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Das Tugendsystem bis zum Mittelalter

Title: Das Tugendsystem bis zum Mittelalter

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Andreas Lilienthal (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Täglich geht eine wahre Informationsflut auf uns nieder. Im Fernsehren können wir live die Ereignisse rund um die Welt erleben. Permanent wird uns dabei eine objektive, neutrale Berichterstattung versprochen. Doch oft bleibt die Wahrheit im Dunkeln, die Nachrichten werden zensiert, mitunter manipuliert, und dienen meist nur zur Beeinflussung der Menschen. Ihnen wird jeden Tag vorgegeben, was richtig und was falsch, wer gut und wer böse ist. Viele Menschen können damit leben, ist es doch bequem, sich mit Problemen nicht auseinander setzten zu müssen, sondern sich vorgefertigten Meinungen anzuschließen. Ist dies auch der Grund für das mangelnde Interesse an einer Diskussion um den Tugendbegriff? Oder ist die Ablehnung in dem verstaubten Image des Begriffes begründet?
Dass es in den letzten Jahren doch ein Interesse an einer Diskussion gibt, zeigt zum Beispiel die populistische Publikation „Das Buch der Tugenden“ von Ulrich Wickert.1 Beachtung erhält der Tugendbegriff außerdem durch die neu entstandenen Probleme der Globalisierung. Gentechnik, Massentierhaltung, Umweltschutz und viele andere Themen erfordern eine Diskussion der Tugendethik.2
In dieser Seminararbeit soll die Veränderung des Tugendbegriffes, dessen Interpretation und die Diskussion um ihn, von der Antike bis zur Gegenwart betrachtet werden. Natürlich kann eine solche Darstellung nicht vollständig sein, zu groß ist die Zahl der Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigt haben.
Da ich an das Thema meiner Meinung nach eher ethisch herangehen muss, habe ich überwiegendend mit Büchern aus dem Bereich der Ethik gearbeitet.
Für die Bearbeitung der Seminararbeit wurde folgende Literatur verwendet: Zunächst einmal ein Lexikon der Philosophie, z.B. das „Metzler- Philosophie Lexikon“ von Prechtl/ Burkhard oder das „Philosophische Wörterbuch“ von Stockhammer. Ein weiteres Wer zur Ethik allgemein ist Martin Honeckers „Einführung in die theologische Ethik“. Das Buch „Grundbegriffe der christlichen Ethik“ von Wils/ Mieth ist sehr ausführlich, aber auch schwer verständlich. Zuletzt möchte ich noch auf 1 unterhaltsames Werk hinweisen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Tugendbegriff in der Antike

2.1 Der vorsokratische Tugendbegriff

2.2 Sokrates und Platon

2.3 Die vier Kardinaltugenden

2.4 Aristoteles

2.5 Die Tugenden in der stoischen Lehre

3 Der Tugendbegriff in der christlichen Ethik

3.1 Die Tugend in der Bibel

3.2 Die Tugendlehre im Mittelalter

4 Der Tugendbegriff in der Gegenwart

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die unterschiedlichen Interpretationen sowie die fortwährende Diskussion um den Tugendbegriff von der Antike bis zur heutigen Zeit.

  • Wandel des Tugendbegriffs von antiken Auffassungen zu christlichen Ethikvorstellungen
  • Philosophische Ansätze von Sokrates, Platon und Aristoteles
  • Rolle der Kardinaltugenden und der christlichen Siebenzahl
  • Einfluss der Neuzeit und das schwindende Interesse am Tugendbegriff

Auszug aus dem Buch

2.3 Die vier Kardinaltugenden

Die Bezeichnung Kardinaltugend fußt im Lateinischen „cardo“ und bedeutet so viel wie „Türangel“. Es wird deutlich, dass es sich um Rahmenbedingungen, ja Grundtugenden handelt, die unerlässlich für das Ansehen eines guten Mannes, eines guten Bürgers durch die Gesellschaft, aber vor allem durch ihn selbst sind. Aufgrund dessen nehmen die vier Kardinaltugenden für das gesamte soziale Zusammenleben und um auf den Spuren Platons zu bleiben, auch für die Gründung einer Polis, eine essentielle Rolle ein. Die Grundtugenden gelten dabei für Platon als Garant für die Gesundheit der Seele, indem sie für eine gute Lebensführung sorgen. Diesem Weg zu folgen stellt den obersten Bezug allen Handelns dar.

