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Die Unmöglichkeit von Gegenwart in Knut Hamsuns "Pan"

Title: Die Unmöglichkeit von Gegenwart in Knut Hamsuns "Pan"

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Philipp Zöllner (Author)

Scandinavian Languages
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Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch, den komplexen narrativen Mechanismen von Pan, sowie dessen bisheriger wissenschaftlicher Verhandlung kritisch zu begegnen. Dabei halte ich mich an die formale Aufeinanderfolge beider Romanteile. Im ersten Teil 1.1 soll zunächst die Funktion des Untertitels untersucht werden. Anschließend soll unter 1.2 eine Analyse der Erzähltechniken im Zusammenhang mit Glahns Autorschaft diskutiert werden. Punkt 1.3 dreht sich um die zentrale Frage nach der Bewältigung von Vergangenheit und Gegenwart. Besonders aufschlußreich ist hierbei ein näherer Blick auf die Zeitstrukturen. Im letzten Unterpunkt zum ersten Teil (1.4) soll es um Glahns Verhältnis zu Natur und Gesellschaft aus forschungskritischer Perspektive gehen. Der zweite Teil beschäftigt sich erstens (2.1) mit der strittigen Frage der Autorschaft und zweitens (2.2) mit möglichen Funktionen des Epilogs. Abschließend sollen die wichtigsten Erkenntnisse resümiert und relativiert werden.

Erinnerung und Schreiben
„Af Løjtnant Thomas Glahns Papirer“ ist eine homodiegetische fiktionale Erzählung. Sie ist „the subject product of a damaged, imbalanced, and highly idiosyncratic person – the narrative is fundamentally unreliable.“1 Zu dem Schluss, dass wir Glahn als einem unzuverlässigen Erzähler begegnen, kommt auch Sehmsdorf: „If we step back from the narrative and seek to give a rational account of Glahn's experience, we are forced to the negative conclusion that he is irresponsible, dangerously unstable, even mad.“2 Doch jeder Interpretationsansatz muss dennoch von einem bestimmten Wahrheitsgehalt in Glahns Erzählung ausgehen. Alle Aussagen Glahns als Lüge aufzufassen würde gleichermaßen heißen, dass alles wahr sein könnte, denn die Lüge kommt ohne die Wahrheit nicht aus. Was wir glauben (und damit auch nicht glauben) bildet die Basis des Textzugangs. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Af Løjtnant Thomas Glahns Papirer

1.1 Der verschwundene Untertitel

1.2 Erinnerung und Schreiben

1.3 Der maskierte Intellektuelle

1.4 Die Zeit steht still

2. Glahns Død - Ett papir fra 1861

2.1 Die Frage der Autorschaft

2.2 Funktionen des Epilogs

Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die komplexen narrativen Mechanismen des Romans "Pan" von Knut Hamsun. Ziel ist es, die Erzählstrukturen, die Rolle der unzuverlässigen Erzählperspektive von Thomas Glahn sowie die Funktion des Epilogs im Kontext des gesamten Werkes unter Berücksichtigung der forschungskritischen Debatte zu analysieren.

  • Analyse der narrativen Mechanismen und der Rolle des Untertitels
  • Untersuchung der unzuverlässigen Erzählweise und Erinnerungsstrategien
  • Herausarbeitung der Zeitstrukturen und der Dichotomie zwischen Natur und Gesellschaft
  • Kritische Würdigung der Autorschaft und Funktion des Epilogs

Auszug aus dem Buch

1.2 Erinnerung und Schreiben

„Af Løjtnant Thomas Glahns Papirer“ ist eine homodiegetische fiktionale Erzählung. Sie ist „the subject product of a damaged, imbalanced, and highly idiosyncratic person – the narrative is fundamentally unreliable.“ Zu dem Schluss, dass wir Glahn als einem unzuverlässigen Erzähler begegnen, kommt auch Sehmsdorf: „If we step back from the narrative and seek to give a rational account of Glahn's experience, we are forced to the negative conclusion that he is irresponsible, dangerously unstable, even mad.“ Doch jeder Interpretationsansatz muss dennoch von einem bestimmten Wahrheitsgehalt in Glahns Erzählung ausgehen. Alle Aussagen Glahns als Lüge aufzufassen würde gleichermaßen heißen, dass alles wahr sein könnte, denn die Lüge kommt ohne die Wahrheit nicht aus. Was wir glauben (und damit auch nicht glauben) bildet die Basis des Textzugangs. Zunächst gilt es unseren eigenen Wahrheitsbegriff zu überprüfen, mit dem wir Glahns Aussagen bewerten. In einem Widerspruch muss nicht zwangsweise eine Unwahrheit liegen, vielleicht nur eine andere Wahrheit. Schließlich dürfen wir auch nicht vergessen, dass Glahn diese Widersprüche durch das, was er aufschreibt, selbst erzeugt. Durch diese Widersprüchlichkeit entzieht er sich immer wieder dem „analytischen Griff“ des Lesers. Das Erklärungsmodell, das dem Leser offeriert wird, sei, so Linneberg, die „unergründbare und mysteriöse Natur des Menschen.“

Die Erklärung läge also gewissermaßen in der Nichterklärbarkeit, was zunächst unbefriedigend erscheint und dennoch mit Hamsuns Auffassung korreliert, dass es die Aufgabe des Autors sei „to express the secret and evanescent flow of thoughts, sensations and feelings involved in the experience of self and of the world.“ Das Flüchtige offenbart sich nur im Moment und lässt den Charakter geheimnisvoll, unkalkulierbar erscheinen. Darin liegt die psychologische Wahrhaftigkeit von Hamsuns „Helden“, jenseits traditionell ausgearbeiteter literarischer Stereotypen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Darstellung des methodischen Vorgehens und der zentralen Fragestellungen zur narrativen Struktur von Pan.

