Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der zum 1.11.2008 neu geschaffenen Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Ihre Schaffung lässt sich auf die Notwendigkeit zurückführen, die Attraktivität der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zu steigern. Bevor auf die Unternehmergesellschaft näher eingegangen wird, sollen einige im Kontext dieser Arbeit wesentlichen Grundlagen zur GmbH dargestellt werden. Danach wird der Weg beschrieben, der zur umfangreichsten Reform des GmbH-Rechts seit 1980 führte. Exemplarisch wird die englische Rechtsform der Limited vorgestellt, da sie von Unternehmensgründern vermehrt der Rechtsform der GmbH vorgezogen wurde. Letztendlich wird die Unternehmergesellschaft vorgestellt, auf mögliche Schwachstellen hingewiesen und einer abschließenden Würdigung unterzogen.
[...]
Gliederung
A. Einleitung
I. Die historische Entwicklung der GmbH
II. Wesensmerkmale der GmbH
B. Die Gründe für einen Reformbedarf der GmbH
I. Wettbewerb der Rechtsformen
1. „Überseering“ und „Inspire-Art“-Urteil
2. Konsequenzen der Urteile
II. Die Limited – eine Alternative zur GmbH?
1. Vorteile der Limited
2. Nachteile der Limited
III. Zwischenfazit
C. Maßnahmen zur Stärkung der GmbH als Rechtsform
I. Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
1. Grundlegende Eigenschaften
2. Die Sonderbestimmungen des § 5a GmbHG
3. Haftungsbeschränkung ohne Mindeststammkapital-erfordernis
4. Praktische Überlegungen zur Höhe des Stammkapitals
5. Sonstige Meinungen zur Tauglichkeit der Unternehmer-gesellschaft (haftungsbeschränkt)
II. Weitere Maßnahmen
D. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Einführung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) durch das MoMiG, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen GmbH im Vergleich zur englischen Limited zu erhöhen und Gründungshemmnisse zu reduzieren.
- Historische Entwicklung und Wesensmerkmale der GmbH
- Wettbewerb der Rechtsformen und Einfluss der europäischen Rechtsprechung
- Vor- und Nachteile der Limited für deutsche Gründer
- Die Unternehmergesellschaft als neue Einstiegsvariante der GmbH
- Regelungen zur Kapitalaufbringung und Thesaurierungspflicht
Auszug aus dem Buch
C. Maßnahmen zur Stärkung der GmbH als Rechtsform
Im dritten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Rechtsprechung des EuGH den Wettbewerb zwischen den europäischen Gesellschaftsformen beförderte. Hierdurch kam es europaweit zu nationalen Reformprojekten, um sich dem Wettbewerb des Gesellschaftsrechts zu stellen. In Deutschland wurde das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) auf den Weg gebracht. Bei dessen Ausarbeitung standen drei Ziele im Vordergrund. Es sollte die Beschleunigung von Unternehmensgründungen erreicht werden, die Attraktivität der GmbH sollte im Hinblick auf den europäischen Wettbewerb der Rechtsformen erhöht werden und Missbrauchsfälle im Zusammenhang mit der GmbH sollten bekämpft werden.
Im Rahmen dieser Arbeit ist die durch das MoMiG konzipierte Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) von besonderem Interesse. Aufgrund der steigenden Zahl von Unternehmensgründungen in der Rechtsform der englischen Limited erkannte der deutsche Gesetzgeber die Notwendigkeit die Attraktivität der GmbH zu stärken. So sollte die Lücke, die zwischen der konventionellen GmbH und einer Personengesellschaft besteht, geschlossen werden, da scheinbar gerade von jungen Existenzgründern eine solche Rechtsform erwünscht wurde. Während der Ausarbeitung des MoMiG wurden kontroverse Diskussionen geführt, wie solch eine Lösung auszusehen hätte, wobei auf der einen Seite die Schaffung einer neuen Rechtsform neben der GmbH und auf der anderen Seite eine Nachjustierung der GmbH gewünscht wurde. Letztendlich schuf der Gesetzgeber mit der Unternehmergesellschaft eine spezielle Form der GmbH und ging einen eigenen Weg.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Attraktivität der GmbH und die Zielsetzung der Arbeit ein, die neu geschaffene Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) zu beleuchten.
B. Die Gründe für einen Reformbedarf der GmbH: Das Kapitel erläutert den zunehmenden Wettbewerb der Rechtsformen durch europäische Urteile sowie die Vor- und Nachteile der englischen Limited für deutsche Existenzgründer.
C. Maßnahmen zur Stärkung der GmbH als Rechtsform: Hier werden die durch das MoMiG eingeführten Sonderregelungen für die Unternehmergesellschaft sowie weitere Maßnahmen zur Modernisierung des GmbH-Rechts detailliert analysiert.
D. Fazit: Das Fazit bewertet die Unternehmergesellschaft als gelungene Einstiegsvariante zur GmbH, die den Mittelweg zwischen Gläubigerschutz und Erleichterung von Gründungen findet.
Schlüsselwörter
GmbH, Unternehmergesellschaft, MoMiG, Limited, Rechtsform, Haftungsbeschränkung, Stammkapital, Gläubigerschutz, Gesellschaftsrecht, Gründung, Mindeststammkapital, Kapitalaufbringung, Thesaurierung, Kapitalerhaltung, Wettbewerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der zum 1.11.2008 eingeführten Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) im Rahmen des MoMiG und der Frage, wie diese die Attraktivität der deutschen GmbH stärken soll.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Wettbewerb der europäischen Rechtsformen, die Attraktivität der englischen Limited gegenüber der GmbH und die gesetzlichen Anpassungen durch das MoMiG.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Gründe für den Reformbedarf der GmbH aufzuzeigen und zu untersuchen, ob die neue Unternehmergesellschaft eine effektive Alternative bzw. Einstiegsvariante zur klassischen GmbH darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer rechtstheoretischen und rechtsökonomischen Analyse der Gesetzeslage, ergänzt durch die Auswertung von Fachliteratur und aktueller europäischer sowie deutscher Rechtsprechung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, die Konsequenzen der EU-Rechtsprechung (Überseering/Inspire-Art), die Vor- und Nachteile der Limited sowie die spezifischen Regelungen für die neue Unternehmergesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind GmbH, Unternehmergesellschaft, MoMiG, Limited, Haftungsbeschränkung, Stammkapital und Gläubigerschutz.
Was hat es mit der „Thesaurierungspflicht“ der Unternehmergesellschaft auf sich?
Die Thesaurierungspflicht (§ 5a III GmbHG) verpflichtet die Gesellschaft, mindestens ein Viertel des Jahresüberschusses in eine Rücklage einzustellen, um das Eigenkapital schrittweise zu erhöhen.
Warum wird die Unternehmergesellschaft manchmal als „Einstiegsvariante“ bezeichnet?
Da sie eine Gründung mit geringem Kapital ermöglicht, dient sie als flexibler Einstieg, wobei das Ziel des Gesetzgebers ist, durch die Rücklagenbildung mittelfristig eine „reguläre“ GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital zu erreichen.
- Quote paper
- Jonatan Prosenjak (Author), 2009, Die neue Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) nach dem MoMiG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125083