Aliki: Gefühle sind wie Farben - Eine Bilderbuchbesprechung


Rezension / Literaturbericht, 2007

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ein allgemeiner Überblick

3 Einige ausgewählte Beispiele
3.1 Es gibt viele Gefühle
3.2 Eine Gruselgeschichte
3.3 Der Papierflieger
3.4 Das Sprungbrett
3.5 Ein Wutanfall in vielen Worten
3.6 Wie fühlst du dich?

4 Die unterrichtliche Verwendung
4.1 Ein Beispiel persönlicher Anwendung

5 Kritik

6 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Innerhalb des Seminars „Das Bilderbuch: Geschichte, Analyse, Didaktik“ wurde das Bilderbuch „Gefühle sind wie Farben“, von Aliki bereits mündlich vorgestellt. Diese Arbeit stellt nun eine Rezension des Bilderbuchs in schriftlicher Form dar.

Zu Beginn der Arbeit soll ein allgemeiner erster Eindruck über die Bildart, den Schrifttyp und die dargestellten Charaktere vermittelt werden, was sich in diesem Fall durch den starken Facettenreichtum des Bilderbuchs verkompliziert.

Anschließend werden verschiedene Geschichten aus dem Bilderbuch vorgestellt und analysiert, um den zuvor erwähnten Facettenreichtum auch vermitteln zu können. Anschließend an die Analyse werden Ideen zum Umgang mit der jeweiligen Szene vorgestellt.

Darauf folgend soll auf die verschiedenen unterrichtlichen Verwendungen des Bilderbuchs eingegangen werden. Wobei erläutert wird, inwieweit das Buch zur Verwendung eines problemorientierten Unterrichts taugt. Außerdem wird darauf eingegangen inwieweit das Bilderbuch zur Leseförderung und zur literarischen Erziehung beitragen kann. Ebenfalls berücksichtigt wird die künstlerische Erziehung, zu der dieses Buch anhand von möglichen Rollenspielen ebenfalls inhaltliche Vorgaben geliefert werden.

Daran anschließend wird vom Verfasser dieser Arbeit eine persönliche unterrichtliche Anwendung einer, aus dem rezepierten Bilderbuch ausgewählten Geschichte vorgestellt. Hierbei soll deutlich werden wie ein innerhalb der Klasse bestehender Konflikt mit Hilfe einer darauf abgestimmten Szene aus dem Bilderbuch einmal angesprochen werden konnte und dazu auch mögliche Lösungsvorschläge gefunden wurden.

Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Kritik.

Da es sich bei dieser Arbeit hauptsächlich um eine persönliche Rezeption handelt wurde keine weiterführende Literatur genutzt.

2 Ein allgemeiner Überblick

Das Bilderbuch „Gefühle sind wie Farben“ wurde von Susanne Härtel aus dem Amerikanischen übersetzt, die Zeichnungen stammen von Aliki. Die amerikanische Originalausgabe trägt den Titel „Feelings“. Im Jahre 1984 ist das Bilderbuch zum ersten Mal auf dem deutschen Buchmarkt erschienen.

Das Bilderbuch ist für Kinder ab sieben Jahre geeignet. Auf dem hinteren Teil der Buchdecke wird das Buch als „ein Bilderbuch zum Mitdenken und Mitfühlen“ beschrieben. Doch handelt es sich bei diesem Bilderbuch nicht um eine typische Geschichte für Kinder, die durch das Bildliche unterstützt wird. Statt eine durchgängigen Geschichte zu erzählen, werden in diesem Bilderbuch auf einunddreißig Seiten einundzwanzig einzelne Geschichten abgebildet. In diesen Geschichten werden gefühlsgeladene, realistische Alltagssituationen dargestellt.

Die Charaktere, welche in diesen Gefühlssituationen vorkommen werden immer durch Kinder dargestellt. Neben den dargestellten Kindern sind außerdem auf verschiedenen Seiten Vögel abgebildet, die das Geschehen kommentieren. Die Vögel dienen einmal zur sinnhaften Erschließung des Dargestellten, äußern sich in belehrender Weise oder liefern Lösungsvorschläge, um die dargestellte Situation zu bewältigen zu können.

Auffällig an diesem Buch ist der facettenreiche Umgang mit Bild und Text. Die Bilder sind sehr einfach und eindeutig gezeichnet, sie erscheinen wie Buntstiftzeichnungen. Darüber hinaus sind die Situationen hauptsächlich monoszenisch darstellt, was bedeutet, dass eine Gefühlssituation durch nur ein Bild unterstützt wird. Ist die Darstellungsweise nicht monoszenisch, handelt es sich um eine comic-ähnliche Zeichnung, in welcher ein zeitlicher Ablauf einer Handlung dargestellt wird. Folglich wandelt jede Geschichtsdarstellung von Einzelbildern zu Bilderreihen.

