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Das Nürnberger Patriziat - Entstehungsprozess und Ausprägung

Título: Das Nürnberger Patriziat - Entstehungsprozess und Ausprägung

Trabajo , 2008 , 20 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Frank Hoyer (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Als am 15. September 1806, im Zuge der Auflösung des Heiligen Römisches Reiches, die bis dahin unabhängige und ehemals freie Reichsstadt Nürnberg unter Verwaltung des Königreiches Bayern gestellt wurde, verschwanden damit auch die Machtbefugnisse einer kleinen Gruppe patrizischer Familien, welche seit über 500 Jahren die unmittelbare Herrschaft über die Stadt ausgeübt hatten und in ihrem Wesen und gesellschaftlicher Stellung eine herausragende Position einnahmen.
Dieser Umstand wurde in der Forschung zuletzt ausführlich diskutiert, wobei vor allem auf das ständische Bewusstsein und die damit verbundene adelige Repräsentation Bezug genommen wurde, welche sich durchaus qualitativ von dem Patriziat der meisten anderen Reichsstädte unterschied. Schon Albrecht Dürer beklagte sich über seine mangelnde gesellschaftliche Anerkennung in Nürnberg und stellte fest, dass nur die Zugehörigkeit zum Patriziat Ansehen und Macht in der freien Reichstadt sichern konnte: „Hy [Venedig] pin jch ein her, doheim ein schmarotzer.“
Diese Arbeit soll sich mit der Entstehung, Entwicklung und der Herrschaft des Nürnberger Patriziats beschäftigen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei vor allem auf diversen Entstehungstheorien, der Aufrichtung der Ratsherrschaft, adeliger Repräsentation sowie den Beginn der sozialen Abschottung durch das Nürnberger Tanzstatut

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Nürnberger Patriziat – Herkunft und Entstehungsprozess

2.1 Versuch einer Begriffsbestimmung

2.2 Theorien zur Entstehung des Nürnberger Patriziats

2.3 Die Aufrichtung der Ratsherrschaft

3. Repräsentation und Standesidentität

3.1 Wirtschaftliche Tätigkeiten

3.2 Gesellenstechen und Eigenherrschaft

4. Das Nürnberger Tanzstatut

5. Der Ausklang der Herrschaft

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Entstehungsprozess, die soziostrukturelle Entwicklung sowie die langfristige Herrschaftssicherung des Nürnberger Patriziats. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der spezifischen Standesidentität und den Mechanismen der sozialen Exklusion, die das Nürnberger Patriziat von anderen reichsstädtischen Führungsschichten abhob.

  • Herkunftstheorien und der Aufstieg des Patriziats
  • Die Etablierung und Ausgestaltung der Ratsherrschaft
  • Strategien zur adeligen Selbstdarstellung und Repräsentation
  • Soziale Abschottung durch das Nürnberger Tanzstatut
  • Strukturwandel und Ausklang der patrizischen Dominanz

Auszug aus dem Buch

3.2 Gesellenstechen und Eigenherrschaft

Ein weiteres bedeutendes Privileg des Landadels war die Turnierfähigkeit. Turnierfähig war, wer die Zulassung zu einem vom Landesfürsten oder der Reichsritterschaft ausgerichteten Turnier erlangen konnte, was sich in erster Linie auf den Landadel beschränkte und in den Augen der Ritterschaft nicht von den in der Stadt lebenden Patriziern erfüllt wurde. So mussten Patrizier, die an einem solchen Turnier teilnehmen wollten, erst ihr Nürnberger Bürgerrecht aufgeben. Dies wurde als Provokation empfunden und schmälerte die adelige Repräsentation, welche die Nürnberger Patrizier so entschieden zu erlangen versuchten. Aus diesem Grund wurde ein, in den Augen der Patrizier, gleichwertiger Ersatz erfunden, der als Gesellenstechen bald landesweite Aufmerksamkeit auf sich zog. Solche Gesellenstechen waren zwar nicht völlig mit den adeligen Turnieren gleichgestellt, wurden aber dennoch auch von anderen adeligen Würdenträgern besucht, sodass eine formale Aufwertung stattfand. Berühmte Namen sind hier zum Beispiel Kaiser Maximilian I., welcher 1491 an einem Gesellenstechen teilnahm, oder aber Markgraf Friedrich von Ansbach. Wie sehr diese Wettkämpfe auch der Repräsentation des Patriziats dienten, zeigt schließlich ein Relief im Rathausneubau 1621, auf dem das Gesellenstechen von 1446 dargestellt ist und dem Betrachter die Bedeutung dieser Ereignisse näher bringen soll.

