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Gott hatte sich keineswegs väterlich bewiesen

Das Problem der Theodizee in Goethes Faust

Titre: Gott hatte sich keineswegs väterlich bewiesen

Travail d'étude , 2009 , 47 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Kevin Liggieri (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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In der vorliegenden Arbeit wird zuerst der historische Kern, das viel diskutierte Erdbeben von Lissabon, im Vordergrund stehen, wie es von den Zeitgenossen aufgefasst worden ist und wie Goethe die kindlichen Schreckensereignisse verarbeitet. Danach geht der Blick auf die Theodizeeproblematik im 18. Jahrhundert, um zu zeigen wo und wie Goethe philosophische Konzepte übernimmt oder abändert. In III. wird Goethes Religiosität im Vordergrund stehen, welche die Grundlage ebnet für die Theodizee im Faust und ihre Lösung. Am Ende muss bei der Faustdichtung selber aufgezeigt werden, was für Ansätze, Leerstellen oder Lösungsvorschläge gemacht werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Erschütterung des Glaubens?

1. Das Erdbeben von Lissabon

2. „Kommst du nur immer anzuklagen?“ – Historie der Theodizee

3. „Glaubst du an Gott?“ – Goethes Religion

4. „Fluch der Hoffnung! Fluch dem Glauben!“

Theodizee-Verarbeitung im Faust

III. „So dumm läuft es am Ende doch hinaus.“

Fazit der Theodizee im Faust

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Theodizee-Problematik im Kontext von Goethes Faust unter Einbeziehung philosophischer Konzepte des 18. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, inwieweit das Werk das Spannungsfeld zwischen der Gerechtigkeit Gottes und dem in der Welt existierenden Übel reflektiert und welche individuellen Lösungsansätze für die menschliche Existenz aufgezeigt werden.

  • Historische Einordnung des Erdbebens von Lissabon als Auslöser für den Theodizee-Diskurs.
  • Vergleich der philosophischen Ansätze von Leibniz, Kant und Schelling im Hinblick auf Goethes Weltbild.
  • Analyse der Religiosität Goethes und ihrer Bedeutung für die Faustdichtung.
  • Untersuchung der Faust-Rahmenhandlung und der Rolle Mephistos bei der Verarbeitung des Bösen.
  • Reflexion über den Stellenwert des Strebens und der Erlösung innerhalb der Theodizee-Verarbeitung im Faust.

Auszug aus dem Buch

II. Erschütterung des Glaubens?

„Durch ein außerordentliches Weltereignis wurde jedoch die Gemütsruhe des Knaben zum ersten Mal im tiefsten erschüttert. Am 1. November 1755 ereignete sich das Erdbeben von Lissabon und verbreitete über die in Frieden und Ruhe schon eingewohnte Welt einen ungeheuren Schrecken. [...] Der Knabe, der alles dieses wiederholt vernehmen musste, war nicht wenig betroffen. Gott der Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden,[...] hatte sich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten gleichem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewiesen.“

Goethes „Gott, von dem das alte Testament so viel überliefert“, wird hier durch die Auffassung einer Ungerechtigkeit schon im kindlichen Alter gebrochen. Die Gottesfigur verliert ihren Rückhalt und ihre Glaubwürdigkeit, da sie eine „schrankenlose Willkür“ zeigt und Bestrafung ausübt, wie das Erdbeben von vielen Gläubigen gesehen wurde, die allen Menschen widerfährt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und philosophische Relevanz der Theodizee-Frage ausgehend vom Erdbeben von Lissabon bis hin zur literarischen Verarbeitung im Faust.

II. Erschütterung des Glaubens?: Dieses Kapitel analysiert das Erdbeben von Lissabon als Bruch im religiösen Weltbild und untersucht die philosophischen Debatten um die Theodizee bei Leibniz, Kant und Schelling sowie deren Einfluss auf Goethes Denken und Faust.

III. „So dumm läuft es am Ende doch hinaus.“: Das Fazit fasst zusammen, wie das Faust-Drama die Theodizee-Problematik nicht als analytisches Traktat, sondern als in sich schlüssiges, poetisches Modell menschlichen Strebens und göttlicher Einbettung darstellt.

Schlüsselwörter

Theodizee, Faust, Goethe, Erdbeben von Lissabon, Leibniz, Kant, Schelling, Böses, Gerechtigkeit Gottes, Streben, Religiosität, Erlösung, Dualismus, Metaphysik, Weltordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die philosophische und literarische Auseinandersetzung mit dem Theodizee-Problem, also der Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts des Übels in der Welt, innerhalb von Goethes Faust.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Erdbeben von Lissabon als historischer Auslöser, die philosophischen Theorien von Leibniz, Kant und Schelling, Goethes eigene Religiosität sowie das Streben als Erlösungsprinzip im Faust.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Goethe das Theodizee-Problem dichterisch verarbeitet und welche Rolle das menschliche Streben sowie das Wirken von Kräften in einem polaren Weltbild dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-philosophische Analyse, bei der literarische Textstellen aus Goethes Faust mit zeitgenössischen philosophischen Schriften und Briefwechseln in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse historischer Ereignisse, den Vergleich mit den Philosophen der Zeit sowie die Untersuchung von Goethes Verständnis von Monaden, Polarität und dem „Dämonischen“ als Antrieb der Welt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Theodizee, Streben, Polarität, Weltordnung, Erlösung und das Verhältnis von Gut und Böse bei Goethe geprägt.

Inwieweit spielt Mephisto eine Rolle bei der Rechtfertigung des Bösen?

Mephisto wird nicht als rein dämonische Macht, sondern als notwendiger „Schalk“ und Triebkraft der Veränderung dargestellt, der durch seine Verneinung indirekt das Streben des Menschen und damit das Gute provoziert.

Warum wird im Fazit argumentiert, dass Faust als „Inkommensurables“ zu betrachten ist?

Goethe selbst bezeichnete sein Werk so, da es zu komplex ist, um in eine einzige logische Formel oder einfache philosophische Antwort gezwungen zu werden; es bietet eher Ansatzpunkte zur Reflexion als endgültige Lösungen.

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Résumé des informations

Titre
Gott hatte sich keineswegs väterlich bewiesen
Sous-titre
Das Problem der Theodizee in Goethes Faust
Université
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut)
Cours
Goethes Faust I/II
Note
1,3
Auteur
Kevin Liggieri (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
47
N° de catalogue
V125108
ISBN (ebook)
9783640308095
ISBN (Livre)
9783640306251
Langue
allemand
mots-clé
Gott Goethes Faust I/II
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kevin Liggieri (Auteur), 2009, Gott hatte sich keineswegs väterlich bewiesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125108
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Extrait de  47  pages
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