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Die Entwicklung des französischen Feuilletonromans im 19. Jahrhundert

Title: Die Entwicklung des französischen Feuilletonromans im 19. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Philipp Zöllner (Author)

French Studies - Literature
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Was ist ein Feuilletonroman? Diese zentrale Frage nach der Definition und Theorie des
Feuilletonromans liegt der vorliegenden Arbeit zugrunde, doch ihre Beantwortung am Anfang
würde zuviel auf einmal vorweg nehmen. Anhand seiner historischen Voraussetzungen und
Entwicklungen sollen zunächst die wesentlichen Charakteristika herausgearbeitet und
diskutiert werden. In der Conclusio soll dann der Versuch einer theoretischen
Systematisierung unternommen werden und auf eventuell auftretende Problemschwerpunkte
hingewiesen werden.
Die verwendete Periodisierung ist Lise Queffélecs Büchlein Le roman feuilleton au XIX
siècle entlehnt, wobei die Ereignisse der „Übergangsphase“ (periode de transition) in den
beiden hauptsächlichen Phasen mitbehandelt werden. Die Autorin weist ihrerseits bereits auf
die Relativität einer jeden Periodisierung hin. In der Retrospektive ist es zur gängigen Praxis
geworden, Epochenphänomene, wenn möglich, in einzelne Phasen zu untergliedern, um
wesentliche Strukturen und Strömungen sichtbar zu machen und voneinander abzugrenzen.
An dieser Stelle ist jedoch Vorsicht geboten. So wie das Leben vielfältigen dynamischen
Prozessen unterliegt, sind nachträglich gezogene Periodengrenzen auch niemals starr, sondern
fließend und sollen vor allem als Orientierungshilfe dienen. Stets verschieben sie sich je nach
Blickwinkel und Fragestellung. Auch ist es nicht ratsam, kulturelle, politische oder soziale
Aspekte strikt voneinander zu trennen, da wichtige Synergieeffekte und Zusammenhänge
unterschlagen werden und einem gewissen Schematismus zum Opfer zu fallen. Das exakte
Nachzeichnen und Abgrenzen unter möglichst allen Gesichtspunkten führt von einer
unvermeidlichen Abstraktion zur ungewollten Verzerrung. Da eine absolute Periodisierung
also notwendig defizitär sein muss, soll diese im Hinblick auf das vorliegende Thema stets als
eine Möglichkeit betrachtet werden. Die zeitgeschichtliche Untersuchung beginnt im Jahre
1836 mit dem ersten veröffentlichten Feuilletonroman überhaupt und endet im Jahre 1914,
was nicht das Verschwinden des Feuilletonromans bedeutet, so doch zumindest das Ende
seiner bis dato unbestrittenen Vormachtstellung unter den Unterhaltungsmedien. Zudem ist
der Ausbruch des ersten Weltkrieges ein wohl nicht zu ignorierender Markstein in der
Menschheitsgeschichte überhaupt, weshalb auch der Feuilletonspezialist Hans-Jörg
Neuschäfer den historischen Rahmen von 1836-1914 absteckt. (Neuschäfer 1986, S. 2)

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Die romantische Periode des Feuilletonromans (1836-1866)

Vor dem Feuilletonroman, Die Geburt des Feuilletonromans, Verbreitungsmodi, Sue und Dumas, Kritik, Genres und Autoren, Entwicklung der Meinungspresse, Die Zeitungsromane, Aufstieg der Unterhaltungspresse, Zur Buchproduktion

2. Der Feuilletonroman unter der Dritten Republik (1875-1914)

Die Spaltung der Presse, Werbestrategien, Verbreitung des Feuilletonromans, Der Feuilletonroman in der Krise, Neue Medien

Conclusio

Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die strukturellen Merkmale des französischen Feuilletonromans im 19. Jahrhundert, wobei insbesondere dessen Rolle als Bindeglied zwischen Presse, Marktinteressen und Massenliteratur analysiert wird.

  • Ursprung und Etablierung des Feuilletonromans als publikumswirksames Genre.
  • Die Wechselbeziehung zwischen Presseökonomie und literarischer Produktion.
  • Einfluss einflussreicher Autoren wie Dumas und Sue auf das Publikumsverhalten.
  • Kritik an der Kommerzialisierung und Entpolitisierung der Literatur durch das Feuilleton.
  • Der Transformationsprozess vom Feuilleton zum modernen Unterhaltungsmedium.

Auszug aus dem Buch

Die Geburt des Feuilletonromans

Émile de Girardin gilt als der Initiator einer preisgünstigen Tageszeitung. Ab dem 1. Juli 1836 gibt er seine neu gegründete rechtsorientierte Zeitung La Presse heraus. Der Abonnementpreis beträgt 40F im Jahr, was eine Halbierung der damals üblichen Preises bedeutete. Girardins anfänglicher Mitstreiter Armand Dutacq gibt nahezu zeitgleich sein eigenes, jedoch linksorientiertes, Tagesblatt Le Siècle heraus. Die radikale Preissenkung bleibt nicht ohne Folgen: Am Ende desselben Jahres hat La Presse bereits rund 10000 Abonnenten.