Die Gerechtigkeit (dikaiosynê) ist eine von Zeus gegebene Tugend, die durch die Lebenserfahrung weiter entwickelt und geprägt wird. Sie postuliert eine innere ethische und moralische Gesetzgebung des Denkens und Verhaltens, die sich individuell verfestigt und durch sich selbst zwingend und maßgebend ist. Gerecht gilt in der Polis derjenige, der an den in der Gesellschaft anerkannten Sitten und Bräuchen sein Handeln ausrichtet und der seinen Pflichten als Bürger und seinem Gott gegenüber nachkommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das mangelnde Interesse an einer zeitgenössischen Diskussion über Tugenden und definiert das Ziel, die historische Transformation des Begriffs nachzuzeichnen.

2 Der Tugendbegriff in der Antike: Dieses Kapitel erörtert die Entwicklung von Arete als körperliche Vortrefflichkeit hin zum philosophischen Konzept bei Sokrates, Platon, Aristoteles und den Stoikern.

3 Der Tugendbegriff in der christlichen Ethik: Hier wird die Verknüpfung des Tugendbegriffs mit dem christlichen Glauben sowie die Entwicklung der Siebenzahl durch die Kirchenväter und Thomas von Aquin dargelegt.

4 Der Tugendbegriff in der Gegenwart: Das Kapitel beschreibt den Prozess der zunehmenden Moralisierung, Kritik durch Denker wie Nietzsche und den Bedeutungsverlust des Begriffs in der Neuzeit.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Tugend heute primär als individuelle Charaktereigenschaft verstanden wird, während die wissenschaftliche Begriffsdiskussion weitgehend an Relevanz verloren hat.

Schlüsselwörter

Tugend, Arete, Antike, Kardinaltugenden, Ethik, Platon, Aristoteles, Christliche Ethik, Tugendlehre, Glückseligkeit, Philosophie, Moral, Tugendbegriff, Mittelalter, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Interpretation des Tugendbegriffs von den Anfängen in der griechischen Antike bis hin zur modernen Gegenwart.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die antike Philosophie, die christliche Tugendlehre des Mittelalters sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff in der Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Bedeutungswandel des Begriffs Arete bzw. Tugend zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die heutige Distanz zur Tugendethik zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer ethisch orientierten Analyse von Fachliteratur aus den Bereichen Philosophie und Theologie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Konzepte, der Einbettung in die christliche Ethik sowie der kritischen Phase in der Neuzeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tugend, Arete, Ethik, Kardinaltugenden und die philosophischen Strömungen der Antike geprägt.

Wie unterscheidet sich das Verständnis von Tugend bei Platon und Aristoteles?

Platon fokussiert auf die Einheit und Harmonie der Seele als Wissen, während Aristoteles die Tugend als eine durch Übung erlernte Haltung in der "rechten Mitte" beschreibt.

Warum spielt die Siebenzahl im christlichen Mittelalter eine besondere Rolle?

Sie entstand aus der Kombination der vier Kardinaltugenden mit der christlichen Trias aus Glaube, Liebe und Hoffnung, um die Tugenden systematischer darzustellen.

Wie steht Nietzsche zum Tugendbegriff?

Nietzsche übte scharfe Kritik am traditionellen Tugendbegriff, was zu einer emotionalen negativen Besetzung führte und den Begriff in der Moderne diskreditierte.

Gibt es eine heute allgemein gültige Definition von Tugend?

Nein, laut dem Fazit der Arbeit gibt es keine allgemein gültige Definition mehr; die Interpretation ist weitgehend dem Individuum überlassen.

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Details

Title
Das Tugendsystem bis zum Mittelalter
College
Technical University of Chemnitz  (Professur Geschichte des Mittelalter )
Course
Adel und Rittertum im europäischen Mittelalter
Grade
1,8
Author
Andreas Lilienthal (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V125223
ISBN (eBook)
9783640308699
ISBN (Book)
9783640306794
Language
German
Tags
Tugendsystem Adel Rittertum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Lilienthal (Author), 2006, Das Tugendsystem bis zum Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125223
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