbesondere die militärische, zivile und politische Zusammenarbeit sowie die Rolle externer Akteure wie den USA und China kritisch beleuchtet werden.

  • Historische Herleitung und Eskalation des Darfur-Konflikts
  • Rolle und Meinungsbildungsprozesse innerhalb der Vereinten Nationen
  • Analyse der militärischen und zivilen Kooperation zwischen AU und EU
  • Diplomatisches Engagement und politische Strategien der Regionalorganisationen
  • Einfluss geopolitischer Interessen der USA und Chinas auf den Konfliktverlauf

Auszug aus dem Buch

3.1 Prozess der Meinungsbildung innerhalb der UNO

Nachdem der Darfur – Konflikt es im Jahre 2004 aufgrund der medialen Präsenz den Weg in den Sicherheitsrat der UNO geschafft hat, wurde dort am 30. Juli 2004 die Resolution 1556 bei Enthaltung von China und Pakistan verabschiedet in welcher die sudanesische Regierung aufgefordert wird, "die janjawiid -Milizen zu entwaffnen und die Führer der janjawiid und ihre Verbündeten, die zu Menschenrechtsverletzungen und Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht und zu anderen Gräueltaten angestiftet und diese verübt haben, festzunehmen und vor Gericht zu stellen sowie Verhandlungen mit den Dissidententruppen zu beginnen". Der UN-Generalsekretär wird zudem ersucht, "dem Rat in 30 Tagen und danach in monatlichen Abständen darüber Bericht zu erstatten, inwieweit die Regierung Sudans in dieser Angelegenheit Fortschritte erzielt hat". Im Fall der Nichtbefolgung sind "weitere Maßnahmen zu erwägen, einschließlich Maßnahmen nach Artikel 41 der Charta der Vereinten Nationen gegen die Regierung Sudans", heißt es weiter in dem Beschluss, der einstimmig angenommen worden war. Zum Schutz der internationalen Hilfsorganisationen wurden die Staaten aufgefordert, Truppen zur Verfügung zu stellen, die "unter der Führung der Afrikanischen Union" stehen sollten.

Die UNO bezeichnete den Darfur-Konflikt als die derzeit schlimmste humanitäre Katastrophe. Beobachter sprachen von "ethnischer Säuberung" und - im Vergleich zu Ruanda 1994 - immer öfter von einem "Genozid". Die verschiedenen Parteien innerhalb der UNO hatten sich diesem Sprachgebrauch nicht offiziell angeschlossen, da es dann Aufgabe der Organisation wäre umgehend in Darfur einzugreifen, um diesen Genozid zu beenden. Diese Herangehensweise regelt die am 9. Dezember 1948 beschlossene Resolution 260 „Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“, wobei sie bestimmt, dass die UNO bei Vorliegen von Völkermord handeln muss – dazu aber natürlich von ihren Mitgliedsstaaten in Ermangelung eigener Möglichkeiten unterstützt werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Darfur-Konflikts, die Zielsetzung der Hausarbeit sowie die methodische Herangehensweise an die Untersuchung der AU-EU-Kooperation.

2. Darstellung der Entstehung des Darfur - Konfliktes: Beleuchtung der historischen Dimension und der sozio-ökonomischen Hintergründe, die zur Entstehung der bewaffneten Auseinandersetzungen im Jahr 2003 führten.

3. Meinungsbildung und Mandatisierung in der UNO: Analyse der internen UN-Prozesse, der diplomatischen Rollen von AU und EU sowie der politischen Hürden bei der Mandatsvergabe.

4. Analyse der bisherigen Zusammenarbeit EU/AU: Kritische Bewertung der praktischen Umsetzung militärischer und ziviler Unterstützung sowie des politischen Engagements der EU in Darfur.

5. Einfluss der USA und Chinas auf den Prozess: Untersuchung der geopolitischen Interessen der USA und Chinas, insbesondere im Hinblick auf Ressourcenpolitik und deren Auswirkungen auf die Friedensbemühungen.

6. Kommentar und Ausblick: Abschließende Einschätzung des bisherigen Erfolgs der Partnerschaft und Empfehlungen für eine nachhaltige Friedens- und Sicherheitsstrategie in Afrika.

Schlüsselwörter

Darfur-Konflikt, Afrikanische Union, Europäische Union, UN-Resolution 1556, UN-Resolution 1769, AMIS, UNAMID, Peace Facility for Africa, Sudan, Genozid, Friedensmission, Ressourcenpolitik, China, USA, Sicherheitsarchitektur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die internationale Zusammenarbeit zwischen der Afrikanischen Union und der Europäischen Union im Rahmen der Friedensmissionen zur Beilegung des Darfur-Konflikts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die militärische, zivile und politische Unterstützung durch die EU, die Rolle der UN-Resolutionen sowie die geopolitischen Interessen von Akteuren wie China und den USA.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu bewerten, ob die bisherige Partnerschaft zwischen AU und EU im Darfur-Konflikt erfolgreich war und wo die Grenzen der jeweiligen Kapazitäten liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von UN-Resolutionen, offiziellen Berichten und aktueller Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Konfliktgenese, die Analyse der Meinungsbildungsprozesse in der UNO sowie eine detaillierte Untersuchung der bisherigen Kooperationserfolge und -defizite.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Darfur-Konflikt, Frieden und Sicherheit in Afrika, Sicherheitsarchitektur und internationale Kooperation definieren.

Inwiefern beeinflusst China die Lösung des Konflikts?

China agiert ambivalent; während es offiziell diplomatisch eingebunden ist, behindert es durch seine Ressourcenpolitik und Waffenlieferungen an den Sudan oft ein entschlossenes Vorgehen des UN-Sicherheitsrates.

Warum wird die AMIS-Mission als "überfordert" bezeichnet?

Die Mission litt unter einer schlechten Ausrüstung, einem begrenzten Mandat, mangelnder logistischer Unterstützung und fehlender politischer Durchsetzungskraft gegenüber den Konfliktparteien.

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Details

Title
Ist die Partnerschaft der Afrikanischen Union und der Europäischen Union im Darfur-Konflikt ein Erfolg?
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Hauptseminar: "Die internationalen Beziehungen Afrikas südlich der Sahara"
Grade
2,3
Author
Dipl.-Pol. Björn Richter (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V124941
ISBN (eBook)
9783640299591
ISBN (Book)
9783640304493
Language
German
Tags
African Union EU Darfur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Pol. Björn Richter (Author), 2007, Ist die Partnerschaft der Afrikanischen Union und der Europäischen Union im Darfur-Konflikt ein Erfolg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124941
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