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Mehrschriftlichkeit in Südafrika. Die Merkmale einer vereinfachten englischen Sprache analysiert am "Women’s Handbook"

Title: Mehrschriftlichkeit in Südafrika. Die Merkmale einer vereinfachten englischen Sprache analysiert am "Women’s Handbook"

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anna Sophie Wendel (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics
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In Südafrika gibt es eine unschätzbare Sprachenvielfalt: Rund 25 verschiedene Sprachen werden in Südafrika von 44,8 Millionen Menschen im Alltag gesprochen. Da die meisten dieser Sprachen jedoch kaum eine schriftliche Tradition haben, und das Bildungsniveau der Bevölkerung nach wie vor tief liegt, bewegt sich die Analphabetenrate zwischen 27% in urbanen und 50% in ländlichen Gebieten. In dieser Arbeit gebe ich einen kurzen Überblick über die Sprachenpolitik in Südafrika und stelle einige der zahlreichen Projekte vor, die dort gemacht werden um die Lese- und Schreibfähigkeit der südafrikanischen Bevölkerung zu erhöhen. Die meisten dieser Projekte unterstützen ein zweisprachiges Konzept um einerseits die afrikanische Muttersprache der Lernenden zu fördern und zu erhalten, und andererseits um ihnen die Möglichkeit zu geben eine „Wirtschaftssprache“ (Englisch oder Afrikaans) zu beherrschen und so auch ihre Berufsaussichten zu erhöhen.

Die Grundlage für den zweiten Teil dieser Arbeit bietet mir das Women’s Handbook, ein Handbuch, das für Frauen, die in den ländlichen Regionen von KwaZulu-Natal, leben, geschrieben wurde. Es ist das Produkt einer umfassenden Recherchearbeit des Center for Adult Education der Universität KwaZulu-Natal, die den dort lebenden Frauen Zugang zu Informationen ermöglichen wollten, die sie für die Bewältigung ihres Alltags brauchen können. Die Liste der Themen, die das Handbuch behandelt, umfasst unter anderen Informationen über die Gesetzgebung in Südafrika, soziale Entwicklung (HIV/AIDS, Heirat und Scheidung, häusliche Gewalt, Homosexualität, etc.), wirtschaftliche Entwicklung (berufstätige Frauen, Selbstständigkeit, Landwirtschaft, etc.) sowie physische Infrastruktur (Grundstück, Wasser und Toiletten, Elektrizität, Telefon, etc.). Die meisten Frauen der Zielgruppe eine afrikanische Sprache als Muttersprache und eine nur geringe Schulbildung. Aus diesem Grund wurde das Women’s Handbook sowohl in isiZulu als auch in einem stark vereinfachten Englisch publiziert. Forschungsfrage meiner Arbeit ist es nun, wie die englische Version des Handbuchs sprachlich an die Bedürfnisse der Leserinnen angepasst wurde. Dazu analysiere ich drei Kapitel auf die Merkmale Empfängerpragmatik, Präsuppositionen, nonverbale Textelemente, Lexik und Syntax nach Christiane Nord.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept Mehrschriftlichkeit in Südafrika

3. Analyse des Women’s Handbook

3.1. Textexterne Faktoren

3.1.1. Empfängerpragmatik

3.2. Textinterne Faktoren

3.2.1. Präsuppositionen

3.2.2. Nonverbale Textelemente

3.2.3. Lexik

3.2.4. Syntax

4. Fazit zum Anpassen des Women’s Handbook

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie das englischsprachige "Women’s Handbook" sprachlich an die Bedürfnisse von Frauen in ländlichen Regionen Südafrikas angepasst wurde, deren Muttersprache nicht Englisch ist und die über eine begrenzte Schulbildung verfügen. Das primäre Ziel ist die Analyse der angewandten Strategien zur Sprachvereinfachung auf Basis der Theorie von Christiane Nord.

  • Sprachenpolitik und Mehrschriftlichkeit in Südafrika
  • Literalitätsprojekte und Bildungsförderung
  • Empfängerpragmatik in der Textanalyse
  • Strategien zur Reduktion syntaktischer und lexikalischer Komplexität
  • Einsatz nonverbaler Textelemente zur Wissensvermittlung

Auszug aus dem Buch

3.2.4. Syntax

Eines fällt beim Durchlesen des Handbuch vor der bewussten syntaktischen Analyse auf: Die Sätze sind relativ kurz. Komplexe, verschachtelte Sätze oder Ellipsen gibt es nicht. Dies bestätigt wiederum, dass die Empfängerpragmatik berücksichtigt wurde, und der Text an Aufnahmefähigkeit und Bildungsstand der Empfängerin angepasst wurde. An folgendem Ausschnitt zum Thema „Virginity Testing“ will ich aber noch genauer erläutern, wie der Text an die Empfängerin mit Englisch als L2 angepasst wird:

“Some people will also put pressure on you not to have sex. For example, someone might try to make you have a test to see if you are a virgin or not. At the moment there is a lot of talk about virginity testing. Some people think it is a good thing and other people think it is a bad thing.

The people who think that virginity testing is good say that it helps you not to have sex. And if you do not have sex this means you will not have a baby you do not want, or get a sexually transmitted disease (STD, see page 241), or HIV/AIDS (see page 223). They say that it is important to stop so many young people from having a baby they do not want or from getting HIV/AIDS and other STDs. These people say that the adults in a community have a duty to try to stop these things. They feel that it is society’s responsibility to deal with these problems and individual people should not just do whatever they want to do.