Ebenso wie die bildliche Darstellung wechseln auch die Schrifttypen. Die Schriftart erscheint nicht wie bei einem üblichen Buchdruck, man könnte meinen, das Geschriebene sei ebenfalls mit einem Buntstift oder Bleistift zu den Bildern ergänzt worden. Die Schreibweise ist die Blockschrift und die Überschriften sind allein in Großbuchstaben geschrieben, beides kommt gerade den Kindern der Grundschule entgegen. Doch ist die Schrift meiner Meinung nach in vereinzelter Weise häufig zu klein geraten.

Wie der Titel des Buches schon preisgibt, werden in den einzelnen Geschichten verschiedenste Gefühle dargestellt. Die Situationen, die dazu gewählt wurden, sind an das entsprechende Lesealter angepasst. Das Kind kann sich also meistens mit den Hauptcharakteren identifizieren, da es zu einer hohen Wahrscheinlichkeit die gleiche Situation entweder selbst schon erlebt hat, oder sie aus einer Alltagssituation kennt.

3 Einige ausgewählte Beispiele

Wie schon erläutert, stellt dieses Buch in sehr unterschiedlicher Weise die verschiedensten Gefühlssituationen dar. Um einen möglichst umfangreichen Eindruck von dem Bilderbuch vermitteln zu können, werden folgend fünf verschiedene Szenen vorgestellt.

3.1 Es gibt viele Gefühle

Dies ist die erste dargestellte Situation innerhalb des Bilderbuchs, sie erfüllt damit eine einleitende Funktion. In diesem Fall ist die Szene wie ein Comic skizziert. Es sind zwei Kinder abgebildet, ein Junge und ein Mädchen. Der Junge streckt dem Mädchen die Zunge heraus und lacht sie daraufhin aus. Das Mädchen reagiert, indem sie ihn darauf aufmerksam macht, dass er ihr damit „wehtun würde“. Da der Junge nicht aufhört das Mädchen zu ärgern verpasst sie ihm einen Tritt und versucht ihm zu verdeutlichen, dass er jetzt auch fühlen würde, dass es weh tut. Da der Junge nicht begreift, was das Mädchen ihm damit sagen möchte erklärt sie ihm, dass auch Worte verletzen können, da sie Gefühle in einem Menschen auslösen. Dazu ergänzt sie noch, dass man Gefühle weder sehen, noch riechen, noch anfassen kann. Um dies noch mal zu verdeutlichen beschimpft sie ihn als „Dummkopf“ und erklärt ihm, dass es sich so anfühlt, wenn er ihr die Zunge rausstreckt. Die beiden Kinder vertragen sich wieder und gehen zusammen weg, wobei sie sich gegenseitig sagen, dass sie sich jetzt wieder gut fühlen.

Diese Geschichte erfüllt ihre einleitende Funktion indem sie darüber aufklärt, dass man ein Gefühl nicht fassen kann. Schaut man sich nun mit einem Kind, oder mit Schülern diese Geschichte an, so könnte Folgendes über „Ein Gefühl“ herausgearbeitet werden: Man kann es weder sehen noch anfassen, doch ist es da. Weiterhin kann ein Gefühl verletzen, dies geschieht ohne jegliche Berührung, denn ein böses Wort oder eine Geste kann dazu ausreichen, also kann man die Gefühle beeinflussen.

Diese Informationen kann man jedoch nicht nur aus dem Schriftbild erlesen, sondern auch über die Bilder beobachten. Je nach dargestelltem Moment fühlt das Kind auf spezielle Weise: Dem Jungen macht es Spaß das Mädchen zu ärgern und das Mädchen wird traurig, doch als sie ihn „Dummkopf“ nennt, wird er traurig. Dies ist anhand der Bilder genaustens zu beobachten, denn der Junge wendet sich in dieser Beispielsituation von dem Mädchen ab, hat die Hände in den Hosentaschen und schaut zu Boden.

Darüber hinaus werden durch diese Geschichte schon einige Gefühle sichtbar, da die Kinder von Bild zu Bild unterschiedlich fühlen. Es wäre nun eine Möglichkeit das Kind darauf aufmerksam zu machen, dass Gefühle manchmal beobachtbar sind, wenn man sich den Menschen genau ansieht und anschließend bietet sich an, die verschiedenen Gefühle zu benennen, die durch die Kinder dargestellt werden.

