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Das Vorbild USA in den Debatten um die Exzellenzinitiative

Title: Das Vorbild USA in den Debatten um die Exzellenzinitiative

Term Paper , 2009 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tilman Klaeger (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Bei allen Debatten um das Hochschulsystem in Deutschland ist schon lange die Vorbildrolle USA zu beobachten. Viele Universitäten in den USA richteten sich ursprünglich nach deutschen Universitäten aus, da diese zu Beginn des letzten Jahrhunderts führend in der Welt wahren und der Humboldtsche Gedanke von Einheit der Lehre und Forschung erfolgversprechend war.

Dieses Bild hat sich allerdings zwischenzeitlich gewandelt, man schaut in Deutschland über den großen Teich, denn im internationalen Vergleich beherbergen die USA 54 der besten 100 Universitäten der Welt, darunter die drei besten. Deutschland kann in dieser Aufstellung mit gerade einmal mit sechs Universitäten aufwarten, den besten Platz belegt hier die LMU München auf dem 55. Platz.

Dass sich damit die USA in eine Vorbildrolle schieben ist nicht verwunderlich. Jedoch bestehen viele großen Unterschiede zwischen den USA und Deutschland, die eine einfache Übernahme der Ideen unmöglich machen. So wurde in den USA nie eine gezielte Förderung von Eliten betrieben, diese bildeten sich mehr oder weniger von selbst heraus. Die folgende Arbeit beschäftigt sich daher überwiegend mit zwei Bereichen, in denen die Exzellenzinitiative versucht, Vorteile des US-Amerikanischen Systems nach Deutschland zu transferieren. Zum einen soll durch die Initiative ein Wettbewerb zwischen den Universitäten geschaffen werden. Ein weiterer Fokus liegt bei der Schaffung einer größeren Selbstständigkeit der Universitäten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entwicklung des Vorbildcharakters der USA

2.1 Erstes Auftreten nach dem 2. Weltkrieg

2.2 Die Wachstumsphase deutscher Universitäten

2.3 Erneute Diskussion in der 1980er Jahren

3 Wettbewerb zwischen den Universitäten

3.1 Wettbewerb zur Leistungssteigerung

3.2 Stand in Deutschland vor der Exzellenzinitiative

3.3 Wettbewerb in den USA

3.4 Die Auswirkungen der Exzellenzinitiative

4 Autonomie der Hochschulen

4.1 Verwaltungsstrukturen

4.1.1 Selbstständigkeit der Universitäten in den USA

4.1.2 Reformen in Deutschland

4.2 Auswahl der Studenten und Hochschulzugangsberechtigung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss des US-amerikanischen Hochschulsystems als Vorbild für die deutsche Exzellenzinitiative. Dabei wird analysiert, inwieweit US-amerikanische Strukturen wie Wettbewerb und Hochschulautonomie auf das deutsche System übertragbar sind und welche Herausforderungen dieser Transfer mit sich bringt.

  • Die historische Entwicklung des US-Vorbilds im deutschen Hochschuldiskurs.
  • Die Rolle des Wettbewerbs zur Leistungssteigerung an Universitäten.
  • Strukturelle Unterschiede in der Hochschulautonomie und Verwaltung.
  • Die Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf das deutsche Hochschulsystem.
  • Herausforderungen bei der Auswahl von Studierenden und dem Zugang zum Studium.

Auszug aus dem Buch

3.3 Wettbewerb in den USA

In den USA herrscht ein sehr starker Wettbewerb zwischen den Hochschulen, auch zwischen den privaten und den staatlichen Universitäten. So geht es in diesem Wettstreit nicht nur um ein paar zusätzliche Geldmittel sondern ein Wettbewerb um Geld, um die besten Professoren und um die besten Studenten. Für die Universitäten kann das bedeuten, dass sie einen ihrer besten Professoren verlieren, weil eine andere Hochschule mehr bieten kann. Ein Professor kann seinen Arbeitsplatz verlieren, wenn er bei der Evaluierung durch seine Studenten zu schlecht abschneidet, oder wenn andere Professoren dem Universitätspräsidenten mehr Gelder entlocken können. Jährliche Rankings versuchen dabei regelmäßig fest zu stellen, welche Qualität einzelne Hochschulen zu bieten haben. Da Qualität ein schwer zu operationalisierender Faktor ist, sind einzelne Rankings stark umstritten, gerade wenn es Verschiebungen in den vorderen Rängen gibt ist häufig eher das Ranking-System als die Prozesse an den einzelnen Universitäten verantwortlich.

Gleichzeitig fordert der Wettbewerb, der zur großen Wachstumsphase der US Universitäten nach dem zweiten Weltkrieg durch die GI-Bill einsetzte, dass Universitäten sich selbst klar positionieren müssen. Selbst die großen US-Universitäten sind nicht in der Lage, alle Fachbereiche optimal abzudecken. Würde eine Universität versuchen, alle Bereiche abzudecken, wäre dies nur im Mittelmaß möglich, und ein Ranking würde dementsprechend schlechter ausfallen. Es ist daher normal, sich auf bestimmte Bereiche zu konzentrieren und sich damit ein klares Profil zu verleihen.