The people who think virginity testing is a bad thing say the tests are not reliable. There are sometimes mistakes with the test. For example, the test can show that you are not a virgin but you know that you are. This can cause problems for young people. They might be punished for having sex when in fact they are still virgins.” (434/435)

Dass fast nur Aussagesätze gebraucht werden und das Präsens als Zeitform im Text vorherrscht, ist der Textsorte mitteilende/informative Texte zuzuschreiben. Andere Elemente sind aber nicht unbedingt Textsortenspezifisch. Im zitierten Abschnitt ist ersichtlich, dass einfache gegenüber zusammengesetzten Sätzen bevorzugt werden. Auch werden viel häufiger Parataxen (z.B. Hauptsatz-Hauptsatz-Konstruktionen) anstelle von Hypotaxen (z.B. Hauptsatz-Nebensatz-Konstruktionen) verwendet, und die einzelnen Sätze werde ausserdem selten durch Konjunktionen verbunden: Man findet also ebenfalls eine Häufung von asyndetischen Sätzen.

Diese syntaktischen Merkmale tragen dazu bei, dass die Information im Satz unmissverständlich und einfach dargestellt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die sprachliche Vielfalt Südafrikas und begründet die Notwendigkeit des "Women’s Handbook" zur Unterstützung von Frauen mit geringem Bildungsstand.

2. Das Konzept Mehrschriftlichkeit in Südafrika: Das Kapitel beleuchtet den sprachpolitischen Hintergrund Südafrikas und die Herausforderungen durch den Bildungsstand der Bevölkerung im Kontext der Literalität.

3. Analyse des Women’s Handbook: Hier erfolgt eine detaillierte textanalytische Untersuchung des Handbuchs anhand von fünf Kriterien, darunter Empfängerpragmatik, Präsuppositionen und syntaktische Merkmale.

3.1. Textexterne Faktoren: Dieses Kapitel identifiziert die Zielgruppe des Handbuchs und analysiert deren spezifische Wissensvoraussetzungen und Anforderungen an den Text.

3.1.1. Empfängerpragmatik: Der Abschnitt präzisiert die Rolle der Leserin als erwachsene Frau mit ländlichem Hintergrund und beschränkter Schulbildung, was die Wahl des Codes maßgeblich beeinflusst.

3.2. Textinterne Faktoren: Hier wird untersucht, wie textinterne Elemente wie Redundanz und Strukturierung zur Verständlichkeit beitragen.

3.2.1. Präsuppositionen: Der Fokus liegt auf der Analyse des Redundanzgrads und dem Bezug des Handbuchs zur Realität der Zielgruppe.

3.2.2. Nonverbale Textelemente: Es wird dargelegt, wie Comics, Tabellen und Layout-Elemente den Lese- und Lernprozess visuell unterstützen.

3.2.3. Lexik: Dieser Teil befasst sich mit der einfachen Wortwahl, der Vermeidung von Konnotationen und der Verwendung des Verbalstils.

3.2.4. Syntax: Das Kapitel analysiert die Kürze der Sätze und die Bevorzugung einfacher Parataxen zur Sicherstellung der Verständlichkeit.

4. Fazit zum Anpassen des Women’s Handbook: Die Ergebnisse der Analyse werden zusammengeführt, um die zentralen Anpassungsstrategien an die Bedürfnisse der südafrikanischen Frauen abzuleiten.

Schlüsselwörter

Mehrschriftlichkeit, Südafrika, Women’s Handbook, Textanalyse, Empfängerpragmatik, Literalität, Sprachvereinfachung, Christiane Nord, Syntax, Lexik, Redundanz, Nonverbale Kommunikation, Bildungsstand, Empowerment, Frauenorganisationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachliche Anpassung des "Women’s Handbook" für Frauen in ländlichen Regionen Südafrikas, um eine verständliche Wissensvermittlung zu gewährleisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Sprachenpolitik in Südafrika, die Herausforderungen der Alphabetisierung sowie die angewandte Linguistik bei der Erstellung von leicht verständlichen Informationstexten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, durch eine strukturierte Analyse nach Christiane Nord herauszufinden, mit welchen sprachlichen und visuellen Mitteln das Handbuch für eine Zielgruppe mit eingeschränkter Bildung optimiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine übersetzungsrelevante Textanalyse angewandt, die textexterne Faktoren und textinterne Merkmale wie Empfängerpragmatik, Syntax und Lexik einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse textexterner Faktoren (Zielgruppe) sowie textinterner Faktoren wie Präsuppositionen, nonverbale Elemente, Wortwahl und Satzbau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Mehrschriftlichkeit, Literalität, Empfängerpragmatik, Sprachvereinfachung und das spezifische Fallbeispiel des Women’s Handbook.

Warum ist das "Women’s Handbook" ein interessantes Studienobjekt?

Es zeigt anschaulich, wie durch den bewussten Einsatz von Vereinfachungen und nonverbalen Elementen komplexe Themen wie Gesundheit und Recht für eine bildungsferne Zielgruppe zugänglich gemacht werden.

Welche Rolle spielen Comics und Infokästen im Handbuch?

Diese nonverbalen Elemente dienen dazu, abstrakte Informationen zu strukturieren, zu visualisieren und die Leserinnen aktiv beim Verständnis zu unterstützen.

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Details

Title
Mehrschriftlichkeit in Südafrika. Die Merkmale einer vereinfachten englischen Sprache analysiert am "Women’s Handbook"
College
Zurich University of Applied Sciences  (Institut für Angewandte Linguistik)
Course
Kommunikationswissenschaften – Aspekte der Mehrsprachigkeit
Grade
2
Author
Anna Sophie Wendel (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V125016
ISBN (eBook)
9783668799349
ISBN (Book)
9783668799356
Language
German
Tags
mehrschriftlichkeit südafrika merkmale sprache women’s handbook
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Sophie Wendel (Author), 2008, Mehrschriftlichkeit in Südafrika. Die Merkmale einer vereinfachten englischen Sprache analysiert am "Women’s Handbook", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125016
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