3.2 Eine Gruselgeschichte

Der Leser erkennt zunächst, dass zeichnerisch eine Seite aus einem Buch dargestellt wird. In der Mitte dieser Seite befindet sich ein Bild von einem Jungen, der ein Buch liest. Das Bild wird von dem Seitentext umrandet und ist nur schwarz-weiß gezeichnet. Es scheint als würde der Junge das Buch in der Dunkelheit lesen.

Der Inhalt des Textes beschreibt eine Szene, in welcher sich ein Junge in einer Drachenhöhle befindet. Die Szene hat einen offenen Anfang sowie ein offenes Ende. Der Junge in der Geschichte hört wie der Drache auf ihn zu läuft und ihn packt. Es wird beschrieben wie der Junge sich in dieser Situation fühlt: „Die Haare standen ihm zu Berge. Vor Schreck war er wie versteinert. Es lief ihm eiskalt über den Rücken.“(vgl: Aliki 1987, S. 10). Der Leser weiß nicht, wie die Geschichte endet, doch er könnte meinen, dass der Drache den Jungen schließlich auffrisst.

Liest das Kind diese Geschichte, wird es Zeuge davon, wie ein anderes Kind eine Gruselgeschichte über einen Jungen liest. In diesem Fall werden die Gefühle der Spannung und der Angst verdeutlicht, die der Leser erkennt, indem er sich in den lesenden Jungen auf dem Bild hineinversetzt.

Schaut man sich dieses Bilderbuch mit einem Kind/Schüler an, könnte man zunächst fragen, welches Gefühl der lesende Junge auf dem Bild hat, denn wie in der zuvor erläuterten Szene ist auch hier das dargestellte Gefühl beobachtbar. Der abgebildete Junge starrt mit weit aufgerissenen Augen in sein Buch. Daran anschließend könnte man das Kind/ den Schüler fragen, ob er diese Situation auch schon erlebt hat.

3.3 Der Papierflieger

Diese Szene ist etwas kompliziert dargestellt. Insgesamt sind drei Charaktere beteiligt: Ein Junge namens Thomas, der unter Zweifeln einen Papierflieger bastelt und diesen auch fliegen läst, eine weitere weibliche Person, welche ihn dabei erwischt und ihn bestraft sowie ein Vogel, der den Jungen entweder ermahnt oder ausspricht, welche Gefühle der Junge hat. Aus dem Ablauf der Situation heraus kann man vermuten, dass sich diese Szene in der Schule abspielt, da der Junge zur Strafe in der Ecke stehen muss.

Der Inhalt lässt sich im ersten Moment schwer erschließen, da die Kommentare der drei Charaktere jeweils in einer Reihe stehen und nur durch die unterschiedliche Schriftart oder durch die Anordnung des Textes deutlich wird, wer was sagt. Die Aussagen des Jungen sind in normaler Schrift dargestellt, die des Vogels ebenfalls, neigen sich jedoch leicht kursiv. Die Aussagen der Lehrerin sind in Großbuchstaben geschrieben. Bilder sind in dieser dargestellten Szene nur soweit vorhanden, dass die Handlung des Jungen Zeile für Zeile dargestellt werden. Diese Abbildungen befinden sich jeweils am Anfang einer Zeile. am jeweiligen Ende der Zeile ist der Vogel abgebildet.

Deutlich wird, dass der Junge einen Streich spielt, bei dem er erwischt wird. Zunächst schämt er sich, dann fühlt er sich schuldig, bis er Angst bekommt. Als er schließlich bestraft wird, tut es ihm leid und er entschuldigt sich. Er muss aber trotzdem in der Ecke stehen, was ihn ärgert.

Der Vogel verdeutlicht einmal das, was das Gewissen des Jungen „sagen“ würde, würde es sprechen können und zusätzlich beschreibt er die Gefühle des Jungen.

Bei diesem Beispiel ist die bildliche Darstellung nicht überzeugend genug, um die Gefühle auch beobachten zu können.

Schaut man sich diese Geschichte mit einem Kind/Schüler an, sollte verdeutlicht werden, welche Personen darin vorkommen. An dieser Stelle würde sich anbieten den Text in verschiedenen Rollen zu lesen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Aliki: Gefühle sind wie Farben - Eine Bilderbuchbesprechung
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Germanistik)
Veranstaltung
Das Bilderbuch: Geschichte, Analyse, Didaktik
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V124979
ISBN (eBook)
9783640299744
Dateigröße
683 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aliki, Gefühle, Farben, Eine, Bilderbuchbesprechung, Bilderbuch, Geschichte, Analyse, Didaktik
Arbeit zitieren
Annika Rittmann (Autor:in), 2007, Aliki: Gefühle sind wie Farben - Eine Bilderbuchbesprechung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124979

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