Bei allem Neid um die Spitzenuniversitäten in den USA darf jedoch nicht vergessen werden, dass das US-Hochschulsystem sehr hierarchisch ist und daher nur einige wenige Universitäten nach deutschen Gesichtspunkten tatsächlich als solche Bezeichnet werden dürfen. Die Hochschulen in den USA werden in vier Kategorien eingeteilt, die von „tier 1“ („highly competitive“) bis „tier 4“ („noncompetitive“) reichen, der Wettbewerb wird also nur von einigen Hochschulen wirklich ausgetragen. Auch von der Qualität sind nur die 150 „tier 1“ Hochschulen mit deutschen Universitäten zu vergleichen, für die Forschung sind davon, so recherchierte Hinderer, gerade mal noch 25 von Interesse. 90% der US Hochschulen sind dabei höchstens mit deutschen Berufsakademien vergleichbar, und sollten daher bei der Vorbildrolle der USA gänzlich außer Betracht gelassen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Ziele und die drei Säulen der Exzellenzinitiative und stellt die Rolle der USA als historisches und aktuelles Vorbild für das deutsche Hochschulsystem dar.

2 Die Entwicklung des Vorbildcharakters der USA: Dieses Kapitel zeichnet die historische Wandlung des US-amerikanischen Einflusses nach, von der Nachkriegszeit bis zu den Reformdiskussionen der 1980er Jahre.

3 Wettbewerb zwischen den Universitäten: Es wird der Zusammenhang zwischen Wettbewerb und Leistungssteigerung untersucht sowie die spezifischen Mechanismen in Deutschland und den USA verglichen.

4 Autonomie der Hochschulen: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung der Selbstständigkeit von Universitäten, insbesondere hinsichtlich der Verwaltung, Finanzierung und der Auswahlverfahren für Studierende.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Erfolge sowie die Risiken der Exzellenzinitiative im Kontext einer möglichen Entbürokratisierung und Marktöffnung.

Schlüsselwörter

Exzellenzinitiative, Hochschulsystem, USA, Wettbewerb, Hochschulautonomie, Spitzenforschung, Wissenschaftsmanagement, Eliteuniversität, Drittmittel, Profilbildung, Juniorprofessur, Ranking, Globalisierung, Studiengebühren, Bildungsreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die deutsche Exzellenzinitiative und hinterfragt kritisch, inwieweit das US-amerikanische Hochschulsystem als Vorbild für die notwendigen Reformen im deutschen Wissenschaftsbereich dienen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Vorbildcharakters der USA, dem Wettbewerb zwischen Hochschulen, der institutionellen Autonomie sowie den Auswahlverfahren für Studierende.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Übertragbarkeit von US-amerikanischen Erfolgsfaktoren wie Wettbewerbsdruck und Selbstverwaltung auf das deutsche Hochschulsystem zu prüfen und den Paradigmenwechsel durch die Exzellenzinitiative zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse und einen komparativen Ansatz, um die strukturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem deutschen und dem US-amerikanischen Hochschulwesen gegenüberzustellen.

Welche Aspekte stehen im Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der historischen Entwicklung des US-Vorbilds, den Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf den Wettbewerb zwischen Universitäten und der Notwendigkeit sowie den Herausforderungen der Hochschulautonomie.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Exzellenzinitiative, Wettbewerb, Hochschulautonomie, Eliteuniversität und internationale Spitzenforschung beschreiben.

Warum ist laut der Arbeit eine einfache Übernahme des US-Modells problematisch?

Laut dem Autor verhindern fundamentale Unterschiede – wie die Traditionen der deutschen Universitäten, abweichende Finanzierungsstrukturen und das Fehlen einer so ausgeprägten Elitekultur – eine eins-zu-eins Übertragung der Konzepte.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Bürokratie im deutschen Hochschulsystem?

Die deutsche Bürokratie wird als hinderlich für Flexibilität und schnelle Anpassungsprozesse identifiziert, weshalb die Entbürokratisierung als einer der wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Reform der Universitäten angesehen wird.

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Details

Title
Das Vorbild USA in den Debatten um die Exzellenzinitiative
College
Leuphana Universität Lüneburg
Course
Wissenschaft und Universität in den USA seit dem 19. Jahrhundert
Grade
1,0
Author
Tilman Klaeger (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V125160
ISBN (eBook)
9783640308415
ISBN (Book)
9783640306527
Language
German
Tags
Vorbild Debatten Exzellenzinitiative Wissenschaft Universität Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tilman Klaeger (Author), 2009, Das Vorbild USA in den Debatten um die Exzellenzinitiative, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125160
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