Dient Kunst als Innovationsfaktor in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Produktionsbereichen und führt sie dadurch zu gesellschaftlichen Veränderungen?


Essay, 2007

6 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Dient Kunst als Innovationsfaktor in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Produktionsbereichen und führt sie dadurch zu gesellschaftlichen Veränderungen?

Die Kunst galt seit jeher nahezu unvereinbar mit den wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Aspekten. Das schöpferische und kreative Verhalten des Künstlers, sogar seine gesamte Lebenseinstellung erscheinen kontrovers zu dem theoretischen und berechnenden Kalkül der Wirtschaft, die nur auf Gewinn und Nutzenmaximierung zielt.

In der heutigen Zeit wird jedoch verstärkt versucht die zentralen Werte des Künstlers auf wirtschaftliche Sektoren zu übertragen. Zu diesen Werten zählt laut Aussage des französischen Soziologen Pierre– Michel Menger vor allem die Fantasie, das Spiel, Improvisation und kreative Anarchie.

Darüber hinaus zählen zur heutigen Kunst schon lange nicht mehr nur Malerei, Bildhauerei und Architektur, sondern unter anderem auch Theater, Tanz, Filmkunst, Musik und Literatur. Der Begriff wurde in den letzten Jahren weit gefächert. Kunst als solches ist ein Kulturprodukt, hervorgegangen aus der Kreativität des Menschen. Vom Ursprung her ist Kunst eine kultische Erscheinung, die sich aus der vorzeitlichen Religion entwickelte. In der menschlichen Entwicklung galt sie als Bildung von Bewusstsein und menschliches Denken.

Kunst ist eine Erscheinung in jeder Kultur und ist Gegenstand sozialer Konventionen.

Daraus lässt sich erkennen, dass die Kunst, man denke nur an Tourismus, Kulturmanagement und Werbung, selbst mittlerweile ein bedeutender Wirtschaftssektor und als solcher Teil der Ökonomie ist.

Die Wirtschaft versucht mit der Hoffnung durch das kreative Innovationspotential der Künstler dem eigenen Produktentwicklungsprozess neuen Aufschwung zu geben, um schlussendlich ihr ökonomisches Kapital zu akkumulieren.

In vielfältigen Bereichen ist die Kreativität der Künstler im Wirtschaftssektor nicht mehr wegzudenken. Für jedes neue Produkt ist es heute nahezu undenkbar ohne entsprechende Werbung sich auf dem Markt zu etablieren. Bleiben wir bei dem Beispiel der Werbebranche. Diese macht sich die Kreativität der Kunst zu nutze, um sie ihren Kunden und auch uns als Konsumenten zu präsentieren. Hierbei ist es das Ziel bei potentiellen Käufern Emotionen auszulösen. Ergo soll sie in das Bewusstsein des Menschen eindringen und ihn nicht nur auf kommunikativer Ebene erreichen.

Dazu ist nur die Kunst in der Lage.

Man könnte demnach behaupten, dass die Wirtschaft von der Kunst abhängig ist.

Darüber hinaus ist die Kunst bzw. der Künstler von einer gewissen Abhängigkeit der Wirtschaft geprägt, sobald er sich der Gesellschaft präsentieren und erfolgreich sein will. Denn Kunst ist, wie in keiner andere Sparte der Gesellschaft, so vom Zufallsprinzip abhängig, dass der Künstler zunehmend zum Geschäftsmann werden muss, wenn er sein Schicksal auf eine erfolgreiche Art und Weise steuern will. Jedoch steht dies womöglich im Zwiespalt zu seiner eigenen Kreativität. Sobald er sich von der Masse abhängig macht verliert er seine Individualität als Künstler. Ein Zwist der in der heutigen Zeit immer mehr zum Tragen kommt. Diese mehr oder weniger gegebene Abhängigkeit ist für den Künstler leider meist überlebensnotwendig. Jedoch gibt es auch Künstler, die sich nicht in die Abhängigkeit begeben wollen und zur finanziellen Absicherung Nebentätigkeiten verrichten, um ihren eigenen Stil und ihre Individualität zu wahren.

Des Weiteren gibt es Künstler, die sich freiwillig in eine gewisse Abhängigkeit begeben. Speziell sei hier das Berufsfeld der Produktdesigner genannt. Diese müssen trotz künstlerischer Freiheit eine Kompromissbereitschaft zu ihren Arbeitgebern zeigen.

Ebenfalls werden aus der Kunstrichtung nicht nur die schon erwähnten Werte in die Wirtschaft übernommen, sondern auch die verschiedenen Dimensionen der Arbeitsteilung. Hierbei befinden sich diese in einem Abhängigkeitsverhältnis, das von Kooperation bis hin zur Konkurrenz reicht.

Es entstehen ständig neue Arbeitsgebiete, die zur Förderung der Künste beitragen. Als ein Beispiel für die organisierte und kreative Arbeitsteilung lässt sich die Filmindustrie nennen, in der das Werk bzw. die Idee eines Drehbuchautors ohne die Mitwirkung eines Regisseurs und Schauspielern nicht realisierbar wäre.

Dabei zeigt sich die gegenseitige Abhängigkeit während der Projektdauer, die keine direkte hierarchische Ordnung festschreibt. Die Arbeitsteams können nach Ablauf des Projektes aufgelöst werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Dient Kunst als Innovationsfaktor in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Produktionsbereichen und führt sie dadurch zu gesellschaftlichen Veränderungen?
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Kultursoziologie)
Veranstaltung
Kultur als Konstruktion
Note
2,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
6
Katalognummer
V125132
ISBN (eBook)
9783640335961
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Essay ohne Sekundärliteratur
Schlagworte
Dient, Kunst, Innovationsfaktor, Produktionsbereichen, Veränderungen
Arbeit zitieren
Magister Anika Geldner (Autor), 2007, Dient Kunst als Innovationsfaktor in wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Produktionsbereichen und führt sie dadurch zu gesellschaftlichen Veränderungen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125132

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