Die Arbeit gibt einen kurzen, ausschnitthaften Überblick über die Rolle des für die Psychoanalyse grundlegenden Konzeptes des „Widerstandes”. Es werden einige Aspekte der Entwicklung und Behandlung des Widerstandskonzeptes bei S. Freud erörtert, so die Entdeckung des Widerstandes, seine Rolle zwischen psychischer und materieller Realität, sein Zusammenhang mit der Übertragung sowie die an dem Strukturmodell der Psyche angelehnte Klassifikation von Widerständen. Anschließend finden sich eine Reihe von R. R. Greensons Beispielen für mögliche Erscheinungsformen des Widerstandes in der klinisch-psychoanalytischen Arbeit nebst konzeptuellen Ergänzungen.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Die Entwicklung des Konzeptes des Widerstandes in der Freudschen Theorie
- Die Entdeckung der Existenz des Widerstandes
- Widerstand und psychische bzw. materielle Realität
- Einige Auswirkungen des Widerstandes in der psychoanalytischen Behandlung
- Die Klassifizierung der Widerstände nach dem Freudschen Strukturmodell
- Die Veränderung der Auffassung von Sinn und Nutzen des Widerstandes
- Weitere theoretische und phänomenale Aspekte des Widerstands nach Greenson
- Zur Theorie des Widerstandes
- Zu den Erscheinungsformen des Widerstandes
- Persönliche Einschätzung des Widerstandsbegriffes und seiner Entwicklung bei Freud und Greenson
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept des Widerstandes in der Psychoanalyse umfassend zu beleuchten. Sie untersucht die Entwicklung des Widerstandsbegriffs bei Freud und dessen Weiterentwicklung durch Greenson, analysiert die theoretischen Grundlagen und die phänomenologischen Aspekte des Widerstands und betrachtet dessen Auswirkungen auf die psychoanalytische Behandlung.
- Entwicklung des Widerstandsbegriffs in der Freudschen Theorie
- Theoretische Konzepte des Widerstandes bei Freud und Greenson
- Phänomenologische Aspekte und klinische Erscheinungsformen des Widerstandes
- Bedeutung des Widerstandes für die psychoanalytische Therapie
- Widerstand als Auskunftsmittel über die Persönlichkeitsstruktur
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einführung stellt das Konzept des Widerstandes als Grundpfeiler der Psychoanalyse vor und hebt die unterschiedlichen Auffassungen des Begriffs innerhalb verschiedener analytischer Schulen hervor.
Das Kapitel „Die Entwicklung des Konzeptes des Widerstandes in der Freudschen Theorie“ verfolgt die Entstehung des Widerstandsbegriffs bei Freud, von der Entdeckung seiner Existenz über die Beziehung zu psychischer und materieller Realität bis hin zu seiner Klassifizierung im Strukturmodell des psychischen Apparates. Es wird die Veränderung der Auffassung von Sinn und Nutzen des Widerstandes im Laufe Freuds Werk beleuchtet.
Das Kapitel „Weitere theoretische und phänomenale Aspekte des Widerstands nach Greenson“ vergleicht und ergänzt die Freudschen Theorien. Es beleuchtet Greensons Sicht auf den Widerstand, die Abgrenzung zu Abwehrmechanismen und beschreibt detailliert verschiedene klinische Erscheinungsformen des Widerstandes, einschliesslich Übertragungswiderstände.
Schlüsselwörter
Psychoanalyse, Widerstand, Abwehr, Übertragung, Freud, Greenson, Ich-Psychologie, Strukturmodell (Es, Ich, Über-Ich), Abwehrmechanismen, psychische Realität, materielle Realität, klinische Erscheinungsformen, Übertragungswiderstand, Krankheitsgewinn, freie Assoziation, analytische Grundregel.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Widerstand“ in der Psychoanalyse?
Widerstand bezeichnet alle Kräfte beim Patienten, die sich dem Fortschritt der Kur und dem Bewusstwerden unbewusster Inhalte entgegenstellen.
Wie entdeckte Sigmund Freud den Widerstand?
Freud bemerkte, dass Patienten trotz des Wunsches nach Heilung die „freie Assoziation“ unterbrachen oder wichtige Themen mieden, was er als aktiven psychischen Widerstand deutete.
Welche Arten von Widerstand unterscheidet das Strukturmodell?
Basierend auf dem Modell von Ich, Es und Über-Ich werden verschiedene Widerstände klassifiziert, wie z. B. der Ich-Widerstand (Abwehr) oder der Über-Ich-Widerstand (Schuldgefühle).
Was ist ein „Übertragungswiderstand“?
Hierbei nutzt der Patient die Beziehung zum Analytiker als Widerstand, indem er Gefühle auf diesen projiziert, statt sich mit seinen inneren Konflikten auseinanderzusetzen.
Welchen Nutzen hat der Widerstand in der Therapie?
Widerstand gilt nicht nur als Hindernis, sondern als wertvolles Auskunftsmittel über die Persönlichkeitsstruktur und die spezifischen Abwehrmechanismen des Patienten.
- Quote paper
- Dr. Christian H. Sötemann (Author), 2000, Theoretische und phänomenale Aspekte des Widerstands in der Psychoanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125207