Durch die beträchtliche Senkung des Verkaufspreises kann mit einem Mal ein viel größeres Publikum angesprochen werden. Die anderen Zeitungen schlagen seinen Weg ein, um marktfähig zu bleiben und verdoppeln so innerhalb weniger Jahre ihre Auflagen.

Dem neuen Girardinschen Zeitungskonzept liegt eine grundkapitalistische Überlegung zugrunde: Senke ich den Verkaufspreis, so steigt die Zahl der Abonnenten. Mit steigender Abonnentenzahl interessieren sich mehr Unternehmen für eine kostenpflichtige Reklame-Anzeige in der Zeitung, da jeder Abonnent und Leser wiederum ein potentieller Kunde für andere Produkte ist. Zu Beginn der Presse à 40F beträgt der Werbeteil bis zu einem Viertel einer Ausgabe. Meist ist die gesamte Seite dafür vorgesehen. Es ist die Geburt der werbefinanzierten Presse, deren grundlegende Mechanismen sich bis heute nicht verändert haben. Der Schritt vom „traditionell politisch- räsonierenden zum geschäftlichen, gewinnorientierten Selbstverständnis von Presse“ ist gemacht. (Neuschäfer 1986, S.29)

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Hier wird die zentrale Forschungsfrage nach der Definition des Feuilletonromans erläutert und die methodische Herangehensweise der Periodisierung diskutiert.

1. Die romantische Periode des Feuilletonromans (1836-1866): Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehungsphase, den Einfluss großer Autoren und die ökonomische Entwicklung durch werbefinanzierte Tageszeitungen.

2. Der Feuilletonroman unter der Dritten Republik (1875-1914): Die Analyse fokussiert auf die weitere Marktdifferenzierung, den Einfluss der neuen Unterhaltungspresse und die Krise des Genres angesichts neuer Medien.

Conclusio: Die Ergebnisse werden theoretisch zusammengeführt, wobei der Feuilletonroman als ein spezifisches Phänomen des 19. Jahrhunderts charakterisiert wird.

Bibliografie: Eine Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für die Untersuchung.

Schlüsselwörter

Feuilletonroman, Frankreich, 19. Jahrhundert, Presseökonomie, Émile de Girardin, La Presse, Unterhaltungspresse, Literaturgeschichte, Massenmedium, Roman, Serialisierung, Leserverhalten, Kommerzialisierung, Feuilletonismus, Medienwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung, den Aufstieg und die Transformation des französischen Feuilletonromans im 19. Jahrhundert als ein zentrales Bindeglied zwischen literarischer Unterhaltung und der ökonomischen Logik der Presse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die ökonomischen Bedingungen des Zeitungsmarktes, die Rolle der Verleger, das sich wandelnde Leseverhalten und die soziokulturelle Kritik an dieser neuen Form der Massenliteratur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Feuilletonroman historisch einzuordnen und die theoretischen Grundlagen zu erarbeiten, die erklären, warum dieses Genre als "Vater" der modernen Unterhaltungsmedien gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Periodisierung der Literaturgeschichte basiert und Sekundärliteratur zur Einordnung der sozioökonomischen Faktoren heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die romantische Ära von 1836 bis 1866 und die Periode der Dritten Republik bis 1914, wobei jeweils Werbestrategien, Verbreitungsmodi und die mediale Konkurrenz diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Feuilletonroman, Presseökonomie, Massenmedium, Kommerzialisierung und die historische Einordnung im 19. Jahrhundert sind für das Verständnis der Untersuchung entscheidend.

Warum war die Preisgestaltung von La Presse so revolutionär?

Durch die Halbierung der Abonnementspreise erreichte die Zeitung ein deutlich größeres Publikum, was das Geschäftsmodell der werbefinanzierten Presse begründete und andere Zeitungen zum Mitziehen zwang.

Wie reagierten zeitgenössische Kritiker auf den Feuilletonroman?

Viele Kritiker betrachteten den Feuilletonroman als Anzeichen für einen moralischen Verfall und eine Entpolitisierung der Leserschaft, da er Literatur als bloße Ware und Zerstreuung instrumentalisierte.

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Details

Title
Die Entwicklung des französischen Feuilletonromans im 19. Jahrhundert
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Magister Artium Philipp Zöllner (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V125055
ISBN (eBook)
9783640542222
ISBN (Book)
9783640542123
Language
German
Tags
Entwicklung Feuilletonromans Feuilletonroman 19. Jahrhundert Frankreich Werbung Werbestrategie Verbreitung Romantik Dritte Republik Zeitungsroman Dumas Sue Neue Medien Periodisierung Genre Fortsetzungsroman Balzac Girardin La Presse Abonnement Abonnenten historischer Roman Roman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Philipp Zöllner (Author), 2006, Die Entwicklung des französischen Feuilletonromans im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125055
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