Ein ebenso wichtiges Kriterium für die Zugehörigkeit zum Adelsstand stellte auch die Grundherrschaft dar, ohne die der adelige Status nicht vollkommen anerkannt wurde, da der Adelige nicht durch Erwerbsleben, sondern durch „Gülten und Renten“ sein Leben zu bestreiten habe. In Nürnberg wurde hierfür der Begriff der Eigenherrschaft gebraucht und die Patrizier als Eigenherren bezeichnet, welche die „Eigenschaft“ über den Grund hatten, während die Bauern das „Erbe“, also das Nutzungsrecht, besaßen. Die Patrizier übten nicht nur die Grundherrschaft aus, sondern nahmen auch viele gerichtliche Funktionen war, was von polizeilicher Aufsicht bis zur Blutsgerichtsbarkeit reichen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Sonderstellung des Nürnberger Patriziats und definiert die Zielsetzung sowie die wesentlichen Untersuchungsschwerpunkte der Arbeit.

2. Das Nürnberger Patriziat – Herkunft und Entstehungsprozess: Dieses Kapitel erläutert begriffliche Grundlagen, diskutiert verschiedene Entstehungstheorien und beschreibt die schrittweise Etablierung der Ratsherrschaft.

3. Repräsentation und Standesidentität: Hier wird der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Erfolg, adeliger Lebensführung und dem Streben nach politischer sowie sozialer Abgrenzung analysiert.

4. Das Nürnberger Tanzstatut: Das Kapitel untersucht das Tanzstatut von 1521 als zentrales Instrument zur sozialen Abschottung und als Beleg für das dynastische Denken des Patriziats.

5. Der Ausklang der Herrschaft: Die Ausführungen beleuchten den Niedergang der wirtschaftlichen Dominanz im 18. Jahrhundert und die zunehmende Erosion der politischen Exklusivrechte.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Charakteristika des „besonders gearteten Patriziats“ zusammen und reflektiert dessen langfristige gesellschaftliche Bedeutung.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Darstellungen.

Schlüsselwörter

Nürnberger Patriziat, Ratsherrschaft, Reichsstadt, Ständische Gesellschaft, Stadtadel, Tanzstatut, Gesellenstechen, Eigenherrschaft, Repräsentation, Soziale Abschottung, Fernhandel, Ministerialität, Aristokratieherrschaft, Wirtschaftsgeschichte, Standesbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entstehung, Entwicklung und Herrschaftsstruktur des Nürnberger Patriziats sowie dessen Versuch, sich durch eine spezifische Standesidentität und soziale Abschottung in Nürnberg als adelsähnliche Führungsschicht zu etablieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Ursprung der patrizischen Geschlechter, der Aufstieg zur Ratsherrschaft, die Symbiose aus wirtschaftlicher Macht und adeligem Repräsentationsdrang sowie die soziale Grenzziehung nach außen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Nürnberger Patriziat über 500 Jahre eine unmittelbare Herrschaft aufrechterhalten konnte und warum es in der Forschung als ein „ganz besonders geartetes Patriziat“ eingestuft wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter zeitgenössischer Quellen, wie dem Tanzstatut, sowie auf dem Vergleich verschiedener wissenschaftlicher Entstehungstheorien basiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des Rats, die Analyse von Wirtschaftstätigkeiten und Stiftungen sowie die Untersuchung von sozialen Instrumenten wie dem Tanzstatut zur Festigung des Herrschaftsanspruchs.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Patriziat, Ratsherrschaft, soziale Abgrenzung, Eigenherrschaft und Repräsentation stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.

Was unterscheidet das Nürnberger Patriziat vom Adel anderer Städte?

Das Besondere war die Verbindung aus hoher wirtschaftlicher Aktivität im Fernhandel und dem Festhalten an adelsähnlichen Privilegien, wobei man sich bewusst vom Landadel einerseits abgrenzte und andererseits nach Gleichrangigkeit strebte.

Welche Funktion erfüllte das Nürnberger Tanzstatut?

Es diente als Instrument zur sozialen Abschottung und als Verzeichnis derjenigen Geschlechter, die aufgrund ihrer ratsfähigen Herkunft an den exklusiven gesellschaftlichen Ereignissen des Rates teilnehmen durften.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Nürnberger Patriziat - Entstehungsprozess und Ausprägung
Universidad
University of Bayreuth
Curso
Städtewesen in Franken im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
Calificación
1,3
Autor
Frank Hoyer (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
20
No. de catálogo
V125164
ISBN (Ebook)
9783640308422
ISBN (Libro)
9783640306534
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nürnberger Patriziat Entstehungsprozess Ausprägung Städtewesen Franken Mittelalter Neuzeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Frank Hoyer (Autor), 2008, Das Nürnberger Patriziat - Entstehungsprozess und Ausprägung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125164
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