1. Af Løjtnant Thomas Glahns Papirer: Analyse des ersten Teils, fokussiert auf die Bedeutung des Untertitels, die unzuverlässige Erinnerung sowie Glahns ambivalentes Verhältnis zu Gesellschaft und Zeit.

1.1 Der verschwundene Untertitel: Untersuchung der interpretatorischen Relevanz des originalen Untertitels für Glahns Rolle als Herausgeberfiktion.

1.2 Erinnerung und Schreiben: Kritische Auseinandersetzung mit Glahn als unzuverlässigem Erzähler und dem konstruierten Charakter seiner Selbstdarstellung.

1.3 Der maskierte Intellektuelle: Analyse von Glahns sozialer Positionierung und seiner gescheiterten Versuche, als Außenseiter in der Natur zu leben.

1.4 Die Zeit steht still: Betrachtung der Zeitstrukturen, insbesondere der Spannung zwischen linearer sozialer Zeit und zyklischer Naturerfahrung.

2. Glahns Død - Ett papir fra 1861: Untersuchung des Epilogs im Hinblick auf die strittige Autorschaft und seine Funktion für das Gesamtwerk.

2.1 Die Frage der Autorschaft: Diskussion der Forschungshypothesen zur Identität des Erzählers im Epilog.

2.2 Funktionen des Epilogs: Analyse der Wirkung des Epilogs als "pathos-brake" und für die Authentizität des Gesamtromans.

Conclusio: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Modernität der Erzählweise und der Dialektik von Wahrheit und Fiktion.

Schlüsselwörter

Knut Hamsun, Pan, Erzählstrukturen, unzuverlässiges Erzählen, Thomas Glahn, Moderne, Zeitwahrnehmung, Epilog, Autorschaft, Naturerfahrung, Identität, Literaturanalyse, Narration, Subversion, Fiktionalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die narrativen Mechanismen des Romans Pan von Knut Hamsun und untersucht kritisch, wie die Erzählstruktur und die Perspektive des Protagonisten zur Konstruktion von Wahrheit und Fiktion beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Unzuverlässigkeit des Erzählers Thomas Glahn, die komplexe Darstellung von Zeitstrukturen, die Spannung zwischen Zivilisation und Natur sowie die Rolle des Epilogs für die Interpretation des Gesamtwerkes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den "narrativen Mechanismen" des Romans zu begegnen und aufzuzeigen, wie Glahn durch sein Schreiben versucht, sich als Autor zu inszenieren, während er gleichzeitig an der eigenen Darstellung scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die sich an der formalen Struktur der beiden Romanteile orientiert und dabei einschlägige Forschungsliteratur zur Hamsun-Interpretation dialektisch einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Abschnitte: Die Analyse der Papiere des Leutnants Glahn (Teil 1) und die Untersuchung des Epilogs (Glahns Død) hinsichtlich Autorschaft und Funktion (Teil 2).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Modernität, unzuverlässiges Erzählen, Autorschaft, Zeit-Raum-Struktur, Natur-Kultur-Dichotomie und die Herausgeberfiktion.

Welche Bedeutung hat der Untertitel für das Werk?

Der Autor argumentiert, dass der in vielen Ausgaben unterschlagene Untertitel eine essenzielle analytische Ebene bietet, da er den Nexus zwischen realer und fiktionaler Welt markiert und Glahns Selbstdarstellung als Herausgeber unterstreicht.

Warum scheitert Glahn in seiner Rolle als "Naturmensch"?

Glahn scheitert, da er zwar die Natur als Projektionsfläche nutzt, aber seine soziale Prägung und das Verlangen nach gesellschaftlicher Anerkennung nicht ablegen kann; er bleibt ein Grenzgänger, der die Natur nicht aus existentieller Tiefe, sondern als moderne Konstruktion erfährt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Epilogs?

Der Epilog wird als integraler Bestandteil des Romans betrachtet, der durch einen zweiten Erzähler eine zusätzliche Perspektive und eine "emotional seperation" zum Leser schafft, wodurch die Komplexität der Figur Glahn gesteigert wird.

Was ist die Conclusio der Analyse?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine absolute Wahrheit in Pan gibt. Die Modernität des Textes liegt gerade in der Inszenierung und gleichzeitigen Subversion von Wahrheit, wobei der Leser in die Rolle des Schiedsrichters gedrängt wird, um die widersprüchlichen Erzähleinheiten zu bewerten.

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Details

Title
Die Unmöglichkeit von Gegenwart in Knut Hamsuns "Pan"
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Magister Artium Philipp Zöllner (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V125066
ISBN (eBook)
9783640300235
ISBN (Book)
9783640305063
Language
German
Tags
Unmöglichkeit Gegenwart Knut Autorschaft Untertitel Erinnerung und Schreiben Der maskierte Intellektuelle Funktionen des Epilogs Zeit Erzählstrukturen Chronologie Pan Hamsun Textanalyse Moderne Stilmittel Komposition 19. Jahrhundert
Product Safety
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Quote paper
Magister Artium Philipp Zöllner (Author), 2007, Die Unmöglichkeit von Gegenwart in Knut Hamsuns "Pan", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125066
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